Schweine: Reichlich überversorgter Fleischmarkt / minus 5 Cent
Erstes Schwein in Deutschland mit Neuer Grippe
Agrarheute.com / dpa / pd, Mainz/Berlin (04.12.09) - In Deutschland hat sich erstmals nachweislich ein Schwein mit der Neuen Grippe angesteckt. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das neue H1N1-Influenzavirus bei dem Tier nachgewiesen.
"Es besteht kein Grund zur Aufregung", betonte Ministerin Margit Conrad (SPD). Menschen könnten sich nicht durch Schweinefleisch-Produkte infizieren.
Schwein hat sich bei Menschen angesteckt
Das kranke Schwein in Rheinland-Pfalz hat sich laut Ministerium vermutlich bei einem Menschen angesteckt. Forscher vom Friedrich- Loeffler-Institut auf der Insel Riems hatten bereits bei Versuchen festgestellt, dass auch Schweine für das Virus anfällig sind. Die Laborschweine entwickelten milde Grippesymptome. Der rheinland- pfälzische Hof wurde für kurze Zeit geschlossen, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Mainz am Donnerstag mit.
Meldungen über H1N1-Infektionen bei Schweinen gab es bislang unter anderem aus den USA, wo das Virus bei einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota nachgewiesen wurde. Zuvor war die Krankheit bereits in Argentinien und Kanada auf Schweine übergesprungen.
Neue Impfempfehlungen: Für Kinder unter 9 Jahren reicht halbe Dosis
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte zuvor neue Impfempfehlungen gegeben. Demnach genügt für Kinder von sechs Monaten bis neun Jahre eine halbe Erwachsenendosis. Bei Menschen ab zehn Jahren reicht eine einmalige Impfung aus. Zudem empfahl die STIKO die Impfung weiterer Menschen. Nach dem medizinischen Personal und chronisch Kranken solle nun in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe stufenweise die gesamte Bevölkerung geimpft werden. Dabei sollen zunächst Kontaktpersonen ungeimpfter Risikopersonen eine Spritze bekommen - zum Beispiel Eltern von Kindern unter sechs Monaten, die nicht geimpft werden können, sowie Kinder und junge Erwachsene im Alter bis 24 Jahren. Später seien Menschen von 25 bis 59 Jahren und dann alle über 60-Jährigen dran.
Zahl der Erkrankten in Deutschland bleibt weiter hoch
Die Zahl der mit Neuer Grippe erkrankten Menschen in Deutschland bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Zwar habe es in der vergangenen Woche weniger neue Fälle gegeben, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. Ob damit der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle bereits überschritten sei, könne aber erst im Verlauf der nächsten Wochen bewertet werden. Die STIKO verweist darauf, dass eine Impfung in jedem Fall noch lohnt, denn nach Erreichen des Scheitelpunkts einer Welle träten in der Regel mindestens noch einmal so viele Fälle auf wie davor.
Deutschland: Bisher 60 Todesfälle in Zusammenhang mit der Neuen Grippe bekannt
In Deutschland starben bislang mehr als 60 Menschen im Zusammenhang mit der Neuen Grippe. Dem Bundesinstitut für Impfstoffe sind zudem bislang 658 Verdachtsfälle von Reaktionen nach einer Impfung gemeldet worden, darunter 15 Todesfälle. Bei keinem der gestorbenen Patienten sei jedoch ein Zusammenhang zwischen Impfung und Tod festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Nach PEI-Angaben wurden bundesweit bislang 4 bis 5,8 Millionen Dosen Pandemrix geimpft.
Kassamarkt: Lebendvermarktung zunehmend schwieriger
Die aufgrund der Rekordschlachtungen anfallenden Fleischmengen belasten den Markt. Bei Artikeln wie der Verarbeitungsware, Bäuche und Schultern sind hohe Abschläge hinzunehmen. Der Schinken und Kotelett Umsatz konnte sich in den letzten Stunden beleben.
Die Lebendvermarktung gestaltet sich schwieriger als in den Wochen zuvor. Die Anmeldungen für die kommende Woche bleiben hoch, so dass die vierte Woche in Folge die Schlachtmengen von über 1 Million Stück zu erwarten sind.
Schweinepreis heute: Minus 5 Cent auf 1,30 Euro (Spanne 1,30 bis 1,35), Schlachtsauen: Minus 4 Cent auf 95 Cent (Spanne: 94 bis 104 Cent).
Am Ferkelmarkt ist derzeit keine Schwäche zu erkennen. Für die kommende Woche sind zumindest unveränderte Preise zu erwarten.
Terminmarkt: Schwankungen nach beiden Seiten
An der Eurex wurden heute 7 Schweine Terminkontrakte der Monate Januar bis März gehandelt. Die Schlusskurse schwankten dabei zwischen plus 0,9 Cent auf 1,259 Euro für Februar und minus 1 Cent auf 1,28 Euro für März 2010.
Der Kassamonat Dezember wurde um 0,7 Cent höher bei 1,28 Euro getaxt nachdem mit kleineren Kaufaufträgen 1,5 Cent mehr als am Donnerstag geboten wurden.
Der M 12 Index für Schweine gab um 0,23 Cent auf 1,3373 Euro nach.
Ferkel: Unverändert taxiert, Index 44,42 Euro.
Aussichten für nächste Woche: Unverändert 1,30 Euro
Aus Händlerkeisen ist von einem überreichlich versorgten Fleischmarkt zu hören, wobei durch den fallenden V-Preis versucht werden soll die Spanne zu verbessern. Sollte dies in den kommenden Tagen gelingen, ist am kommenden Wochenende von einem unveränderten V-Preis auszugehen.
In Holland sind die Fleischgeschäften mit 2,5 cent gefallen. Schinken, Schultern und Middels sind 3 bis 4 cent runter.Fette waren lauft auch schwierig.
Also -5 ct fur Deutschland und jetzt auch bei Uns in Holland ist mehr als genug.
Henry