Schweine: Rote Seite fordert mehr oder weniger deutliche Abschläge
Steigende Schweinefleischpreise in Großbritannien erwartet
Schweine.net (25.08.10) - In Großbritannien sind die Preise für Schweinefleisch zuletzt gesunken, doch einige Analysten erwarten, dass sie bis zum Jahresende aufgrund höherer Futtermittelkosten wieder anziehen werden, meldet Dow Jones. Wie aus aktuellen Daten des Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) hervorgeht, hat Schweinefleisch in Großbritannien in diesem Jahr im Schnitt 1,423 GBP/kg (rund 1,7426 EUR/kg) gekostet, was einem Rückgang von 2,3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insbesondere in den vergangenen Wochen seien die Preise zurückgegangen, und zwar auf derzeit 1,416 GBP/kg (rund 1,7340 EUR/kg) von 1,446 GBP/kg (rund 1,7707 EUR/kg) Anfang Juli.
Dennoch lägen die Schweinefleischpreise über dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre, betonte die Agrar-Fördergesellschaft. Einige Analysten rechnen im weiteren Verlauf des Jahres mit steigenden Fleischpreisen, da sich die Kosten für die Viehfütterung erhöhten. So sind beispielsweise die Weizenpreise in den vergangenen Wochen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. An der Börse in Chicago haben die Preise für gefrorene Schweinebäuche in diesem Jahr nahezu um das Dreieinhalbfache zugelegt, während sich frische Schweinebäuche auf Jahressicht um 53% verteuerten und ein neues Rekordhoch markierten. Marktexperten machen für diesen Zuwachs höhere Futterkosten verantwortlich, die laut der Commerzbank rund 60% der gesamten Aufwendungen in der Fleischproduktion ausmachen.
Doch James Park, Analyst bei AHDB Market Intelligence, verwies darauf, dass die Fleischpreise in Großbritannien nicht börsennotiert seien und damit weniger durch Spekulationen beeinflusst würden. Die Preise in Chicago werden stärker von den Terminnotierungen beeinflusst. „Daher haben Faktoren wie höhere Futtermittelkosten dort aufgrund von Spekulation einen größeren Einfluss“, sagte er zu Dow Jones Newswires. In Großbritannien sei das Schweineangebot der entscheidende Einflussfaktor. Und dort habe es ein großes Angebot gegeben, was die Preise zuletzt etwas gedrückt habe. Doch im Vergleich zu den Vorjahren sei das Preisniveau immer noch hoch. Dagegen sehen die Viehzüchter selbst eine andere Ursache für die in jüngster Zeit geringeren Schweinefleischpreise: Die britischen Farmer hätten weniger Möglichkeiten, die Preise zu erhöhen, weil sie längerfristige Lieferkontrakte mit ihren Abnehmern wie Supermärkten bevorzugten. Auch sei zu erwarten, dass Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben würden.
Die zunehmende Volatilität der Nahrungsmittelpreise habe die britischen Landwirte härter als in früheren Jahren getroffen, da sie weniger Hilfe von der Europäischen Union erhielten, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes National Farmers Union. Die Unterstützung durch die EU verringerte sich laut Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf 23% im Zeitraum 2007 bis 2009 von 39% in den Jahren 1986 bis 1988. Zudem hätten die Preise, die die Farmer für ihre Produkte erzielten, im Zeitraum 2007 bis 2009 nur noch um 9% über den Weltmarktpreisen gelegen im Vergleich zu einem Plus von 71% im Zeitraum 1986 bis 1988, so Dow Jones.
(Quelle: http://www.schweine.net/steigende_schweinefleischpreise_in_grossbritannien.html)
Kassamarkt: Deutsche Schlachtungen 10 % über Vorjahr
Das Angebot von schlachtreifen Schweinen hat in den vergangenen Tagen bei den meisten Viehhändlern und Erzeugergemeinschaften etwas zugenommen. Die Partien lassen sich überwiegend zeitnah vermarkten, vereinzelt kommt es zu Stockungen.
Einige Schlachtbetriebe verweisen derzeit auf zu niedrige Erlöse im Fleischverkauf und fordern daher für die kommende Woche mehr oder weniger deutliche Preisabschläge. Ob die Erzeugerseite diesem Druck, der ja teilweise schon in der vergangenen Woche aufgebaut worden war, auch in den nächsten Tagen standhalten kann, ist derzeit noch unsicher.
Die Zahl der Schweineschlachtungen hat erstmalig seit der Woche nach Fronleichnam die Millionengrenze wieder geknackt und lag mit 1,002 Millionen Schweinen um 16.000 höher als in der Vorwoche.
(Quelle: ISW, Damme, auszugsweise)
Terminmarkt: Kaum Bewegung
Am Schweine Terminmarkt wurden heute letztmalig August Schweine gehandelt, 0,2 Cent höher bei 1,50 Euro. Die insgesamt 5 gehandelten Schweine Futures ließen den Index um 0,01 Cent auf 1,3952 Euro fallen.
Ferkel: Umsatzlos auf Vortagsbasis taxiert, Index unverändert 39,81 Euro
Hinweis: Die Internet Schweinebörse setzte heute ihre Notierung aus. Zunächst war der Handel von 740 Tieren zu 1,51 Euro, 3 Cent unter Vorwoche, in einer Spanne von 1,51 bis 1,52 Euro gemeldet wurden, dann wurden alle Umsätze storniert. Damit kein "schiefes" Bild entsteht, haben wir dennoch die 1,51 Euro als Preismeldung für unsere Charts erfasst.