Genaueres steht im heutigen Landvolk Newsletter, den ich wohl nicht zitieren darf ("Nachdruck, Kopien, Auszüge nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis").
Auf der Internetseite des VEZG steht noch nichts davon....
Die Basis der Preismeldungen wurde verändert und bezieht sich nunmehr auf die Lieferung frei Schlachtstätte bei einer Abgabe von 3 bis 5 Sauen je Betrieb und Liefertermin. Die dabei zugrunde gelegten Vorkosten betragen zur Zeit 20 bis 30 € / Tier.
Gruß
Geschrieben von Topschwein am Mo. 30 Aug 2010 - 11:03
Also das Thema Schlachtsau blüt erneut massiv auf,
Neuer V-Preis für Sau 1,13€ (+ 12ct)neue Meldung immer Donnerstag 14:30 mit dem Ziel die undurchsichtige Aufschlag Politik zu eliminieren das "fehlende Geld" soll nun vom Landwirten geholt werden in Form von Transportkosten 20 - 30€ / Sau ....
unterm Strich kommt für den Landwirten das selbe raus. So die Theorie...
Wie man nun verstärkt hört, geht der große "Kollege" ganz massiv dagegen an und zahlt auf den neuen V-Preis seine alten Aufschläge weiter mit dem Ziel bis zum Ende des Jahres 80% der Schlachtsauen in seine Bänder zu führen.
Wenn das so passiert, dann gibt es innerhalb weniger Wochen evtl. nur noch 1 oder 2 Vermarktungsalternativen für Schlachtsauen.
Gleichzeitig wird sich der Preis für Sauen auf dem Niveau der Schweine bewegen ...
Die Folge ist, Sauenfleisch wird uninteressant für die Industrie Rezepturen werden auf Schwein umgestellt, die Preise im Ein- wie
auch Verkauf (aus Sicht der Schlachthöfe) werden nur noch von einem Laden diktiert.
Ein richtiges Erfolgserlebnis für die Erzeugergemeinschaften. Der V-Preis sagt nichts aus zum Geschäft, die Notierung ist ein Witz.
Es lebe der unseriöse Wettbewerb.
Hauptsache die Erzeugergemeinschaften halten zu ihrem Konzept und verweigern jegliche Geschäfte mit dem "Kollegen" auf der Basis, und
machen Geschäfte mit seriösen Partnern.
Die nächsten Wochen werden enorm spannend auf dem Sauenmarkt.
@ sapa [#4]
Finde ich auch, Nagel auf den Kopf getroffen, nur, Sauen bewegen sich auf einem "Schlachtfeld" sondern auf einem "Kriegsnebenschausplatz"!
Bei den Schweinen wird es bald nicht anders sein, wenn der "Kollege"
so weiter macht!
Ich will damit sagen: Ihr schauffelt Euch euer eigenes Grab!
Von wegen Partnerschaft!
Gruß Bronto
Geschrieben von Brontosaurus am Sa. 4 Sep 2010 - 09:43
Also ich finde die neue Form für den Landwirt auch schlechter, weil er so nur raten kann, was er später bekommt. Bei der alten Notierung war es ja ein "ab Hof" Preis.
Diese neue Form war aber meines Wissens auch schon früher einmal so üblich.
Zum anderen wird für die Industrie dadurch nichts teurer oder billiger, da ja nur die Darstellung des Notierungspreis anders ist. Die Sauenvermarkter hatten hier (rein theoretisch) genauso viel bezahlt. In der Industrie wird das Sauenfleisch überwiegend zur Herstllung von Dauerwurst eingesetzt, deshalb wird hier kein Austausch mit normalem Schweinefleisch stattfinden.
Und jetzt muss ich für den "Kollegen" als Einkäufer aus der Industrie mal eine Lanze brechen:
kein Anderer liefert Dir nach Deinen Spezifikationen einen so gleichmäßig guten Standart wie der "Kollege"
Dies ist keine Preisfrage, sondern Kollege sichert Dir den Rohstoff zur Produktion gut ab.
Wenn der Vergleich gestattet ist, ist er der "Bayern München" der Sauenfleisch Anbieter, in einer kleinen überschaubaren Liga !
Dazu ist er immer noch äußerst aktiv auf dem Transfer Markt, denn er kauft in ganz Europa noch Sauenhälften in großen Mengen dazu !
Ich bin der Meinung, das in diesem Bereich der Sauenvermarktung, sein Ziel den Markt klar zu beherrschen, im Augenblick sehr gut für die Landwirte ist.
Nach meinem Kenntnisstand bekommt, ausser in Ungarn und Italien, kein Landwirt innerhalb der EU soviel Geld für Schlachtsauen wie in Deutschland !
Die Schmerzgrenze, was der "Kollege" aktuell für zugekaufte gute Sauenhälften (ohne Kopf, Backe, Vorder- u. Hinterpfote)zahlt, liegt meines Wissens nach bei < 1,25 € frei Haus geliefert.
schönes Wochenende
SD
Geschrieben von schinkendieb am Sa. 4 Sep 2010 - 13:52
Umrechnung / Verhältnis alter Sauenpreis zu neuer Sauenpreis ?
Die bisherigen Grafiken des "alten" Sauenpreises müssen der neuen Liefer- und Abrechnungsart angepasst werden. Zum Beispiel durch eine Erhöhung aller alten Preise um 12 Cent.
Ist dies korrekt oder hat jemand eine bessere / genauere Umrechnungsart ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Geschrieben von Richard Ebert am So. 5 Sep 2010 - 20:03
Der abgebende Betrieb bekommt weiterhin seine Zuschläge, je nach Menge, und die Vorkosten (Transport, Erfassung, etc.) haben sich auch nicht verändert, d.h der Sauenlieferant bekommt seit Donnerstag 2.9.2010 für seine Tiere 12 cent mehr.
mfg
Geschrieben von Schweineturbo am Mo. 6 Sep 2010 - 12:10
Als Viehhändler und kann ich nur sagen, dass wir nur noch telefonieren und wir überhaupt noch gar nicht richtig wissen, wie wir jetzt rechnen sollen, wenn wir Sauen sammeln. Früher war ab Hof ein Preis für alle - egal ob wir ein paar Sauen von Höfen geholt haben, die nah beinander waren oder ob wir weit fahren mussten. Und wir haben mit den Abnehmern verhandelt. Das war fair und der Landwirt musste nicht mit uns feilschen - Die Meldepreise waren fix und ende. Und wenn ein Erzeuger jetzt keine Lust hat zu verhandeln oder das einfach nicht kann, dann bekommt er einen miesen Preis, weil der nun den Transport selber bezahlen muss. Früher war die Sau das Nebenprodukt, heute gehört sie zur Produktion in einem Ferkelbetrieb. Das wurde zusammen kalkuliert.
Das System funktionierte. Da hatten wir den Durchblick. Wir kannten den Meldepreis der Erzeugergemeinschaften ab Hof und dann die Veröffentlichungen der Auszahlungspreise nach der 1. DVO frei Schlachtstätte.
Ab dem 02.09.2010 melden die Erzeugergemeinschaften Preise incl. Kosten. Diese Kosten sind den Meldern nicht genau bekannt. Dies soll dann der Preis frei Schlachtstätte sein. Und bei diesem neuen Einheitspreis kannst du nun doch gar nicht mehr sehen, wieviel Euro jetzt für das Kilo Sauen und wie viel für Transport im Preis drinnen stecken. Und die Genossenschaften freuen sich. Die sind voll mit Verwaltern (die alle bezahlt werden wollen), die meinen, sie können mal eben so schätzen, was den der Transport von einer Sau kostet. Jetzt zahlt einer mehr Geld als früher fürs Kilo Sau und ich bekomme meine LKWs voll und für meine Arbeit faires Geld und das ist auch wieder nicht ok. Ich kann nur sagen, dass unsere Wagen nicht mehr zu jedem Landwirt rauskommen, wenn sich´s nicht rechnet.
Das beste ist doch, wenn die Landwirte einen fairen Preis bekommen und wir Händler uns frei aussuchen können, an wen wir die Sauen hinfahren, ich verstehe die Aufregung nicht. Und von wegen irgendwann gibts nur noch ein Unternehmen, das alle Sauen kauft, das glaubt doch keiner wirklich ernsthaft, wer das behauptet spinnt doch völlig. Und selbst wenn es teoretisch mal nur einen einzigen Käufer von Sauen geben sollte, dann wird der doch niemals so dumm sein und den Preis zu drücken - denn dann gibts ganz schnell keine mehr, denn wir verkaufen die dann ins Ausland und soweit ich weiß, das hat ja Schinkendieb auch geschrieben, gibt es Rezepte, wo man ohne Sau nun mal eben nicht kann.
Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am Mo. 6 Sep 2010 - 19:40
Der abgebende Betrieb bekommt weiterhin seine Zuschläge, je nach Menge, und die Vorkosten (Transport, Erfassung, etc.) haben sich auch nicht verändert, d.h der Sauenlieferant bekommt seit Donnerstag 2.9.2010 für seine Tiere 12 cent mehr.
Nicht dass ich mißtrauisch wäre, aber warum bekommen die Sauenverkäufer seit letzter Woche mehr als 10 % über den Preisen der Vorwoche bezahlt.
Da muss ein Denkfehler verborgen sein. Wer kann helfen ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Geschrieben von Richard Ebert am Di. 7 Sep 2010 - 18:55
Wie ich schon beschrieben habe, zahlt der "Kollege" in Rheda seit letzten Donnerstag auf den neuen Preis seine alten Zuschläge weiter.
Das ist reiner Verdrängungswettbewerb, wirklich leisten kann nur der sich das. An sich herrschen unveränderte Marktverhältnisse vor.
Also kein Denkfehler. Lediglich unseriöser Wettbewerb (in meinen Augen).
Oder vielleicht nennt man es einfach Marktbereinigung, oder Ende des Mittelstandes in der Sparte.
Oder warum sonst kann man auf einmal ca 18 - 20€ mehr pro Sau bezahlen?
Wie man hört, nehmen sich selbst die EZG's die, freiwillig gezahlten, extra Zuschläge gerne mit und sorgen so selbst für das vorprogrammierte Ende der V-Preis Empfehlung. Es sei denn man spielt das Spiel weiter mit, dann allerdings kosten die Sauen bald das, was die Schweine kosten, wohlgemerkt bei unveränderten Marktverhältnissen.
Am Donnerstag kommt die neue Sauennotierung.Wenn die Aufschläge in die Notierung einfliessen,dann wird der neue Preis sich um 1,25 bewegen müssen.das dauert keine 3 Wochen,und der Sauenpreis liegt über den Schweinepreis.
@ sapa [#12]
Der beansprucht den Sauenmarkt für sich und will sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen! Das kostet erst mal Geld, das man sich wiederholt, sobald nur noch 2 Sauenschlachter übrig bleiben.
Wie sagt man so schön: "Wer den längeren Atem hat"
Gruß Bronto
Geschrieben von Brontosaurus am Mi. 8 Sep 2010 - 09:02
Westfleisch hat seit nen paar Wochen min. 2500 Sauen die Woche weniger, aufgrund schlechter Zerlegeerlöse, etc.
Wer der 2., 3., 4.,... sein wird zeigt sich in den nächsten Wochen.
Fakt ist das die zwölf cent vom letzten Do. völlig an den Haaren herbeigezogen waren.
Diesen Fehler müssen sich die VZEG´s eingestehen und zurück zur alten Notierung.
@sapa, sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!! Das sind wahre Worte und keine Spekulation.
Es gibt EZGs, die weiterhin zu den "Kleinen" liefern und dabei auch Mindererlöse in Kauf nehmen! Die Taktik von CT ist sehr leicht zu durchschauen- viele EZGs haben großes Interesse daran, dass "ihr" Sauenschlachter vor Ort am Markt bleibt!
Das höre ich anders,
"Für uns waren die letzten Jahre auch hart genug, wir müssen auch wirtschaftlich denken, das Geld nehmen wir uns erst mal mit."
Mit Sicherheit gibt es da auch Ausnahmen, das will ich nicht abstreiten, allerdings werden jede Woche etwa 20.000 Sauen in Deutschland geschlachtet. Wie viele der Händler, EZG's, .... sehen denn nicht das schnelle Geld? Wieviele Tiere stehen dahinter? Bekommt der Landwirt überhaupt was mit von dem Geld? oder steckt sich der Zwischenhandel alles ein?
Die ganze Diskussion ist doch total an den Haaren herbeigezogen. Es zeigt sich ja, dass es jetzt plötzlich doch ganz viele Unternehmen sind, die das neue Spiel 'mitspielen', nur die EZGs haben keine Lust und maulen. Klar - freier Wettbewerb und Handel sind den Genossenschaftlern ja von eh her ein Dorn im Auge.
Hat sich schon mal jemand überlegt, wie viel Geld in der Verwaltung eingespart werden würde, wenn die ganzen Raiffeisen-Centralen auf die Hälfte runterfusionieren würde? Aber nein, bloß weiter den Landwirten das Geld aus der Tasche ziehen und sich selbst als die tollen aufspielen.
Das Problem bei der neuen Regelung hat hier noch keiner richtig angesprochen - bislang hat der Bauer für seine Sau pro Kilo einen festen Preis bekommen und der Händler hat dann draufgeschlagen bei der Weitergabe. Jetzt soll der Bauer seinen Kurs mit allen Lieferkosten bekommen und muss sich jetzt mit Händlern rumschlagen.
Wenn jetzt ein Landwirt nur wenige Sauen abzugeben hat und vielleicht noch ungünstig mit seinem Betrieb liegt, dann muss er eventuell so viel für die Fracht bezahlen oder hat Pech, das ihn keiner mehr anfahren will, wenn er das nicht bezahlt, so dass die Bauern deswegen irgendwann weniger Geld übrig haben. Der Großbetrieb nahe an der Autobahn hats dann besser als der kleine, und das regt mich viel mehr auf, das sind ja Existenzen.
Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am Do. 9 Sep 2010 - 14:43
Die Notierung wird umgestellt.
Genaueres steht im heutigen Landvolk Newsletter, den ich wohl nicht zitieren darf ("Nachdruck, Kopien, Auszüge nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis").
Auf der Internetseite des VEZG steht noch nichts davon....
Das ist das was ich höre,
Die Basis der Preismeldungen wurde verändert und bezieht sich nunmehr auf die Lieferung frei Schlachtstätte bei einer Abgabe von 3 bis 5 Sauen je Betrieb und Liefertermin. Die dabei zugrunde gelegten Vorkosten betragen zur Zeit 20 bis 30 € / Tier.
Gruß
@ Topschwein [#3]
Also das Thema Schlachtsau blüt erneut massiv auf,
Neuer V-Preis für Sau 1,13€ (+ 12ct)neue Meldung immer Donnerstag 14:30 mit dem Ziel die undurchsichtige Aufschlag Politik zu eliminieren das "fehlende Geld" soll nun vom Landwirten geholt werden in Form von Transportkosten 20 - 30€ / Sau ....
unterm Strich kommt für den Landwirten das selbe raus. So die Theorie...
Wie man nun verstärkt hört, geht der große "Kollege" ganz massiv dagegen an und zahlt auf den neuen V-Preis seine alten Aufschläge weiter mit dem Ziel bis zum Ende des Jahres 80% der Schlachtsauen in seine Bänder zu führen.
Wenn das so passiert, dann gibt es innerhalb weniger Wochen evtl. nur noch 1 oder 2 Vermarktungsalternativen für Schlachtsauen.
Gleichzeitig wird sich der Preis für Sauen auf dem Niveau der Schweine bewegen ...
Die Folge ist, Sauenfleisch wird uninteressant für die Industrie Rezepturen werden auf Schwein umgestellt, die Preise im Ein- wie
auch Verkauf (aus Sicht der Schlachthöfe) werden nur noch von einem Laden diktiert.
Ein richtiges Erfolgserlebnis für die Erzeugergemeinschaften. Der V-Preis sagt nichts aus zum Geschäft, die Notierung ist ein Witz.
Es lebe der unseriöse Wettbewerb.
Hauptsache die Erzeugergemeinschaften halten zu ihrem Konzept und verweigern jegliche Geschäfte mit dem "Kollegen" auf der Basis, und
machen Geschäfte mit seriösen Partnern.
Die nächsten Wochen werden enorm spannend auf dem Sauenmarkt.
sapa
@ sapa [#4]
Nagel auf den Kopf getroffen!!!
Dir ein schönes Wochenende.
-Topschwein-
@ sapa [#4]
Finde ich auch, Nagel auf den Kopf getroffen, nur, Sauen bewegen sich auf einem "Schlachtfeld" sondern auf einem "Kriegsnebenschausplatz"!
Bei den Schweinen wird es bald nicht anders sein, wenn der "Kollege"
so weiter macht!
Ich will damit sagen: Ihr schauffelt Euch euer eigenes Grab!
Von wegen Partnerschaft!
Gruß Bronto
@ sapa
Also ich finde die neue Form für den Landwirt auch schlechter, weil er so nur raten kann, was er später bekommt. Bei der alten Notierung war es ja ein "ab Hof" Preis.
Diese neue Form war aber meines Wissens auch schon früher einmal so üblich.
Zum anderen wird für die Industrie dadurch nichts teurer oder billiger, da ja nur die Darstellung des Notierungspreis anders ist. Die Sauenvermarkter hatten hier (rein theoretisch) genauso viel bezahlt. In der Industrie wird das Sauenfleisch überwiegend zur Herstllung von Dauerwurst eingesetzt, deshalb wird hier kein Austausch mit normalem Schweinefleisch stattfinden.
Und jetzt muss ich für den "Kollegen" als Einkäufer aus der Industrie mal eine Lanze brechen:
kein Anderer liefert Dir nach Deinen Spezifikationen einen so gleichmäßig guten Standart wie der "Kollege"
Dies ist keine Preisfrage, sondern Kollege sichert Dir den Rohstoff zur Produktion gut ab.
Wenn der Vergleich gestattet ist, ist er der "Bayern München" der Sauenfleisch Anbieter, in einer kleinen überschaubaren Liga !
Dazu ist er immer noch äußerst aktiv auf dem Transfer Markt, denn er kauft in ganz Europa noch Sauenhälften in großen Mengen dazu !
Ich bin der Meinung, das in diesem Bereich der Sauenvermarktung, sein Ziel den Markt klar zu beherrschen, im Augenblick sehr gut für die Landwirte ist.
Nach meinem Kenntnisstand bekommt, ausser in Ungarn und Italien, kein Landwirt innerhalb der EU soviel Geld für Schlachtsauen wie in Deutschland !
Die Schmerzgrenze, was der "Kollege" aktuell für zugekaufte gute Sauenhälften (ohne Kopf, Backe, Vorder- u. Hinterpfote)zahlt, liegt meines Wissens nach bei < 1,25 € frei Haus geliefert.
schönes Wochenende
SD
Umrechnung / Verhältnis alter Sauenpreis zu neuer Sauenpreis ?
Die bisherigen Grafiken des "alten" Sauenpreises müssen der neuen Liefer- und Abrechnungsart angepasst werden. Zum Beispiel durch eine Erhöhung aller alten Preise um 12 Cent.
Ist dies korrekt oder hat jemand eine bessere / genauere Umrechnungsart ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#8]
Eigentlich ist das nicht korrekt.
Der abgebende Betrieb bekommt weiterhin seine Zuschläge, je nach Menge, und die Vorkosten (Transport, Erfassung, etc.) haben sich auch nicht verändert, d.h der Sauenlieferant bekommt seit Donnerstag 2.9.2010 für seine Tiere 12 cent mehr.
mfg
Also, ich staune jetzt mal.
Als Viehhändler und kann ich nur sagen, dass wir nur noch telefonieren und wir überhaupt noch gar nicht richtig wissen, wie wir jetzt rechnen sollen, wenn wir Sauen sammeln. Früher war ab Hof ein Preis für alle - egal ob wir ein paar Sauen von Höfen geholt haben, die nah beinander waren oder ob wir weit fahren mussten. Und wir haben mit den Abnehmern verhandelt. Das war fair und der Landwirt musste nicht mit uns feilschen - Die Meldepreise waren fix und ende. Und wenn ein Erzeuger jetzt keine Lust hat zu verhandeln oder das einfach nicht kann, dann bekommt er einen miesen Preis, weil der nun den Transport selber bezahlen muss. Früher war die Sau das Nebenprodukt, heute gehört sie zur Produktion in einem Ferkelbetrieb. Das wurde zusammen kalkuliert.
Das System funktionierte. Da hatten wir den Durchblick. Wir kannten den Meldepreis der Erzeugergemeinschaften ab Hof und dann die Veröffentlichungen der Auszahlungspreise nach der 1. DVO frei Schlachtstätte.
Ab dem 02.09.2010 melden die Erzeugergemeinschaften Preise incl. Kosten. Diese Kosten sind den Meldern nicht genau bekannt. Dies soll dann der Preis frei Schlachtstätte sein. Und bei diesem neuen Einheitspreis kannst du nun doch gar nicht mehr sehen, wieviel Euro jetzt für das Kilo Sauen und wie viel für Transport im Preis drinnen stecken. Und die Genossenschaften freuen sich. Die sind voll mit Verwaltern (die alle bezahlt werden wollen), die meinen, sie können mal eben so schätzen, was den der Transport von einer Sau kostet. Jetzt zahlt einer mehr Geld als früher fürs Kilo Sau und ich bekomme meine LKWs voll und für meine Arbeit faires Geld und das ist auch wieder nicht ok. Ich kann nur sagen, dass unsere Wagen nicht mehr zu jedem Landwirt rauskommen, wenn sich´s nicht rechnet.
Das beste ist doch, wenn die Landwirte einen fairen Preis bekommen und wir Händler uns frei aussuchen können, an wen wir die Sauen hinfahren, ich verstehe die Aufregung nicht. Und von wegen irgendwann gibts nur noch ein Unternehmen, das alle Sauen kauft, das glaubt doch keiner wirklich ernsthaft, wer das behauptet spinnt doch völlig. Und selbst wenn es teoretisch mal nur einen einzigen Käufer von Sauen geben sollte, dann wird der doch niemals so dumm sein und den Preis zu drücken - denn dann gibts ganz schnell keine mehr, denn wir verkaufen die dann ins Ausland und soweit ich weiß, das hat ja Schinkendieb auch geschrieben, gibt es Rezepte, wo man ohne Sau nun mal eben nicht kann.
@ [#9]
Der abgebende Betrieb bekommt weiterhin seine Zuschläge, je nach Menge, und die Vorkosten (Transport, Erfassung, etc.) haben sich auch nicht verändert, d.h der Sauenlieferant bekommt seit Donnerstag 2.9.2010 für seine Tiere 12 cent mehr.
Nicht dass ich mißtrauisch wäre, aber warum bekommen die Sauenverkäufer seit letzter Woche mehr als 10 % über den Preisen der Vorwoche bezahlt.
Da muss ein Denkfehler verborgen sein. Wer kann helfen ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#11]
Wie ich schon beschrieben habe, zahlt der "Kollege" in Rheda seit letzten Donnerstag auf den neuen Preis seine alten Zuschläge weiter.
Das ist reiner Verdrängungswettbewerb, wirklich leisten kann nur der sich das. An sich herrschen unveränderte Marktverhältnisse vor.
Also kein Denkfehler. Lediglich unseriöser Wettbewerb (in meinen Augen).
Oder vielleicht nennt man es einfach Marktbereinigung, oder Ende des Mittelstandes in der Sparte.
Oder warum sonst kann man auf einmal ca 18 - 20€ mehr pro Sau bezahlen?
Wie man hört, nehmen sich selbst die EZG's die, freiwillig gezahlten, extra Zuschläge gerne mit und sorgen so selbst für das vorprogrammierte Ende der V-Preis Empfehlung. Es sei denn man spielt das Spiel weiter mit, dann allerdings kosten die Sauen bald das, was die Schweine kosten, wohlgemerkt bei unveränderten Marktverhältnissen.
sapa
@ sapa [#12]
Am Donnerstag kommt die neue Sauennotierung.Wenn die Aufschläge in die Notierung einfliessen,dann wird der neue Preis sich um 1,25 bewegen müssen.das dauert keine 3 Wochen,und der Sauenpreis liegt über den Schweinepreis.
@ fisch12 [#13]
Das ist richtig, vorrausgesetzt die EZG's "melden" das, was sie wirklich bekommen.
@ sapa [#12]
Der beansprucht den Sauenmarkt für sich und will sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen! Das kostet erst mal Geld, das man sich wiederholt, sobald nur noch 2 Sauenschlachter übrig bleiben.
Wie sagt man so schön: "Wer den längeren Atem hat"
Gruß Bronto
@ Brontosaurus [#15]
Wer isr der 2.te?
@ fisch12 [#16]
Westfleisch
Gruß Bronto
Westfleisch hat seit nen paar Wochen min. 2500 Sauen die Woche weniger, aufgrund schlechter Zerlegeerlöse, etc.
Wer der 2., 3., 4.,... sein wird zeigt sich in den nächsten Wochen.
Fakt ist das die zwölf cent vom letzten Do. völlig an den Haaren herbeigezogen waren.
Diesen Fehler müssen sich die VZEG´s eingestehen und zurück zur alten Notierung.
@sapa, sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!! Das sind wahre Worte und keine Spekulation.
Es gibt EZGs, die weiterhin zu den "Kleinen" liefern und dabei auch Mindererlöse in Kauf nehmen! Die Taktik von CT ist sehr leicht zu durchschauen- viele EZGs haben großes Interesse daran, dass "ihr" Sauenschlachter vor Ort am Markt bleibt!
@ Spekulatius_Maximus [#19]
Das höre ich anders,
"Für uns waren die letzten Jahre auch hart genug, wir müssen auch wirtschaftlich denken, das Geld nehmen wir uns erst mal mit."
Mit Sicherheit gibt es da auch Ausnahmen, das will ich nicht abstreiten, allerdings werden jede Woche etwa 20.000 Sauen in Deutschland geschlachtet. Wie viele der Händler, EZG's, .... sehen denn nicht das schnelle Geld? Wieviele Tiere stehen dahinter? Bekommt der Landwirt überhaupt was mit von dem Geld? oder steckt sich der Zwischenhandel alles ein?
sapa
Die ganze Diskussion ist doch total an den Haaren herbeigezogen. Es zeigt sich ja, dass es jetzt plötzlich doch ganz viele Unternehmen sind, die das neue Spiel 'mitspielen', nur die EZGs haben keine Lust und maulen. Klar - freier Wettbewerb und Handel sind den Genossenschaftlern ja von eh her ein Dorn im Auge.
Hat sich schon mal jemand überlegt, wie viel Geld in der Verwaltung eingespart werden würde, wenn die ganzen Raiffeisen-Centralen auf die Hälfte runterfusionieren würde? Aber nein, bloß weiter den Landwirten das Geld aus der Tasche ziehen und sich selbst als die tollen aufspielen.
Das Problem bei der neuen Regelung hat hier noch keiner richtig angesprochen - bislang hat der Bauer für seine Sau pro Kilo einen festen Preis bekommen und der Händler hat dann draufgeschlagen bei der Weitergabe. Jetzt soll der Bauer seinen Kurs mit allen Lieferkosten bekommen und muss sich jetzt mit Händlern rumschlagen.
Wenn jetzt ein Landwirt nur wenige Sauen abzugeben hat und vielleicht noch ungünstig mit seinem Betrieb liegt, dann muss er eventuell so viel für die Fracht bezahlen oder hat Pech, das ihn keiner mehr anfahren will, wenn er das nicht bezahlt, so dass die Bauern deswegen irgendwann weniger Geld übrig haben. Der Großbetrieb nahe an der Autobahn hats dann besser als der kleine, und das regt mich viel mehr auf, das sind ja Existenzen.