Schweine: Schlachthof vor dem Aus ?
Mit der deutschen Schlachtindustrie geht es dem Ende zu. Wer hätte das so schnell gedacht. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Unternehmen die Segel streichen. Schade drum.
Es lebe die Polnische Schlachtindustrie, auf das sie demnächst alle Schweine aus dem Westen aufnehmen können.
Gruss
Schlachthof vor dem Aus?
Badische Zeitung, Staufen (21.07.09) - Der Schlachthof in Staufen steht vermutlich vor dem Aus. Die beiden Pächter, die Metzger Martin Wiggenhauser und Günter Vordisch, haben gegenüber der Stadt die Absicht erklärt, zum 31. Dezember zu kündigen.
Tritt nächstes Jahr eine neue EU-Verordnung in Kraft, genügt der 1913 erbaute Schlachthof nicht mehr den gesetzlichen Hygienevorschriften. Um die Zulassung zu bekommen, müsste einiges investiert werden. Die Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt hat das Gebäude Mitte Juni unter die Lupe genommen und dabei gravierende Mängel festgestellt. So ist zum Teil der Boden beschädigt. In die offenen Stellen dringt Blut und Fleischsaft in den Estrich ein. Türen und Fenster entsprechen nicht den lebensmittelrechtlichen Vorschriften, da sie nicht leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Hygienisch einwandfreie Umkleiden sind keine vorhanden. Die zuständige Veterinärin, Annemarie Rahner, spricht in ihrem Bericht auch von Algen- und Schimmelbildung aufgrund baulicher Mängel. Doch nicht nur innen ist der Schlachthof marode. Das Dach ist undicht, die Außenfassade schadhaft. Außerdem müsste die Heizung ersetzt werden.
Wiggenhauser und Vordisch haben 2000 den Schlachthof von der Stadt übernommen und anfangs rund 20 000 Euro für seine Instandhaltung ausgegeben. Aber die großen Investitionen, die zur Erlangung einer EU-Zulassung notwendig sind, wollen und können sie nicht stemmen. Dafür sind die Schlachtzahlen zu gering. Laut Landratsamt wurden 2008 durchschnittlich nur noch 32 Schweine und fünf Rinder pro Woche geschlachtet – das Haus ist nur zu 25 Prozent ausgelastet. Beide Metzger zahlen an die Stadt zwar nur eine symbolische Pacht von einem Euro pro Jahr. Doch die Betriebskosten müssen sie selbst tragen und diese sind immens: 55 000 Euro jährlich für Heizung, Warmwasser, Strom, Entsorgung der Tierabfälle. Das ist zu viel für zwei Metzger. Die ersten Jahre waren sie auch zu dritt, doch dann stieg der Staufener Metzger Jürgen Sickinger aus. Auch die BSE-Krise ließ den Betrieb immer unwirtschaftlicher werden. Märkte für Produkte brachen weg. Entsorgungskosten verdreifachten sich.
Das Landratsamt empfiehlt der Stadt, den Schlachthof zu schließen. Das Gebäude muss aber erhalten werden, weil es unter Denkmalschutz steht. In Frage kommt, das Gelände in der Bahnhofstraße als Sanierungsgebiet auszuweisen und auch die gegenüberliegende Fark’sche Werkstatt einzubeziehen. Der Gemeinderat beschloss eine Besichtigung des Schlachthofes.
(Quelle: http://www.badische-zeitung.de/staufen/schlachthof-vor-dem-aus--17337996.html)
@ ina [#1]
Meinten Sie den Schlachthof in Staufen ?
Mit 32 Schweinen pro Tag wohl nicht.
Lassen Sie doch mal die Sau raus !
@ Richard Ebert [#3]
Nein, den nicht. Nur wenn diese Situation die wir zur Zeit haben, noch Monate, oder sogar Jahre andauern sollte ( was manche vermuten), dann wird hier in West-Europa eine gravierende Schlachthofruienenlandschaft entstehen. Weil wir dieser einseitigen Rohstoffverknappung, nicht entsprechend Paroli bieten oder anders auffangen oder ausgleichen können. Das gibt massive Verzerrungen in der Schweinebeschaffung und den Märkten, mit noch nicht abzusehenden Folgen, erst für die Schlachtindustrie und dann für die Landwirtschaft. So schön das für die Mäster im Moment sein mag.
Gruss
@ ina [#4]
"Weil wir dieser einseitigen Rohstoffverknappung, nicht entsprechend Paroli bieten oder anders auffangen oder ausgleichen können."
Kopf hoch Ina, Ihr müsst auf der anderen Seite den Schuldigen suchen und endlich dort Kante zeigen.
Wenn Aldi euch alle auslistet wird dann bei den polnischen Fleischwaren dem Managment von Aldi die Augen aufgehen.
Bitte nicht immer die Schuld den Rohstofflieferanten geben.
Gruß Paul
@ Ina.
Ich habe ein gute und eine slechte Nachricht fur Sie.
Die gute Nachricht ist das das Schweine angebot in Europa von 60 milj Schweine (3e Quartal) nach 66 milj Schweine ( 4e Quartal) geht.
(Ab oktober wieder genug)
Die Slechte Nachricht fur Sie ist das in das 3e Quartal das angebot also nur 60 milj ist.
Das ist noch mal fast 2 milj Schweine weniger als in 2008 gleiche Periode. (ISN € 1,83)
Henry
@ paul [#5]
WO WO WO habe ich hier jemandem die Schuld gegeben ?
Es gibt hier keinen Schuldigen .
Ich habe nur auf eine ( hoffentlich nicht ) eintreffende mögliche Situation hingewiesen.
Du musst dich mal einfach von deinen elendigen Schuld und Nichtschuldgedanken verabschieden. Die behindern nur beim denken, und bringen dich nicht weiter, und kosten nur unnötige Energie.
Gruss
@ ina [#7]
Du schreibst von "einseitiger Rohstoffverknappung" und meinst doch sicher die Lebendtransporte nach Polen. Ich seh darin einen Vorwurf an die Rohstofflieferanten.
Ursache des Dilemmas ist doch, daß unsere Schlachthöfe den Halsabschneidern des LEH nicht gewachsen sind und auch nicht die Folgen der derzeitigen Entwicklung denen klarmachen können.
Gruß Paul
@ paul [#8]
D u schreibst von "einseitiger Rohstoffverknappung" und meinst doch sicher die Lebendtransporte nach Polen. Ich seh darin einen Vorwurf an die Rohstofflieferanten.
Ich nicht. Es geht um lebende Schweine, die einseitig das Lebendangebot verknappen, wo unsere Schlachtindustrie sehr darunter leiden könnte, mit noch einer weiteren immensen Struckturbereinigung.
Ursache des Dilemmas ist doch, daß unsere Schlachthöfe den Halsabschneidern des LEH nicht gewachsen sind und auch nicht die Folgen der derzeitigen Entwicklung denen klarmachen können.
Der LEH hat leider Ware genug.
Ausserdem ist es doch ok. wenn man dazu verschiedene Meinungen hat. Nur der Tag wird kommen, wo die Polen uns ihre Schweine ( Fleisch) auf den Hals schicken werden. Und ob das so gut ist, das weiss ich nicht.
Hat aber für mich mit Schuld nichts zu tun.
Gruss
Ist Polen also das Billigschlachtlohnland der Zukunft? Deutsche Schweine werden zu sehr gutem Geld in Polen geschlachtet und dann wird der LEH von Polen aus versorgt? ina, ich glaube nicht daran.
Schlachthofruinen? Wie den das? Die Top10-Betriebe planen doch munter weiter ihre Schlachtkapazitäten auszuweiten. Es gibt doch wirklich viele top-moderne Schlachthöfe, das hervorragende Know-How und natürlich auch die guten (deutschen) Mastschweine- da sehe ich die Wettbewerbsfähigkeit nicht in Gefahr.
Das wirksamste Mittel, die Lebendexporte einzudämmen, ist ein mindest ebenso guter Preis wie die Exporteure zu bieten.
Mit dieser Konkurrenz müssen sich die Roten nun auseinandersetzen. Ob es gefällt oder nicht- für uns Landwirte sind die Exporte ein Vermarktungsweg, der einige Risiken und Schwankungen beinhaltet, aber manchmal auch die Schlachtbetriebe daran erinnert, dass sie nicht (monopolartig) alleine sind.
Kommt mal wieder runter....
Erst heisst es"die paar Schweine...."
Dann heisst es" die haben garkein Geld..."
Jetzt heisst es "..der Abgesang der Deutschen Schlachtbranche....."
Mal was ernsteres zum Feierabend:
Siehe:http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,636439,00.html
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#11]
Das ist eben das größte Problem an der Finanzkrise: Das neue Geld ist scheinbar überall, aber nur nicht in meinem Geldbeutel.
Nachtigall ick hör dir trappsen
@ ina [#1]
Bei uns sagt man: Wer jammert dem kann man noch helfen !
Wer nicht mehr jammert um den steht es meist sehr schlecht !
Das auch die Schlachthofbetreiber mit dem enormen Kostendruck zu kämpfen haben ,da habe ich keinen Zweifel.
Und jetzt liegt es an EUCH mal ein bischen konzequent die Produkte zu vermarkten und nicht zu verramschen und dann den EK der Schweine zu drücken!!
Schöne Woche
Ab heute Nachmittag können wir endlich mit der Ernte beginnen!
MfG Saubauer
@ wollewatz [#13]
Nachtigall ick hör dir trappsen
Würden Sie mir freundlicherweise verraten, was Sie damit meinen ?
Lassen Sie mich nicht dumm ins Wochenende gehen !
@ Richard Ebert [#15]
Die Bemerkung bezog sich auf den Beitrag von Muehlenbach [#11], der wohl den Hintergrund der weiter oben beschriebenen Situation von Schlachtunternehmen sehr gut verstanden hat.
Hier wird eine Sau durch's Dorf getrieben um Unsicherheit zu verbreiten. Das könnte in dieser Jahreszeit gewisse Effekte haben, wenn ich meine Aufzeichnungen mal so anschaue.
Gruß,
wollewatz.
Schlachter vor dem Aus?
Topagrar.com (23.07.09) - In den Sommermonaten ist das Angebot an Schlachtschweinen üblicherweise verringert, aber momentan ist es ungewöhnlich knapp. Auch der Absatz läuft eher eingeschränkt.
Edelteile werden billig angeboten und sogar Nacken eingefroren.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=12508&Itemid=520
"Setzt sich die derzeitige Situation fort, wird zum Jahresende so mancher Schlachter das Handtuch werfen"
Statt das word Schlachter kann mann auch Schweineproduzent schreiben.
Henry
Landwirte sind "Kollateralschäden" ...
Vor Wochen hat Herr Ebert mal eine kleine "Aufheiterung" geschrieben; wo ein gewisser Schlachthausbetreiber die Preise senkt; weil er es den Landwirten mal zeigen will; weil die keine Rohware genug anliefern können.
Alle haben gelacht.
Nun ist es wirklich so.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach