Schweine: Schlachtzahlen 7 % über Vorjahr / Freitag 1,43 oder 1,45 ?
Kassamarkt: Fleischabsatz schleppend / Schlachtzahlen Nord-West-Raum um 45.000 über Vorjahr
Die Situation am Schlachtschweinemarkt hat sich kaum verändert. Das leicht unterdurchschnittliche Lebendangebot wird von den Schlachtbetrieben zügig aufgenommen.
Die Nachfrage nach Schweinefleisch bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück. So lange sich der Fleischabsatz nicht belebt, bleiben die Schlachtbetriebe preisbestimmend.
In der vergangenen Woche lagen die Schlachtungen im Nord-West-Raum bei 687.000 Stück und damit etwa 11.000 unter der Vorwoche. Das Vorjahresergebnis wurde um rund 45.000 übertroffen.
(Quelle: VR Agrarberatung)
Niedriges Angebot ? Seit 5 Wochen werden die Vorjahres Schlachtzahlen permanent überschritten, in dieser Woche um 7 Prozent !
Terminmarkt: Juli Schweine bei 1,45 Euro glatt gestellt
Heute wurden an der Eurex lediglich 9 Kontrakte Juli Schweine zu 1,45 Euro gehandelt, vermutlich Glattstellungen (Auflösungen) von Terminverträgen. Der Kurs entspricht exakt dem V-Preis vom Freitag vergangener Woche.
Der M 12 Index für Schweine schloss plus 0,17 Cent bei1,3915 Euro.
Ferkel blieben umsatzlos, Index plus 4 Cent auf 45,12 Euro.
Was spricht für fallende Schweinepreise ?
Hier im Forum werden immer wieder die Gründe aufgeführt, warum die Preise steigen werden, sollen oder müssen. Daraus lassen sich auch die gegenteiligen Argumente herleiten:
Zunächst einmal ist das Angebot keinesfalls knapp, in der vergangenen Woche wurden trotz der heissen Temperaturen rund 45.000 Schweine (7 Prozent) mehr geschlachtet als in der Vorjahreswoche. Dann bremsen hohe Temperaturen die Fleischnachfrage. Und die Nachfrage durch die Fussball Fans ist rückläufig. Schliesslich haben immer mehr Länder Ferienbeginn, übermorgen Nordrhein-Westfalen und es geht auf das Monatsende zu, da ist (angeblich) weniger Geld für Fleisch in der Haushaltskasse.
Am wahrscheinlichsten erscheinen für Freitag zwei Alternativen: Der V-Preis wird um 2 Cent auf 1,43 Euro, das Hauspreisniveau, zurückgenommen. Damit ersparen sich die EZG's die teuren Zuzahlungen, die bei Hauspreisen fällig werden. Oder aber die Nachfrage steigt wieder an und die Hauspreise werden um 2 Cent auf 1,45 Euro erhöht.
Was glauben Sie ?
"Zunächst einmal ist das Angebot keinesfalls knapp, in der vergangenen Woche wurden trotz der heissen Temperaturen rund 45.000 Schweine (7 Prozent) mehr geschlachtet als in der Vorjahreswoche."
Überschreiten die Schlachtzahlen nicht fast jede Woche die der Vorjahreswoche? Parallel dazu steigen doch auch die Schlachthaken sowie der Wunsch der Auslastung an den Schlachthöfen von Jahr zu Jahr.
"Schliesslich haben immer mehr Länder Ferienbeginn, übermorgen Nordrhein-Westfalen und es geht auf das Monatsende zu, da ist (angeblich) weniger Geld für Fleisch in der Haushaltskasse."
Sicherlich haben viele ihren Sommerurlaub schon im Frühjahr gebucht, aber ein vergleichbar zu den letzten Jahren sehr großer Teil wird auch seinen Urlaub im eigenen Land wählen, es ist ja zeitweise heißer hier als in der Türkei.
Aber das sollen alles keine Ausreden sein. Würde ein Preisniveau von 1,40€ der Roten Seite denn überhaupt helfen, wohl eher nur dem LEH. Nach dem Zeitpunkt neuer Preisrunden (Verhandlungen) brauche ich sicher hier nicht Fragen. Wie viele andere Sachen auch ... alles Top secret!
MfG
@ PorkyPig [#2]
Ich habe nur die Argumente für steigende Preise "umgedreht".
Überschreiten die Schlachtzahlen nicht fast jede Woche die der Vorjahreswoche? Parallel dazu steigen doch auch die Schlachthaken sowie der Wunsch der Auslastung an den Schlachthöfen von Jahr zu Jahr.
Das war nicht die Frage, sondern die immer wieder erwähnte Knappheit wegen der hohen Temperaturen. Wenn Schweine so knapp sind, warum liegen die Stückzahlen dann Woche für Woche über denen des Vorjahres ohne extreme Hitze und besserem Wachstum ?
Sicherlich haben viele ihren Sommerurlaub schon im Frühjahr gebucht, aber ein vergleichbar zu den letzten Jahren sehr großer Teil wird auch seinen Urlaub im eigenen Land wählen, es ist ja zeitweise heißer hier als in der Türkei.
Auch hier wieder: In jedem Jahr wird das Ende der Sommerferien zur Begründung der steigenden Nachfrage genannt. Niemand erwähnt, dass der Beginn der Sommerferien zu einer niedrigen Nachfrage führt.
Ein Argument für steigende Preise in den letzten Wochen war der schwache Eurokurs, damit die Exporte kräftig steigen würden. Aktuell steht der Euro aber auf den höchsten (!) Wert der letzten zwei Monate, was nach der umgekehrten Sichtweise niedrigere Exportaussichten bedeutet. Darüber schreibt aber wieder niemand.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
"Das war nicht die Frage, sondern die immer wieder erwähnte Knappheit wegen der hohen Temperaturen. Wenn Schweine so knapp sind, warum liegen die Stückzahlen dann Woche für Woche über denen des Vorjahres ohne extreme Hitze und besserem Wachstum ?"
Wie gesagt, das wird wohl daran liegen, dass die Schweinemast sowie die Kapazitäten auf den Schlachthöfen von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut werden. Deswegen ist das mit den Steigerungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum für mich nicht verwunderlich sondern eher logisch.
MfG
Zur Knappheit ist folgendes zu sagen:
Wir können je Woche locker 1,15 Mill. Schweine schlachten.
Wieviel Prozent Auslastung sind dann 900000 die Woche?
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
In der Marktwirtschaft bedeutet Knappheit, dass die Preise steigen (siehe aktuell Kartoffeln, Raps).
Wenn Preise fallen, bedeutet das in der Marktwirtschaft ein zu hohes Angebot.
Wie ist das beim Schweinepreis ? Knappheit bei fallenden Preisen ?
Dann kann es nur sein, dass marktwirtschaftliche Gesetze beim Schweinepreis ausser Kraft gesetzt sind.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#3]
Genau richtig argumentiert!
@ PorkyPig [#4]
Natürlich wollen die Schlachthöfe ihre Kapazitäten auslasten!
Immer mehr mit immer kleinerer Spanne aber auf der anderen Seite muss der Bedarf auch da sein und den haben wir bei diesen Temperaturen und den von Herrn Ebert angeführten Argumenten z.Z. nicht!
Fazit: Wir wollen wohl alles haben, aber nur, wenn der Preis passt! Das nennt man Marktmacht und genau diese spielen uns LEH, Discounter usw. genauso vor!
Gruß Bronto
Hatten wir das alles nicht schon tausendmal, Herr Ebert ?
Es gibt bei Schweinen kein Angebot und Nachfrage.
Es gibt ausschliesslich Nachfrage; mal mehr mal weniger.
Und momentan haben unsere Abnehmer viel Luft am Haken.
Den Rest der Geschichte kennen wir ja.
Wenn alle Ölmühlen pleite sind, und es nur eine gibt, die die Menge für die Gesetzliche Beimischungsquote mischt, dann kann der Raps noch so knapp sein wie er will, es gibt dann nur einen Nachfrager.
Allerdings muss man sagen, akzeptieren die Verbraucher bei den Spritpreisen mittlerweile die Schwankungen (wo sind eigentlich die ganzen Beschwerden der Autofraktion bzgl. der Benzinpreissteigerungen zu Ferienbeginn? Ganz einfach, die Multis haben den Preis erst gar nicht gesenkt, obwohl das Öl billig ist, so kann erst keine Diskussion aufkommen bzgl. der Ferienwucher, clever gemacht), wenn der Milchpreis um 1 ct angehoben wird, dann steht das gross auf Seite 1 der Bild.
Und unser DBV-Präsi hat ja gestern schon in o.g. Zeitung vor drastischen Preissteigerungen aufgrund der Ernte bei Lebensmitteln gewarnt, also kommt morgen die Linke und fordert Essenszuschüsse für Geringverdiener ...
Ich lach mich schlapp.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#5]
Sind die VION-Betriebe, die zur Zeit still stehen, mitberücksichtigt worden? Dann könnte sich die Auslastung relativieren...
Könnte es sein, dass urlaubszeitbedingt eine Vollauslastung zur Zeit schwierig ist?
Warum stehen die denn still? (ist übrigens nicht das erste Jahr ...)
Weil die Osteuropäischen Mitarbeiter auch Urlaub brauchen?
Das ist eine rein kalkulatorische Geschichte zwischen Auslastung, Angebot und Nachfrage.
Welche Werke stehen denn still?
Anhand dessen kann man sich den Teil schon denken.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#8]
Hatten wir das alles nicht schon tausendmal; Herr Ebert?
Ja, hatten wir, wenn auch nicht tausendmal. Nur lese ich täglich die Argumente der Mäster, warum die Preise steigen müssen.
Ich war halt mal so frech und habe "andersrum" die gleichen Argumente verwendet.
Ein weiteres Beispiel: Wenn die Internet Schweinebörse um 4 Cent steigt, führen das die Mäster als Grund für einen steigenden V-Preis an. Gleichgültig, um wie wenig Schweine es sich handelt.
Diese Woche meldet die Internet Schweinebörse minus 4 Cent und niemand berücksichtigt dies hier im Forum.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Diese Woche meldet die Internet Schweinebörse minus 4 Cent und niemand berücksichtigt dies hier im Forum.
In meinen Augen ist das die verspätete Reaktion auf den aktuellen Preis. Da hätte die Internet Schweinebörse eigentlich schon letzte Woche stehen müssen.
In der Regel liegt der V-Preis ca. 3 Cent unterhalb der Schweinebörse, also passt es jetzt wieder.
MfG
@ Richard Ebert
Es wird jedoch häufig genug argumentiert, die Börse hätte keine Aussagekraft, da lediglich eine geringe Zahl an Schweinen darüber vermarktet werden. Also jedem wie es ihm gerade passt.
(; pigtrader