Schweine: Schlechte Prognosen für die Schweinepreise
Weltmarkt drückt: Schlechte Prognosen für Schweinepreise
Agrarheute.com / dlz /08.10.09) - Bei der gestigen Auktion der Internet Schweinebörse gingen die Preise deutlich zurück. So wurden insgesamt 545 angebotene Schweinen zu einem Durchschnittspreis von 1,38 Euro pro Kilo Schlachtgewicht gehandelt. Das waren sieben Cent/kg weniger als in der Vorwoche. Allerdings waren die Preise in der letzten Woche bei der Versteigerung stabil, während der Nordwestpreis drei Cent fiel.
Dennoch sind die Vorzeichen für die Schweinepreise derzeit nicht gut. Denn die Schlachtunternehmen sitzen momentan am längeren Hebel und aufgrund des starken Euros läuft der Export schlecht.
Dabei wird die EU‐Schweineproduktion 2009 deutlich kleiner als imVorjahr ausfallen, meldet die AMI. Der Prognoseausschuss der EU‐Kommission rechnet mit einem Erzeugungsrückgang von mehr als zwei Prozent oder sechs Millionen Schweinen. Allerdings hat sich der Rückgang des EU‐Schweinebestandes nach den jüngsten Viehzählungsergebnissen deutlich verlangsamt. Ab 2010 ist wieder mit einem leicht steigenden Angebot zu rechnen.
Für eine etwas höhere EU‐Schweineproduktion im nächsten Jahr spricht insbesondere, dass die Bestände großer Produzenten wie Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Dänemark wieder leicht zunehmen.
Preise: Schlechter als 2008
Der durchschnittliche EU‐Erzeugerpreis für Schlachtschweine dürfte 2009 in der Handelsklasse E etwas mehr als 1,43 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kalt) erreichen. Das entspräche einem Rückgang von gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings nur, wenn der Schweinepreis im vierten Quartal 2009 nicht deutlich einbricht und sich im EU-Schnitt auf einem Niveau von 1,40 Euro je Kilogramm halten kann, meinen die AMI-Experten. Im dritten Quartal hatte er noch bei 1,54 Euro je Kilogramm gelegen. Für das erste Quartal 2010 ergibt sich im Mittel der Preisprognosen ein EU-Durchschnittspreis von 1,35 Euro je Kilogramm und somit ein identisches Preisniveau wie im ersten Quartal 2009.
Für das zweite Quartal wird ein Preis von 1,42 Euro je Kilogramm geschätzt, welcher das Vorjahresniveau nur geringfügig um vier Cent unterschreiten würde. Ein etwas stärkerer Preisrückgang als im EU‐Durchschnitt ist in Deutschland, Frankreich und Polen zu erwarten, während in Dänemark, Spanien und Italien sogar mit leichten Preiszuwächsen gegenüber dem Vorjahr zu rechnen ist.
Weltmarkt: niedrige Preise und Dollarkurs drücken
Insgesamt werden die EU‐Preise in den nächsten Monaten wenig Spielraum nach oben haben. Zu deutlich ist am Weltmarkt im Moment der Abstand zu den niedrigen Preisen in den USA, Kanada und Brasilien, die mit dem schwachen Dollarkurs im Rücken den europäischen Wettbewerbern das Leben schwer machen. Als positive Faktoren sind hingegen die nur sehr verhalten steigende EU‐Produktion, die anhaltend niedrigen Futterkosten und die mögliche Erholung der weltweiten Konjunktur zu werten.
Kassamarkt: Schwacher Fleischverkauf
Die angebotenen Schlachtschweine sind weiter sehr umfangreich. Obwohl die Schlachtbetriebe große Mengen aufnehmen, gestaltet sich die vollständige Vermarktung zum Wochenende schwieriger.
Die Erlössituation im Fleischverkauf ist weiterhin unbefriedigend, wobei insbesondere der Absatz von Schinken und Kotelett stockt.
In Frankreich gaben die Schweinepreis um 3 Cent nach.
(Quelle: VR Agrarberatung)
Terminmarkt: Oktober 4 Cent unter V-Preis
Am Terminmarkt für Schweine wurde in beide Richtungen gehandelt. Die gestern um 4,9 Cent auf 1,211 Euro gefallenen Dezember Schweine erholten sich um 3,9 Cent auf 1,25 Euro, der Kassamonat Oktober gab jedoch nochmals nach und handelte mit zuletzt 1,35 Euro um 4 Cent unter dem V-Preis der letzten Woche (siehe Grafik).
Der M 12 Index für Schweine erholte sich vom gestrigen Jahrestief um 0,18 Cent auf 1,3208 Euro.
Ferkel: Ungehandelt auf Vortagsbasis taxiert, Oktober plus 50 Cent auf 34 Euro, M 12 Index plus 4 Cent auf 39,75 Euro.
Aussichten für morgen: Minus 4 Cent auf 1,35 Euro
Der bisher in Richtung Osteuropa florierende Export hat nach verschiedenen Quellen deutlich abgeonommen, so dass die für den Export vorgesehenen Partien auf den einheimischen Markt drücken. Daher muss mit einem deutlichen Rückgang des V-Preises um 4 Cent oder mehr gerechnet werden.
Oktober Schweine der letzten Jahr im Vergleich / rot: Jahres Durchschnitt / grün: 10 Jahres Durchschntt