paul
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12 Jahre 9 Monate

Schweine: Signal für steigende Preise ?

Wenn man die neuesten Meldungen, weltweit, über zukünftige Schweineproduktion liest, dann müssten vor allem unsere Schlachtunternehmen ins Grübeln kommen.

Massiv gibt es weltweit eine Produktionsverringerung. Die Gründe liegen immer in den nicht mehr zu bezahlenden Futterkosten und in den gestiegenen Energiekosten.

Smithfield verringert den Sauenbestand um 50 000 Tiere,

Großbritannien meldet eine fast Halbierung des Sauenbestandes, wöchentlich werden 3500 Sauen mehr geschlachtet als im Vorjahreszeitraum.

China hat riesige Probleme und greift auf eiserne Vorräte zurück.

Die Auswirkungen werden erst richtig spürbar, wenn das letzte Mastschwein aus der Überproduktion des Vorjahres geschlachtet ist.

Und wir in Mitteleuropa?

Auch hier werden mittlerweile Sauenbestände massiv abgebaut, mehrere mir bekannte Mastställe stehen leer, der Schweinezyklus greift.

Die Schlachtindustrie müsste mittlerweile eigentlich begriffen haben, daß sie die Hebel in der Hand hält. Schon bald gibt es die Chance über den Export die weltweit entstehenden Versorgungslücken zu stopfen; aber womit?

Wenn auch hier die Produktion durch engstirnige Preispolitik von Seiten der Schlachtindustrie und des LEH kaputt gemacht ist, stehen die Schlachtbänder in Zukunft die halbe Zeit still und die Exporteure können die Nachfrage nicht bedienen.

Wenn die Macher der "roten Seite" klug wären, würden sie alles daran setzen, daß über einen bewusst gesteuerten stark ansteigenden Preis den Mästern und Ferkelerzeugern ein Signal zum Weitermachen gegeben würde.

Bei Produktionskosten von 170 € reichen Preissteigerungen von 2 Cent/Woche dafür nicht aus. Die Entscheidungen in den landw. Betrieben fallen jetzt, nicht im Juni.

"Ina" (rote Seite) schrieb hier im Forum vor 2 Wochen von einem "Experiment" daß nicht durch große Sprüche zerredet werden soll.

Wenn das "Experiment geregelter Preisanstieg" gelingen soll, dann müssen wir schnellsten in Europa auf kostendeckende Preise kommen. 2 Cent sind kein Signal, 20 Cent wären ein erster ordentlicher Schritt.

Nur so lässt sich die Auslastung der Schlachtbänder auch in Zukunft sichern.

Der Verbraucher wird sich an mäßige Preissteigerungen gewöhnen. Sollten aber im Herbst, auf Grund knapper Ware riesige Preissprünge anstehen, wird auch der Verbraucher auf andere Waren umsteigen. Die rote Seite hat die Produktionsmenge und das Verbraucherverhalten durch kluge Preispolitik in der Hand.

Gruß Paul

Geschrieben von paul am
PorkyPig
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12 Jahre 9 Monate

Die nächsten Monate sind so ungewiss, dass ich die Preise an der Börse für Schweine als unterbewertet sehe.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich mit einem Absichern der Preise, wie sie z.Z. an der Börse stehen, besser fahre als über den regulären V-Preis.

Hat jemand für dieses Jahr von den Forumskollegen schon Partien abgesichert? Wie denkt Ihr?

MfG

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Paul; keine Panik; das Experiment hat geglückt.
Zweimal die für unsere Verhältnisse Notierung ordentlich rauf; und schon kann man keine Ferkel mehr zu vernünftigen Kursen bekommen.
Und das hört man von allen Seiten.
Preise gefällig:
Notierungen min plus 10 Euro zzgl. Aufgewicht und MwSt.
Macht bei 30 kg LG rund 60 Euro frei Stall.
Jeder Mäster ( zumindest hier in Süd-Oldenburg) hat Angst; etwas zu verpassen; da werden dann auch mal schnell 250 Tiere in ein 220er Abteil eingestallt; weil die Tierchen ja noch billig sind und wer weiss; vielleicht 3 Euro im August....

In dem Sinne
schönes Wochenende
MFG
Mühlenbach

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#3]

Meine Überlegungen (oben) zielten eigentlich in eine andere Richtung.
Das Deine Oldenburger Nachbarn schon bei wenigen Cent nervös zucken wissen wir ja aus Deinen Berichten ausführlich.
Ich hab gehofft,das Ina oder Caesar Stellung nehmen würden.

Das hat sich nach Deinem Schnellschuss erübrigt.

Gruß Paul

OS
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Paul

Einen Weg zur Rohstoffsicherung betreibt z.B. VION in dem Sie den Mästern die Mastferkel für 5 (in Worten fünf) Monate zu 7,5 % Zinsen vorfinanzieren. Besser und günstiger kann man den Rohstoff doch nicht binden. 7,5% Zinsen bedeuten für Vion, die ja eine volle Kriegskasse haben sollen, fast das doppelte gegenüber den Bankzinsen. Das gleiche gilt andersherum für den Landwirt, der für sein Futter über den Landhändler finanziert, auch mal das doppelte an Zinsen zahlen kann). Fazit: Die Kriegskasse von Vion wird größer und Vion hat seinen Rohstoff, der Bauer blutet aus und verliert seine Selbständigkeit!

Gruß OS

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