Richard Ebert
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12 Jahre 6 Monate

Schweine: So können Mäster auf eine Maskenumstellung reagieren

Maskenumstellung: So können Mäster reagieren - Zwei weitere Schlachthöfe haben auf die AutoFOM-Klassifizierung umgestellt.

Topagrar.com (13.10.10) - An etlichen nordwestdeutschen Schlachthöfen findet derzeit eine Umstellung der Masken statt. Christa Niemann vom Deutschen Bauernverband berichtet in der aktuellen Ausgabe des Landwirtschaftlichen Wochenblattes Westfalen-Lippe, wie Mäster auf diese Änderungen reagieren sollten.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=view&id=21277&Itemid=520)

Geschrieben von Richard Ebert am
Saubauer
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12 Jahre 6 Monate

Das sind doch alles Schikane!

Der Mäster der Zukunft verkauft zum Festpreis (alle anderen gehen vor die Hunde und steigen aus !) Achtung Ironie !

Den Süddeutschen werden auch noch 3,80 Eur Vor- und 3-4 Eur Transportkosten abgezogen !

Schönes WE

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#1]

Ich möchte kein Prophet sein, glaube aber an folgende zukünftige Entwicklung:

Lasst sie nur an den Masken herumschnippeln die Rechnung folgt auf dem Fuße

Die Investitionen und die Ausdehnung der Schweinehaltung wird spürbar nachlassen.

Für die Landwirte gibt es lukrativere Alternativen (neue Energie).
Es macht auf Dauer einfach keinen Sinn 20.- € teures Getreide über den Saumagen zu jagen um damit vielleicht gerade 10 - 15 € DB pro Sau zu erwirtschaften, die ich komplett für den Kapitaldienst ausgeben muss.

Weil die Zyklen länger sind aufgrund von langfristig gebundenem Kapital in Form von Ställen, geht dies alles nicht von heut auf morgen wie z.B. bei der Braugerste.

Im Februar diesen Jahres machten die Mälzer den Bauern noch Angebote für 12.- €/ dt weil sie ja noch bis zum Jahreswechsel 2010/2011 komfortabel mit Ware eingedeckt seien.
Die dummen Bauern haben gar nicht so dumm reagiert und die Flächen mit Nawaros bestellt und welch Jammer es gibt viel zu wenig Braugerste so dass auf einmal minderwertige Wintergerste zum Bierbrauen genommen werden kann. Nun wird versucht mit 3-Jahresverträgen die Bauern von dem Biogasmaisanbau wieder wegzubekommen. Aber das wird schwierig werden.

Bei den Weihnachtsbäumen ein ähnliches Spiel: 2004 verkauften die Supermärkte in Deutschland eine 2,5 m Nordmanntanne für 9,99 € pro Stck. Daraufhin schränkten die Dänen die Produktion massiv ein mit der Folge das seither der Preis jedes Jahr um 2.- € steigt.
Die großen Supermärkte müssen ob sie wollen oder nicht 100 % und mehr als damals bezahlen sonst gibt es keine Ware.

Der Geschäftsführer einer großen EZG meinte kürzlich wenn er am Tisch sitzt mit investitionswilligen Bauern, zieht er mit seinen Schweineställen regelmässig den kürzeren gegenüber Biogasvertretern.

Ein eindeutiges Indiz ist doch auch dass die Schweinebauern auf dem Grundstücksmarkt gegenüber ihren Gaskollegen regelmässig leer ausgehen weil sie diese Pacht- und Grundstückspreise nicht mehr bezahlen können.

Ich wiederhole mich vielleicht, aber ich werde in diesen Betriebszweig derzeit nicht ivestieren.

Mfg
BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Das glaubst du aber auch nur ganz alleine; Bauer Bernie.
Im Schnitt werden hier im Landkreis je Arbeitstag 1000 neue Mastplätze genehmigt.
Die Bauunternehmen; die massenhaft Ställe bauen; die sind ausgebucht.
Alle haben hier Angst; das man im Falle einer Veränderungssperre (oder Bauleitplanung) der örtlichen Kommunen; wie hier in der Gemeinde Garrel oder Friesoythe geschehen; nicht mehr zum Zuge kommen werden wird; auch nicht mit Abluftwäscher oder sonstwas.
Also "stand still".
Und deshalb noch schnell mal 2000; 4000 oder 6000 Plätze genehmigen; der jun. ist ja in drei Jahren fertig mit der Schule.
Wovon soll denn der leben?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#4]

Wovon soll der jun. denn leben?

In etwas zu investieren um Pflöcke einzurammen nur aus Angst einer Veränderungssperre ??

Seid ihr da oben noch normal ??
Seid ihr da oben so auf Schweine eingefahren, dass Ihr gar nichts anderes könnt?
Schaut ihr weder links noch rechts auf das was sonst noch möglich wäre ?
Dann nächstes Ostern wieder hier schreiben, daß die normalen Tage nicht ausreichen zum Gülle fahren, daß ihr am Ostersonntag Scheißbrühe ausbringen müsst.
Ihr wundert Euch dann, dass die Bevölkerung auf die Barrikaden geht Angesichts solch eines Wahnsinns.
Von den Faulenzern reden die es sich leisten können mit ihrer Familie etwas zu unternehemen weil man selber neidisch in seiner Tretmühle rotiert und nicht mehr rauskommt.

Die jun.´s bedauern weil sie für ihren Malochenladen keine Frau finden die das mitmacht.

Macht ruhig weiter so.

Ein befreundeter Aufzüchter z. B. ist an einer großen Biogasanlage beteiligt und hat auf seine Betriebsgebäude 200 kw PV installiert.
Trotz seiner hervorragenden betrieblichen Leistungen hat er auf diese Arbeit unter den gegenwärtigen Bedingungen keinen Bock mehr.
Es kommt ungearbeitet auf dem Dach mehr raus als unter dem Dach mit den stinkenden Schweinen.

Er verkauft sein Getreide teuer und basta. Zusätzlich hat er noch mehr freie Zeit um sein Hirnschmalz einzusetzen welche rentablen Investitionen er als nächstes tätigen kann.

schönen Sonntag

BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Tja; Bauer Bernie; du stehst mit deiner Meinung nicht alleine da.
Tretmühle; das ist ein gutes Wort.
Das dumme ist; dass alle mitspielen wollen und am grossen Rad drehen wollen; Stillstand ist Rückschritt; ganz besonders in Süd-Oldenburg.
Wenn da nicht jährlich die Mischmaschine läuft auf dem Hof; dann wird das Land schon unter den Nachbarn "aufgeteilt".
Aber das ist nicht nur auf dem Schweinemarkt so; hier haben alle; ich wiederhole alle auf jedem Erdenklichen m2 Solarplatten auf dem Dach; auch wenn das Dach nicht gen Süden ist.
Das gehört sich einfach so in Süd-Oldenburg.
Dann muss da noch eine Biogasanlage her; möglichst gross; möglichst schnell.
Oder noch 1000mtr Hähnchen; oder Puten ( nun gut; da ist es ziemlich ruhig geworden; kein Wunder bei den Bauleitplanungen).
Dann der Wahnsinn um die Pachten; 1200 Euro; 1400 Euro.
Und jede Woche stehen dutzende von zu genehmigten Ställen; grosse Landflächen zu verpachten in der Zeitung.
Sowas gab es bis vor drei Jahren nicht; da wurde zumeist am nachbarn verpachtet; ganz selten in der Zeitung.
Heute pachten die Biogasanlagen bis 30/40 km; fahren den Mais mit LKW ab.

Hier gehört es einfach zum guten Ton; zu arbeiten; bis der Totengräber kommt.
In was soll man denn "Investieren"; wenn man nicht mehr Ställe bauen dürfte; man eine BGA hat; tausende von m2 Solarpanele?

Ach ja; mit Ostern; das läuft im nächsten Jahr sowas von bescheiden; weil in der Hauptmaissaison.
Ich wette jetzt schon; dass die Landwirte als auch Lohnuternehmer keinen freien Ostertag haben werden; ausgenommen den Gottesdienst.
Denn just in der Woche wollen 60% der Flächen bestellt werden.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

heki24
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Eine kleine Anmerkung aus Hohenlohe dazu:

Unsere "Überflieger" im Dorf säen ihre Wintergerste um den 10.9. und den Weizen bis zum 20.9. damit beides bis zur Muswiese 10.-14.10 stramm dasteht.

Da sind die "normalen" Kollegen dann lahme Enten.

Das Dumme ist nur, daß die WG besonders am Vorgewende jetzt schon gelb wird- aber das macht nichts- Hauptsache es ist zu Boden gearbeitet und man kann den anderen zeigen wie leistungsfähig man ist, UND daß man ja mit links noch mehr Fläche bewirtschaften kann.

mfg heki 24

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ alle

Mann hier wird ja heut mal richtig Klartext geredet.

Bauer Berni Du siehst das genau richtig, und das schlimme daran ist wirklich das sehr viele Junglandwirte keine Freundin oder Frau haben, die malochen dann bis Sie 40 sind und dann fangen die an nach dem Sinn Ihres Lebens nachzudenken und dann passiert auf irgendeine Art und Weise was, kenn schon genug die Verpachten weils 1200 - 1500 € gibt, den Stall noch dazu und fangen an zu leben und denken wir blöd Sie vorher eigentlich waren und freuen sich einen "Dummen" gefunden zu
haben der Ihnen das Geld gibt. Gutes Einkommen ohne Risiko und ruhiges Ostern.

mfg

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#3]

""S eid ihr da oben noch normal ??
Seid ihr da oben so auf Schweine eingefahren, dass Ihr gar nichts anderes könnt?
Schaut ihr weder links noch rechts auf das was sonst noch möglich wäre ?
Dann nächstes Ostern wieder hier schreiben, daß die normalen Tage nicht ausreichen zum Gülle fahren, daß ihr am Ostersonntag Scheißbrühe ausbringen müsst.
Ihr wundert Euch dann, dass die Bevölkerung auf die Barrikaden geht Angesichts solch eines Wahnsinns.
Von den Faulenzern reden die es sich leisten können mit ihrer Familie etwas zu unternehemen weil man selber neidisch in seiner Tretmühle rotiert und nicht mehr rauskommt.""

Du hast mit deinen Sätzen exakt das getroffen was auf viele, auch in Westfalen zutrifft.

Sie sind mittlerweile so schmalspurig im Denken, investieren in Massenware, machen sich selbst und anderen die Preise kaputt, freuen sich wenn wieder einer rausgekegelt ist, schimpfen auf das Unverständnis der Mitmenschen und merken nicht einmal das sie selbst sich isolieren, daß es rundherum eine Welt gibt die aus mehr besteht als bäuerlicher Wettbewerb.

Wo liegt die Ursache für solche Eitelkeit ?

Ich denke, daß in vielen Fällen der einzelne Landwirt schon in seiner Kindheit in diese Zwänge hinein erzogen wird. Wer als Kind den Wettbewerb mit den Nachbarn, den Stolz der Eltern auf ihr landw. Reich, das Fahren mit dem eigenen großen Schlepper, das angebliche freie Leben als Landwirt vorgegaukelt bekommt ist für seine Zukunft vorbelastet.

Wenn dann auch noch Investitionen durch viel Fremdkapital für die Zukunft dieser Kinder getätigt werden, dann hat dieses Kind gar keinen Entscheidungsfreiraum, und die nächste Generation ist in die Zwänge eingebunden.
So hab ich als Prüfer bei den Landw. Gehilfenprüfungen viele junge Menschen erlebt.

Wer nie seine Möglichkeiten woanders testen konnte bleibt im schmalspurigen engen Denken der Generationen - Landwirtschaft und glaubt dann irgendwann, daß die nächste Großinvestition ihn von anderen abhebt (oder der Jagdschein).

Das Ganze scheint mir in Südoldenburg besonders ausgeprägt.

Gruß Paul

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