Schweine: Sommerliches Wetter beflügelt den Preisanstieg
Kassamarkt: Sommerliches Wetter beflügelt den Preisanstieg
Auch wenn das Schlachtschweine Angebot nicht gerade knapp ausfällt, lassen sich die angebotenen Partien an schlachtreifen Schweinen zügig an die Schlachtbetriebe vermarkten.
Auch der gestrige Feiertag in vielen Bundesländern hatte keine negativen Auswirkungen auf den Markt. Einige Schlachtbetriebe haben gestern sogar den Feiertag zu einer mehr oder weniger normalen Schlachtung genutzt.
Das lang ersehnte sommerliche Wetter und das lange Wochenende beflügeln die Grillaktivitäten und somit auch den Fleischabsatz im Inland. Daher setzt sich der Preisanstieg auch in der neuen Schlachtwoche weiter fort.
(Quelle: ISW, Damme)
Terminmarkt: Per Saldo fast keine Kursänderungen
Am Terminmarkt in Frankfurt wurden heute 16 Schweine Futures gehandelt. Der M 12 Index verbesserte sich nur wenig um 0,06 Cent auf 1,4292 Euro. Während Juni Schweine um 1,5 Cent auf 1,525 Euro anzogen, gab es bei September Schweinen einen Kursrückgang um 1,5 Cent auf 1,50 Euro.
Ferkel wurden nicht gehandelt, Index plus 3 Cent auf 45,78 Euro.
Wie könnte es weiter gehen ?
Der Euro notiert aktuelle bei 1,1980 Dollar, war für niedrigere Preise europäischer Schweine im Nicht-Euro-Raum sorgt, sprich einen besseren Absatz von Schweinen. Dies und das sonnige Wetter könnten für weitere Preissteigerungen sorgen.
Belastend könnten die von der Roten Seite gemeldeten unbefriedigenden Spannen auf den nächsten Preis wirken, insbesondere das bereits von Mengenreduzierungen und Abbestellungen für die kommende Woche die Rede ist.
Termin-Schweine viel zu niedrig notiert
Geht es nach dem historischen Preisvergleichen aus den letzten 10 Jahren, werden Schweine der Monate ab November dieses Jahres am Terminmarkt viel zu niedrig angeboten, wie nachstehende Grafik zeigt.
Besonders November und Februar Schweine sehen derzeit wie ein "Schnäppchen" aus. Die Rote Seite sollte Käufe am Terminmarkt versuchen während sich Sicherungsgeschäfte der Mäster verbieten.
" Der Euro notiert aktuelle bei 1,1980 Dollar, war für niedrigere Preise europäischer Schweine im Nicht-Euro-Raum sorgt, sprich einen besseren Absatz von Schweinen. Dies und das sonnige Wetter könnten für weitere Preissteigerungen sorgen.
Belastend könnten die von der Roten Seite gemeldeten unbefriedigenden Spannen auf den nächsten Preis wirken, insbesondere das bereits von Mengenreduzierungen und Abbestellungen für die kommende Woche die Rede ist."
Ist das nicht irgendwo ein Widerspruch?
Der niedrige Euro beflügelt den Export von Schweinefleisch sowie das sonnige Wetter den Inlandsmarkt. Wie kann die Rote Seite da von einer unbefriedigende Spanne sprechen, wenn diese überwiegend Kurzzeitverträge abschließt und somit relativ schnell reagieren kann?
Wenn dem anders sei, dann selber Schuld - Preisforderungen gegenüber dem LEH können in dieser Zeit ruhig erwünscht werden - nein müssen sogar!
MfG
@ PorkyPig [#2]
Ist das nicht irgendwo ein Widerspruch?
Sehe ich nicht, der Euro betrifft den Export sowie die Konkurrenzsituation in weit entfernte Nicht-Euro-Länder. Ich gehe davon aus, dass Verträge mit weit entfernten Ländern zum Teil Laufzeiten von mehreren Monaten haben, so jedenfalls die mir telefonisch und glaubhaft gegebenen Auskünfte.
Wie kann die Rote Seite da von einer unbefriedigende Spanne sprechen, wenn diese überwiegend Kurzzeitverträge abschließt und somit relativ schnell reagieren kann ?
Ich habe glaubhafte Marktinformationen zitiert, nach denen sich die Preiserhöhung am Freitag kaum oder gar nicht hat durchsetzen lassen.
Vielleicht können sich noch einige Praktiker dazu äußern.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Vergleich Juni Schweine der letzten Jahre
Im Verarbeitungsbereich läuft fast alles in mehr oder weniger langfristigen Kontrakten; im Frischfleischbereich dagegen relativ Zeitnah.
Im Export ist dies nicht viel anders.
In Zeiten; in denen das Angebot zur Nachfrage passt; lässt sich damit sogar sehr gut leben; v.a. wenn das Angebot die (Kontrakt-) Nachfrage nur um 0,000001% übersteigt; weil dann "Käufermarkt" ist; verstärkt durch die hohe einseitige Konzentration.
´Wird dieses (Un-)gleichmässige Marktverhältnis gestört; sei es durch eine sehr hohe Frischfleischnachfrage; oder durch zusätzliche Mengen für den Export; dann kommt man sehr schnell in die Schieflage.
Dann sind sehr gute Mitarbeiter gefragt; entweder kann man die "Kontraktmisere" durch höhere Mengen bei besseren Konditionen in den "Preistreibermärkten"; hier Export oder Frischfleich;ausgleichen; oder man hat definitiv schlechte Karten.
Dann mancht die Mischung die Musik; zudem sind die Verhandlungspositionen v.a. für den Herbst wesentlich besser; sprich hohe Preise im Sommer sind immer gut für höhere Kontraktpreise bei gleichzeitig zunehmenden Angebot im Herbst.
Die "Zulagen" im Sommer sind quasi eine Investition in den Winter.
Das geht aber nur; solange man eine gut gefüllte Portokasse hat; und man seine eigene Verhandlungsposition gut ausbauen kann.
Das eigentlich "schlimme" an dieser ganzen Geschichte ist; dass anders als in der gesamten Industrie; nicht die kleineren Abnehmer sich auf die sich neu bildenden Märkte fokussieren; sondern grade diese Gruppe sich lieber im ruhigen Fahrwasser des sich berechnenden Deutschen Inlandsmarktes tummelt; mit allen Vor und Nachteilen; anstatt ihre Grösse und Flexibilität zu nutzen.
Auch ist das ein Grund dafür; dass die Grossen immer grösser werden; weil die jede Tonne irgendwo platzieren können; und dann ganze "Abnahmedeligationen" mal eine Woche durchfüttern können; wenn die wiedermal ihre Sauberkeitsrunden drehen.
Sämtliche "Innovationen" der letzten Zeit kommen doch Ausschliesslich von den ganz grossen dieser Branche; sei es die Diskussion um das Kastrationsverbot; die Ebermast; die Forschungen der Ebermast; die Tierschutzverbesserungen; die Ausweitung der CTC Wartezeiten usw.
Viele solche Dinge hätte man sich doch von einem Betrieb erwartet; der mit einem Prozent Mengenanteil sich diesen Vorteil wesentlich schneller sichern könnte und auch dementsprechend vermarkten kann; aber nein; die meisten dieser "Verschlimmbesserungsaktionen" kommen von jemanden; der von der wöchentlichen Mill. Schlachtschweine gute 250-300000 Tiere macht.
Der grosse Rest läuft wie Lemminge hinterher; und freuen sich; wenn die ganz grossen ihren Wahnsinnsmengen nicht loswerden können; nicht weil man selber vorpreschen kann; nein; weil es dann ein Preishammer nach unten gibt; der die eigene schlechte Situation "verbessern" könnte.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#4]
Danke für Ihre ausführliche Darstellung !
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Muehlenbach
Die Analyse ist sicherlich nicht falsch. Man sollte von den "kleineren Schlachtbetrieben" ein schnelles und flexibles Reagieren auf Marktentwicklungen erwarten. Doch sind dem wohl auch finanzielle und personelle Grenzen gesetzt.
"Sämtliche "Innovationen" der letzten Zeit kommen doch Ausschliesslich von den ganz grossen dieser Branche; sei es die Diskussion um das Kastrationsverbot; die Ebermast; die Forschungen der Ebermast; die Tierschutzverbesserungen; die Ausweitung der CTC Wartezeiten usw."
Also ganz freiwillig kamen diese "Innovationen" nicht zustande. Es sind halt die Großen, die als Lieferanten zuerst vom LEH unter Druck gesetzt wurden, etwas in Sachen Kastration zu tun. Ein mittelständischer Schlachtbetrieb dürfte kaum das Kapital haben um eine elektronische Spürnase zu entwickeln. Er hat auch keine niederländischen Fleischabnehmer, die als erste Fleisch von unkastrierten Schweinen forderten. Und ob der Betrieb überhaupt nach Russland liefert, ist auch so eine Frage.
Deshalb warten die "kleinen Schlachtbetriebe" erst einmal ab, was passieren wird. Am Markt sind sie price taker und müssen deshalb "wie die Lemminge hinterherlaufen". Klar versucht der eine oder andere eine Nische zu finden, sei es im günstigen Bezug von Auslandsschweinen, eine für Erzeuger ungünstige Maske oder einen speziellen Exportmarkt. Doch bleibt es dabei, dass die strukturellen Nachteile der Kleinen einfach dazu führen, dass nicht sie an der Spitze der Innoveationen stehen, keine Armada von Exportverkäufern und Lobbyisten beschäftigen und die Neuproduktentwicklung zu teuer ist. Einige werden mittelfristig von den Großenan die Wand gedrückt werden, was auch nicht unlogisch ist, denn die brauchen ja deren Schweine. Die Großen (Innovativen/Kostenführer) schlucken desöfteren die Kleinen, das ist in der Wirtschaft/Industrie nicht viel anders.
Grüsse
MissPiggy
@ MissPiggy [#6]
Es war einmal zum nachdenken!
Es gab vor vielen Jahren die Dinosaurier und die Fliegen und durch die Launen der Natur sind die Dinos weg und die Fliegen immer noch da. WARUM ????
Weil sie Glück hatten oder sich vielleicht besser angepasst haben als die " Großen" ,dies heißt für mich und meinen Betrieb ein ständiges Anpassen an neue Herausforderungen die ich mir leisten kann ohne den Betrieb zu gefährden und auch noch Mensch zu bleiben !
Manchmal ist es wichtig seine eigene Meinung zu hinterfragen,denn die Zeit wird immer schnell-lebiger.
Schönen Tag allen
wünscht Saubauer
@ Saubauer2 [#7]
diese bildlichen Vergleiche sind oft gut, damit man komplizierte Sachlagen verstehen kann, aber was ist, wenn der Dino sich rechtzeitig als riesiger Ameisenhaufen organisiert?
Wenn man jetzt bösartig wäre, könnte man vielleicht die großen auch als unweigerlich wachsende Wüste bezeichnen...
@ Spekulatius_Maximus [#8]
Wollte mal zum nachdenken anregen!
GM / Opel ist auch groß und hat auch sehr große Probleme.
Und daß die großen Fleischeinkäufer und Vermarkter auch ihre Schwierigkeiten haben wird auch immer berichtet. ( der eine mehr der andere weniger wie bei uns LW auch)
Schöne Tage
Schweinepreis Freitag +5 ct möglich !?