Schweine: Ställe bauen oder pachten ?
Pachtpreise für Schweineställe
Von Michael Asse, LSZ Boxberg
landwirtschaft-bw.info (August 2012) - Im Zuge wirtschaftlich schwieriger Zeiten darf die Weiterentwicklung der Betriebe nicht vernachlässigt werden, soll eine nachhaltige Bewirtschaftung eines Betriebes erreicht werden. Dennoch sind die meisten Entwicklungsvarianten der Betriebe mit großen finanziellen Belastungen verbunden, beispielsweise für Stallneubauten. In diesem Zusammenhang kann die Pacht von Ställen eine sinnvolle Möglichkeit für viele Landwirte darstellen.
Wachsende Betriebe können auf diesem Weg Ihren Produktionsumfang deutlich vergrößern, ohne die Festkosten auf „Neubauniveau“ zu erhöhen. Im Gegenzug gibt es u.U. andwirtschaftsbetriebe, die ihre Produktion mangels Hofnachfolge oder ähnlichem einstellen, jedoch noch mehr oder weniger funktionstüchtige Ställe haben. Diese können im Rahmen einer Verpachtung weiter sinnvoll genutzt werden und sorgen eventuell sogar für einen zusätzlichen Einkommensbeitrag.
Neubau oder Pacht?
Auf Grundlage der Betriebszweigauswertungen im Rahmen des Schweinereport Baden-Württemberg sowie durch den LKV Baden-Württemberg, lagen die durchschnittlichen Direktkostenfreien Leistungen (DkfL) der vergangenen 10 Jahre in der Schweinemast bei ca. 60 € je Mastplatz und Jahr brutto. Im Schnitt der Jahre musste der Landwirt somit von den 60 € sämtliche Festkosten und seine Entlohnung abdecken. Bei unterstellten Neubaukosten von brutto 595 € je Platz (LSZ-Newsletter Februar 2012 „Baukosten in der Schweinehaltung“) und den 8% Festkosten, entspräche dies einer jährlichen Festkostenbelastung von 47,60 € je Platz. In diesem Rechenbeispiel blieben 12,40 € für die Entlohnung der eingesetzten Arbeitszeit übrig.
Im Bereich der Ferkelerzeugung kann prinzipiell identisch vorgegangen werden. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre lagen die erwirtschafteten DkfL bei 420 € je Sau und Jahr brutto. Abzüglich der 8 % Festkosten blieben bei Neubaukosten von ca. 4.800 € nur knapp 40 € zur Entlohnung der eingesetzten Arbeitszeit. Die Beispielrechnung zeigt, dass ein durchschnittliches Betriebszweigergebnis v.a. im Bereich Ferkelerzeugung kein nachhaltiges Bewirtschaften des Betriebszweiges zulässt.
Bleibt alternativ zum Neubau die Frage, ob und zu welchem Preis ein Schweinestall gepachtet werden könnte.
(Quelle und sehr ausführlich weiter lesen: https://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1375934/index.pdf )
In den nächsten 12 Monaten werden für Ferkel durchschnittliche Preis von knapp über 50 Euro erwartet. Ob sich das rechnet ?
Gibt es auch Zahlen bei Kuhställen?
Wenn die Genehmigungspraxis im Landkeis Emsland weiter als Verhinderungspraxis bezeichnet werden kann, dann wird zwangsläufig mehr gepachtet werden.
@ Voelk [#2]
Gibt es auch Zahlen bei Kuhställen?
Am besten ist, bei den Landwirtschaftskammern nachzufragen. Da Rinder und Kühe in Europa nicht an der Börse gehandelt werden, gibt es weniger statistische Zahlen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert