Schweine: Steigerung der Marktchancen für Fleischerzeuger
Neue EU-Agrarpolitik: Steigerung der Marktchancen für heimische Fleischerzeuger
(26.03.10) - Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen referierte auf Einladung des Kreislandvolkverbands und der Oldenburgischen Landesbank bei deren gemeinsamer Veranstaltung „Landwirte im Dialog“ im Grünen Zentrum in Vechta vor rund 100 Landwirten über die Perspektiven der nationalen und internationalen Agrarmärkte bis 2020, berichtet die OV.
Als „besonders erschwert“ bezeichnete Hortmann-Scholten die Bedingungen die die Lebensmittelindustrie im Raum Vechta vorfindet. Hier stünden Betriebsausweitungen in der Kritik. Hinsichtlich der Wildschweinepest sei man in der heimischen Region stark anfällig, da hier zwar die meisten Schlachthöfe angesiedelt seien, sie Region im Ferkelsektor aber extrem abhängig sei. „Das bereitet mir Bauchschmerzen“, so Hortmann-Scholten.
Im Oldenburger Münsterland würden nur 30 bis 35 Prozent der Ferkel geboren. „Fast 70 Prozent müssen aus anderen Regionen importiert werden, das macht uns hochanfällig für Seuchen.“ Das die Schweinsmast überproportional zur Ferkelzucht gewachsen sei, erklärte Hortmann-Scholten mit der guten Infrastruktur in den Kreisen Vechta und Cloppenburg. Die Zukunft berge aber Chancen, erklärte der Fachmann.
Man müsse dennoch vorsichtig sein, stets bewusst, rational und gezielt agieren und nicht einfach nur Aktionen des Nachbarn nachahmen. „Wachstum ist immer mit einem Risiko verbunden.“ Und es gäbe auch eine Grenze des Wachstums. Die Definition von Wachstum, besonders in gesättigten Märkten, müsse eine andere sein. Qualitätssteigerung, Vielfältigkeit, Tiergesundheit, Intensität oder Produktionsmenge – Wachstum ließe sich an verschiedenen Größen ausmachen. Die Landwirte müssten ihre Chancen daher ausloten und entsprechen handeln, appellierte Hortmann-Scholten.
Während Betriebe im Jahr 1950 noch eine Größe von sieben Hektar gehabt haben, sei man inzwischen bei 44 Hektar angekommen. „Die Tendenz steigt. Fachleute geben für das Jahr 2050 eine Prognose von 250 Hektar Fläche pro Betrieb ab.“ Diese Aussage rief unter den Landwirten mehr als nur Gemurmel hervor, denn eine solche Fläche muss auch bewirtschaftet werden. Dazu sagte Hortmann-Scholten nur „Stichwort Robotertechnik.“ Ein „historisches Jahr“ sei vor allem das Jahr 2013, versuchte der Fachmann die Landwirte zu sensibilisieren. Ab dann gilt nämlich die neue EU-Agrarpolitik, was bedeutet das die Übergangsfrist dann abgelaufen ist.
„Das gibt Raum für Erweiterungsmöglichkeiten, denn 60 Prozent der Landwirte in Österreich haben noch nicht entsprechend umgestellt, ähnlich sieht es in Bayern und Baden-Württemberg aus“, erklärte Hortmann-Scholten. Eine Ursache dafür sei, dass viele Landwirte die Investitionen scheuen und aufgeben würden.
(Quelle: http://www.schweine.net/neue_euagrarpolitik_steigerung_der_markchancen_fue.html)
Kassamarkt: Ausgeglichen
Am Schlachtschweinemarkt stehen sich zum Ende dieser Woche Angebot und Nachfrage ausgeglichen gegenüber. Die Stückzahlen stehen im normalen Umfang zur Verfügung und decken den Bedarf der Schlachtbetriebe.
Im Fleischhandel konnten teils noch leichte Aufschläge bei Schinkenteilen durchgesetzt werden.
Der Vereinigungspreis notierte unverändert 1,32 Euro, der Vion Preis unverändert 1,33 Euro, Schlachtsauen unverändert 96 Cent.
Terminmarkt: Richtungslos
Heute wurden 4 Kontrakte August Schweine zu 1,485 Euro gehandelt, einen halben Cent unter Vortag. Der M 12 Index für Schweine notierte bei 1,3918 Euro, hierbei ist die Umstellung auf eine neue Basis zu berücksichtigen (März 2010 Schweine wurden gegen März 2011 Schweine ausgetauscht).
Gehandelt wurde 1 Kontrakt Juni Ferkel mit plus 20 Cent auf 43,50 Euro. Index 42,33 Euro, auch hier wurde der Index wie bei Schweinen neu berechnet.
Saisonale Tendenz: Weitgehend ausgeglichen
Die Grafik zeigt als rote Linie die prognostizierten Schweinepreise, wenn sich diese in den kommenden 12 Monaten so entwickeln wie in der Tendenz der letzten 10 Jahre.
Die blauen Vierecke zeigen die aktuellen Geld-, Brief- und (kleines Dreieck) Schlusskurse vom heutigen Freitag, so wie sie aktuelle an der Börse eingeschätzt werden.
Die blaue Linie ganz oben zeigt eine Überbewertung der Terminkurse von 5 bis 8 Cent, weniger als in den vergangenen Wochen. Es besteht kein echter Handelsbedarf.
Die rote Linie zeigt für die kommenden drei (!) Wochen gleich bleibende Kurse und im April einen Rückgang des V-Preises um 3 Cent auf 1,29 Euro.