Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Tierschutzvorschriften bei Schweinehaltung werden ignoriert

Landwirtschaft.ch (04.01.13) – Seit Anfang Jahr ist in der EU die Haltung von Sauen in Abferkelkäfigen verboten. Dennoch haben etliche Länder die Vorschriften noch nicht umgesetzt.

Erst fünf EU-Staaten hätten die neuen Auflagen erfüllt, schreibt Agra-Europe. Darunter auch Grossbritannien, dessen Schweinehalterverband, die National Pig Association (NPA), den Umsetzungsstand in den anderen Ländern kritisiert. Nach Schätzungen der NPA werden in der EU pro Stunde 40‘000 Schweine an Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen geliefert, die von Betrieben stammen, die gegen die Tierschutzauflagen verstossen und wo die Sauen weiterhin in Abferkelkäfigen gehalten werden. Diese sind so klein, dass sich die Sau nicht um die eigene Achse drehen kann.

(Quelle: http://www.landwirtschaft.ch/de/aktuell/agronews/detail/article/2013/01/04/eu-tierschutzvorschriften-bei-schweinehaltung-werden-ignoriert/ )

Geschrieben von Richard Ebert am
breader
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12 Jahre 10 Monate

@ Richard Ebert [#1]

"Seit Anfang Jahr ist in der EU die Haltung von Sauen in Abferkelkäfigen verboten."
das ist ja ganz was neues, oder hab ich da etwas nicht mitbekommen? oder ist der Abferkelkäfig nicht mit einem Abferkelkastenstand gleichzusetzen?

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Richard Ebert [#1]

Hallo Herr Ebert , dass wüssten wir gern etwas genauer was Sie da grade raushauen ?

mfg

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ picprofi [#3]

Das hat nicht Herr Ebert geschrieben sondern http://www.landwirtschaft.ch

Gruß
Lukas

poldi
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12 Jahre 10 Monate

Würde mich auch mal genauer interessieren was da los ist, war gerade vor Weihnachten in der LVZ Futterkamp in SH,
dort war da keine Rede von zur Zeit. Vielleicht gilt die Vorschrift ja in der Schweiz. Dort sind aber ja auch meines Wissens
andere Erzeugerpreise.

MfG Poldi

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Halbwissen, Ahnungslosigkeit- landwirtschaft.ch wollte wohl auf die verschiedenen Geschwindigkeiten bei der Umsetzung der Schweinehaltungsrichtlinien in Europa hinweisen und hat nicht weiter recherchiert, worum es denn nun tatsächlich geht. Da brauchen wir uns nicht wundern, dass für weite Teile der Verbraucherschaft diese Thematik nicht begreifbar gemacht werden kann...

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ all
Und wenn keiner , auch Herr Ebert nicht weiss warums geht, warum wirds denn hier reingestellt ?

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

...wo die Sauen weiterhin in Abferkelkäfigen gehalten werden. Diese sind so klein, dass sich die Sau nicht um die eigene Achse drehen kann.

Mir ist völlig egal wer das hier geschrieben hat.Es liesst sich natürlich für einen Laien super, ich finde es einfach nur unqualifiziert. Hat schon mal einer von diesen Spinnern, die sich so einen Mist ausdenken die Mühe gemacht, und die Zeit genommen, wie Lange eine Sau freiwillig während ihrer Säugezeit liegt, nicht steht, nicht am Kastenstand "rüttelt", weil sie raus will. Ob diese Schlaumeier wohl nicht wissen, dass wenn sich die Sau nicht auch nur ein bisschen wohlfühlen würde, dass die Kastenstände alle vier Wochen von den Züchtern repariert werden könnten, weil eines ganz sicher ist, Sauen würden alles kaputt bekommen. Warum drehen wir den Spieß nicht um, worum geht es hier eigentlich...Tierschutz, das ich nicht lache...Lasst doch mal all Eure Kastenstände offen, ist doch Tierschutz, dann warten wir mal ab, 15 geborene Ferkel und 3 abgesetzte, weil 10% Saugferkelver vielleicht bei deisem Betrieb mit den grausamen Käfigen normal sind aber nach den Vorstellungen der Tierschützer die Sau alle Freiheiten genießt und 4 Ferkel auffrisst und 8 platt liegt. Ja, das ist Tierschutz, super.
Als nächstes werden wohl noch die Kuhställe mit Anbindeboxen angeprangert...ach nein, die Kühe würden sich ganz sicher an Ihrer Anbindung selbst erhängen, wenn es ihnen schlecht ginge...Vielleicht sollten wir auch wirklich unsere Schweine mit Eicheln fütter und jedem Tier 10qm Auslauf geben.

MAAN
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ IHH # 8

Anbindehaltung bei Kühen ist hierbei ein eher schlechtes Beispiel. Hierfür gibt es seit über 30 Jahren wesentlich produktivere Haltungsformen, die gleichzeitig eindeutig viel Tierfreundlicher sind.

MFG

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ MAAN [#9]

Man kann es vielleicht nicht herauslesen aber dieser Satz war ironisch gemient. Im Grunde findeich es einfach nur frech, dass man uns alles vorwerfen kann was man will, ein Laie schnell denkt, dass wir Tiere quälen, und wir immer mit dem Rücken an der Wand stehen und uns rechtfertigen müssen...für wen machen wir das eigentlich? Oder züchtet/mästet einer von uns, weil es ihm Spass macht Tiere zu quälen? Klar, jeder sieht auch einen ökonomischen Hintergrund aber am Ende kann ich nichts wirklich gut und erfolgreich machen, wo ich nicht meinen Spass bzw. drin auf gehe.

breader
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ IHH [#10]

ich denke das die Freilauf -Abferkelbucht kommen wird. Das hat die letzte Eurotier eindeutig gezeigt. Sämtliche Hersteller bieten sie schon an. Dann heißt es nicht mehr 4 sondern 6m² Platz und nicht mehr 10 sondern 20% Saugferkelverluste. Die Frage ist nur, wann kommt sie.

Sehr spannend bleibt auch die Frage, ob es ein Verbot des Schwänzekupierens geben wird. Bislang haben Praxistest auf Versuchsanlagen wohl noch kein positives Ergebnis gebracht. Man sollte vielleicht als Ferkelerzeuger selbst zum Angriff übergehen. Die Landwirtschaft könnte sich ja verpflichten meinetwegen ab dem 01.01.2014 keine Schwänze mehr zu kupieren. Dann ab Ende Februar 2014 sollten sich alle Schwinehaltenbetriebe selbstanzeigen und den Veterinär kommen lassen um das Ergebnis zu erleben. Mal sehn wie die Veterinärbehörden dann reagieren. Ich nehme an, dass die Durchführung des Schwänzekupieren danach verpflichtend wird und wir das Thema begraben können.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ breader [#11]

Das Problem wird aber sein; dass es dann 99 Betriebe geben wird; wo es nicht funktioniert; aber einen; wo es funktioniert.
Bei dem ist das wahrscheinlich Hobby und Oma ist den ganzen Tag im Stall.
Dennoch werden sich die Behörden fragen; warum das bei dem einen geht; und es verpflichted vorschreiben; weil es ja geht.
Die Ökonomie spielt da keine Rolle.
Denn genauso hat sich z.B. Lindemann auch schon geäussert.
Das ist wie bei den Abluftwäschern; bei einem funktioniert der; bei 100erten nicht; dennoch sollen alle einen einbauen; weil es "Stand der Technik" ist.
Über Kosten wird nicht geredet.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

topigs
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Muehlenbach [#12]

Über Kosten wird nicht geredet.

Und genau da liegt das Problem. Wir müssen den Leuten viel mehr klar machen das die Kosten steigen. Schon jetzt sind die Kosten gestiegen für die ganzen "Nebenleistungen"( QS, Abluftwäscher,Check up, Güllelagerraum)
und sie werden weiter steigen.

Das drückt unsern Absatz und das wird nicht gut enden. Die Welt hat kein Geld für teure Nahrung.

Mfg Topigs

MissPiggy
Mitglied seit
12 Jahre 4 Monate

@ topigs [#13]

"Das drückt unsern Absatz und das wird nicht gut enden".

Genau das wird doch von einigen gesellschaftlichen Kreisen in Deutschland und anderen entwickelten Volkswirtschaften gewollt. Wie essen alle weniger Fleisch und alle Probleme der Welt vom Klimawandel über Welthunger bis zu den Volkskranheiten werden gelöst. Höhere Preise können bei dieser Erziehungsmaßnahme ein probates Mittel sein, siehe Tabaksteuer, Fettsteuer oder die Nutellasteuer in Frankreich. Warum nicht auch bei Schweinefleisch?

Zum Ausgangsthread: Es handelt sich um eine begriffliche Ungenauigkeit. Anstelle von Abferkelkäfig müsste es Kastenstand in der Einzelsauenhaltung heißen.

Grüsse

MissPiggy

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ topigs [#13]

Das stimmt, die Welt hat kein Geld für teure Nahrung. Aber andererseits ist es, wie MissPiggy es beschrieben hat, auch nicht unbedingt von allen gewollt, dass die deutsche Landwirtschaft die Welt ernährt.

Diese Meinung vertreten im Übrigen nicht nur Körnerfresser und Tierschutz-Fanatiker, sondern durchaus auch Landwirte, wenn auch aus anderen Gründen.

Ich finde diese ganzen zum Teil dämlichen Auflagen auch nicht toll, aber wir haben uns das durch Entwicklung der letzten Jahre auch selbst eingebrockt. Ich finde, so kritisch sollte die Landwirtschaft sich selbst gegenüber auch mal sein, um die Lehren aus dieser Entwicklung ziehen zu können.

Gruß Pigeldy

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ MissPiggy [#14]

Die Begriffligkeit spielt dabei gar nicht die Rolle. Auf den Nebensatz kommt es an, der macht doch die Musik. Da fasse ich im Umkerschluss auf, dass Frauen kurz vor der Geburt im Kreissaal Disco Fox tanzen oder wie...

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Pigeldy [#15]

"wer sich selbst erniedrigt; hat schon verloren"...
Warum soll die Landwirtschaft sich an die eigene Nase fassen?
Das währe dann der einzigste Industriezweig; der das macht.
Der KFZ Verkehr ist weltweit für 25% der CO2 Immissionen verantwortlich; aber hast du aus dem Mund von Piech; Dr.Z oder Winterkorn irgendwann man was von "Serlbstverantwortung" gehört...(nur mal als Beispiel).

Am besten finde ich in Foren immer wieder die Sprüche "wir müssen zurück zum Sonntagsbraten"....
In diesem Spruch ist soviel Dämlichkeit enthalten; dass es die eigentliche positive Entwicklung der Landwirtschaft wiedermal in den Schatten stellt.
Denn zu den "Sonntagsbratenzeiten" konnte man sich als Landwirt von 20 Schweinen ein neues gutes Auto kaufen; sprich die Bratenpreise waren in Relation zu den Stundenlöhnen beim Faktor zehn zugunsten des Bratens.
Heute ist die Realtion zugunsten des Lohnes.
Es hat in allen Industriezweigen dieser Erde nirgendswo einen solchen Produktionsfortschritt gegeben in den vergangenen einhundert Jahren wie in der Landwirtschaft; dazu gibt es tausende Dokumentantionen dieser Erde; in dessen Darstellung die Landwirtschaft die Hauptrolle einnimmt; dieses aber nicht dargestellt wird ( Entwickelte Zivilisationen haben immer eine effiziente LAndwirtschaft).

Wir können uns Glücklich schätzen; dass wir in einem Teil der Erde leben; wo wir uns mehr Sorgen machen müssen welches neues Smartphone wir brauchen anstatt was es heute mittag zu essen gibt.
Und das müssen die Verbände; als auch wir Landwirte nach aussen weitergeben; wir müssen und dürfen uns in keiner Diskussion einlassen über Tierhaltung ( denn nur gesunde; ordentlich gehaltene Tiere bringen Ökonomische Leistungen) oder Pflanzenschutz oder sonstwas.
Leider ist die einzige Handhabe; um unsere Forderungen zu unterstützen der Geldbeutel des Verbrauchers.
Anders versteht der das nicht.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Muehlenbach [#17]

Man sollte auch mal über den eigenen Tellerrand hinausblicken und nicht immer alles nur durch die Bauernbrille betrachten. Dass es Misstände nur bei den anderen gibt und nicht bei uns Landwirten, wirst auch du nicht ernsthaft behaupten.

Was die Leute essen, bleibt ihnen selbst überlassen, das ist richtig. Dass aber mittlerweile ich glaube über 30% aller Lebensmittel in der Tonne landen, kann niemand gutheißen. Und daran sind nicht in erster Linie die hohen Qualitäts- und Hygieneanforderungen der Verbraucher, des Handels und der Kontrollbehörden schuld. Vielmehr ist es doch wohl so, dass wir Landwirte mittlerweile so billig produzieren, dass wir es uns als Gesellschaft tatsächlich leisten können, einen großen Teil unserer Lebensmittel gleich in die Tonne zu werfen. Das liegt auch daran, dass die Leute heutzutage jederzeit alles haben können und das auch als selbstvertsändlich betrachten. Es ist auch unsere Aufgabe als Produzenten, diese Denkweise zu hinterfragen. Dann würde auch wieder Vertauen in und Verständnis für die Belange der Landwirtschaft wachsen, so behaupte ich mal.

Mein Verständnis von Berufsethos lässt es jedenfalls nicht zu, dass ich Schweine mäste und Getreide anbaue und 1/3 meiner Erzeugnisse in der Tonne landet, zum Teil ohne vorher jemals auf einem Teller gelegen zu haben. Hauptsache, das Konto stimmt.

Das mag ein wenig übertrieben sein, aber prinzipiell ist dieser Sachverhalt so nicht von der Hand zu weisen.

Gruß Pigeldy

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Muehlenbach [#17]

noch als Ergänzung: Du schreibst von der Landwirtschaft als "Industriezweig" wie jeder andere. Allein daran sieht man, dass du anscheinend ein völlig anderes Verständnis von Landwirtschaft hast als viele andere. Leider greift diese Sichtweise unter immer mehr Landwirten um sich. Allein aufgrund unserer Standortgebundenheit, also der Unbeweglichkeit der Produktionsfaktoren, der Tatsache, dass Boden nicht vermehrbar ist und der Abhängigkeit von Klima und Wetter kann die Landwirtschaft kein Industriezweig sein wie jeder andere. Wer sich auf diesem Level mit anderen Branchen messen will, schaufelt sich und der Landwirtschaft auf lange Sicht das eigene Grab.

Gruß Pigeldy

D
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Es geht m.E. nicht darum, Mißstände nicht anzusprechen. Mißstand bedeutet jedoch i.d.R. daß der TierHALTER da was mit zu tun hat. Die Technik ist daran in den wenigsten Fällen schuld!

Die (technischen) Haltungsdedingungen mit den in den letzten Jahren erzielten Verbesserungen am Tier (Trennung von Gülle und Tier!) Heizung, Klimatisierung usw. daran sollten wir nicht rütteln lassen, aus wenn das natürlich eher mit "industrieller" Optik statt Bauernhofromantik einher geht!

breader
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Pigeldy [#18]

"Es ist auch unsere Aufgabe als Produzenten, diese Denkweise zu hinterfragen. Dann würde auch wieder Vertauen in und Verständnis für die Belange der Landwirtschaft wachsen, so behaupte ich mal."

Man kann die Denkweise durchaus hinterfragen, aber ändern wirst du den Zustand dadurch nicht. Ich finde die Landwirtschaft kann sich durchaus als Indrustriezweig betrachten, bei dem Angebot, Nachfrage, Auslastung von Stall- und auch Schlachtkapazitäten usw. eine entscheidene Rolle spielt um die eigene Existenz zu sichern.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Pigeldy [#18]

Ertappt.
Denn mit genau deiner Einstellung ( die auch meinige war) macht es allen anderen so einfach; uns zum Spielball zu machen.
Weil die meisten Bauern immer an das gute im Menschen glauben.
Jeder Landwirt sieht seinen Betrieb über Generationen; sieht; wie es fast ein Jahr braucht; bis das Getreide die Früchte bringt; verflucht das Wetter und die Schädlinge; melkt die Kühe über Jahre; sieht wie ein Ferkel von Geburt an bis es ein halbes Jahr an den Haken kommt; um danach zu erkennen; dass man verarscht wird; bei den Preisen; den Schlachtergebnissen; den Inhaltsstoffen bei Milch und/oder Getreide.
In der Industrie haben die wenigsten Bezug zu dem was man herstellt; es währe ein einfaches; Dinge Haltbar herzustellen; warum nicht auch teurer und dafür im Inland; was man nach 10 Jahren auch gebrauchen kann...
Warum geht mein Drucker ständig nach 3 Jahren kaputt; egal ob der 50 oder 200 Euro kostet?
Warum lohnt es sich nicht mehr; als unwissender den abgerissenen Stecker an der Kaffeemaschine zu reparieren?
Wenn in den Nachrichten kommt; dass Unternehmen xyz im vergangenen Jahr noch besser dasteht; freut das alle; wenn es solche guten Zahlen von der Landwirtschaft gibt; dann kommen all die Schlachtworte wie Umweltschädigung; Tierschutz; Massentierhaltung auf den Tisch.
Unser Problem ist; dass wir nicht Ökonmisch agieren dürfen; wir sollen Missionarisch sein.
Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserem Schaffen; und ich denke; nein ich weiss; dass die Mehrheit unserer Kollegen dies auch so handhabt; dennoch soll am ende dieser Produktionskette ein Standartisiertes Produkt herauskommen; genormt und mit allen erdenklichen Zertifizierungen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausgestattet.
Das davon ein Anteil an der Ware im "Ausschuss" landet; ist und kann nicht in unserer Hand liegen; dafür sind die Nachgelagerten Bereiche und die Politik zuständig.
Nur wird diese niemals irgendwas dagegen machen; denn wenn man nichts verkauft; kann man auch nicht wachsen.
Und Wirtschaftswachstum ist das was gefordert ist; koste es was es wolle.
Nur wir Landwirte wissen; was wächst; wächst sich auch irgendwann tot.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Muehlenbach [#22]

Und Wirtschaftswachstum ist das was gefordert ist; koste es was es wolle.
Nur wir Landwirte wissen; was wächst; wächst sich auch irgendwann tot.

Da sind wir beim Punkt. Wie üblich meinen wir das gleiche mit verschiedenen Worten.

Mir ist doch klar, dass man als einzelner nichts am System ändert, so verblendet bin ich nicht. Ich finde aber, dass diese Zweifel durchaus auch mal offen ausgesprochen werden dürfen und nicht immer mit der Keule erschlagen werden, dass wir uns da ein Ei ins Nest legen, wenn wir als Landwirte unser eigenes Tun infrage stellen. Denn verarscht und besch... werden wir sowieso, das liegt im System und den Strukturen auf der Angebots- und Nachfrageseite begründet.

Gruß Pigeldy

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Pigeldy [#18]

Das Lebensmittel nicht alle auf den teller kommen ist jedem klar, aber nie und nimmer wird 1/3 weggeschmissen. Schlimm ist , wenn selbst wir diese hergesuchten Zahlen als wahr verbreiten. Die größten Verluste sind im O&G- Bereich, aber auch dort wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Verluste zu reduzieren. Schlägt voll auf den Vk-Preis durch.
Gruß

MissPiggy
Mitglied seit
12 Jahre 4 Monate

@ Ackerspezi [#24]

Ob es nun 30 % oder 15 % der Lebensmittel sind, die weggeschmissen werden, ist doch eigentlich egal. Jedes Prozent ist eigentlich zu viel und Ausdruck unserer Wohlstandsgesellschaft. Die Bauern können für die Verschwendung am allerwenigsten, das ist klar. Das Pigeldy das eigene Tun und Handeln auch mal kritisch hinterfragt, ist nicht nur sympathisch, sondern auch überlebensnotwenig. Man muss nicht jeder Forderung der Grünen oder Tierschützer hinterherlaufen, doch mit einer Wagenburgmentalität kann man sich angesichts des gesellschaftlichen Umfelds in der Fleischbranche hinsichtliche der Verbraucherakzeptanz und des Absatzes auch leicht das eigene Grab schaufeln. Ich finde es gut, dass die Rinder heute meist in modernen Boxenlaufställen und nicht mehr in Anbindehaltung gehalten werden und auch der Gruppenhaltung von Sauen kann ich etwas abgewinnen. Man muss auch in der Fleischbranche etwas mit dem Zeitgeist gehen, sonst kann man in der Zukunft immer weniger verkaufen und liefert den Kritikern vielleicht sogar berechtigte Argumente. Ziel muss natürlich sein, die dadurch steigenden Kosten weiter zu geben, sonst gehts nicht. In Deutschland mag das noch ansatzweise gelingen, bei China und auf anderen Drittlandsmärkten habe ich meine Zweifel.

Gruss
MissPiggy

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Futtermeister [#20]

es tut mir leid, dass es jetzt etwas in Richtung Grundsatzdiskussion geht, aber ich stelle leider fest, dass ich hier zunehmend missverstanden werde.

Niemand will die alten Zeiten mit 5 Kühen und 20 Schweinen auf Stroh zurück (ausgenommen Bekloppte), aber es gibt auch nicht immer nur schwarz oder weiß.
Fakt ist, dass wir in relativen Zahlen durch politischen Willen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen immer effizienter und damit kostengünstiger produzieren. Fakt ist auch, dass die Leute sich nur einmal satt essen können. Dadurch haben wir uns einige der Probleme, mit denen wir uns jetzt auseinandersetzen, erst selbst geschaffen.

Fakt ist auch, dass der gewaltige Zuwachs in der Fleischproduktion in erster Linie durch den Euro und dessen Schwäche möglich geworden ist, denn mit der D-Mark würden wir hier bei uns in Deutschland heute vermutlich zu teuer für den Weltmarkt produzieren.

Und Mühlenbach hat einen wesentlichen Aspekt verkannt: im Vergleich zur Industrie werden direkt in der Landwirtschaft mit ihren für jeden wahrnehmbaren großen Stalleinheiten, den zunehmenden Transporten von Gülle, Futter und Silomais für BGA´s kaum Arbeitsplätze geschaffen. Also wie profitiert die Bevölkerung davon, dass mit Einfuhren aus Übersee Erzeugnisse für Polen, Russland und China hergestellt werden, von denen sie selbst nicht profitiert, aber in ihrer eigenen Wahrnehmung die Belastungen zu tragen hat, wenn sie am Wochenende aufs Land fährt oder gar dort wohnt? Das ist sehr überspitzt dargestellt, aber ich denke, das trifft es ganz gut.

Noch vor ein paar Jahren wollte Frau Künast uns eine Agrarwende aufs Auge drücken, was aber den überwiegenden Teil der Bürger kaum interessiert hat. Das scheint mir jetzt doch etwas anders zu sein. Ich sehe es doch hier im Dorf, selbst viele Alteingesessene, die der Landwirtschaft immer wohlgesonnen waren, murren mittlerweile und sehen politischen Handlungsbedarf, da es so nicht weitergehen könne. Da sollten wir uns als Landwirte auch darüber klar werden, dass es ein "weiter so" nicht dauerhaft geben kann, wenn wir uns nicht das eigene Grab schaufeln wollen.
Als einzelner kann ich an der Entwicklung nichts ändern, und genau das ist ja Teil des Problems. Jeder (mich eingeschlossen) lässt sich noch eben einen großen Stall genehmigen, bevor die Tür zu ist und nichts mehr geht. Dadurch sieht sich die Politik erst recht gezwungen, dem ganzen einen Riegel vorzuschieben und der Strukturwandel beschleunigt sich zusätzlich noch einmal.

Und genau das ist mein Anliegen, dieses "weiter so" mal zu hinterfragen. Niemand will effiziente Strukturen unterbinden, denn in einer Marktwirtschaft sollen diese belohnt und gefördert werden. Die Frage ist nur, ob wir uns durch die Wachstumspolitik der letzten Jahre und die nun folgenden Auflagen, Beschränkungen und Dokumentationen nicht einen wesentlichen Teil des Rationalisierungsdrucks selbst geschaffen haben, den es so massiv nicht gegeben hätte, wenn die Entwicklung in den letzten 5-8 Jahren einen Gang langsamer verlaufen wäre. Aus der Antwort auf diese Fragestellung können wir als Branche nur für die Zukunft lernen.
Als anschauliches Beispiel sei Dänemark genannt, das sich zwar durch große, effiziente Betriebe mit hervorragendem Management auszeichnet, aber auch durch ein existenzbedrohendes Schuldenproblem vieler Betriebe, darunter auch vieler Zukunftsbetriebe. Ähnliches gilt im Übrigen für Holland. Wir tun doch gut daran, deren Fehler bei uns nicht zu wiederholen.

Gruß Pigeldy

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Pigeldy [#26]

Einspruch:
Arbeitsplätze sind ohne Ende geschaffen worden; die meisten vergessen das blos.
Nicht direkt in der Landwirtschaft; sondern indirekt.
Ansonsten würde es in Niedersachsen so Aussehen wie in M-V.
Ein paar Industriebetriebe an der Leine; und das wars.
Heide und Moorlandschaft.
Und heute:
Boomregion Kreis VEC und CLP.
Ohne Weser Ems würde Niedersachsen ein nichts in der Politischen Gegend sein.

Grundsätzlich gilt aber folgendes: Es wird für eine kleine Minderheit Politik gemacht; es wird für eine kleine Minderheit Witschaft gemacht.
Wer am lautesten schreit bekommt am meisten.
Es gibt einen Spruch im Plattdeutschen; der kommt in der Sprache besser rüber; aber "übersetzt" heisst er wie folgt:
"Eine Kuh; die immer vorn am Gitter steht; bekommt immer was"....

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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