Topschwein
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Schweine: Tönnies kauft Tummel

Tönnies kauft Tummel.

Die Unternehmensgruppe Tönnies übernimmt die Mehrheit am Schlachtunternehmen Tummel in Schöppingen. Der Fleischriese will damit sein Angebot erweitern.

Quelle:Lebensmittelzeitung.net

Geschrieben von Topschwein am
Richard Ebert
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Tönnies-Einstieg bei Tummel: Auswirkungen auf den Schlachtsauenmarkt ?

Schweine.net (11.03.11) - Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes wird die Tönnies-Unternehmensgruppe bei dem Schweinehälftenvermarkter Heinz Tummel GmbH & Co. KG in Schöppingen einsteigen.

Die Beteiligung soll rückwirkend ab dem 01.01.2011 gelten. Tönnies möchte mit diesem Schritt nach eigenen Angaben seine Angebotspalette um Schweinehälften abrunden. In diesem Marktsegment war Tönnies bislang nicht tätig.

Tummel schlachtet ca. 1,3 Millionen Schweine jährlich und ist damit das achtgrößte Schlachtunternehmen in Deutschland.

Der Vorteil Tummels durch die Übernahme liegt ebenfalls auf der Hand. Als mittelständisches Schlachtunternehmen hatte Tummel bislang nur einen sehr geringen Exportanteil. Der Einstieg von Tönnies würde im Verkauf eine breitere Aufstellung erlauben. Für die besorgten Lieferanten soll sich nach aktuellen Informationen nichts ändern. Bis jetzt zeichnete sich Tummel durch einen engen Draht zu seinen Lieferanten aus. „Da gilt noch der Handschlag“, so hieß es bislang.

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, inwieweit der Kampf um Marktanteile bei den Schlachtsauen hier auch eine Rolle spielt. Denn die derzeit noch an Westfleisch verpachtete Sauenzerlegung am Tummel-Standort in Schöppingen würde nach Auslaufen des derzeit noch gültigen Pachtvertrages mit der Westfleisch Anfang 2012 dann an Tönnies übergehen. Nach ISN-Informationen will die Westfleisch die Sauenschlachtung an einen anderen Standort verlagern.

Tönnies ist bei der Sauenschlachtung bereits Marktführer und hält einen Marktanteil von etwa 70 Prozent in Deutschland. Eine weitere nennenswerte Erhöhung dieses Anteils wäre aus ISN-Sicht sehr bedenklich, da es nur noch eine Hand voll Schlachtunternehmen gibt, die auf Sauenschlachtungen spezialisiert sind.

(Quelle: http://www.schweine.net/toennies_einstieg_bei_tummel_auswirkungen_auf_den_.html)

Bauer Bernie
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Wenn das Kartellamt das genehmigt, hat es keinen Schuß Pulver mehr wert.

Richard Ebert
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@ Bauer Bernie [#3]

Mit Ihrer Aussage kann ich überhaupt nichts anfangen. Wie meinen Sie das ?

Das Kartellamt hat klare gesetzliche Vorgaben, wie es zu handeln hat.

Die Mäster sollten sich möglichst schnell zu handlungsfähigen Vereinigungen zusammentun, um den immer größeren und mächtigeren Marktführern Paroli zu bieten.

Was tun die Mäster, außer still zu sitzen und abzuwarten ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

papuawenzel
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@ Richard Ebert [#4]

Sie machen nichts, außer warten. Es ist unter Landwirten leider so, man gönnt sich nicht einmal das "Schwarze" unter den Fingernägeln. 3 Bauern unter einem Hut ? Geht nicht.
Da ist sich die rote Seite natürlich deutlich näher.

Sonnigen Tag allen

Gast

@Bauer Bernie und Richard Ebert

Dem kann ich leider nur beipflichten...

Von unserer Interessenvertretung aus Damme - soviel sollte auch den Letzten nach der Vollversammlung in OS klar sein - brauchen wir in solchen Angelegenheiten jetzt und zukünftig gar nichts mehr erwarten. Dort hat man sich spätestens seit dem Rauswurf von DB vom Markt verabschiedet, mag dies aber nicht sagen bzw. zugeben. Das der Markt bei der ISN auch zukünftig im Vordergrund stehen soll halte ich für Worthülsen und sonst nichts! Aber dafür kümmert man sich ja jetzt um Tierschutzaspekte und Öffentlichkeitsarbeit. Bloß immer schön im Mainstream und nirgenswo anecken!!

Es wird allerhöchste Zeit für eine Organisation, die sich am Markt wieder aktiv für die Schweinehalter einsetzt und die Auseinandersetzung nicht scheut!

Saubauer
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@ Richard Ebert [#4]

Eigentlich ist die Vertretung der Schweinehalter im Süden die Erzeugergemeinschaft!

Ich würde mir aber gerne mehr Öffentlichkeitsarbeit dieser Organisationen wünschen oder weitere Zusammenschlüsse von Vermarktern!
Was diese mit den Abnehmern vereinbaren scheint auch manchmal undurschaubar zu sein!?
So ist jeder seines Glückes Schmied und vermarktet nach Lage.

MfG
Saubauer

Spekulatius_Maximus
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@ MBe [#6]

Öffentlichkeitsarbeit ist aber auch extrem wichtig! Leider gibt es für den landwirtschaftlichen Bereich kein Konzept, das breit aufgelegt ist. Das macht jeder vielleicht ein bisschen ohne Koordination....

Bauer Bernie
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@ Richard Ebert [#4]

hier ganz in der Nähe durfte ein wichtiger neugebauter Standort für Getreideerfassung in der Ernte 2011 aus kartellrechtlichen Gründen nicht erfassen. (Zirn Pleite)
Für die Bauern wäre dies sehr wichtig gewesen.

Die Konzentration an der Spitze der Schlachter ist noch mal eine ganz andere. (ich bin auch für große schlagkräftige Unternehmen die am Markt was bewegen).
Ist es nicht so, dass das Kartellamt immer nur zugeschaut hat bei Konzentrationsprozessen oder sehr lasche Auflagen machte?

Bsp. LEH, Bsp. Energieversorger, Bsp. Mineralölkonzerne, usw.

komisch, immer bei Gütern die der Mensch zum Leben braucht (außer beim Wasser) bestimmen riesengroße Unternehmen den Preis und machen allesamt exorbitante Gewinne. In schöner Regelmäßigkeit werden dann Scheinüberprüfungen gemacht die allesamt nur Augenwischerei sind.

Haben Sie jemals gelesen, daß Energieversorger nach einer Überprüfung den Preis senken mussten. Ich frage Sie woher kommen diese Gewinnsprünge denn ?? Die Preise werden von allen EVS jedes Jahr erhöht und der Kunde zahlt.
Mittlerweile ist in vielen Bereichen die Wirtschaft so stark und konzentriert, daß sie die Politik an der Leine führt wie ein Schoßhündchen.

Deshalb lieber Herr Ebert sage ich: keinen Schuß Pulver wert!

Mfg
BB

Richard Ebert
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@ MBe [#6]

Es wird allerhöchste Zeit für eine Organisation, die sich am Markt wieder aktiv für die Schweinehalter einsetzt und die Auseinandersetzung nicht scheut!

Ja, und ich möchte aus neutraler Sicht hinzufügen: Einer kämpferischen Organisation !

Nur - tut irgend jemand etwas außer jammern, um die Situation zu ändern ? Nein, die Mäster warten erst mal ab ob andere etwas tun. Und andere tun nichts, weil sie erst mal abwarten. So jedenfalls mein Eindruck, nach dem was ich lese und in Telefonaten höre.

@ Bauer Bernie [#9]

Hier ganz in der Nähe durfte ein wichtiger neugebauter Standort für Getreideerfassung in der Ernte 2011 aus kartellrechtlichen Gründen nicht erfassen. (Zirn Pleite)

Das kann ich mir als Grund nicht vorstellen. Was hat die Erfassung von Getreide mit einem Standort zu tun ? Können Sie nachweisen, was Sie da geschrieben haben, zum Beispiel durch Links zu Internetseiten mit entsprechenden Informationen oder Abbildungen von Presseberichten ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bauer Bernie
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@ Richard Ebert [#10]

suchen Sie nach Bay Wa Standort Neresheim.

Die Frießinger Mühle aus Bad Wimpfen trat als Strohmann auf, kaufte für einige Wochen den Standort und erfasste Getreide. Nach der Ernte ging der Standort zurück ins Eigentum der Bay Wa und ist seit einigen Wochen unter deren Regie wieder eröffnet.

Hier vor mir liegt eine Abrechnung von Frießinger vom 25.08.2010. Wenn ich Ihre Fax -Nummer hätte würde ich Ihnen diese faxen.

Mfg
BB

Richard Ebert
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@ Bauer Bernie [#11]

Danke. Was hat das mit Kartellrecht zu tun ? Die Abrechnung beweist doch nichts.

Im Internet finde ich bei Baywa Neresheim: Ungefähr 2.890 Ergebnisse. Da werde ich nicht ohne zweingenden Grund suchen. Meine Faxnummer finden Sie, indem Sie auf meinen Forumnamen klicken.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Richard Ebert
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Bundeskartellamt untersagt Übernahme von Tummel durch Tönnies

schweine.net (18.11.11) - Das Bundeskartellamt hat am 17.11. bekanntgegeben, dass es die Übernahme des Schlachtbetriebs Tummel in Schöppingen durch die Tönnies Unternehmensgruppe untersagt.

Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. war als einzige landwirtschaftliche Organisation zu diesem Verfahren beim Bundeskartellamt beigeladen und hat die Bedenken aus Sicht der Schweinehalter geäußert. Dabei verwies die ISN insbesondere auf die bereits jetzt bestehende starke Marktstellung von Tönnies im Bereich der Sauenschlachtung.

Die Tönnies Unternehmensgruppe prüft nun nach eigenen Angaben eventuelle Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts.

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Die Originalpressemeldung des Bundeskartellamts:

Bundeskartellamt untersagt Übernahme des Schlachthofbetreibers Tummel durch Tönnies

Das Bundeskartellamt hat die Fusionspläne der Schlachthofbetreiber Tönnies, Rheda-Wiedenbrück, und Tummel, Schöppingen, gestoppt. Bei der Beschaffung von Schlachtsauen sowie dem Vertrieb von Sauenfleisch an Fleischverarbeiter in Deutschland hat das Unternehmen Tönnies eine marktbeherrschende Stellung inne. Diese hätte sich durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Schlachthof Tummel weiter verstärkt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "In Deutschland werden aufgrund der hier konzentrierten Wurstherstellung ca. 65% aller in der EU geschlachteten Sauen zerlegt und abgesetzt. Die Tönnies-Gruppe als Deutschlands führender Schweine- und Sauenschlachter ist das dominierende Unternehmen in diesem Bereich. Tönnies dominiert schon heute die Wertschöpfungskette der Sauenschlachtung und -verarbeitung in Deutschland. Der Zugriff auf die Erfassungs- und Schlachtmengen von Tummel hätte die Chancen für wirksamen Wettbewerb weiter verschlechtert. Dem sind wir mit der Untersagung des Vorhabens entgegengetreten."

Auf allen Stufen der Wertschöpfungskette - Beschaffung von Schlachtvieh, Schlachtung, Weiterverarbeitung, Fleischvertrieb - gehören jeweils Schlachtschweine und Sauen unterschiedlichen sachlichen Märkten an. Sauen werden als Zuchttiere in der Ferkelproduktion eingesetzt und haben ein Schlachtgewicht von rund 160 kg; Schlachtschweine weisen ein Gewicht von ca. 95 kg auf. Sauenfleisch wird im Gegensatz zu Schweinefleisch fast ausschließlich in der Wurstherstellung eingesetzt.
Tönnies ist aufgrund seiner hohen Marktanteile (weit über 40% bei der Erfassung), der vertikalen Integration auf verschiedenen Marktstufen und den wirtschaftlichen Verflechtungen zu Wettbewerbern und Abnehmern ein unverzichtbarer Vertragspartner im Markt. Über den Hauptgesellschafter der Gruppe, Herrn Clemens Tönnies, ist das Unternehmen mit dem größten deutschen Wursthersteller, der Mühlen-Gruppe, verbunden. Auch eine Analyse des tatsächlichen Marktverhaltens von Tönnies hat gezeigt, dass das nachfragemächtige Schlachtunternehmen in der Lage ist, die Beschaffungskonditionen einseitig zu Lasten seiner Wettbewerber zu beeinflussen.

Mit Tummel würde ein bisher selbständiger Schlachthof in einer für die Sauenbeschaffung günstigen geographischen Lage aus dem Markt fallen. Die Mengenzuwächse in einer Größenordnung von 10-15% würden die Verhaltensspielräume von Tönnies zusätzlich erweitern. Hierzu gehören auch die Mengen, die Tummel derzeit für Westfleisch, den zweitgrößten inländischen Wettbewerber, aufgrund eines Lohnschlachtungsvertrages schlachtet.

Zur Lösung der Wettbewerbsprobleme hatte Tönnies Zusagen vorgeschlagen, insbesondere Lohnschlachtangebote für Westfleisch und andere aktuelle oder potenzielle Wettbewerber. Auch auf die Sauenschlachtung am Standort Tummel wollte Tönnies vorübergehend verzichten. Die Prüfung durch das Bundeskartellamt hat jedoch ergeben, dass die angebotenen Zusagen die wettbewerblichen Bedenken nicht beseitigt hätten und eine unzulässige laufende Verhaltenskontrolle durch das Bundeskartellamt erfordert. Diese Einschätzung haben die hierzu befragten Marktteilnehmer weitgehend bestätigt.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen haben einen Monat Zeit Beschwerde einzulegen, über die dann das OLG Düsseldorf entscheiden würde.

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Tönnies prüft Rechtsmittel gegen Kartellamtsspruch

Die Tönnies Unternehmensgruppe teilt mit, dass sie eventuelle Rechtsmittel gegen die heutige Entscheidung des Bundeskartellamts, die geplante Beteiligung der Unternehmensgruppe an der Heinz Tummel GmbH & Co. KG zu untersagen, prüfen wird .

Das Unternehmen wird in einem ersten Schritt die Begründung des Kartellamts eingehend bewerten, um die dann gegebenenfalls möglichen Rechtsmittel zu prüfen. Denn mit der Beteiligung an Tummel geht es Tönnies ausdrücklich nicht, wie teilweise angenommen, um eine Ausweitung der Sauenschlachtung in der Unternehmensgruppe, sondern um die Abrundung der bestehenden Angebotspalette um Schweinehälften.

(Quelle: http://www.schweine.net/bundeskartellamt_toennies_darf_tummel_nicht_uebern.html )

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