Schweine: Top 10 der deutschen Schlachtbetriebe
Marktanalyse: Top 10 der deutschen Schweineschlachtbetriebe 2007
ISN, Damme (11.02.08) - Mittlerweile vereinen die zehn größten deutschen Schlachtunternehmen fast 70 Prozent aller Schweineschlachtungen auf sich, nachdem es im Vorjahr noch 67,7 Prozent waren.
"Die deutsche Schlachtbranche setzte auch 2007 ihren Wachstumskurs unvermindert fort", stellt die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands auf Basis ihrer jüngsten Ergebnisse zu den "Top 10 der deutschen Schweineschlachtbetriebe" fest. Der Konzentrationsprozeß der Schlachtbranche schreitet demnach weiter voran. Die so genannten "Großen Drei" festigten ihre Vormachtsstellung und bilden ein Oligopol mit gut 50 Prozent Marktanteil. Die folgenden sieben Unternehmen kommen zusammen immerhin noch auf einen Anteil von 18 Prozent am deutschen Schlachtschweinemarkt.
Nachdem im vergangenen Jahr mit 53,3 Mio. Schlachtungen beziehungsweise einem erneuten Zuwachs von sechs Prozent ein neuer Rekord zu verzeichnen war, hätten die Schlachtunternehmen sehr unterschiedlich von dieser Entwicklung profitiert. Während auf der einen Seite die Westfleisch eG, Münster (plus elf Prozent) und die B&C Tönnies Fleischwerke, Rheda-Wiedenbrück (plus zehn Prozent) überdurchschnittlich wachsen konnten, entwickelte sich die niederländische Vion Food Group, Düsseldorf (plus vier Prozent) nur unterdurchschnittlich und erreicht nach dem Umsatzrückgang des vorletzten Jahres gerade wieder das Niveau von 2005.
Angeführt werden die "Top 10" auch in diesem Jahr wieder durch die B&C Tönnies Fleischwerke in Rheda-Wiedenbrück. Das Unternehmen konnte den Vorsprung zu den Verfolgern sogar nochmals deutlich ausbauen und schlachtete in 2007 elf Mio. Schweine. Das sind immerhin eine Mio. Schweine mehr als im Vorjahr. Innerhalb von vier Jahren konnten somit die Schlachtungen an den drei Standorten in Rehda-Wiedenbrück, Weißenfels und Sögel um vier Mio. Schweine ausgebaut werden. Als Zweitplatzierter trotzt die Vion Food Group, Düsseldorf dem allgemeinem Wachstumstrend. Mit einer Steigerung von vier Prozent bzw. gut 400.000 Schweinen erreiche das Unternehmen gerade wieder das Niveau aus 2005. Zur Vion gehören die NFZ, Südfleisch, Moksel und die Artland Fleischwaren GmbH. Nichtsdestotrotz bleibe die Vion ein Schwergewicht am deutschen Schweinemarkt, wenngleich ihr Marktanteil geringfügig auf 18,4 Prozent sinkt.
Die Westfleisch e.G., Münster, die mit insgesamt 5,96 Mio. Schlachtungen bzw. 11,2 Prozent Marktanteil unbestritten auf dem dritten Platz liegt, konnte ihr Vorjahresergebnis deutlich verbessern. Diese signifikante Umsatzentwicklung ist - ähnlich wie beim Unternehmen Tönnies – nicht nur auf den "Sondereffekt Schweinepest 2006" - zurückzuführen. Vielmehr scheine es der Westfleisch gelungen, ihre Schlachtungen nachhaltig um fast 600.000 Schweine gesteigert zu haben. In diesem Umfeld taten sich die mittelgroßen Unternehmen im vergangenen Jahr im Gegensatz zum vorausgegangenen Jahr ein wenig schwer. Es sei Ihnen nach den Wachstumsschritten in 2006 im letzten Jahr größtenteils nicht gelungen, ihre Markanteile signifikant auszubauen. Eine Ausnahme davon bilden die beiden Schlachtunternehmen in Garrel, Böseler Goldschmaus und BMR, die leicht besser als der Trend wachsen.