Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Schweine: Überzogene Getreidepreise gefährden Wirtschaftlichkeit

Überzogene Getreidepreise gefährden Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung

Schweine.net (13.08.10) - Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. sieht die Entwicklung an den Getreidemärkten der letzten Wochen insbesondere aber an den internationalen Warenterminbörsen mit zunehmender Skepsis.

Die Ankündigung Russlands, einen Exportstopp für Getreide zu verhängen, führte zu einem rasanten Anstieg der Weizennotierungen an den internationalen Warenterminbörsen. Vergangene Woche schloss die Börse in Chicago im Limit up, d.h. die Notierungen wären womöglich noch stärker gestiegen, die Börse hat jedoch den täglichen Anstieg auf ein Höchstmaß begrenzt. Mittlerweile sind die Kurse wieder gefallen. Die Entwicklungen an den internationalen Börsen beeinflussen auch das reale Getreidepreisniveau.

Die Entwicklungen an den Warenterminbörsen der letzten Wochen werden dabei offenbar nicht durch die tatsächliche weltweite Versorgungslage gestützt. So haben sich nach einer aktuellen Einschätzung der EU-Kommission die extremen Witterungsbedingungen in diesem Jahr bisher insgesamt nicht negativ auf die erwartete Getreideerzeugung in Europa ausgewirkt. Das Gesamtaufkommen dürfte 2010 nach Einschätzung der EU in etwa dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre entsprechen. Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erwartet nicht, dass sich eine Nahrungsmittelkrise wie in den Jahren 2007/08 wiederholen könnte. Die Probleme bei der Weizenernte in einigen wichtigen Exportländern und die daraufhin steigenden internationalen Weizenpreise hätten entsprechende Befürchtungen aufkeimen lassen, erklärte die FAO. Doch in diesem Jahr bleibe der weltweite Weizenmarkt deutlich besser im Gleichgewicht als in den Jahren 2007/08. Daher seien zum derzeitigen Zeitpunkt Befürchtungen einer neuen weltweiten Getreidekrise nicht gerechtfertigt. „Nach zwei aufeinander folgenden Jahren mit Rekordernten sind die weltweiten Bestände wieder soweit aufgefüllt, dass sie den derzeit erwarteten Produktionsausfall ausgleichen können“, betonte die Organisation. Noch wichtiger sei in diesem Zusammenhang, dass die in den traditionellen Weizenexportländern gelagerten Vorräte groß sind. Diese Bestände seien der wichtigste Puffer gegen unerwartete Ereignisse.

Der derzeit an den internationalen Getreidebörsen zu beobachtende Preisanstieg ist daher nach Auffassung der ISN im Hinblick auf die aktuell absehbare Versorgungslage nicht gerechtfertigt. Ähnlich wie 2007 treiben Spekulanten die Preise nach oben. Im Jahr 2007 sind die Getreidepreise in einer ähnlichen Situation im September/Oktober wieder eingebrochen. Aufgrund der aktuellen Niederschläge wird die diesjährige Ernte verzögert, so dass auch die tatsächlichen Erntemengen später bekannt werden.

Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheiten warnt die ISN die Schweinehalter vor dem Abschluss langfristiger Futtermittelkontrakte. Vorsicht ist insbesondere bei überzogenen Preisforderungen angebracht.

Bei den bisherigen Futtermittelpreisen erwirtschaften die Schweinehalter noch eine schwarze Null. Wenn jedoch die aktuellen Getreidepreise und damit auch die höheren Futtermittelkosten bei der Kalkulation berücksichtigt werden, schreiben Schweinemäster wie auch Ferkelerzeuger rote Zahlen.

(Quelle und Ansprechpartner: http://www.schweine.net/ueberzogene_getreidepreise_gefaehrden_wirtschaftli.html)

Bild entfernt.

Wenn der Weizenpreis steigt, werden die Schweine noch etwas billiger

Kassamarkt: Gut laufender Export nach Russland

Die angebotenen Mengen an schlachtreifen Schweinen lassen sich auch weiterhin reibungslos an die Schlachtunternehmen vermarkten. Das Lebendangebot nähert sich nach der hitzebedingten Verknappung wieder den normalen Mengen, denen eine belebte Nachfrage zum Ende der Sommerferien in einigen Bundesländern gegenüber steht. Daher bewegen sich die Preise seitwärts und der erhoffte Preisanstieg bleibt bislang aus.

Vermehrt schlagen wieder Ladungen mit Schlachtschweinen die Richtung nach Osteuropa und Russland ein. Der Export von Schweinefleisch insbesondere nach Russland läuft und die Margen sind dem Vernehmen nach gut.

(Quelle: ISW, Damme)

Bild entfernt.

Terminmarkt: Schweine und Ferkel weiter nachgebend

Bei einem Umsatz von 4 Kontrakten gab der M 12 Index für Schweine heute um 0,12 Cent auf 1,4067 Euro nach. August Schweine gaben um 0,5 Cent auf 1,496 Euro nach und wurden erstmalig unterhalb des aktuellen V-Preises angeboten. Oktober Schweine schlossen minus 1 Cent bei 1,36 Euro.

Am Ferkel Terminmarkt wurden 2 Kontrakte August zu 40 Euro umgesetzt, 50 Cent unter den Kursen des Vortags. Der M 12 Index für Ferkel schloss minus 0,21 Cent bei 39,79 Euro. Juli 2011 wurden um 2 Euro niedriger bei 40 Euro getaxt.

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung