Richard Ebert
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Schweine: Ungebremste Nachfrage im In- und Ausland

Belgische Schweinehalter: „Wir verlieren nicht nur Geld, sondern unsere Courage!“

schweine.net (25.05.09) - Die Vereniging voor Varkenshouders „VEVA“ hat nach der Veröffentlichung eines Berichts der „FOD Economie“ eine eigene Produktionskostenanalyse angefertigt.

Aus der geht hervor, dass die Produktionskosten für ein Ferkel oder ein Schlachtschwein viel höher als angenommen sind. Die belgischen Schweinehalter stellen fest, dass die Berechnungen der Landbauorganisationen und Ministerien die Kapitalintensität der Schweinehaltung, die der kapitalintensivste Sektor im Bereich Landwirtschaft ist, nicht berücksichtigen.

Die Kosten für Investierung sind in den letzten 10 Jahren immens gestiegen. Das sind mehr als 25 Prozent der Gesamtkosten für ein Ferkel und umfassen etwa 20 Prozent der Kosten für ein Schlachtschwein. Außerdem haben sich die Kosten für Gülleentsorgung und Energie fast verdoppelt. Die Lohnkosten für Fremdarbeitskräfte nehmen zu und auch der Bauer selbst muss in Zukunft einen Lohn anerkannt bekommen. Wer arbeitet heute noch für nichts oder den Verlust, fragen die belgischen Schweinehalter.

Alle anderen Sektoren in der Fleischerzeugung erkennen sich selbst eine Marge für gestiegene Kosten zu, nur Landwirte nicht! Auch bei den Landwirten sei eine Marge notwendig, um die gestiegenen Kosten zu decken und um Investitionen in der Zukunft zu tätigen. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich entwickeln. Dafür drängten sich stets Investierungen auf.

Weiter erklärt die "VEVA", dass viele Schweinehalter noch über Jahre die ernormen Verluste der anhaltenden Krise in ihrem finanziellen Kostenplan mittragen müssen. Momentan (2009) produziere der Landwirt noch immer mit Verlust! Darum sei es wichtig, dass allen Instanzen die richtigen Produktionskosten zur Verfügung gestellt würden, mit denen diese dann arbeiten könnten.

Heutzutage könne die Schweinehaltung ihren Stand nicht halten und die Lebensmittelversorgung komme in Bedrängnis. Menschen verlassen den Sektor und es fehle der Nachwuchs aufgrund der Unsicherheit und der Kapitalintensivität. Eine Betriebsaufgabe sei unwiderruflich.

Die "VEVA" erläutert weiter, das System von Nachfrage und Angebot funktioniere nicht mehr. Die Landwirtschaft könne nicht einem völlig liberalisierten Markt ohne Regeln geopfert werden. Ein neues Marktsystem sei erforderlich, basierend auf den Arbeitskosten, ein „Produktionskosten-System“.

Die Landwirtschaft in Vlandern, die verarbeitende Industrie und der Großhandel haben etwa 127.000 Arbeitsplätze. Und darin sind noch nicht die nachgelagerten Bereiche wie Futtermittelproduktion, etc. berücksichtigt. Auf europäischem Niveau sei die Lebensmittelindustrie der größte Arbeitgeber.

Geht die Landwirtschaft verloren, dann folgten in kürzester Zeit die nachgelagerten Betriebe.

(Quelle: http://www.schweine.net/belgische_schweinehalter.html

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Zu Beginn der Woche hält die Suche nach Schlachtschweinen an. Die Stückzahlen nehmen vereinzelt leicht zu, die Nachfrage aus dem In- und Ausland verläuft weiterhin ungebremst.

Aufgrund des guten Wetters verlief der Fleischhandel von Grillartikeln zufrieden stellend. Jedoch tat man sich im Fleischverkauf mit der vollständigen Umsetzung des jüngsten Preisanstieges schwer.

Am Ferkelmarkt nimmt saisonal bedingt das Angebot zu und die Vermarktung gestaltet sich schwieriger. Stützend wirkt der gestiegene Preis für Schlachtschweine so dass hier zu lande stabile Preise zu erwarten sind.

(Quelle: VR Agarberatung)

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Am Terminmarkt gab es bei nur 3 Kontrakten Umsatz und einem Bestand von 509 Kontrakten Verluste zwischen 0,4 und 0,8 Cent der Monate Juni und August. Viele weitere Terminmonate wurden umsatzlos zwischen 0,5 und 1,5 Cent niedriger getaxt.

Der M 12 Index wurde heute auf eine neue Basis umgestellt; der Mai 2009 Kontrakt wurde durch den Mai 2010 ersetzt.

Ferkel: Umsatzlos, Kontraktbestand 192, Index plus 2 Cent auf 49,89 Euro.

Sollte das Wetter in den nächsten Tagen freundlich bleiben und die Exporterfolge anhalten, ist am Freitag dieser Woche mit stabilen bis steigenden Preisen zu rechnen.

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Kein Lohn für wenig Arbeit!?
Die meisten Berechnungen der Deckungsbeiträge sind ja von Beamten erstellt worden und somit ist auch der Lohn ( Entlohnung der Arbeit beim Schwein ) nicht enthalten.
Es sind mindestens 15 ct je Kg als Lohn zu den Produktionskosten zuzurechnen d.h. 1,65 Eur + 0,15 Eur = 1,80 Eur gerechter Schweinepreis.
Ob wir diesen Preis mal erreichen ist noch offen!
Denn ab 1,70 jammern ja die Verarbeiter über zu hohe Einstandspreise.

Schöne Woche allen
Saubauer

sapa
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die Schweine können gerne auf 1,80€ gehen, bin ich voll dafür.
Allerdings müssen unsere Kunden auch bereit sein dieses Preisniveau zu bezahlen.
Und da tun sich Aldi & Co nunmal schwer mit.

Darüber hinaus ist ein Preisniveau in dieser Klasse gleichzusetzen mit
einem Flächenbrand in der Geldbörse wenn das Geschäft spontan einbricht, und bei einer
Vorlaufzeit von meist nur 1-2 Tagen bleibt einem da auch wenig Zeit noch gegenzuwirken (Stückzahlen bremsen, Gefrierbestände reduzieren etc.)
und sowas kann schnell zu einem Verhängnis werden, wenn man da nicht fest im Sattel sitzt.

Wir "Verarbeiter" kochen nunmal auch nur mit Wasser.

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich frage mich nur, wo all die neuen Ställe herkommen, die seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen- immer noch wieder eine Nummer größer. Meistens sind das alles schon Schweinehalter gewesen- investieren die in einem Bereich, wo sie vorher schon kein Geld verdient haben?

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Ackerspezi [#4]

Ich glaube nicht,das alle neuen großen Ställe einem Landwirt gehören. Futterlieferanten und Viehhändler haben schon seit vielen Jahren Betriebe
in denen der LW der Arbeiter ist!

Es gibt in allen Richtungen Kapitalgeber und Investoren.

In meiner Region werden Flächen jeglicher Art von Nichtlandwirten gekauft! Unland, ehemalige Steinbrüche zu überteuerten Preisen von Industriellen Rechtsanwälte kaufen Ackerflächen, Steuerberater kaufen Wälder und Schafweiden.

Wo wird das noch enden!?

fisch12
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Saubauer2 [#5]

Ich glaube nicht,das die Anwälte und Steuerberater in Ställe investieren.
Grund und Boden ist doch wohl im Moment die einzige sichere Geldanlage.
MFG

Mona Lisa
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ fisch12 [#6]

Alles ist relativ. Bei den Dänen ist nicht mal mehr der Boden eine sichere Anlage....

JBH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Mona Lisa

warum ist bei den Dänen der Bodenwert nicht sicher; kommt bald viel Land zum Verkauf ? Hast du Quellen?

JBH

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