Richard Ebert
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Schweine: V-Preis im Spätsommer 2010 um 8 Cent unter dem von 2009 ?

Mindestlöhne: Dänen lassen zunehmend in Deutschland schlachten

Topagrar.com (31.07.09) - Die Dänen lassen ihre Schweine zunehmend in Deutschland schlachten, weil die Löhne hier viel niedriger sind. Die Fachkräfte in dänischen Schlachthöfen erhalten Stundenlöhne von rund 20 Euro. In deutschen Schlachthöfen werden hingegen nur fünf bis neun Euro pro Stunde gezahlt.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=view&id=12628&Itemid=520)

Kassamarkt: Knappes Angebot verhindert Preisrückgang

Mit 1,56 Euro blieb der Auszahlungspreis heute unverändert. Wie schon in der vergangenen Woche konnte sich das begrenzte Angebot gegenüber dem schwachen inländischen Fleischverkauf durchsetzen und einen von den Schlachthöfen geforderten Preisabschlag verhindern.

Obwohl die Schlachtbetriebe nur das nötigste schlachten, sind die vorhandenen Stückzahlen nur knapp bedarfsdeckend. Die Lebendexporte nach Polen sind weiterhin umfangreich und werden durch den wieder erstarkten Zloty noch verbessert.

In den kommenden Wochen könnte sich der Schlachtschweine Markt durch den Monatsbeginn, Urlaubsrückkehrer und die günstigen Wetteraussichten wie so oft Anfang August neue Impulse bekommen.

(Quelle: VR Argarberatung)

Bild entfernt.Terminmarkt: August Schweine plus 3 Cent

Aufgrund des für mache Beobachter unerwartet stabilen V-Preises kam es an der Eurex für August Schweine zu einem Kursanstieg um 3 Cent auf 1,57 Euro. Der September zog um 1,5 Cent an, der Oktober wurde unverändert gehandelt. Umsatz: 16 Kontrakte.

Entgegen des Aufwärtstrends der nahen Monate gaben die Monate Juni bis Dezember um jeweils 2 Cent nach (siehe auch Text und Grafik unten).

Zum Börsenschluss notierte der M 12 Index für Schweine um 0,04 Cent auf 1,4446 Euro niedriger.

Am Ferkelmarkt kam es zu einem Umsatz von 2 August Futures zu 46 Cent. Die Börse gab einen Schlusspreis von unverändert 45,50 Euro bekannt. Index unverändert 46,29 Euro.

Wo steht der Preis in einem Jahr ?

Die folgende Grafik zeigt als schwarze Linie die seit Februar in einem Seitwärtskanal verlaufenden Kurse für September Schweine zur Lieferung in etwa 7 Wochen.

Die rote Linie zeigt den Kursverlauf für Schweine per September 2010, exakt ein Jahr später. Diese sind in den letzten Tagen um etwa 6,5 Cent auf ein Jahrestief bei 1,46 Euro eingebrochen.

Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass am Markt aktuell für den kommende Spätsommer nicht etwa eine Knappheit mit Wunschpreisen von 1,80 Euro erwartet wird, sondern ein Niveau, dass noch einmal um gut 8 Cent unter den Spätsommerpreisen dieses Jahres erwartet wird.

Wer hat recht, die Optimisten mit den prognostizierten niedrigeren Beständen und Angeboten und der weiterhin hohen Nachfrage oder der Terminmarkt, an dem September Schweine 2010 bereits zu 1,51 Euro angeboten werden ?

Vielleicht können das die Experten im Forum beantworten ?

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
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@Herr Ebert
Was sagen die Experten?
Ich würde sagen "Kaffeesatzleserei".

Es wird nächstes Jahr ja keine Schlacht/Zerlegebetriebe mehr geben; ausserdem werden alle Schweine wegen der möglichen Übertragung der Schweinegrippe gekeult; und 42 mill. Deutsche werden die angenehmen Leistungen des Staates in Anspruch nehmen; und zu guter letzt wird die Erde in einer Apokalypse lt. des Maya-Kalenders untergehen...

Kurzum:
Wir wissen nicht einmal; was uns die Jahreswende bringt.
Nur eines ist sicher:
Die Landwirtschaft wird nicht der Gewinner sein...
Vor zwei Jahren kostete Weizen um diese Zeit 23 Euro; ein Wahnsinnshype; letztes Jahr 18 Euro; eine "Stabilisierung" auf hohem Niveau; dieses Jahr werden die Ackerbauern froh sein; wenn es 10,5 Euro für Futterweizen ausserhalb Süd-Oldenburgs geben wird; und damit erreichen wir einen historischen Tiefsstand....
Wer hätte das gedacht..

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#2]

Und wer hätte vor drei Jahren gedacht dass der Weizen ein Jahr später 23 Euro kostet?
Und wer hätte am Mittwoch gedacht dass die Schweine Freitag unverändert machen?
Man kann aber auch alles schwarz malen....

MfG
Speedy

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Speedy
Ich mal garnichts schwarz.
Aber wer kann denn heute schon sagen was Montag los ist?

Zumal wir in einer "Unsicheren" Zeit leben.
Die Verbraucher an sich haben nicht viel Geld; trotz dessen ist sehr viel Geld im Umlauf; welches nicht durch die Wirtschaftsleistung gedeckt ist und Rendite fordert.
Dann kommt das Lemminge-Verhalten; und schon sieht die Lage anders aus.
Momentan ist es m.E. so; dass (wahrscheinlich) gegen Jahresende mehr Investoren aus den allgem. Wertpapierhandel aussteigen und sich andere Märkte suchen.
Der Rohstoffmarkt ist einer dieser Zukunftsmärkte.
Den Rest kannst du dir denken.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
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@ Muehlenbach [#2]

Ich würde sagen "Kaffeesatzleserei". - Wir wissen nicht einmal; was uns die Jahreswende bringt. - Aber wer kann denn heute schon sagen was Montag los ist?

Na vielen Dank. Wenn die Mäster alle so wie Sie argumentieren und sowieso alles als Zufall, Glaskugelprognose und Kaffeesatzleserei ansehen, wird mir klar, dass sie direkt auf eine finanzielle Katastrope zusteuert.

Oder gibt es hier auch kaufmännisch denkende Unternehmen, die zum Beispiel ihre Investitionen nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nach ihrer eigenen auf Fakten aufbauenden Berechnungen Entscheidungen trifft wie Kosten für Ferkel, Futtermittel, Energie, Mitarbeiter oder die erwarteten Preise für Schweine, auch im kommenden Jahr ?

Für den Fall: Good Luck !

So oft wie dieser Beitrag gelesen wurde, hätte ich schon etwas mehr an Resonanz erwartet.

Oder wird die negativen Erwartungen lieber der Kopf in den Sand gesteckt ?

Bild entfernt.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Herr Ebert
Ich dachte immer; Sie kennen die Bauern lange genug.
Die denken niemals kurzfristig; sondern in Zeiträumen von 10/20 Jahren.
Zudem rechnen 90% der Betriebe keine Stundenlöhne;( ausser Grossbetriebe mit Fremd-AKs sowie Genossenschaften) keine Verzinsung des Eigenkapitals( egal wo; denn wenn ich nehmen wir mal an 3% beim Ackerbau je ha nehme; und einen Eigenkapitalwert von 30000 Euro/ha Eigenland habe; nichtmal bei Pachtland ist das möglich...)...

Wenn ich Kaufmännisch denken müsste; dann sollte ich meine Schweineställe schleunigst umbauen in Altenheime; die Rendite ist bedeutend besser.
Wer kann denn heute noch alles was man macht Unternehmerisch nennen?
Die ganze Industrie ist den Bach runter gegangen; weil die Gewinne gemacht haben; die nie existent gewesen sind.
Alles Virtuell.
In der Landwirtschaft dagegen ist rein garnichts virtuell; man kann alles Anfassen.

Und so kann ich nicht sagen; wo wir in einem Jahr sind.
Vielleicht bekommen wir mal die Pest; vielleicht kaufen die Cinesen alles Futter dieser Welt; wobei wir dem nichts entgegen zu setzen haben; weil wir eine Demokratie haben; die diskutiert anstatt anpackt ( bitte nicht falsch verstehen..)

In 2007 haben alle Anzeichen darauf gedeutet; dass wir ein Jahr brauchen; um gemäss dem Schweinezyklus die Kosten gedeckt zu bekommen.
In 2008 hatten wir das ganze für ungeschlagene drei Monate.
Aber wir sind noch nicht bei den Höchstpreisen angekommen; weil es den Markt so wie er sein sollte anscheinend nicht mehr gibt; auch den Schweinezyklus als solches gibt es in dieser Globalisierten Welt nicht mehr.
Heute wird unser Gewinn/ Verlust dadurch entschieden; ob in Polen Fleisch gegessen wird oder in China irgendeine Schweineseuche ausgebrochen ist.

Warum aber stallen die Landwirte denn nun überhaupt wieder ein; wenn ich wirklich Unternehmerisch rechne; bekommen ich lt. Börse; wenn es mit top Leistungen läuft; vielleicht die Festkosten gedeckt; nicht mehr.
Warum?
Vielleicht weil es manchmal anders läuft als man denkt....

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#6]

Die ganze Industrie ist den Bach runter gegangen; weil die Gewinne gemacht haben; die nie existent gewesen sind.
Alles Virtuell.
In der Landwirtschaft dagegen ist rein garnichts virtuell; man kann alles Anfassen.

Ich kann den ganzen Beitrag nur unterstreichen.
Genau obiges Zitat macht den Unterschied.

In der Landwirtschaft herrschen ganz andere Denkstrukturen. Ich weiß, daß diese oft von Bänkern/Brokern/Spekulanten/Beamten/Beratern/Wirtschaftswissenschaftlern etc. belächelt werden.
Hierzu zähle ich natürlich auch einen ganz großen Teil unserer Berufskollegen, die jegliche Bodenhaftung verloren haben.

Und irgendwann im Laufe der Geschichte wird es wieder eine Zeit geben, wo man nicht aus (virtuellem) Kapital wieder weiteres Kapital schaffen kann. (Ich muß gestehen, daß ich vor einem halben Jahr gedacht hatte, es wäre bald soweit.)
Dann werden unsere Denkweisen wieder in sein, denn unser Kapital kann man anfassen.

henning lutz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

WEISS jemand die spanne vom 31,07,09 ?

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ henning lutz [#8]

Ohne Spanne.

MfG
Speedy

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#5]

Zur Zeit ist es doch sehr anstrengend sich auf nur einen Produktionszweig zu vertiefen.Die Märkte sind wie Mühlenbach schon schrieb nicht mehr logisch nachvollziehbar !

Die Stabilität der LW Betriebe kommt meiner Meinung nach aus der Vielfältigkeit der Einnahmequellen hervor.

Viele Betriebe betreiben Ackerbau und Viehhaltung,einige sogar Rind und Schwein. Dann PV oder Biogas / Landschaftspflege / Waldbewirtschaftung / Lohnarbeiten / Schnee räumen uvm.

Heute kommt der letzte Raps vom Feld. Erträge auf über 45 dt je ha (40 - 50 BP) ist neuer Rekord.

MfG
Saubauer

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