Schweine: V-Preis minus 5 Cent ? / Fette Bäuche bringen Minuspunkte
Fette Bäuche, magere Erlöse - Viele Indexpunkte können Sie nur mit guten Bäuchen erreichen
Topagar.com (26.08.10) - Fette Bäuche bringen Minuspunkte bei Klassifizierung und Erlös. Martin Breuer, Berater beim Erzeugerring Westfalen, gibt Tipps, wie Mäster gegensteuern können: Mastschweine mit fetten Bäuchen verderben Mästern den Spaß an der Arbeit, da der Erlös einfach nicht passt. Gute 11 € Erlösunterschied pro Schwein stecken zwischen einem mageren Grill- und einem fetten Wurstbauch. Das kann den Unterschied zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Mästern ausmachen. Wenn dann noch teures und energiearmes Futter die Kosten erhöht, sind Betriebe mit schlechtem Bauchfleischanteil chancenlos beim Wettstreit um die vorderen Plätze im Kollegenkreis.
An erster Stelle steht die Genetik, vor allem auf der Eberseite. Wenn die Sauenherkunft kein Garant für magere Bäuche ist, muss ein entsprechend trockener und langer Eber ausgewählt werden. Das Siegel "Top Genetik" allein reicht nicht aus. Denn Eber mit überragenden Zunahmen eignen sich kaum, den Bauchfleischanteil des Mastschweins zu erhöhen.
Zweiter Ansatzpunkt ist die Fütterung. Rationieren der Börge in der Endmast hilft, darf aber nicht übertrieben werden. In Betrieben mit Breiautomaten oder Sensorfütterung ist eine Rationierung nur begrenzt möglich.
Eine gute Proteinausstattung in der Vormast sowie schmackhafte Komponenten legen das Fundament für gezielten Muskelansatz.
Kontraproduktiv wirkt eine Endmastdiät, die auf faserreiche Komponenten setzt. Tageszunahmen und Futterverwertung leiden bei Energiegehalten von 13,0 MJ ME und weniger. Höhere Futterkosten und schlechtere Mastleistung führen zu steigenden Produktionskosten, ohne dass eine Verbesserung des Bauchfleischanteils sicher ist.
Ob durch Absenken des Schlachtgewichts die Qualität der Bäuche steigt, sollte man anhand der Schlachtprotokolle auswerten. Wenn der Bauchfleischanteil in den leichteren Schlachtgewichtsklassen nicht deutlich besser ausfällt, lohnt sich der Verzicht auf Gewicht nicht. Hilfreich für die Analyse ist das Infosys-System der IQ-Agrar.
Bei niedrigen Schlachtgewichten ist die Gefahr groß, dass Abzüge aufgrund zu leichter Lachse den Zugewinn beim Bauch kompensieren oder sogar übersteigen. Schweine mit durchgängig fetten Bäuchen sollten daher eher schwerer als leichter gemästet werden.
(Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 34/2010)
Die Schlachtgewichte der beiden letzten Wochen lagen noch nicht vor
Kassamarkt: Großes Angebot belastet den Markt
Das große Angebot schlachtreifer Schweine belastet den Markt. Zunehmend wird eine vollständige und zeitnahe Vermarktung schwieriger.
Der Fleischabsatz gestaltet sich ruhig und Fleischverkäufer rechnen mit Preiszugeständnissen bei den Preisverhandlungen. Saisonal ist mit einer weiteren Zunahme der Stückzahlen in den kommenden Wochen und Monaten zu rechnen.
(Quelle: VR Agrarberatung)
September Schweine wurden heute um 8 Cent unter dem aktuellen V-Preis gehandelt
Terminmarkt: Minimal leichter
Am Schweine Terminmarkt in Frankfurt wurde heute ein Kontrakt September zu 1,42 Euro gehandelt, 1 Cent niedriger als am Vortag. Der M 12 Index gab um 0,04 Cent auf 1,3948 Euro nach.
Ferkel blieben umsatzlos, M 12 Index unverändert 39,81 Euro.
Was könnte morgen kommen ?
Die während des Tages eintreffenden Meldungen deuten auf einen starken Preisrückgang bei der morgigen Notierung hin. Das deutschlandweite Angebot an Schweinen ist wieder auf mehr als eine Million Stück pro Woche gestiegen und viel zu groß für das enttäuschende Fleischgeschäft. Das Wetter verhindert Grillfeste, die Urlaubsrückkehrer kaufen nicht wie erhofft, der Monatsbeginn sorgt nicht für Nachfrage und der Export bleibt unsicher.
Marktteilnehmer gehen morgen von einem Preisrückgang um 5 Cent auf 1,45 Euro, einzelne schließen aber auch noch deutlich niedrigere Preise nicht aus.
Sollte morgen ein Minus von 5 Cent veröffentlicht werden, ändert sich die rote Prognoselinie um 5 Cent nach oben, da saisonal in dieser Woche ein "unverändert" zu erwarten war.
@ [#1]
Die Grafik mit den Schlachtgewichten wurde um die beiden fehlenden Wochen ergänzt. Sie liegen optisch noch niedrig, doch erstmalig seit 7 Wochen leicht über denen der jeweiligen Vorjahreswoche.