JBH
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Schweine: V-Preis sollte vier Wochen nicht festgestellt werden
Schweine: Notierungs - wirrwarr
Ich bin dafür die Notierung für 4 Wochen auszusetzen! Was sollen wir momentan damit. Lasst uns doch telefonieren, ich glaube wir werden überrascht sein was plötzlich möglich ist!!
JBH
Geschrieben von JBH
am
Genauer bitte!
Der Rückgang der Notierung in diesem Masse war nich gerechtfertigt. Die Stückahlen für den Lebendexport gingen zurück weil wenig da waren. Wenn die Notierung ausgesetzt würde, kämen bestimmt nicht solche Abschläge zustande. Der Konkurenzdruck würde sich erhöhen.
JBH
Nachsatz: Die Notierungen in D haben eine Leitfunktion in der EU und wenn der Hebel für unseren Freund Tönnies beschnitten wird hätte seine Druckpolitik auf den Schweinemarkt vieleicht nicht ganz so grosse Auswirkungen.
JBH
Der Schweinemäster wechselt nicht gerne seinen Marktpartner. Manchmal ist das gut so; aber wie heisst es: Auch andere Mütter haben schöne Töchter...
Der Export läuft nur bis zu einem gewissen Preis; darüber hinaus wird dieser Uninteressant. Heisst: Mit 60%er und 95 kg können die nicht viel anfangen bzw. sind diese zu teuer ( weil die Schlachtmasken im Gegensatz zu den "einfachen" Lebendexportkonditionen mehr bringen; theoretisch zumindest..). Also müssen wir dieses Jahr umdenken.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sind dieses Jahr Ferkel teuer und Futter in Relation "billig".
Heisst; war es im vergangenen Jahr richtiger; die Schweine mit max 92 kg SG abzugeben; können diese nun ohne weiteres auf 110 kg SG gefüttert werden; da sich die Maske im Lebendexport nicht verschlechtert; und die Konstante Ferkel sich ohne am Ende teurer zu werden ( im Gegensatz zum Futter; welches das Schwein am Ende mehr braucht..)auf mehr kg verteilt wird.
Zudem haben wir dieses Jahr nicht die Probleme; "Gewinne" zu vermindern zum 30.06.; weil eh keine da.... Zudem werden die Ferkel in Relation zum Schweinepreis dieses Jahr immer zu teuer sein.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ [#1]
Ich bin dafür die Notierung für 4 Wochen auszusetzen! Was sollen wir momentan damit. Lasst uns doch telefonieren, ich glaube wir werden überrascht sein was plötzlich möglich ist!!
Das liest sich für mich so: 'Wir drücken alle die Augen fest zu, dann sehen wir die Wahrheit nicht'.
Die Notierung wird in einer Telefonkonferenz der Roten und Grünen Seite festgestellt. Gibt es diese nicht mehr, werden andere Preise festgestellt. Welcher Preis wird sich als repräsentativ durchsetzen ?
- Internet Schweinebörse Nordwest (Umsatz: 600 pro Woche) ?
- Terminkurse der RMX / Eurex ?
- Der Mästerpreis durch eine Umfrage von JBH in einer Telefonkonferenz ?
- Der Schlachtbetriebe-Preis der drei oder vier großen Abnehmer am Markt ?
Jetzt bin ich auf viele Meinungen ganz gespannt.
@ Richard Ebert [#6]
Kleine Korrektur: an der besagten Telefonkonferenz nehmen KEINE Teilnehmer der roten Seite teil!
Zu Ihren Alternativen:
-Internet Schweinebörse orientiert sich ebenfalls am Vereinigungspreis, scheidet aus.
-Terminkurse werden meiner Meinung auch von der momentanen Vereinigungspreissituation beeinflusst, scheiden auch aus.
-Umfrage JBH nicht machbar.
-Ihre letzte Alternative wird genau die sein, auf der es in Zukunft meiner Meinung nach hinauslaufen wird.
Zum Teil besteht diese "Preisfindung" bereits heute (Hauspreise).
Und das was hier mehrfach angeführt wurde kommt hinzu: Früher freute man sich große, leistungsstarke Schlachtbetriebe in D zu haben, heute wird man von deren Marktmacht immer weiter abhängig.
Dänische Verhältnisse, wir kommen mit grossen Schritten.
MfG
Speedy
Teilweise hat Speedy Recht.
Der heutige Vereinigungspreis ist nur eine "Preisfeststellungshilfe".
Der tatsächliche Auszahlungspreis variiert enorm.
Dieser ist abhängig von der Maske; Händler; Schlachthof; Ablieferungszeitpunkt ( bei mir gibt es regelmässig "Dienstagszuschläge..)
Die Internetbörse kann man auch nicht hinzuziehen; weil auch dort weiss man den Abnehmer nicht.
Nicht umsonst steht bei den Angeboten "Nicht mit Schlachtbetrieb xy".
Interessant wäre die Internetbörse wenn es nach Lebendgewicht ab Waage gehen würde; ich glaube dann würden massenhaft Schweine verkauft werden; weil es dann eine reelle; vergleichbare Auktion wird.
Von meiner Seite würde ich das Handeln nach alter Kaufmannssitte bevorzugen; quasi das was die Viehhändler heute schon machen.
Denn manches mal; wenn der Vereinigungspreis stehen gebleiben ist; und die Nachfrage nach Schweinen enorm ist; und alle Welt sich fragt; warum; dann ist es in vielen Fällen der Handel; der sich zu dem Zeitpunkt die Gelder von den Abnehmern wiederholt; die durch "Hauspreisaktionen" wie z.Zt. kaputt gemacht wurden.
Aber eines ist ganz sicher:
Derjenige; der grosse Schweinepartien gleichwertiger Qualität und das kontinuierlich hat und auch flexibel ist; und nicht ständig schiebt; der bekommt schon heute deutlich mehr als andere.
Nicht unbedingt als "Aufschläge"; sondern in Form von sehr dehnfähigen Masken...
Nur Grösse zählt.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Mühlenbach #8
Es ist wohl so, wie Du es beschreibst. Was ich kritisiere ist, dass die "Grüne Seite" den ZMP-DBV Schweinepreisvergleich nicht richtig unterstützt hat. Hier wäre ein Instrument gewesen, die Abweichungen vom Vereinigungspreis nach Abnehmer transparent zu machen. Man hätte auch die Möglickeit gehabt, die Auszahlungsleistung der Viehvermarkter den EZG`s gegenüber zu stellen. Allerdings hatte ich nie das Gefühl, dass dies wirklich gewünscht ist, da ja jeder meint seine Schweine am Besten zu verkaufen und dies nicht öffentlich machen will. Mir soll es egal sein. Ihr spart nach ZMP-Ende 0,5 Cent pro Schwein und dürft nun für solche Auswertungen extra Geld zahlen. Auch hier gilt: Nur die Grösse zählt, denn der, der es sich leisten kann, zahlt für Informationen und hat den Vorteil.
Gruß
MissPiggy
Danke für die Antworten auf meinen Beitrag
@ [#7]
Ihre letzte Alternative wird genau die sein, auf der es in Zukunft meiner Meinung nach hinauslaufen wird.
Zum Teil besteht diese "Preisfindung" bereits heute (Hauspreise).
Das bedeutet in Klarsprache, dass bei der von JBH gewünschten Aussetzung des künftig statt des von der Grünen Seite veröffentlichten V-Preises ein wöchentlicher H(aus)-Preis der roten Seite veröffentlicht wird, weil alle anderen Alternativen nicht in Frage kommen. Frei nach dem Motto: 'Bauer, friss oder stirb' ?
@ alle
Wie ermitteln unsere Nachbarländer, z.B. die Niederlande und Frankreich ihre Preise ? Geht es dort gerechter zu als in Deutschland ?
@ Richard Ebert [#10]
Warum soll denn der V-Preis nicht gerecht sein für die Deutsche Landwirtschaft.
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (http://www.vezg.de) meldet den Preis den Sie warten für die kommende Woche erzielen zu können.
Also im Klartext, es setzten sich die EZG's zusammen (deren Anteilhaber Landwirte sind) tauschen "Marktinformationen" aus und hohlen Informationen (Rote Seite) ein, und setzten darauf hin einen Preis fest. Schreiben also somit quasi der roten Seite einen Verkaufspreis vor den die Schlachter akzeptieren (müssen/wollen). Welchen die Rote Seite schmackhaft(+) machen kann (zB in dubiosen Dienstagszuschlägen lt. Mühlenbach) oder auch mal (-) mit einem Hauspreis korrigieren muss, weil das Geschäft sich nicht so darstellt wie der VEZG das meint.
Ich frage mich wo in unserer Marktwirtschaft gibt es ein gesünderes Modell als in der Schweinemast für den Erzeuger/ Landwirt? Aber warum nun setzt die VEZG nicht einfach einen höheren Preis fest? weil die EZG's ja wissen sollten das die Mäster im Moment nicht rentabel arbeiten können, sieht man mal von etwaigen Flächensubventionen ab und anderen in der Vergangenheit erhaltenen Vorteilen. (wie zB. die PLH für Fleisch in 2008 welche der Staat mit ungefähr 25M€ Subventioniert hat, welche auch voll beim Landwirt angekommen sind, und erst einmal den hohen Schweinepreis ermöglicht hat im Herbst)!
Schaut man zB. mal zur Automobil Industrie, die schreiben Ihren CoParts Lieferanten (Armaturkonsolen, Sitzbänke etc) die Preise vor zu dem Sie liefern dürfen. Jetzt hat diese Industrie ein Problem und viele Tausend Arbeitsplätze sind in Gefahr.
Die alternative die wir dazu haben, ist das es tatsächlich einen Schlachtbetrieb Hauspreis (je Schlachthof) gibt. Dieser würde dann dem Absatz entsprechen. Mit Sicherheit eine gelungene Sache für den Schlachtbetrieb, vielleicht auch für den Landwirt. Da der Schlachthof den Preis rausgibt den er bereit ist zu zahlen, dann kann der Landwirt entscheiden liefere ich zu A oder zu B, oder warte ich noch. Wenn der Schlachthof mehr Mengen brauch um kurzfristige Spitzen zu decken muss er halt mehr zahlen.
Oder sollte der LEH einen Preis festsetzen, für das kg angelieferte Fleisch? das wäre dann für den Landwirten, Schlachter und Zerleger schlecht.
Ich denke alles in allem ist das Modell schon gelungen, jedoch im Moment läuft das ganze System nicht rund. Man geht ja davon aus das auch die EZG Geld und Gewinne realisieren will, daher geht meine vermutung dahin, das die EZG's untereinander nicht grün sind da dieser Verdrängungswettbewerb der im Moment herrscht nicht allein von den Schlachtern betrieben wird. Es geht im endeffekt ja allen nur um den Gewinn von Marktanteilen. Auch den EZGs.
Ich bin mir nicht sicher ob man unbedingt was an der Preisfindung ändern sollte. Ich finde nur das die Notierung Marktgerechter stattfinden sollte.
In dem Sinne
mfg
sapa
Zur Beantwortung der oben gestellten Frage diese Antwort:
Welcher Preis wird sich als repräsentativ durchsetzen ?
Antwort:
[I]- Der Schlachtbetriebe-Preis der drei oder vier großen Abnehmer am Markt.
Warum:
diese Betriebe bedienen schon heute die Großen im LEH bzw. Discount und haben alle notwendigen - auch logistischen - Voraussetzungen.
Reden wir doch einmal über EU-Basisverordnung 178, IFS und QS...
Gern erwarte ich Ihre Meinung.
MfG
Berrendorf05
@ berrendorf05 [#12]
Ich geb Dir vollkommen recht, die Großen haben alle logistischen Vorraussetzungen um den Preis nach ihrer Nase zu bestimmen. Neu ist nur, daß ganz offen über das gemeinsame Vorgehen geredet wird. Und da glauben einige immer noch, daß der Markt den Preis bestimmt.
3 oder 4 Macher bestimmen wo es langgeht .
Gruß Paul
@sapa
Welche EZGs legen den Preis fest?
Mir alle hier bekannten EZGs ´sind mehr oder minder an irgendwelchen Schlachtbetrieben beteiligt.
Und da schliesst sich der Kreis.
Oder sind die; die irgendwelche direkte Mitgliedschaften haben an der Preisfindung ausgeschlossen?
Aber egal; indirekt wird der Preis doch heute schon vom LEH festgesetzt; sprich durch Vorkontrakte mit den Verarbeitern.
Dann kann es mal Schwankungen nach oben geben; weil der Export sehr gut läuft; und dann kommen die Schwankungen nach unten; weil in sehr guten Nachfragezeiten am LEH-Preis nicht gerüttelt wird und somit die Jahresspanne erzielt werden muss.
Auf Deutsch:Preis vom LEH minus Verarbeiter/Schlachter/Logistik=Preis für die Landwirte.
Das ist allerdings alles hinlänglich bekannt.
Worauf ich hinaus will ist der Umstand; dass die "Einkäufer" der Schlachtbetriebe ihrer Visitenkartenbezeichnung garnicht würdig sind sondern "Disponenten" vielmehr das bessere Wort ist.
Die EZGs und grossen Viehhändler haben alle Kontingente ( zu 80%) bei den Schlachtbetrieben; und diese sind zu liefern bzw. abzunehmen.
Dafür gibt es dann Preis x.
( deshalb suchen die Viehhandelsbetriebe auch z.Zt. dringend Schweine; weil die ihre Mengen nicht zusammenbekommen).
Interessanter íst wie ich schon seit ewigkeiten Rede der Lebendpreis.
Das ist der einzig wahre vergleichbare Parameter v.a. in Europa.
Die Zeiten; als es in Deutschland nur 77% gab und wir magere Schweine brauchten; sind endgültig vorbei.
Denn das ist fair; damit kann man rechnen; und der Landwirt weiss schon morgens an der Waage; ob er Geld verdient oder nicht.
Nur da die Maskenvielfalt inzwischen in der Anwendung dem Deutschen Steuerrecht ebenbürtig ist; ( was auf die Gesamt-Welt bezogen 80%! der Welt-Gesetze in Anspruch nimmt..) und die Abnehmer in der Mehrzahl sind wird dieses nicht kommen.
Und so tingeln wir weiter; mit der Preisfeststellung am Freitag; wobei bei einigen der neue Preis schon am Dienstag gillt; bei anderen am Mittwoch; wiederum bei anderen am Donnerstag und damit wie alles andere die Absichten der Preisfindungskommission ( Freitag bis nächsten Donnerstag) schon lange unterlaufen haben.
Im Übrigen gillt bei vielen EZGs schon der zwei-Wochen Durchschnittspreis; was heisst; dass der Preis am Freitag eigentlich sinken muss; weil die sonst zu stark zuzahlen müssten...
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#14]
"Welche EZG's melden?"
- Dieses Geheimnis würde ich auch nur zu gern kennen
"Mir alle hier bekannten EZGs ´sind mehr oder minder an irgendwelchen Schlachtbetrieben beteiligt."
- Es gibt doch sogar mind. eine EZG die Schlachthof + EZG in einem ist. Die schreiben sich quasi den eigenen Einkaufspreis vor, herrlich. (Raum Osna.)
Na klar schreibt der LEH indirekt den Preis fest, denn der LEH sagt, ich will Fleisch kaufen, erzähl mir nix von ZMP oder Erzeugerpreisen oder was auch immer. (Mach nicht deine Probleme zu meinen.... / auch ein schöner Spruch).