ZMP_GmbH
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7 Jahre 7 Monate
Schweine: V-Preis vom 12.05.2021
Der V-Preis ist 1,46 € ( + 0,04 Cent )
Die Spanne beträgt 1,42 € - 1,50 €
Viele Grüße
Ihre ZMP GmbH
Geschrieben von ZMP_GmbH
am
Geht doch!
Preiszuwachs von +4 ct/kg. Immerhin!
- trotz einer Steigerung der Schlachtzahlen zur Vorwoche um mehr als 100.000 Schweine; Aber: der Ausfall in der Vorwoche bedurfte dringend eines Ausgleichs.
- trotz Ausfall eines Schlachttages in der lfd Woche, Aber: Vatertag ist Grilltag und das verlängerte Wochenende bei etwas wärmeren Wetter belebt die Nachfrage
+ die Voranmeldungen liegen niedrig
+ Die Kühlhausvorräte sind unterdurchschnittlich für die Jahreszeit.
+ das kommende Lebendangebot wird sich weiter im begrenzten Rahmen halten
+ das (Grill-)Wetter kann nur noch besser werden; die Eisheiligen fallen in diesem Jahr aus.
- - - und immer daran denken: die ASP bleibt in erreichbarer Ferne
+ + + vorsichtig, aber optimistisch bleiben
meint der Läufer
Und, auch wenns keinen interessiert:
+ die Futterkosten sind explodiert !!
+ die gesetzlichen Auflagen nehmen ständig zu, ohne finanziellen Ausgleich
+ trots Grillwetter am Vatertag und verlängerten Wochende dürfen die Tiere versorgt werden, ohne Feiertags- und Wochenendzuschläge
aber was schreib ich....
hoffen wir das sich das irgendwann wieder lohnt, derzeit haben wir im Verhältinis zu den 1,19 im Wnter reell auch nur 1,30 ....
und bezüglich ASP ist immer noch alles blockiert....
Gruss
Hanna
Mal Konkret
Überschlägige Rechnung:
Erlös 96 kg SG x 1,46 €kg = 140 €
Kosten:
Bestandsergänzung im Jan/Febr.21 25 kg Ferkel frei Stall 30 €
Mischfutterkosten: 96 kg LG-Zuwachs * 2,8 FV * FMPreis 28 €/dt = 78 €
sonst Veränderl.Kosten (TA Med Vers Wasser Strom usw) 15 €
Zwi Su Var. Kost 123
DkfL 17 €
Gebäudekosten bei 2,8 Umtrieben 14 €
Entlohnung der Arbeitszeit von 0,3 AKh 9 €/AKh
Was kostet die Gülleverwertung im Falle von betrieblichen Überschüssen? Was ist Gülle wert?
Das übliche frustierende Ergebnis
meint der Läufer
Güllekosten zwischen 10 (sehr günjstig) und 15 Euro pro cbm.
Ferkelkosten bei geschlossenem System, da fange ich gar nicht erst an .......
Ein Ferkel hat bei mir mit 25kg ohne Mwst 44 Euro im Stall gekostet.Gehen nächste Woche die ersten raus!
Mal grob vorrechnen
Kosten für ein 25 kg Ferkel bei 28,5 Ferkel je Sau u. Jahr
Jungsau 0,4 * 300 € => 120 € /Sau 4,21 €
Futterkosten Sau 12 dt * 27,50 €/dt = 330 € 11,58 €
Ferkel: 0,40 dt/Ferkel * 37,50 €/dt 15,00 €
Besamung, TA, Med, Hygiene 85 € je Sau 2,98 €
Energie, Wasser, Kleingeräte Gülle 110 €/Sau 3,86 €
TSK Verlustausgleich 28,50 €/Sau 1,00 €
ZwiSu Var Kost 38,63 €
Jährliche Stallkosten: 300 €/Sau 10,53 €
Lohnansatz: 11,5 AKh zu 20 €Akh = 230 €Sau 8,07 €
Zusammen: 57,23 €
abzüglich Altsauenerlös: 0,4 * 165 € = 66 € - 2,31 €
rd .55 €
Jetzt muß man schon an vielen großen und kleinen Schrauben drehen, um zu günstigeren Produktionskosten zu erzeugen.
Auf Lohn- und Stallplatzkosten zu verzichten, geht auf Dauer nicht.
meint der Läufer
Grob sollte man nicht rechnen!!!
Vollkosten der Durchschnittsbetriebe liegen bei ca. 70, 00 € je Ferkel - bei 28 kg.
70 € Ferkelkosten bitte vorrechnen
Bei 28,5 Ferkel je Sau und Kosten von 70 € errechnen sich 1.995 Kosten je Sau und Jahr. Dann sollte man die Finger davon lassen..
Die 10 jährige Betriebszweigauswertung der Ferkelerzeugung mit durchschnittlichen Verkaufsgewichten von 28 kg ergibt durchschnittliche variable Kosten von 1.117 € je Sau und Jahr bzw 39,21 €/Ferkel. Dazu kommen noch die Stallplatz- und Lohnkosten von rd 20 € für ein 28 kg Ferkel. Der anteilige Altsauenerlös ist noch abzuziehen.
siehe Tabelle im Anhang
Zum Vergleich: der 8-jährige Durchschnittspreis der NW-Notierung liegt bei 47 €/25 kg Ferkel. Dazu kommen die üblichen Aufschläge von 5 bis 10 €
siehe Grafik im Anhang
Ergebnis: im langjährigen Durchschnitt können bei mittlerer Produktionstechnik die Kosten einschl. der Lohnansprüche nur knapp gedeckt werden.
meint der Läufer
zum Thema Lohnansprüche:
da fängt das Übel doch an, es wird in den Auswertungen immer nur mit Mindestlohn oder darunter gerechnet.
Unternehmerlohn von 11,50 Euro letztens in der Land und Forst. Ich könnte kotzen wenn ich sowas lese....
Und am Ende muss sich der Ferkelerzeuger wieder Ausbeutung vorwerfen lassen, will doch keiner mehr machen
heute unter solchen Bedingungen. 55 Euro mögen passen, sind aber dennoch viel zu wenig, wenn man das vernünftig
machen will.
Finger von lassen.... ist tatsächlich nicht die schlechteste Idee unter solchen Aspekten....
Deswegen 55 kann passen, aber 70 müssten es tatsächlich eigentlich sein ! Aber Wunschträume
BWA 2019/2020 Mittelwert aller Betriebe, bei 30,49 verkaufte Ferkel u. Verkaufsgewicht 29,8 kg:
Tierarzt: 7,95 Euro/Ferkel
Besamung: 1,01 Euro/Ferkel
Wasser/Energie: 2,94 Euro/Ferkel
sonstige Kosten (ohne Gülle): 1,63 Euro/Ferkel
Gülle geschätzt: 2 Euro/Ferkel
Remontierung: 5,97 Euro/Ferkel
Sauen/Ferkelfutter: 28 Euro/Ferkel
Gesamt: 49,50 Euro/Ferkel
Stallkosten (von oben übernommen): 10,53 Euro/Ferkel
Lohnanspruch: 8,07 Euro/Ferkel
macht zusammen: 66,10 Euro/Ferkel
abzgl. Altsauenerlös: 2,31 Euro
rd. 63,79 Euro
es geht immer besser, aber das ist ja dann auch noch ohne neue Schweinehaltungsverordnung mit den
ganzen Beschäftigungsgeschichten, ohne Isoflurannarkose, ohne die expodierenden Futterkosten, ohne
vernünftige Löhne(ok, gibts in anderen Branchen auch zur Genüge, aber kein Wunder das es keiner mehr
machen will...) und ohne steigende Stallbaukosten.......
Lohnansprüche
In der Ferkelerzeugung fallen unterschiedliche Arbeiten an, die unterschiedliche Anforderungen an die Qualifikation stellen:
- Die Kärchermann-Tätigkeit erfordert sicherlich keine Qualifikation, die mit Unternehmerlohnansprüchen bewertet werden können. Ganz ohne Qualifikation gehts aber auch nicht,, sonst ist der Hygieneschaden größer als die eingesparten Arbeitskosten
- die Qualifikation für die Ferkelkastration ist sicherlich von höherrangiger Natur, aber dafür einen Tierarztlohnsatz anzusetzen, ist sicherlich zu hoch gegriffen. Eine diesbezügliche Ausbildung und Einübung dient nicht nur dem Tierschutz sondern auch der Vermeidung von schwerwiegenden Schäden.
- die Hebammen-Tätigkeit im Abferkelstall ist ebenfalls der gehobenen Qualifizierung zuzuordnen.
- die tägliche Kontrolle der Futter- und Wasserversorgung
- die alltägliche Beurteilung des Gesundheitszustandes der Tiere
- Güllepumpen und Güllekutschieren
- Besamung und Trächtigkeitskontrolle
- Um- und Ausstallen der Tiere
- Einkauf von Jungsauen, Ebersamen und Futtermitteln, Verkauf der Ferkel und Altsauen, Aushandeln der Preise
- Auswertung der Betriebszweigergebnisse
- Entscheidungen über Investitionen bzw Betriebsumstellungen
- usw.
In einem Betrieb mit auschließlich Fam-AK-Verfassung fallen alle Täigkeiten auf die Familienmitglieder an, wobei sich durchaus eine Spezialisierung ergeben kann
In zunehmenden Maße werden jedoch Aushilfs- und Fachkräfte eingestellt, die für bestimmte Bereiche zuständig sind.
Einen pauschalen Unternehmerlohnsatz für alle Tätigkeiten anzusetzen, wird in zunehmenden Maße der Realität nicht mehr gerecht, ein sog. Mindestlohnansatz ebenfalls nicht.
Einen exakt zutreffenden Lohnansatz zu konstruieren, ist für eine Unternehmertätigkeit eigentlich müßig. Es geht eher um die Entlohnung als Restgröße, die übrigbleibt, nach dem die übrigen Kosten abgezogen sind. Das Ergebnis ist dann zu vergleichen mit anderen real existierenden Verdienstmöglichkeiten, nicht Wunschdenken oder Sozialneid..
Aus eigener Erfahrung habe ich dann mal einen negativen Stundenlohn und manchmal liege ich auch im dreistelligen Bereich und habe keine Konflikte mit dem sozialen Gewisssen. Aber eines bleibt auch klar: auf Dauer will ich angemessen leben und arbeiten können. Der Ruf nach dem Staat gehört in den politischen Raum. Für den Betrieb sind meine eigenen unternehmerischen und fachpraktischen Qualifikationen gefordert.
meint der Läufer
@Läufer:
auch das ist alles sehr gut nachvollziehbar und im Großen und Ganzen richtig und schlüssig. Mir geht es auch eher darum, daß im landwirtschaftlichen
Bereich oft mit Kosten gerechnet werden, die der Arbeitsvielfalt und -umfang nicht gerecht werden. Und Landwirte und da kritisiere ich meine eigenen Berufskollegen,
sich oftmals ihre Betriebsergebnisse und damit auch ihre Entlohnung schönrechnen. Da wird erzählt bei 1,50 komme ich rund. Ja sicher, wenn ich Ferkel und Futterkosten nehme und dann Schlussstrich ziehe....
Ergänzend zu den Arbeitsaufgaben kommen noch hinzu:
Dokumentationspflichten in allen Produktionsstufen, die vielfach einfache Aushilfskräfte (auch sprachbedingt) kaum erfüllen können, wie Antibiotikamonitoring, Salmonellenmonitoring, Schlachtbefunddatendokumentation und erhebung, Aktionsplan Kupierverzicht, Isoflurannarkosedokumentation, etc. etc.
Das gab es bis vor einigen Jahren alles gar nicht und wird nicht bezahlt.... bei 1,46
Ich will damit auch nur sagen: 49,50 für ein Ferkel reicht nicht, 1,46 pro kg auch nicht, und beim Thema Tierwohl streitet sich die Politik über die Ausrichtung und Umsetzung und kommt auf Kosten der Tiere und Landwirte kein Stück weiter. Und da will ich kein Förderprogramm, einfacherer Umbaugenehmigungen und weniger Auflagen bei der Sache, das würde helfen. Ach ja: Planungssicherheit, noch so ein Traum....
Gruss
Hanna