ZMP_GmbH
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7 Jahre 7 Monate

Schweine: V-Preis vom 15.05.2019

Der V-Preis ist 1,80€ ( + 4 Cent)
Die Spanne beträgt 1,78 - 1,80 €

Viele Grüße 
Ihre ZMP GmbH

Geschrieben von ZMP_GmbH am
Läufer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

1,80 €/kg

vollkostendeckende Schweinepreise:

Ferkeleinkaufspreis vor 130 Tagen 66,50 €, Futterkosten 67,50, s.v.K. 12 € = var. Kost 146 €

+ Stallplatzkosten bei 2,75 Umtrieben 23,50 €/MS + Lohnansatz 5 €/MS => 174,50 €/MS / 96,5 kg =1,80 €/kg

Vorstehende Rechnung wird in jedem Betrieb und je nach Zeitraum etwas anders ausfallen. Im Durchschnitt dürfte das Niveau getroffen sein.

Warum jetzt hohe bzw. vollkostendeckende Preise und warum sonst häufig nicht?

Warum jetzt?

  1. Das Lebendangebot liegt mit durchschnittlich 900.000 wöchentlichen Schlachtungen erheblich unter der sonst üblichen Marke von rd. 1 Mio. Stück.
  2. Überschlägige Rechnung: Das Schweinefleischangebot der gewogenen Schlachthälften aus lfd. Schlachtung beträgt zurzeit rd. 86.850.000 kg je Woche. Bei einem PKV von 50 kg Schlachtgewicht je Einwohner und Jahr und 82,5 Mio. Einwohner berechnet sich der wöchentliche Inlandsverbrauch auf rd. 79.326.000 kg je Woche. (tatsächlich gibt es weitere nicht erfaßte Schlachtungen unterhalb der Erfassungsgrenze)
  3. Abweichend vom Jahresdurchschnitt fallen in den Sommermonaten die Verbrauchszahlen um rd. 7,5 % höher aus => 85.275.450 kg je Woche. Es besteht immer noch ein leichter Angebotsüberhang.
  4. Nicht jedes kg Teilstück ist gleichwertig bei der Preisfindung. Zurzeit werden Grillartikel gefragt, Schinken und reine Speckteile werden eher vernachlässigt.Je nach Jahreszeit verläuft der Absatz unterschiedlich.
  5. Zwischenfazit: Das reduzierte Schweineangebot ist für den Inlandsmarkt rechnerisch gut bedarfsdeckend, würde aber für sich genommen nicht den Preis von 1,80 €/kg bewirken.
  6. Dazu bedarf es des Exports in den übrigen EU-Binnenmarkt und besonders in Drittländer.
  7. Die Nettoausfuhr (Saldo der Im- und Exporte) beträgt im Durchschnitt der Jahre rd. 25 %. Bei der Ausfuhr in die übrigen EU-Mitgliedstaaten werden wertvolle Teilstücke gehandelt. Der gewogene Durchschnittspreis aller Zuschnitte  liegt auf Verbraucherstufe bei 4,90 €/kg. Im Drittlandexport beträgt der durchschnittliche Exporterlös für verarbeitete, verpackte und gekühlte Ware in Drittländer knapp unter der 2 €/kg-Marke.
  8. Mit der Exportunterstützung entsteht ein hoher Nachfrage-Überhang. Nachfrage wird nur bei ausreichend hohen Preisen bis an die Schmerzgrenze bedient. Wer (von den Schlachtunternehmen, LEH, Verbraucher) nicht zu zahlen bereit ist, geht schlicht leer aus. Es ist Verkäufermarkt der Schweinehalter.

Warum sonst häufig nicht?

  1. Bei einem Lebendangebot von rd. 1 Mio. Stück je Woche und mehr wird bereits die begrenzte Inlandsnachfrage überfordert. Da im Regelfall auch die übrigen EU-Schweinehalter in gleicher Weise mit einem hohen Angebot reagieren, wird der EU-Binnenmarkt mit wertvollen Teilstücken überfrachtet. In solchen Fällen können auch die Drittlandexporte mit weniger wertvollen Teilstücken nur einen begrenzten Beitrag leisten.
  2. In jedem Fall bewegt sich der Inlandsverbrauch nur in engen, tendenziell fallenden Bahnen.
  3. Wenn unter solchen Bedingungen trotzdem fortlaufend weiter Schweine zu nicht vollkostendeckenden Preisen angeboten werden, sind die Aussichten auf Preisbesserung gering. Da hilft auch das Schimpfen auf die nachgelagerten Branchen des Nahrungsmittelsektors wenig bis nichts. Es ist dann Käufermarkt der Schlachtunternehmen bzw. des LEH, die die Preise in hohem Maße bestimmen können.

Fazit: Vollkostendeckende bzw. hohe Preise gibt es nur, wenn ein ausreichend hoher Nachfrageüberhang besteht. Bei 95 % Selbstversorgungsgrad ist die Ware noch nicht wirklich knapp genug. Ohne ausreichende Exporte kann auf absehbare Zeit  bei tendenziell fallenden Inlandsverbrauch keine kostendeckende Preisbildung erzielt werden.

Die Exportaussichten sollten jedoch angesichts der chinesischen Verhältnisse vorerst günstig bleiben, (siehe Grafik)

meint der Läufer

Hanna
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Antwort auf von Läufer

Wieder einmal tolle Darstellung der Verhältnisse !

Eine Anmerkung: Lohnansatz 5 Euro/MS stört mich immer. Wurde schon vor Jahren immer angesetzt. Leider Realität, dass sich in der Landwirtschaft keine Lohnsteigerungen durchsetzen lassen..........

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo,

Kompliment an "Läufer". Wie immer eine messerscharfe detailierte und fundierte Berichterstattung. Weiter so und Danke.

mfg

Bigpig

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