ZMP_GmbH
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Schweine: V-Preis vom 17.04.2019

Der V-Preis ist 1,73€ ( +/- 0 Cent)
Die Spanne beträgt 1,73 - 1,73 €

Viele Grüße 
Ihre ZMP GmbH

Geschrieben von ZMP_GmbH am
Läufer
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 Schweinepreise steigen

Schweinepreise steigen - Ferkelpreise noch mehr

Die uralten Regeln des Marktes funktionieren immer wieder. Mit knapper werdender Versorgungslage auf dem Schweinefleischmarkt (national wie international) steigen/fallen  die Schweinefleischpreise in kurzer Zeit. Ausgleichende Lagervorräte reichen kaum über Quartalsabschnitte hinaus, Für Frischware gilt sogar der Wochenzeitraum. 

Im vorliegenden Fall ist das Lebendangebot - gemessen an den wöchentlichen Schlachtzahlen - um rd. 10 % gegenüber dem Jahresanfang gefallen. Was in den ersten Anläufen nicht klappte, funktionierte erst beim wiederholten Male: die Preise zogen an.

Auf der Nachfrageseite lieferte die ausfallende Bevorratung für die Grillsaison den Grund für steigende Notierungen. Man muss kaufen, wenn man denn demnächst nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben will.

Und dann kommt noch  der China-Import-Effekt verstärkend hinzu, der im weiteren Verlauf des Jahres noch drängender zu werden droht. Fleisch und insbesondere Schweinefleisch wird durch die steigende China-Nachfrage mit ihrer großen Hebelwirkung weltweit noch knapper als bisher beobachtet.

Wenn die Schweine aus dem Stall sind, müssen Ferkel wieder her. Aber das Angebot ist und bleibt knapp. Die anhaltende Sauenabstockung in der EU mit Schwerpunkt in Deutschland in der vorausgegangenen Zeit hat Spuren hinterlassen

Die im 2. Halbjahr 2018 noch unterdurchschnittlichen Ferkelpreise bis unter die 30 € Marke zeigen jetzt eine starke Aufwärtsbewegung. Nach den Marktregeln ist es regelmäßig so, dass bei hohen Schweinepreisen die Ferkelpreise überproportional hoch ausfallen. Genau in dieser noch nicht zu Ende gegangenen Entwicklungsphase befinden wir uns. (siehe angehängte Grafik)

Wenn man sich die weltweite Marktlage anschaut, ist die Preisrallye noch nicht zu Ende. Die Osterzeit dient als Verschnaufpause.

Aber der Hochmut kommt vor dem Fall: Brexit und ein nicht eingrenzbarer ASP-Fall in einem der Schweinehochburgen und der schöne Zauber ist wie ein Spuk vorbei,

meint der Läufer.

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Läufer,

durch die Ferkelknappheit und den dadurch steigenden Einstandspreisen schmelzen die Gewinne durch die gestiegenen Schweinepreise wieder weg. Im Gewerbebereich wird z. Zt. wohl nur noch eine schwarze Null geschrieben. Ein Problem möglicher Preissteigerungen im Schweinemarkt ist, dass je höher der Preis steigt die Nachfrage entsprechend abnimmt. Im Export und besonders im Binnenmarkt sind Preise um 2 Euro wohl nicht mehr umzusetzen. Daher sehe ich, dass die Luft für Preise jenseits der 1,80 Euro immer dünner wird. Alles in allem wird das fehlende Ferkelaufkommen gemessen an der Nachfrage die Gewinne in der Schweinemast weiter in Schach halten.

mfg

Bigpig

Läufer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Schweine-/Ferkelpreise

Aufrechnung der bisherigen Entwicklung: 

Schweinepreise:                           von 1,43 auf 1,73 => +0,30 €kg * 96,5 kg => + 29 €/Schwein

Ferkelpreise ( NW 25 kg)               von  43,00  auf 58,50 € je Stück              =>  15,50 €/Ferkel  + ggfs Erhöhung der Aufschläge

Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der Ferkelknappheit die Notierungen für Ferkel weiter steigen, auch wenn der Schweinepreis an Schwung verlieren könnte. Erfahrungsgemäß werden die unterproportionalen Ferkelpreise im 2. Halbjahr 2018 in der Folgezeit wieder ausgeglichen. Die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht.

Ob die Schweinepreise in diesem Sommer die magische Linie von 2 €/kg erreichen, bleibt eine spannende Frage. An der Chicagoer Börse haben die Aug-19-Termine schon mal daran geschnuppert. (siehe angehängte Grafik) Dann wurde doch einigen Börsianern die Sache zu heiß und haben erstmal die Börsengewinne mitgenommen. Aber die "Bullen" lassen nicht locker, wie man in jüngster Zeit beobachten kann. Dazu muss man wissen, dass in den USA die Schweineproduktion in den letzten 5 Jahren um 20 % gestiegen ist. Im laufenden Jahr rechnet man mit einer Zunahme von 4,5 %.

In der EU insgesamt geht die Produktion zurück, in Deutschland erst recht. Dafür steigt die Erzeugung in Spanien bei einem SVG von über 165 %.

In China fehlt in 2019 nach überschlägigen Schätzungen Schweinefleisch in der Größenordnung zwischen 25 bis 35 % bzw. rd  14 Mio. t. (zum Vergleich: in der gesamten EU werden 22 Mio t erzeugt, in den USA rd 12 Mio. t; auf Weltebene werden je Jahr 8,5 Mio. Schweinefleisch gehandelt) Eines ist klar: der chinesische Ausfall an Schweinefleisch ist nicht zu decken; aber das Nachfragepotenzial bleibt. Eine japanische Bank schätzt die zukünftigen Schweinepreise in China  für Jan 2020 auf umgerechnet 4,35 €/kg. Der bisher höchste Preis lag 2016 bei 3,85 €/kg. (sieh 2 . angehängte Grafik

Nach einhelliger Meinung wird es Jahre dauern, bis China wieder damit beginnt, den Schweinebéstand wieder aufzubauen. Innerhalb eines halben Jahres ist das ASP-Virus über 3.000 km im ganzen Land verstreut worden. Die Regierung hat die Seuche nicht im Griff. Offiziell sind 1 Mio ASP-bedingte Schweinetötungen gemeldet worden. Die monatlichen Bestandserhebungen lassen jedoch vermuten, dass der Bestand von 430 auf 380 Mio. Tiere gefallen ist. Bestandsabschlachtungen sorgen im Augenblick für Schweinefleisch, aber das dicke Ende kommt hinterher.

Also doch 2 €/kg ?   Vorsicht bleibt geboten!

Übrigens: die Chinesen essen auch Rind- und Geflügelfleisch allerdings in kleineren Mengen. Aber auch hier fehlen weltweit ausreichende Ersatzmengen

Alte Marktregel: hohe Schweinepreise bremsen die Nachfrage, aber stimulieren mit entsprechenden Zeitverzug das zukünftige Angebot ( ... der Ferkel). (Ferkelerzeugung und Schweinemast muss man immer im Zusammenhang betrachten: ohne Ferkel kein Mastschwein) Unter den aktuellen Unsicherheiten über künftige Produktionsbedingungen wird hierzulande die Reaktion bei den Sauenhaltern weniger heftig ausfallen. Außerdem müssen erst  die Verluste der vorangegangenen Zeit ausgeglichen sein.

Der Schweinefleischmarkt hat aufregende Jahre vor sich.

Und immer daran denken: In Europa gibt es seit 12 Jahren die ASP in Polen, Baltikum, Südosteuropa  . . .  und in jüngerer Zeit  immer noch in Belgien

meint der Läufer

Läufer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

und noch 'ne Grafik

Die angehängte Grafik soll zeigen, dass zwischen der Schweinefleischerzeugung sowie den Schweinefleischeinfuhren Chinas und den zugehörigen Preisen ein Zusammenhang besteht. Für das Jahr 2016 wird offensichtlich, dass ein Produktionseinbruch zu vermehrten Importen führt und gleichzeitig die chinesischen Schweinepreise ihren bisherigen Höchstpunkt von umgerechnet 3,50 €/kg erreicht haben.

Der aktuelle Produktionseinbruch 2019 ist um ein Vielfaches höher anzusiedeln. Noch wird der volle Umfang nicht spürbar, weil infolge der laufenden Bestandsabstockungen sogar  Schweinefleisch für die saisonal schwache Nachfrage vorhanden ist. Aber das Defizit (fehlende Sauen => fehlende Ferkel =>fehlende Mastschweine=> fehlendes Fleisch)  wird erst im 2 Halbjahr 2019 und den Nachfolgejahren mit voller Wucht deutlich. Wer soll sich denn trauen,  in den verseuchten Gebieten einen Schweinebestand wieder neu aufzubauen. Die Gefahr der Wiederansteckung bleibt solange erhalten, wie man nicht sicher sein kann, dass das Virus ausgerottet ist.

Es ist also noch mit einer erheblichen Zeitdauer damit zu rechnen, dass

1. die bestehende Seuchengefahr überzeugend eingedämmt bzw unter Kontrolle ist oder besser ausgerottet (???)  ist

2. ein Bestandsaufbau erst nach Ablauf einer bestimmten Überzeugungsphase wieder in Gang gesetzt wird

3. der Bestandsaufbau (von der Jungsau bis zum fertigen Mastschwein) unter chinesischen Verhltnissen mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

Die Chinesen werden wohl oder übel auf Fleischkonsum im bisherigen Umfang verzichten müssen, weil ein Ausgleich durch Importe durch begrenzt verfügbare Mengen auf dem Weltmarkt nur zu einem Bruchteil gelingen kann. Daraus folgt, dass das Nachfragspotenzial  hoch bleibt und damit auch die Preise, und zwar deutlich höher als im Jahre 2016. Die zu erwartenden hohen Preise werden ihre Wirkung auf die Lieferländer nicht verfehlen. Das Schweinepreisniveau wird demnächst von China aus betrieben.

et cum grano salis:  Brexit und ein nicht eingrenzbarer ASP-Fall im Westen Europas,

meint zum wiederholten Mal

der Läufer

Topschwein
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Läufer,

super gute Beiträge !! sauber erklärt mit Grafiken untermauert.

Top - ich lese gerne was du schreibst. Mach so weiter.

Gruß

Topschwein

Luebbe
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Kann mich Topschwein nur anschließen!

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Antwort auf von Läufer

Absolut, denke man spricht für viele andere, die der selben Meinung sind.Wirklich super!!! 

Es würde ich interessieren, wo sie ihre Daten hernehmen? 

@ Topschwein: Absolut richtig, bis eben habe ich noch überlegt, ob
"Topschwein" jetzt als "Läufer" unterwegs ist...Wie kommt es, dass man
so wenig von ihnen in letzter Zeit liest?

J.F.k
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

kann mich nur anschliessen

Ein ASP Fall in Deutschland würde den Markt in D nur noch wenig stören bei diesen Weltmarktbedingungen .???

J.F.k
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

kann mich nur anschliessen

Ein ASP Fall in Deutschland würde den Markt in D nur noch wenig stören bei diesen Weltmarktbedingungen .???

Läufer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

auf norddeutsch:

Da nicht für . .  .

@ IHH:  meine Grundkenntnisse zehre ich noch von einer früheren Beschäftigung mit Chinas Landwirtschaft. Neue Daten stammen ausschließlich aus englischsprachigen Informationsquellen verschiedener Herkunft. (u.a Rabobank, USDA, Reuters u.a.)

@ J.F.k:  ein nicht eingrenzbarer ASP-Fall (Virusherkunft, Ausbreitung, Eindämmung)  im Einzugsbreich der großen Schlachtunternehmen würde zum sofortigen und länger anhaltenden Exportstop führen. Dann hilft auch die Regionalisierung nur noch wenig. In Polen klappt dieses System bisher, weil es nachweislich gelungen ist, zwischen den 3 Teilregionen der infizierten Gebiete, großräumigen Übergangszonen und nachweislich seuchenfreier Zone zu unterscheiden.

Ein ASP-Fall in Sachsen könnte weitgehend unproblematisch mit Regionalisierung eingegrenzt werden, ein Fall in den Konzentrationsgebieten Münsterland, Westniedersachsen würde zu einem ernsthaften Problem werden. Zur Klarstellung: es geht dabei um die Frage des Exports. ASP-Sperrzonen sind kleinräumiger angelegt. 

toi, toi toi, dass uns das erspart bleibt,

meint der Läufer

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