Richard Ebert
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Schweine: Verbrauchsrückgang in Deutschland und Europa

LEL Schwäbisch Gmünd (02.06.11) - Nach schwierigen Vermarktungswochen und einer ungewöhnlichen Preisrücknahme von 12 Ct auf 1,50 €/kg SG scheint sich der Schlachtschweinemarkt zum Monatswechsel zu entspannen.

Die aufgelaufenen Überstände wurden in den meisten Regionen abgebaut, das Schlachtschweineangebot fällt nicht zu groß aus. Damit scheint sich der Trend des 1. Quartals fortzusetzen, wo mit 14,4 Mio. Schweinen in Deutschland nur 0,2 % bzw. 30.000 Tiere mehr als in der Vj-Periode geschlachtet wurden.

Tatsächlich dürfte die Schweinemast in Deutschland etwas stärker gewachsen sein, denn aus Dänemark kamen fast 170.000 Schlachtschweine (-57 %!) weniger, während die holländischen Ausfuhren unverändert blieben. Nach GfK-Zahlen wurden von Januar bis April 3,2 % weniger Schweinefleisch durch private Haushalte nachgefragt. Besonders gravierend ging die Nachfrage als Folge des Dioxin-Skandals im Januar zurück (-10 %), der Verbrauch im Februar lag leicht über dem Vj.-Monat. Nach einer weiteren Schwäche im März sorgte das Sommerwetter im April für einen guten Absatz von Grillware.

Im Mai gestaltete sich der inländische Absatz erneut schwierig, da der Fleischmarkt durch eingelagertes Fleisch aus der privaten Lagerhaltung belastet wurde. Im ersten Quartal enttäuschten auch die deutschen Ausfuhren in andere EU-Staaten (-53.300 t bzw. -11 %), während die Drittlandexporte sogar kleine Zuwächse verzeichnen konnten. Dem standen Mindereinfuhren von 58.900 t gegenüber, sodass sich der Angebotsdruck am deutschen Fleischmarkt sogar tendenziell verringerte.

Insgesamt konnte die EU im Drittlandexport im 1. Quartal enorme Zuwächse von über 25 % gegenüber dem bisher besten Jahr 2010 verbuchen. Neben Russland und China, wohin die Hälfte der Exporte gingen, wurde aus Weißrussland, Japan, Südkorea und den Philippinen wesentlich mehr Menge nachgefragt. Geliefert wurde die Ware vornehmlich aus Spanien, Polen, den Niederlanden und Dänemark. Teilweise bestanden noch Handelsrestriktionen gegen deutsche Schlachtbetriebe wegen der Dioxinkrise.

Der Ausblick am Schweinemarkt bleibt schwierig. Nicht absehbar ist die weitere Nachfrageentwicklung bei Schweine- und auch anderem Fleisch vor dem Hintergrund des deutschen und auch europäischen Verbrauchsrückgangs. Hoffnung bereitet die gute Nachfrage am Weltmarkt. Im Januar haben nach der Dioxinkrise und wegen der anziehenden Futtermittelpreise Schweinemäster z.T. keine Ferkel aufgestallt, was in den kommenden Wochen das Angebot verknappen und wieder für höhere Preise sorgen dürfte. Auch derzeit stallen die Mäster ungern ein, was im Spätsommer für eine rege Nachfrage nach Schlachtschweinen führen könnte. Allerdings ist wegen der Trockenheit auch die weitere Entwicklung der Futterkosten unsicher.

Terminmarkt Schweine

Die Umsätze am Terminmarkt für Schlachtschweine und noch gravierender für Ferkel sind weiter rückläufig. Es ist bei den aktuellen Kurse kaum möglich Gewinne in der Produktion abzusichern. Dennoch bildet der Kursverlauf an der Börse für die vorderen Laufzeiten die aktuellen Entwicklungen am Lebendmarkt sehr gut ab.

Ferkel

Saisonal wird im Mai das Ferkelangebot größer. Normalerweise geht dies einher mit steigenden Schlachtschweinepreisen und der Aussicht auf auskömmliche Schlachtschweineerlöse im September, wenn die eingestallten Ferkel schlachtreif sind. Meist fängt die bessere Nachfrage das größere Angebot ab und stabilisiert die Ferkelpreise auf ein saisonal überdurchschnittliches Niveau.

Anders in 2011, wo die Wirtschaftlichkeit in der Schweinemast schon längere Zeit kaum gegeben ist, die anhaltende Trockenheit die Aussichten auf ausreichend günstiges Futtergetreide schwinden lässt und sich Mitte Mai abzeichnete, dass die Schweinepreise um fast 10 Cent einbrechen. Innerhalb weniger Tage stornierten Mäster ihre zuvor georderten Ferkel und in fast allen wichtigen Erzeugungsregionen bildeten sich teilweise beträchtliche Überstände am zuvor geräumten Markt.

Trotz der massiven Preisrücknahmen für Schlachtschweine bildeten sich auch dort Überstände, so dass Ställe einstallungswilliger Mäster zusätzlich nicht belegt werden konnten. Um den Ferkelabfluss zu unterstützen wurden europaweit die Preise einschneidend zurückgenommen. In Baden-Württemberg gab die Notierung in 2 Wochen (KW 20 und 21) um insgesamt 8,20 € auf unter 40 € nach. Ob wohl der Preistrend bei Schlachtschweinen wieder nach oben zeigt, dürfte es vorerst kaum gelingen, die Ferkelpreise zu stabilisieren.

(Quelle: http://www.landwirtschaft-bw.info/pb/,Lde/Startseite)

Bild entfernt.

Europäische Schweinepreise im Vergleich

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Tolle Überschrift.

Im vergangenen Jahr wurde auch gesagt; dass in Deutschland weniger Schweinefleisch gegessen wird; am Ende stand ein plus von 1,2% gg.Vj.

Es ist zudem kein Wunder; vor allen Dingen in Ost-Europa wird wesentlich weniger gegessen; weil die Schweine dort zu teuer sind; und /oder man selber nicht genug hat.

Bislang ist es dort ruhig geblieben. Aber warten wir mal ende Juli-Anfang Sept. ab. Dann werden Karten neu gemischt.

Ach ja; warum sagt man nicht als Überschrift "Stirbt die Schweinemast in DK aus"?

Wäre dasselbe zum Thema.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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