Schweine: Wann kommt der erste Preisanstieg ?
Importzölle auf lebende Schweine - EU kann auf Moskau, Minsk und Astana kaum Druck ausüben
Agrarheute.com / AgE, Brüssel (19.01.10) - Gegenüber der Anhebung der Importzölle für lebende Schweine durch Russland, Kasachstan und Weißrussland von fünf auf 40 Prozent sind der Europäischen Kommission die Hände gebunden.
Solange die drei Länder nicht der Welthandelsorganisation (WTO) beigetreten seien, könne man keine formalen Rechtsmittel anwenden, um gegen protektionistische Maßnahmen vorzugehen, erklärte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Montag beim Agrarrat in Brüssel.
Die Kommission sei sich des Problems jedoch sehr bewusst, versicherte sie anlässlich einer gemeinsamen Beschwerde von Polen, Lettland, Litauen und Estland beim Agrarrat. Die Zollerhöhung scheine Teil einer groß angelegten Politik zur Steigerung der Produktion und Selbstversorgung Russlands zu sein. Man habe bereits gegenüber den russischen Behörden sowohl bilateral als auch im Rahmen der WTO-Beitrittverhandlungen Bedenken gegenüber diesem Schritt geäußert und werde dies auch weiter tun.
Polen und Baltikum: Befürchten deutliche Exportverluste
Polen und die baltischen Länder befürchten durch die Maßnahme der drei Staaten, die in einer Zollunion zusammengeschlossen sind, deutliche Verluste beim Export lebender Schweine. Die östlichen EU-Mitglieder wären besonders betroffen, da sie zuletzt 82 Prozent der EU-Gesamtausfuhren von lebenden Schweinen nach Russland stellten. Sie lieferten von Januar bis September 2009 nach eigenen Angaben Tiere im Wert von insgesamt 93 Millionen Euro über die russische Grenze. Im Jahr 2006 hatte der Ausfuhrwert lediglich 38,5 Millionen Euro betragen, also weniger als halb so viel.
Forderung: EU muss Interessen der Exporteure wahren
"Die geographische Situation unserer Mitgliedstaaten ist günstig für den Transport von lebenden Schweinen in die genannten Länder", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung an den Rat. Beispielsweise werde aus Litauen die Mehrzahl der lebenden Schweine nach Russland exportiert. Man habe verlässliche Beziehungen mit Geschäftspartnern aufgebaut und gute Verkaufspreise ausgehandelt. Die Kommission müsse alle nötigen Schritte unternehmen, um die Interessen der EU-Exporteure zu wahren.
Kassamarkt: Stückzahlen werden zügig aufgenommen
Die Schlachtzahl im Nordwestraum lag in der Vorwoche mit 723.000 um 13.000 Stück unter der Vorwoche. Wie schon in der vergangenen Woche wurde das Vorjahresergebnis nur knapp verfehlt.
An der ausgeglichenen Marktlage hat sich nichts geändert. Obwohl die Fleischgeschäfte die Erwartungen vielerorts nicht erfüllen werden die angebotenen Mengen zügig aufgenommen.
(Quelle: VR Agrarberatung, auszugsweise)
Terminmarkt: Januar Schweine unverändert 1,30 Euro
Der Schweine Terminhandel konzentrierte sich heute auf den morgen letztmalig handelbaren Januar Termin. Es wurden 5 Kontrakte zu unverändert 1,30 Euro umgesetzt, weitere 15 blieben zu diesem Kurs ohne Käufer.
Der neue Frontmonat Februar lag zum Börsenschluss bei 1,315 zu 1,325 Euro und damit einen halben Cent über Vortag und 2 Cent über den aktuellen V-Preis.
Der M 12 Index für Schweine schloss 0,04 Cent höher bei 1,3882 Euro.
Am Ferkelmarkt wurden 3 Januar Kontrakte um 1,10 Euro höher bei 43,60 Euro höher gehandelt. Auch an diesem Markt ist am Mittwoch der letzte Handelstag. Index minus 7 Cent auf 44,16 Euro.
Februar Schweine werden auf dem höchsten Stand seit fast 5 Monaten gehandelt
Aussichten für Freitag: Unverändert 1,30 Euro
Der Optimismus der Mäster steigt weiter an, was besonders an der guten Ferkel Nachfrage erkennbar ist. Dass die Schweinepreise steigen werden, ist sicher, aber wohl kaum noch in dieser Woche.
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