Schweine: Wie der V- Preis entsteht
Die Entstehung des V- Preises beginnt spätestens Mittwochs in der laufenden Woche. Da wird sowohl von der Grünen wie auch der Roten Seite abgeklopft, wie die Nachfrage und das Angebot, der Abverkauf usw. ist.
Ca. 80 % der beteiligten EZG beliefern mindestens 5 der 6 größten Unternehmen in Deutschland ( komplett oder teilweise) mit ihren Schweinen. Davon wiederum beliefern ca. 70 % der EZG die 3 größten Unternehmen (komplett oder zumindest teilweise ) mit ihren Schweinen.
Jetzt werden von beiden Seiten Preisgebote und Forderungen in den Ring geworfen. Spätestens am Freitag morgen steht dann fest, zu welchen Preisen die EZG bereit sind zu liefern, bzw. die Schlachter bereit sind zu zahlen.
Wenn jetzt um 12 Uhr die EZG ihre zu Glauben erzielbaren Preise nennen, sind mind. 50 %, der gen. Preise durch die Abnehmerstruktur gleich. Das ist enscheidend !
Wenn jetzt der mediane Rotstift angesetzt wird, dann spielt es in der Regel keine Rolle, wieviel EZGs darüber, oder darunter melden, da i. d. Regel diese Preise immer weggestrichen werden, so das fast immer diese Schwerpunkt Meldung der mind. 50 % gleichen Preise übrigbleibt.
Beispiel : 38 EZG beteiligt, 19 melden 1,56 die stehen in der Mitte, 9 melden 1,58, 10 melden 1,54. Es wird solange gestrichen, bis nur 1,56 € übrig bleiben kann.
Das hat auch mit Monopol oder Machtstellung nichts zu tun, alles was man wissen muss ist, wieviel EZG ca. den selben Preis nennen, ist dieser Anteil entsprechend hoch, dann wird das auch immer der neue V-Preis werden, egal ob die tiefsten 1,45 und die höchsten 1,65 melden würden. Das würde alles Ersatzlos gestrichen, weil Median ist kein Durchschnittspreis.
Und beide Seiten, ob Grün oder Rot machen meiner Meinung nach, einen sehr guten Job. Grün z. Zeit noch besser als Rot. Ich würde diese Leute auch nicht immer angreifen, die wissen schon was sie tun.
Gruss
@ Fleischprofi [#1]
Gegenbeispiel erlaubt?
18 melden 1,56, 8 melden 1,57, 12 melden 1,58....
Die 18 und die 8 sind die 70%, die an die grossen 3 liefern, schwanken aber, ob sie leichte Impulse nach oben durchsetzen könnten. Die 12 sind EZG's, welche in Randregionen an andere Abnehmer liefern.
Da wird Ihre Informationsquelle gegen 11 sagen, die meisten melden wohl u.v. also 1,56....
Genanntes Beispiel kommt häufiger (mit leicht anderer Stimmenverteilung) in der Realität vor.
Im übrigen unterscheidet sich das von Ihnen dargestellte Verfahren nicht von meinem. Denn man muss immer im Hinterkopf haben, dass die in der Konferenz abgegebenen Meldungen VOR der Konferenz schriftlich fixiert und an eine Sammelstelle übermittelt werden.
Weiteres Beispiel (ebenfalls vorgekommen): 19 melden 1,56, 19 melden 1,58. Da tritt die Entscheidungsfindung dann wirklich i der Konferenz ein, in der übrigens NIE alle 38 vertreten sind, sondern nur einige Vertreter aus dieser Runde. Diese stimmen dann ab, ob 1,56 oder 1,58.
Nur so als Ergänzung.
MfG
Speedy
@ Speedy [#2]
Das mag mal in einzelnen Fällen so sein. In der Regel passiert das aber nicht, weil auch die EZGs miteinander kommunizieren, und sobald ein Schlachthof mehr Geld bietet, würde er entsprechend mit Schweinen geflutet, ebenso würde der , der deutlich weniger bietet trocken laufen.
Bis Freitagmittags gleicht sich der Preis immer enorm an, und die wirklichen, vorher noch vorhandenen Preis Ausreisser, sind bis dann immer eingeschliffen. Der eine schlachtet ja nicht Schweine, und der andere Eidechsen.
Insofern ist dann die Prognose nicht mehr so schwierig, weil man den grossteil der zu erwartenden Meldungen kennt.
Gruss
@ Fleischprofi [#3]
Um dem entgegenzuwirken was Sie da schreiben, ein konkretes Beispiel aus nicht zu ferner Vergangenheit (wurde mir grade von einer meiner Informationsquellen übermittelt):
3. 7 wurde 1,52 notiert
10.7. 19 Meldungen 1,52
4 Meldungen 1,54
13 Meldungen 1,55
=> Notierung (nicht um 11 Uhr abzusehen) unverändert 1,52.
Sicher Einzelfälle.
MfG
Speedy
@ Speedy [#4]
Der Median dieser Aufzählung ist 1,52€ ....
Da der mittelste Preis (=Median != Mittelpreis) 1,52€ ist.
sapa
@ sapa [#5]
Hab ich auch geschrieben oder???
Ich zielte lediglich darauf ab, dass man um 11 Uhr nicht absehen kann, was der Preis macht!!!
Eine einzige Meldung mehr für 1,54 und das wäre gekippt.
MfG
Speedy
@ Speedy [#6]
Hab ich auch nicht dementiert, allerdings ist dieses kein Streitfall sondern ein rechnerisch, korrektes Ergebnis.
Vielmehr ist mein Gedanke daran.
Inwiefern ist das hätte, wenn, wäre, sollte ausgeschaltet?
1. Diese "schriftlich" fixierte Meldung, muss wann abgegeben werden?
2. Diese letztlich entscheidende Telefonkonferenz, mit weniger Teilnehmern hat wieviel
Handlungsspielraum?
(quasi Entscheidung um den letzten cent, möglich oder nicht?)
3. Wenn eine EZG ihre Meldung oder besser Vorstellung abgegeben hat, hat sie möglichkeit diese zurück zu ziehen? bzw zu korrigieren, kurzfristig?
4. Dürfen die EZG's sich austauschen und absprechen?
(für eine theoretische unabhängige Meinung dürften Sie es eigentlich nicht, passiert aber trotzdem, oder? in einem Gespräch unter Kollegen natürlich... welches rein gar nichts mit dem Preis zu tun hat.)
5. Inwiefern wird die Meinung von Schlachtbetrieben und Zerlegern beachtet? Gibts es da rechnerische Größen? oder ist das eine, über den Dicken Daumen Sache?
All das sind Einflüsse die eine Marktgerechte unabhängige Preisempfehlung beeinflussen können.
Ehrlich gesagt ist das ganze Ding für mich recht Fragwürdig. Da ist eine Preisfindung über die Börse schon "gerechter" oder besser Marktorientierter. So wie es in Frankreich der Fall ist. Allerdings muss da natürlich dann auch Menge hinter stehen und nicht nur ein paar tausend Schweine in der Woche. Aber sowas wird mal in Deutschland nicht hinbekommen.
@ sapa [#7]
Richtig, kein Streitfall. Nur nicht vorher abzusehen.
Ich werde versuchen, nach meinem Kenntnisstand die Punkte zu beantworten:
1. Meines Wissens zwischen 11 und halb zwölf.
2. 8 Teilnehmer, Entscheidungsspielraum nur bei ausgeglichenem Stimmenverhältnis, dann Abstimmung zwischen den beiden vertretenen Preisen, ansonsten KEINERLEI Handlungsspielraum. (wers besser wisse, möge mich korrigieren)
3. Nein.
4. Ob's erlaubt ist, entzieht sich meiner Kenntnis, wird aber getan.
5. Laut meinen Infos keine rechnerische Größe. Selbstverständlich wird, wie von Fleischprofi erläutert, mit der roten Seite gesprochen, läuft aber nach meiner Kenntnis anders ab, als geschildert. Denn wenns so wäre hätte wir ja nie Hauspreise. Läuft anscheinend so, dass die ganze Woche, wenn über Schweinedisposition gesprochen wird, gefragt wird: "und wie reichlich habt ihr die Schweine? läufts?" usw. mehr allgemein gehalten.
MfG
Speedy
@ Speedy [#8]
Wie kein Hauspreis ?
Wenn da oben dann 1,54 € rausgekommen wäre, dann wäre es doch schon passiert.
Gruss
@ Fleischprofi [#9]
Vielleicht richtig, vielleicht auch nicht.
Weiß ja nicht wie das im Hause C.T abläuft, aber die anderen Häuser sprechen ihre Hauspreise erst nach der offiziellen Preisfindung aus. Das dauert immer noch ein paar Stunden man REAGIERT also auf die Preise der grünen Seite. Ist also unmöglich zu beurteilen, ob es in der besagten Woche Hauspreise gegeben hätte.
Was ich damit ausdrücken wollte: Wenn die Preisfindung so ablaufen würde, wie von Ihnen geschildert, dann gäbe es doch keine Hauspreise, weil sich die Vertreter von Mittwoch bis Freitag schon geeinigt hätten?
MfG
Speedy
@ Speedy [#10]
Immer dann wenn die sich nicht einig werden, dann passiert das schon. Es kann ja ohne weiters sein, das die Grünen das Gebot nicht akzeptieren, oder die roten die Forderung nicht, dann muss eben die Telefonkonferenz entscheiden.
Nur unser Unternehmen gibt sehr, sehr selten nach, das heisst ,sollte der Preis nicht so wie verhandelt rauskommen, dann wird selten nachgelegt.
Dann gibt es logischerweise einen Hauspreis. Kommt aber letzte Zeit nicht mehr vor.
Aber im Nachhinein darauf reagieren, ist ein Zeichen von schwäche, wenn die Jungs das einmal wissen, dann wird es nicht leichter.
So ich mach Feierabend. Tschüss bis Mittwoch, dann wird es spannend. Entweder ohne Rücksicht auf Verluste mit Volldampf weiter, oder es wird gebremst. Bin mal gespannt, was er sich überlegt.
Gruss
@ Fleischprofi [#11]
Nochmal: Telefonkonferenz entscheidet im Prinzip nichts, nur in den allerseltensten Fällen.
Denn das ist eine reine Vertreterrunde der gesamten EZG's.
Ich halte das im Nachhinein reagieren für keine Schwäche. Es ist für mich vielmehr ein Zeichen von Schwäche, bzw. Selbstüberschätzung, von vorneherein Hauspreise anzukündigen, und dann wenn die grüne Seite nicht eingeschüchtert reagiert und den Preis dementsprechend anpasst, die Hauspreise zurückzuziehen und die ungewollten Vereinigungspreise zu zahlen. So passiert in den letzten Juli-Wochen.
MfG
Speedy
@ alle
Was kommt denn dann wirklich davon beim Mäster an ?
(Geht mal bitte vom Notierungsschwein aus, 56 % MFA und innerhalb der Gewichtstoleranz. - und bitte nicht verkomplizieren wg. Auto Fom usw.)
Wie zeitnah erfolgen denn die Abrechnungen der Schlachtbetriebe, nach welcher Zeit erfolgt die Bezahlung ? Gibt es Anlieferverpflichtungen bezüglich Mindest- u. Höchstmengen der EZG´s für die Schlachtbetriebe?
Wer vermarktet denn die Lebendschweine nach Osteuropa - machen dies auch die EZG´s, oder der einezelne Mäster auch ? Hier in Ungarn hört man zur Zeit 1,31 -1,32€ /Kg Lebendgewicht frei Schlachthof (Waage Schlachthof) für Schweine aus Holland. Laut den Angaben der ungarischen Schlachter kommten diese Schweine im Schnitt mit 58 % MFA raus. unter berücksichtigung des Transports ist das doch nicht besser für einen Erzeuger - oder ?
mfg
schinkendieb
@ all
In Polen letzte Woche 1,27 lebend frei Schlachthof
Polnische Schweine
Deutsche bei entsprechender Qualität mehr
mfg
@ Speedy [#12]
Nochmal: Telefonkonferenz entscheidet im Prinzip nichts, nur in den allerseltensten Fällen.
Denn das ist eine reine Vertreterrunde der gesamten EZG's.
Das weiss ich auch,(bitte nicht wieder versuchen mich aufzuklären, das bringt nichts), das nicht einig werden, bezieht sich auf die Vorverhandlungen, nicht auf die Konferenz, das bei der Konferenz keine Roten am Tisch sitzen, das hat mir schon mal einer erzählt.
Das andere will ich nicht Hauspreisandrohung nennen, sonder wir werden nicht mehr zahlen. Das ist für mich ein Unterschied. Es kann doch wohl nicht sein, das man jeder Forderung stattgeben muss, wo kämen wir denn da hin ? Da entscheiden andere, was ich für die Schweine zu zahlen habe ? Das wäre ja, als wenn man dem Landwirt vorschreibt, an wen er zu welchem Preis verkaufen muss. Genauso wenig müssen die EZG jedes Gebot akzeptieren, dafür gibt es doch die Vorverhandlungen.
Und das bei der Telefonkonferenz im Prinzip nichts entschieden wird, das ich das noch erleben darf, aus ihren Fingern zu lesen, ist mir eine Freude. Was lange währt wird endlich Gut.
Ausserdem sind von den 5 grössten 3, die immer nur CT nachlaufen, und kein eigenes Rückrad haben, das kann mal ein Vorteil sein, aber auch ein Nachteil.
Gruss
@schinkendieb
Das sind in der Endabrechnung immerhin 10-12 Euro mehr (je nach Verlust) als der Verkauf an die Nadel hier.
Kommt natürlich auch auf die Vorkosten an.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Fleischprofi [#15]
Und wenn man vorher sagt wir zahlen nicht mehr und dann nach der Konferenz doch mehr zahlt ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?
Lesen Sie doch in einer stillen Stunde mal durch was ich hier geschrieben habe. Ich habe definitiv nicht gesagt, dass der Preis in der Telefonkonferenz entschieden wird!!! Sondern nur, dass er vor der Konferenz keinem bekannt sein kann. Das ist schon ein Unterschied.
MfG
Speedy
@ Speedy [#17]
Und wenn man vorher sagt wir zahlen nicht mehr und dann nach der Konferenz doch mehr zahlt ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?
Das ist noch viel viel schlimmer,das tötet jede Autorität, mir sind aber die letzten Jahre nur 2 Fälle in Erinnerung wo das so war. Da hat er aber auch vor Wut die Gläser an die Wand geworfen.
Lesen Sie doch in einer stillen Stunde mal durch was ich hier geschrieben habe. Ich habe definitiv nicht gesagt, dass der Preis in der Telefonkonferenz entschieden wird!!! Sondern nur, dass er vor der Konferenz keinem bekannt sein kann. Das ist schon ein Unterschied.
Lesen Sie doch in einer stillen Stunde mal durch, was ich geschrieben habe," Wenn ich genügend Meldungen der EZRs vorher kenne, dann kann im Regelfall kein anderer Preis rauskommen, weil dann würde nicht Median ermittelt, sondern Mediteran manipuliert."
Gruss
@ Speedy [#17]
@ Fleischprofi [#18]
Das sind doch nur Haarspaltereien! Wenn fleischfrofi frühzeitig den Preis zu kennen glaubt, dann soll er ihn hier doch (ohne Gewähr) schreiben. Ich fände es gut!