Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate
Schweine: Wie kommen die Eurex Schlußkurse zustande ?
Hallo Herr Ebert,
können Sie mir folgende Frage beantworten?
Die Briefkurse von Okt. 11 und folgende sind sehr hoch, auf der Käuferseite gibt es kein Gebot.
Wie kommen dann die Schlusskurse zustande, die deutlich niedriger liegen ?
Mfg
BB
Geschrieben von Bauer Bernie
am
Hallo,
vielleicht kann ich dies auch aufklären,
Die Eurex muß jeden Tag einen Bewertungspreis, der Settlementpreis genannt wird, festlegen. Hier orientiert sich die Eurex zuerst an gehandelten Preisen.
Wenn es an einem Tag keine gegeben hat, werden die Kauf- und Verkaufsgebote zum Handelsschluß in die Betrachtung eingezogen. Wenn diese nicht zu weit auseinanderliegen, wird daraus der Mittelwert berechnet.
In dem von Dir geschilderten Fall, gibt es also daraus keine Anhaltspunkte. Daher wird zum einen das Verhältnis zu den anderen Laufzeiten herangezogen, und zum anderen im Zweifel der Preis eher unverändert gelassen. Damit wird aber darauf geachtet, daß kein Bewertungspreis außerhalb der aktuellen Gebote liegt. Gerade wenn in einer Laufzeit kein Open Interest vorhanden ist, ist die Bedeutung dieses Preises aber eher sekundär.
Man muß dazu wissen, dass an der Eurex über 1500 Produkte gehandelt werden, die auch alle täglich einen Bewertungspreis bekommen müssen.
Ich hoffe Deine Frage damit hinreichend beantwortet zu haben.
Gruß
Thaddeus
@ Thaddeus [#2]
herzlichen Dank, die Differenzen liegen im o.g. Fall also hauptsächlich an der Orientierung zu den anderen Laufzeiten.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#3]
Vielleicht kann ich noch folgendes ergänzen:
Diese hohen Kurse von rund 2 Euro für die entfernten Laufzeiten halte ich für Mondkurse. Anscheinend ist es so, dass im Eurex System beliebig hohe Kurse eingegeben werden können, in diesem Fall 30 % über den aktuellen Schlusskursen.
Mein Broker, eines meiner beiden Konten, nimmt wiederum keine Verkaufaufträge an, die mehr als 15 % über dem letzten Schlusskurs liegen, ansonsten könnte ich durch niedrigere Verkaufauträge den Abstand von Geld- und Briefkurs deutlich verringern.
Wenn erst einmal erkannt wird, welche Vorteile der Terminmarkt auch in den langen Laufzeiten bietet, werden solche Ausreißer vermutlich nicht mehr vorkommen. Ein Beispiel ist der Kartoffel Terminmarkt, auf dem April Kartoffeln schon 18 bis 24 Monate vor dem letzten Handelstag ganz aktiv gehandelt werden.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#4]
Ich glaube ihr Broker spinnt! Soll ich etwa bei Ferkelkursen von 38 € keine Verkaufträge reinstellen können? 15% über 38 € ist 43,6 €, das ist viel zu wenig und nicht realistisch, denn meine Meinung sind höhere Preise die kommen werden. Und verramschen brauche ich die Ferkel auch nicht.
Gruß
Lukas
P.S. Momentan sind 43,5 € im September. Die waren auch schon bei 38 €.
@ Lukas [#5]
15% über 38 € ist 43,6 €
Das stimmt rechnerisch. Ich schrieb aber 15 % über dem Schlusskurs, der für Ferkel bei 41 Euro lag, plus 15 % ist 47,10 Euro.
Wenn SIE der Meinung sind, zu höheren Kursen würden Sie Ferkel verkaufen, warum stellen Sie dann keine Verkaufaufträge in den Markt ? Würden Sie das tun, dann würde die Eurex gem. der Erklärung [#2] bei einigermaßen realistischen Aufträgen als Mitte zwischen Geld- und Briefkurs für den nächsten Settlementkurs berechnet, also höher als jetzt, dann würde der Markt wieder handelbar.
Bei Schweinen wurden die extremen Briefkurse heute durch viel niedrigere Angebote unterboten. Ob sich zu diesen Käufer finden, wage ich zu bezweifeln, denn Schweine werden nicht teurer werden, solange das Angebot ständig steigt.
Schöne Grüsse, Richard Ebert