Schweine: Wie lange lässt sich der V-Preis bei 1,50 Euro halten ?
USA: Tyson Foods - 32% höhere Umsätze mit Schweinefleisch im 3. Quartal
Schweine.net (10.08.10) - Der US-Fleischkonzern Tyson Foods Inc hat für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 (Oktober bis September) Rekorde bei Umsatz und Gewinn verkündet, meldet Dow Jones. Vor allem das Rindfleisch- und das Geflügelfleischgeschäft hätten von höheren Preisen profitiert, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt sei eine spürbare Erholung des Geschäfts infolge einer verbesserten Nachfrage festzustellen, die wiederum von einer wirtschaftlichen Stabilisierung auf breiter Basis profitiert habe. Darüber hinaus schlugen die Kosteneinsparungen im Verlauf der Krise nun positiv zu Buche. Den weiteren Angaben nach sind der Umsatz des US-Fleischkonzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12% auf 7,44 Mrd USD gestiegen, der Gewinn um 89% auf 248 Mio USD und die Bruttomarge auf 10,1% von 7,1%. Die Rindfleischsparte, das größte Geschäftssegment vom Umsatzvolumen her, habe einen um 13% höheren Umsatz verzeichnet. Zwar sei das Absatzvolumen um 5,1% gesunken, die Preise seien aber im Schnitt um 20% gestiegen.
In der Folge habe sich der Betriebsgewinn des Bereichs mehr als verdoppelt. Die Erlöse im Geschäft mit Hähnchenfleisch hätten um 4,6% zugelegt, wobei sich das Absatzvolumen um 8,1% verbessert habe, während sich die Preise um 3,2% verringert hätten. Der Gewinn sei um 30% gestiegen. Die Schweinefleischsparte erwirtschaftete demnach um 32% höhere Umsätze und das Geschäft mit vorbereiteten Speisen um 12% höhere Erlöse, so Dow Jones.
(Quelle: http://www.schweine.net/tyson_foods_meldet_rekordzahlen_im_3._quartal.html)
Kassamarkt: Stabiler V-Preis zu erwarten
Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Schlachtschweine Markt zeigt sich weiterhin gut ausgeglichen. Die Anmeldungen von schlachtreifen Schweinen nehmen bei vielen Vermarktern zwar etwas zu, die Partien lassen sich jedoch nach wie vor zügig an die Schlachtbetriebe vermarkten. Daher erwarten die Marktbeteiligten auch für die kommende Schlachtwoche eine Fortsetzung der stabilen Tendenz am Schlachtschweine Markt.
Die Zahl der Schweineschlachtungen ist schon wie in der Vorwoche erneut deutlich angestiegen. Mit 949.000 Tieren wurden in der vergangenen Kalenderwoche ca. 44.000 Tiere mehr als in der Woche zuvor geschlachtet.
(Quelle: ISW, Damme, auszugsweise)
Terminmarkt: Januar Schweine steigen auf 1,32 Euro
An der Frankfurter Eurex wurden heute 7 Kontrakte August Schweine zu durchschnittlich 1,51 Euro gehandelt, 0,4 Cent unter dem Vortagskurs, sowie ein Kontrakt Januar Schweine zu erstaunlich hohen 1,32 Euro, 0,7 Cent über dem Kurs des Vortags. Der M 12 Index blieb bei unverändert 1,4081 Euro.
Die Kurse am Ferkel Terminmarkt gaben weiter nach, der Index schloss mit einem Verlust von 28 Cent bei 41,48 Euro. Gehandelt wurde ein Kontrakt der Fälligkeit August mit einem Rückgang von 50 Cent bei 41 Euro.
Wie lange lässt sich der V-Preis noch bei 1,50 Euro halten ?
Heute gab am Markt erste Diskussionen darüber, wie lange die Schweinepreise noch bei 1,50 Euro gehalten werden können. Für diese und kommende Woche ist dies, trotz der weiter unbefriedigenden Lage im Fleischverkauf noch wahrscheinlich, wenn auch erste Stimmen für eine Preissenkung sprechen.
Andererseits deuten die stabilen Kurse der entfernten Monate und die schwachen Ferkelpreise eher darauf hin, dass Mäster wegen der hohen Getreide- und Futterpreise sehr vorsichtig aufstallen und daher mit möglicherweise jahreszeitlich nicht so starken Preisrückgängen wie üblich zu rechnen ist. Dazu könnte wegen der hohen Getreidepreise eine größere Fleischnachfrage aus Russland kommen.
Das Stillstandsabkommen gillt erstmal bis ende August.
Danach werden die Karten neu gemischt; und mit mischen meine ich mischen.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Richard Ebert [#1]
"Andererseits deuten die stabilen Kurse der entfernten Monate und die schwachen Ferkelpreise eher darauf hin, dass Mäster wegen der hohen Getreide- und Futterpreise sehr vorsichtig aufstallen und daher mit möglicherweise jahreszeitlich nicht so starken Preisrückgängen wie üblich zu rechnen ist"
Den Satz versteh ich nicht. Irgendwo werden doch die vorhandenen Ferkel gemästet und belasten später als Mastschweine den Markt?
Gruß Paul
Das ist schon richtig; Paul.
Es gibt noch keine "Abschlachtprämie"; wie es seinerzeit bei den Kälbern im Zuge der BSE Kriese gab.
Aber Kleinvieh macht auch Mist.
Da ist zum einen das verzögerte Aufstallverhalten; sprich die Flatdecks quellen über; da geht auch mal ebend das ein oder andere halbe Prozent abhanden; dann den Stress für den Rest; sprich höhere Verlustraten in der Mast.
Dann wird der Preis massiv gesenkt; dazu die Qualitätskriterien der Mäster werden schärfer; es ist ja mehr zum Aussuchen da; sprich noch ein Prozent mehr Spanferkel...
Zudem werden die Sauenbestände in den Osteuropäischen Kleinsthaltungen zuerst reduziert; siehe Russland; wo 50% der Schweine "Hausanschluss" haben; wieviel sind davon wohl aufgrund der Umstände dort abhanden gekommen?
Zudem glaube ich nicht; dass z.B. DK nochmal solch eine Phase mitmachen kann; ich denke; dann gehen massiv die Lichter aus; das dauert natürlich noch ein halbes Jahr bis hin zu einem Jahr; man merkt das doch nun schon; dass die mit aller Macht versuchen; den Ferkelpreis hoch zu halten; was bislang auch recht gut geklappt hatte aufgrund von Exporten nach Osteuropa; aber so langsam wird es schwierig.
Hier ein Prozent; dort ein Prozent; das hilft vielleicht; nicht in Abschnitte von unter die 1,30 zu rutschen; auch wenn es einige Schreihälse gibt; die das jetzt schon fordern.
Aber die wird es am Ende eh nicht mehr geben.
Niedrigere Preise bedeuten nicht mehr Umsatz; selbst das muss der LEH auch schmerzlich erfahren; komischerweise bedarf es einer Herrschar von Experten; die das feststellen; was jeder gesunde Menschenverstand weiss.
Mal sehen; was so kommt.
Heute geht erstmal der Stoppelmarkt los; und Montag kann man seine Schweine an jeder Theke verkaufen....
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#4]
Montag Stoppelmarkt in Vechta...ich bin dabei! :-)
Aus der Financial Times Deutschland :
Ein Rohstoffanalyst der Niederländischen Rabobank rechnet aufgrund der gestiegenen Futterkosten insbesonders bei Geflügel und Schweinen mit einer Preiserhöhung bis 15 %.
Wenn die Futterpreise weiter so steigen gefährdet daß die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Viehzucht !
MfG saubauer
Was ist Stoppelmarkt? Volksfest ? Ernteendefest ?
@ Saubauer2 [#6]
Fast wie das Oktoberfest, nicht ganz so viele Menschen (800000).
Einfach einmal hinfahren mit dem Zug-Stoppelmarkt hat eigene Haltstelle.
Bis Montag.....
Gruß
@ Saubauer2
Ein Rohstoffanalyst der Niederländischen Rabobank rechnet aufgrund der gestiegenen Futterkosten insbesonders bei Geflügel und Schweinen mit einer Preiserhöhung bis 15 %
Für Geflügel ja - für Schweine nein!.
Im Winter 2007/2008 hatten wir, trotz sehr hoher Getreide- und somit Futterpreise, im Tief nur Preise um 1,30 Euro. Warum sollte es in diesem Winter anders sein?. Futterpreise um 65-70 Euro je Schwein, Ferkelpreise um 55-60 Euro usw. sind dabei tötlich!!.
Nach meiner Meinung wird folgendes in naher Zukunft eintreten: Ferkelpreise werden nachgeben (müssen) ca. 5-10 Euro. Die Schweinepreise werden ab der 37. Woche moderat? fallen. Im Januar und Februar, aufgrund des hohen Schweineaufkommens, Preise von 1,25-1,30 Euro.
Der Getreidemarkt wird, nach meiner Meinung, z. Zt. von Ängsten getrieben und damit überbewertet. Dadurch konnte sich eine Preisblase bilden. In der Realität könnten die Erntemengen doch noch zufriedenstellend ausfallen. Sollte die Ukraine und oder Russland wieder Getreide exportieren, könnte das Kartenhaus sehr schnell einstürzen.
mfg
Bigpig
@ BIGPIG [#8]
Wenn 2010 wie 2007 ist dann ist 2011 wie 2008 und dort hatten wir sehr hohe Preise. Januar 1,32 € und bis August sind sie dann auf 1,83 € gestiegen. Und dann ist es logisch was der Raboanalyst rechnet.
Die Schweinepreise sind somit total unterbewertet im Jahr 2011.
Gruß
Lukas
Im Herbst 2007 hatten wir eine ähnliche Diskussion hier.
Einige Forumsteilnehmer schlussfolgerten genauso wie jetzt einen steigenden Schweinepreis aufgrund des teueren Futters.
Damals schrieb Richard Ebert sinngemäß:
Der Schweinepreis hängt nicht unmittelbar vom Getreidepreis ab. Er hängt ab von Angebot und Nachfrage auf dem Fleischmarkt. Da wir genügend Schweine im Markt haben wird der Schweinepreis nicht dem Getreidepreis folgen. Sollte sich das Angebot aufgrund gedrosselter Produktion verringern, werden die Schweine steigen.
Genauso kam´s dann auch.
Interessant war trotzdem wie schnell im Herbst/Winter 08/09 der Fleischmarkt auf die gefallenen Getreidepreise doch reagierte.
Kollegen durch dieses Tal müssen wir, ob wir wollen oder nicht. Diejenigen die dabei auf der Strecke bleiben tragen dann dazu bei dass der Markt "bereinigt" wird und der Preis steigen kann, so bitter es klingt.
Trotzdem mfg
BB
Kollegen,durch dieses Tal müssen wir,ob wir wollen oder nicht.
Bis wir merken das es kein Tal ist, sondern eine riesige
Tiefebene, planiert von Vion, Tönnies und Co. Sie handeln
im Auftrag von Aldi, Lidl und Co. Da wäre ja noch Osteuropa als
Absatzmarkt, wenn Putin gut drauf ist, wenn nicht ( Fleisch zu teuer) wird der Laden aus irgendwelchen Gründen für ein paar
Wochen dicht gemacht. Ich bin auch so einer der auf der Strecke
geblieben ist. Ich habe unsere Mastanlage nicht angezündet,
sondern sehr gut verpachtet. Wir sind auf dem besten Wege, Lohn
und Vertragsmäster zu werden, siehe Geflügelbereich.
Aber vielleicht liege ich mit meinen Gedanken völlig daneben!?
mfg
GM-P
Lukas; schon vergessen; was uns 2008 diesen Preisboom beschert hat?
Es war nicht das teure Getreide; denn es ist vollkommen egal; ob das Futter 30 Euro/dt oder 10 Euro kostet; oder das Ferkel 100 oder 30 Euro.
Im Sommer 2008 war es PCV; nicht hier; sondern im Welt grössten Schweineerzeugerland; China.
Und was war 2008 auch noch in China?
Damit hatte es "Marktverschiebungen" gegeben; sprich Brasilien hat dorthin geliefert; ebendso die USA.
Diese Mengen fehlten dann in bspw. Russland.
Ende des Sommers kam dann der grosse Absturz; auch mit der einhergehenden Wirtschaftskriese und dem Umstand; das China einiges wieder in den Griff bekommen hat.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#12]
Hallo,
laut Quelle top-agrar passiert dieses:
Und die ING-Bank ergänzt, der Brotpreis reagiere in der Tat schnell auf gestiegene Getreidepreise. Milchprodukte würden mit einer Verzögerung von drei Monaten teurer, Fleisch und Geflügel nach rund sechs Monaten.
Mühlenbach nun zerpflücke diese Aussage bitte.
Gruß
Lukas
Gerne; Lukas.
Frag mal einen Schlachter oder Zerleger deines Vertrauens; ob die dir schon Preise garantieren.
Zwischen den Zeilen lesen; Lukas.
Dort steht; dass die Produkte teurer werden; nicht die Rohstoffe. Ein kleiner; aber ganz wichtiger Unterschied.
Nur weil Futter teurer ist; werden die Schweine nicht weniger; diese werden nun schon mehr (Sauenrate).
Lt. Stat. Bundesamt sind vor allen Dingen Nahrungsmittel nun schon Preistreiber Nr.1; so ist Butter 40% teurer geworden; Geflügel; Obst und Gemüse.
Das all (und ein klein wenig die gestiegenen Energiekosten) hat dazu geführt; dass die Inflationsrate im vergangenen Monat um 2,6% gestiegen ist; der Nahrungsmittelindex alleine um gute 10%!
Auch wenn die Schweine um 25% im Preis zum Herbst sinken sollten ( auf 1,20); so bin ich mir ganz sicher; sinkt der Verkaufsindex höchstens um 5%; und dann nur in der Hauptsache; wenn der LEH die nächsten Preisrunden einläuten wird.
Aber das er dadurch nicht mehr Geld verdienen wird; werden die Preisrunden immer seltener; dafür die Preisrunden bei den Lieferanten immer mehr.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#14]
Nur weil Futter teurer ist; werden die Schweine nicht weniger; diese werden nun schon mehr (Sauenrate).
Hier der Vergleich für November Weizen im Paris (steil nach oben) mit dem September Schweinen in Frankfurt, bei denen die rote Linie auf dem tiefsten Stand seit 7 Monaten bleibt und noch nicht mal "zuckt".
Schöne Grüsse, Richard Ebert