Schweine: Wie sichere ich die Preise ab ?
Hallo zusammen,
aufgrurnd der zunehmenden Volatilität auf den Märkten wird das Hedging in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Für mich stellt sich die Frage, wie setzt man eine Preisabsicherung um. Bisher habe ich noch keine konkreten Kenntnisse über das Hedging-Verfahren, d.h. welche möglichen Broker gibt es am Markt undwie relatisch sind die Preise, die an der Börse gehandelt werden.
Ich würde mich über interessante beiträge freuen, gerne auch erfahrungsberichte.
viele grüße
@Schulze Bisping
Hallo zusammen,
Preisabsicherung durchsetzen ....
Konto bei einer Bank eröffnen die Zugang zum Terminmarkt hat z.b Knaack terminhandel, oder http://www.hansa-terminhandel.de oder Agrarberatung VB Lingen
und schon kann los gehen.
Die Banken machen auch Beratung und bieten einen Infodienst, die Gebühren sind unterschiedlich wie beim Aktienkauf ........
Deshalb Banken vergleichen und damit auch die Marktteilnehmer kennenlernen.
Erfahrung:
Wie bei anderen Termingeschäften .......Ob Schweinhälften oder Weizen... natürlich ist es sinnvoll, wenn man die Ware auch faktisch im Stall hat, dann ist man natürlich auf der sichern Seite.
Also erst mal mit einem Limit zum Beispiel 10000€ anfangen und am Anfang nur verkaufen, wenn die Schweine im Stall sind und der Preis passt.
Sonst läuft der Preis plötzlich davon und man muss immer nachschießen und kann den Verlust mit den eigenen Schweinen nicht ausgleichen Katastrophe
Auf jeden Fall ein harten Markt, und man sollte auf jeden Fall den eigenen Betrieb dabei nicht vernachlässigen!
Beispiel:
Schweinepreis : 1,12 –> Heißt der Mäster, will Schweine am Terminmarkt kaufen, weil er fest mit einem Preisanstieg rechnet.
Leider hat der Mäster bei diesem Preisverfall und bei 2000 Mastplätzen, faktisch im Schweinestall schon ca. 40000€ verloren, deshalb scheut er weiteres Risiko einzugehen und kauft nicht!
Schweinepreis vor Dioxin : ca. 1,40 aber extrem hohe Futterkosten und somit ist der Deckungsbeitrag nicht zu hoch und der Markt läuft in den Frühling also eher feste Tendenz.
Mäster ist Optimist ( Sonst wäre er Beamter) und rechnet mit höheren Preisen und sichert nicht ab!
Zusammenfassung:
Der Markt ist eng, was auch durch die Menge der gehandelten Kontrakte untermauert wird!
Meiner Meinung nach ist der Markt eng, weil er nicht besonders attraktiv ist!
Nur für absolute Profis oder die es werden wollen.
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=8708#newmsg
@ Schubi [#1]
vielleicht noch ein Zusatz:
den Markt immer im Auge haben z. B. durch wöchentliche Notitz des V-Preises. Dadurch bekommt man ein besseres Gespür für die saisonalen Bewegungen.
eigene Produktionskosten berechnen z. B. 150 € pro Schwein, Juni notiert bei 1,60 damit bin ich zufrieden also verkaufe ich meine Schweine zu diesem Kurs.
Wenn dann der Kassamarkt im Jumi 1,65 sein sollte, sich nicht ärgern, denn man war sich zum Absicherungszeitpunkt im Klaren, dass 1,60 o.k. sind.
Anfangs nicht die komplette Produktion absichern, sondern nur 1 oder 2 Kontrakte handeln.
Merke: keiner verkauft am teuersten und kauft zum niedrigsten Kurs ein, aber alle reden davon.
viel Spaß beim "Üben"
BB
Ich habe mit meinen Absicherungen an der Börse oft verloren. Gewinne aber sehr häufig durch spekulative Käufe generieren können.
Ursprünglich bin ich vor ca. 10 Jahren als Hedger gestartet, bin zu BSE-Zeiten richtig auf die Nase gefallen und habe wie viele hier die Terminbörse nur noch sporadisch genutzt.
Anfang Januar hatte ich als Hedger natürlich wieder viel zu wenig abgesichert.
Im Nachhinein muss man vielleicht eine Strategie konsequent durchziehen und bei einem DKfL von z.B. 25€ die Hälfte der Produktion sichern. Nur leider hätten sich oft auch Sicherungsgeschäfte mit einer schwarzen Null "gelohnt".
Die Spitze der Euphoriephasen sind für mich schwer erkennbar, wenn wir unten sind, ist das für mich einfacher. Hat bestimmt auch etwas mit Psyche zu tun.
@ Bauer Bernie [#3]
Die Taktik, vorsichtig anzufangen, ist sicher richtig- man kann, wenn der Markt gegen einem läuft, nochmal verkaufen und so einen höheren Durchschnittskurs erzielen.
Im Januar war es richtig, Schweine Kontakte zu kaufen. Für 1,30 € kann ich kein Schwein mästen. Jetzt noch zu kaufen, halte ich nicht mehr für sehr sinnvoll. Ab 1,80 € beginne ich dann mit der Preisabsicherung.
Man darf auf keinen Fall Verluste absichern. Ferkel und Futterkosten + 30 € Gewinn ist Absicherungspreis. Lieber wenige Kontakte, als viele, und viel Lehrgeld zahlen.
Gruß Fritz
Im Nachhinein muss man vielleicht eine Strategie konsequent durchziehen und bei einem DKfL von z.B. 25 € die Hälfte der Produktion sichern. Nur leider hätten sich oft auch Sicherungsgeschäfte mit einer schwarzen Null "gelohnt".
Den letzten Satz von Spekulatius Maximus möchte ich erläutern:
Situation: Sie können beim aktuellen Terminkurs für den Monat des Verkaufs Ihrer Schweine am Kassamarkt gerade plusminus Null kalkulieren.
Sie erwarten jedoch, dass der Preis für Schweine bis zur Lieferung eher fallen wird und rechnen mit einem Rückgang von 10 Cent.
In diesem Fall verkaufen Sie am Terminmarkt einen Kontrakt oder eine Vielzahl Kontrakte. Fällt der Preis tatsächlich um 10 Cent, kassieren Sie am Terminmarkt in etwa den Gewinn den Sie in der gleichen Zeit am Kassamarkt (mit dem Schweinen im Stall) verlieren.
Somit macht eine Absicherung auch dann noch Sinn, wenn Verluste festgeschrieben, aber viel höhere Verluste vermieden werden (kleine Verluste sind besser als große Verluste).
Beispiel Januar Schweine: Ein Verkauf nach dem Rückgang von 1,42 auf 1,30 Euro war vielleicht nicht mehr kostendeckend, bewahrte aber vor dem Verlust beim Rückgang auf unter 1,20 Euro. Der Kontrakt wurde von der Eurex mit 1,193 Euro abgerechnet.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#6]
"Der Kontrakt wurde von der Eurex mit 1,193 Euro abgerechnet."
Ich war selber etwas überrascht, dass der Kontrakt mit 119 gecleart wurde, der relevante V-Preis lag ja nur bei 112 ct.
Ich weiß, dass sich viele wegen der zusätzlichen Aufregung (unruhiger Schlaf etc...) von der Börse verabschiedet haben. Auch muss die Familie damit leben können, dass an der Börse auch mal Verluste auftreten können.
Grundsätzlich muss man in Vorhinein schon wissen, dass man Fehler macht und auch schlechte Geschäfte macht. Das hilft vielleicht sich nicht zu stark von seiner Psyche täuschen zu lassen.
@ Spekulatius_Maximus [#7]
Natürlich mußt du aufpassen, es sind im EUREX-Preis 5 Preise die einfliessen.
Hier die Seite wo es dargestellt wird, wie der Preis sich zusammensetzt.
http://www.eurexchange.com/trading/products/COM/AGR/fhog_index_de.html
Gruß
Lukas
@ Schulze Bisping [#1]
pro Kontrakt sind natürlich auch Gebühren fällig für Broker Bank Porto usw.
je ca 41- € beim Einkauf und auch beim Verkauf wieder macht pro Kg auch einen starken Ct aus.
Mfg
BB
@ Spekulatius_Maximus [#7]
@ Lukas [#8]
Nach meinen Erfahrungen weicht der Eurex Settlementpreis = Schlussabrechnungpreis des Kontraktes in aller Regel nicht mehr als 0,5 bis 1 Cent vom hier im Forum beobachteten V-Preis ab.
Nur im Januar kam es wegen der hohen Abweichungen der ausländischen Preise gegenüber den deutschen Preise zu einer Ausnahmesituation. In den letzten 8 Kalenderwochen betrug die Abweichung maximal 0,9 Cent.
Klicken Sie bitte auf den Link in Beitrag [#8], dort ist unter "Indexdaten - Hog Futures" eine pdf-Datei zu finden, aus der die exakte wöchentliche Berechnung des Index in allen Einzelheiten nachvollzogen werden kann.
Schöne Grüsse, Richard Ebert