BIGPIG
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12 Jahre 6 Monate

Schweine: Wie wird der Preis am 09.07.10 ?

Hallo,

hat jemand Infos zur Preisgestaltung am morgigen Freitag? - Börse handelt z. Zt. bei 1,46 Euro!.

mfg

Geschrieben von BIGPIG am
Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Bisher hört man "unverändert" bei Nordwest und weiterhin verringerte Preise bei der Vion.
ISN zeigt ebenfalls unveränderte Tendenz.

MfG
Speedy

agriculus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die Schlachtbetriebe versuchen morgen 1,43 € durchzusetzen, die Preismelder wollen aber unverändert melden, da die Vion ihren Hauspreis nur bei einigen Anlieferern durchsetzen konnte.
Wenn die Preismelder ihr Gesicht waren wollen, wird es morgen auf ein unverändert hinaus laufen, wahrscheinlich mit Hauspreisen für die Kleinen und Notierung plus Zuschlag für die Großen.
Lebendangebot ist bei den meisten knapp für die nächste Woche, aber die Notierung hat ja zur Zeit nichts mit dem Lebendangebot zu tun, sondern eher mit der Unfähigkeit der Fleisch-Verkäufer dem LEH die richtigen Preise durchzusetzen.

Es ist spannend.

Mein Tipp: unverändert

MfG
agriculus

sapa
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ agriculus [#3]

Lieber agriculus versetz dich doch mal kurz in unsere, wie du es sagst, unfähigen Verkäufer.

Ich versuche mal diese Situation die im Fleischmarkt vorherrscht auf den Mäster als Ersatz für unsere "Fleischkunden"
zu übertragen.

Also

Der Mäster bezieht regelmäßig von, einigen evtl. wenigen Lieferanten eine definierte Menge Ferkel,
je nach Bedarf übers Jahr sind leichte Schwankungen zu bemerken. Aber im Schnitt immer die gleiche Menge.
Ebenso kann der Mäster schön das ganze Jahr über treu und brav seine Kunden beliefern und zumindest kostendeckend
und geringfügig rentabel arbeiten.

Nun ist es aber so das der Mäster aktuell nicht die normale Menge an Schweinen weiterverkaufen kann und auch keinen Bedarf
an höheren Preisen sieht, weil der Mäster nebenan ja auch zu viele Schweine über hat nicht mehr Geld für seine Schweine nimmt. Und schließlich wollte man ihm ja schon immer mal zeigen "wo der Hammer hängt".

Gleichzeitig werden dem Mäster aus aller Herren Länder Ferkel Angeboten, zu unmöglichsten Preisen und in
scheinbar unbegrenzten Mengen. Also wird der Mäster pokern und seine "normalen" Lieferanten unter Druck setzen, der
geringe Bedarf seiner Kunden stärkt ihm ja den Rücken.
"Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt."

Also was nun?
Im Einkauf trotzdem schön weiter hohe Preise zahlen und den Schaden einfach einstecken?
Sich von den Kunden trennen, für die der Verlust eines Lieferanten weniger schmerzhaft ist, da das Marktangebot ja umfangreich ist und somit riskieren das man die nächsten 6 - 12 Monate nicht mehr liefern darf?
Betriebsferien machen, Fixkosten in Kauf nehmen, Personal freistellen und bestehende Abnahme- oder Lieferverträge und Zusagen auf der Einkauf bzw. Verkauf Seite kündigen in der Hoffnung das in 2 oder 3 Monaten sich das ganz wieder gefangen hat und dann einen neuanfang wagen?

Oder
versuchen den Einkaufspreis auf ein kostendeckendes Niveau zu senken +
an Verkaufspreisen festhalten wo es möglich ist und unnötiges Vermeiden.

Kleiner Schwung aus den heutigen Geschäftsansagen seitens unserer Kunden.
"Ich brauche nächste Woche etwa 30% weniger Schinkenteile, überleg dir schon einmal was du mit den Preisen machst
wenn du nicht nach unten korrigierst bist du derjenige der nichts mehr liefert."

Basierend auf solchen Aussagen und dem daraus resultierenden Bedarf im Einkauf sehe ich für morgen ein -0,05€.

sapa

agriculus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ sapa [#4]

Ich habe mich unglücklich ausgedrückt, besser wäre Machtlosigkeit anstatt Unfähigkeit gewesen. Diesmal wollte ich die Fleischverkäufer nicht als unfähig bezeichnen.
Bringen Sie doch ihre Schinkenteile 4-6 Wochen ins Kühlhaus und sagen sie den Mitbewerbern die sollen das gleiche machen. Telefoniert wird doch eh untereinander, aber wahrscheinlich lügt jeder auch nur den anderen an. Also ähnlich wie unter Mästern.
Ich habe für die schlechten Fleischgeschäfte weder eine Erklärung noch eine Lösung, aber die Rentabilität bei den meisten Schweinemästern unter einer Vollkostenbetrachtung wie es ihre Controllingabteilung in ihrem Unternehmen für ihre Vorgänge durchführt, würde keine Rentabilität errechnen können.
Eines ist sicher, wenn in der Schweinemast im Vergleich zur Fleischbranche Geld zu verdienen wäre, dann würde die Schweinemast von den Unternehmen der Fleischbranche betrieben werden und nicht von Familienbetrieben die sich JEDEN Tag um ihre Tiere mit einem schlechten Stundenlohn kümmern müssen, damit Sie ihren Betrieb vielleicht noch eine Generation weiter verwahren können. Selbst das verwahren gelingt nicht einmal der Hälfte der Betriebe einer Generation.

MfG
agriculus

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Das ist ja auch alles nichts neues; Sapa.
Und es wurde in den letzten Tagen genug darüber diskutiert; das der LEH eine "angebliche" Marktmacht ist; es gab eine Sitzung mit führenden Politikern; Kartellrechtlern; dem HDE sowie Vertreter der Nahrungsmittelproduzenten.
Und natürlich hat der Vertreter des HDE darauf hingewiesen; dass der Verbraucher der Nutzniesser des Systems ist; und natürlich haben die Vertreter gejammert ( auch zu Recht); dass die Einkommenssituation sehr schlecht ist.
An all dessen ist ja auch nicht verwerfliches dran; es ist ja so "gewollt".
Das was uns Schweinemäster allerdings "stört"; ist allein die Tatsache; dass die Abnehmende Hand im Jahresmittel nach Vollkosten immernoch Geld verdient; der Landwirt in den letzten zwei Jahren aber mit Glück bei einer Null landet.
Die heutige Phase ist doch ideal für den Fleischabsatz; allerdings wollen die Schlachtbetriebe nicht wirklich die Schweine haben ( und deshalb bin ich gespannt; was heute passiert; ich denke mal die Preismelder aus dem Süden müssen auf runter plädieren; weil die Vion dort fast Alleinherrschaft hat; während die Privaten Viehhändler im Norden die Mengen kaum zusammenbekommen); aus deinen genannten Gründen.
Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlechter; grade auch für euch in den Sommermonaten; weil dies einfach jedes Jahr so ist.
Das ganze geht solange; bis (endlich) einer der ganz grossen die Insolvenz anmeldet; denn dann; und nur dann wird einem bewusst; dass man eine Schraube überdreht hat.
Das ist verdammt bitter; und Geld wird auch vernichtet; aber dieses Geld wird eh jedes Jahr "vernichtet"; insofern ist die Gesamtsumme vollkommen egal ( gut; in dem Fall trifft es einige wenige; während nun jedes Jahr die grosse Masse der Produzenten der jeweiligen Stufe die Zeche zahlen).

Trotz dessen ist es momentan garnicht mal so schlecht; als Abnehmer ein bisschen auf die Bremse zu treten; um dem LEH auch mal so ein klein wenig eins auszuwischen; weil die Schweine wachsen momentan nicht mehr wirklich; ( wer hat denn in den vergangenen Jahren schon grossartig Schinken bei 30 Grad plus gebraucht?) und Grillfleisch wird dennoch gebraucht.
Im Norden hat die Vion einige Betriebe auf Sommerurlaub geschickt; um auch die Nachfrage nicht zusätzlich anzuheizen; denn im Süden gibt es ja wenig Mitbewerber; während man sich im Norden vor allen Dingen dann mit D+S; Tönnies und der Westfleisch um Schweine hauen müsste..
Die Kosten; die damit momentan entstehen; die holt man locker im Oktober/November wieder rein...

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ sapa [#4]

Klasse!!!!!!
Gruß Bronto

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Muss ein Abschlag sein??
Es gibt doch weniger Schweine ! ( Hitzestress!!)
Wir stallen regelmäsig auf und haben in 2 - 3 Wochen ein Lieferproblem da Schweine aus der nächsten Gruppe nicht so gewachsen sind wie sonst!!
Immer wieder Anrufe nach Schweinen ? Wer kann liefern !?
MfG S.

palver
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

Hallo wer weiss den Preis von heute?
Jetzt würde Topschwein vielleicht schon den Preis geschrieben haben.
Es wäre schade, wenn er nicht mehr schreiben würde
Palver

sapa
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Saubauer2 [#8]

In welchen Größenordnungen agieren Sie denn?

Im Nordwesten sind für den Bedarf genügend Schweine vorhanden. Man tritt lieber auf die Stückzahlenbremse als noch mehr Geld zu
versemmeln.

Ich finde zurecht. Das "Geschäft" geht derzeit gewaltig an die Substanz, und das solange bis einige größere und kleinere Höfe in die Insolvenz gehen oder aufgekauft werden.

sapa

Schweineturbo
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

@ palver [#9]

Habe Preis schon um 12.40 uhr eingestellt.
mfg

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ sapa [#10]

Ist ja klar,daß meine Mengen sowieso nur auf dem Ladentischen der Umgebung auftauchen, aber das heiße Wetter ist ja in fast ganz Europa und darüber hinaus zu finden.

Somit wachsen auch bei allen anderen die Schweine langsamer (Schlachtgewichte fallen doch!).

Preismeldung kam um 14.28 Uhr Schweine Angebot weniger, Schweine leichter ! Aus der Ukraine schrieb mir ein Ex - Praktikant kosten die Schweine immer noch 1,80 bis 2.00 Eur je kg !

Kann man da nicht liefern?

Jetzt kommen stündlich Futterverteuerungen. Ist das die Wiederholung von 2008 ?

Schönes WE

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