Schweine: Wie wird der V-Preis am 21.05.13 ?
In ihrem heutigen Marktbericht weist die ISN auf den saisonalen Preisaufschwung durch Sommerurlauber in Spanien hin. Was dazu nicht geschrieben wird, ist, daß die Touristen wenn sie sich in Spanien oder Italien grillen lassen, auf die Grillfeste in Deutschland verzichten müssen und die Nachfrage rückläufig sein wird.
Zudem wird über Klagen über die Exportnachfrage berichtet, problematisch wären die Importbeschränkungen Russlands, die in Südkorea wieder gestiegenen Bestände nach MKS, dem abgewerteten japanischen Yen und den stark gesunkenen Schweinepreisen in China.
Am Inlandsmarkt berichtet die ISN in den Wetteraussichten für diese Woche nur kühle Temperaturen. Im Allgäu, so die örtliche Wettervorhersage, wird mit einer auf 600 Meter fallenden Schneefallgrenze gerechnet.
Fazit der ISN: "Die Preisaussichten werden von den Marktteilnehmern alles in allem mindestens stabil eingeschätzt.
Nachdem über viele Wochen für Juni Schweine 1,76 bis 1,78 Euro bezahlt wurden, sank der Kurs heute um 3 Cent auf 1,66 Euro und damit ein neues Tief für Schweine zur Lieferung im kommenden Monat
Saisonal gesehen steht auch in dieser Woche eine weitere Aufwärtsbewegung an, die in den kommenden drei Monaten mit einem Anstieg von 16 Cent auf das Jahreshoch bei 1,76 führen könnte. Leider hat sich insbesonders in den letzten 6 Monaten gezeigt, daß auf saisonale Bewegungen der Preise immer weniger Verlaß ist.
Rote Kurse: Prognose der saisonalen Preise in den kommenden 12 Monaten. Blaue Pfeile: Schlußpreise für Schweine bis April 2014 an der Eurex in Frankfurt.
Auch die Schlußpreise an der Eurex sind immer weniger aussagekräftig für eine Prognose der künftigen Entwicklung des V-Preises, da die Umsätze in Frankfurt mittlerweile das tiefste Niveau aller Zeiten erreicht haben. Die Landwirte werden - so sieht es aus - künftig nicht mehr damit rechnen können, daß Ihnen ein Terminhandel zur Absicherung am Ferkel- und Schweinemarkt zur Verfügung steht. Schließlich gehören zu einem Termingeschäft immer zwei Partner, die (meistens) nicht nur gegenteiliger Meinung über die künftigen Kassapreise sind, sondern auch diese Meinungen in einen aktiven Börsenhandel umsetzen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#1]
Wie im realen Leben.
Ich kann zur Bank gehen; dort irgendwelche Fonds kaufen und mein Geld entweder mehren oder verringern.
Allerdings muss ich dort Gebühren zahlen ( Depotführung; ausgabeaufschlag usw.usv.)
Ich kann auch in die Spielbank meines Vertrauens gehen und dort mein Geld mehren oder verringern.
Dort zahle ich aber keine Gebühren.
Und genauso ist das im Schweinemarkt auch.
Schwarz oder rot.
Mehr Auswahl gibt es nicht.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Ach ja; alle die an uns die goldene Nase verdienen; versuchen immer wieder zu betonen; dass nach Regen Sonnenschein kommt und man diese Chance auf keinen Fall verpassen sollte.
Mittlerweile hat sich bei den Landwirten aber die Erkenntnis durchgestetzt; dass es kein Schauerwetter ist sondern lang anhaltender Landregen.
Und das finden solche Bereiche garnicht gut.
@ Richard Ebert [#1]
Die Expertengruppe der EU-Kommission für den Bereich Schweinefleischmarkt hat ihre März-Prognose für die EU überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Danach sollen im I. Quartal 2013 die Schlachtzahlen um – 0,1 % und im II. Quartal 2013 um - 1,0 % zurückbleiben. Für die Monate Juli bis einschl. September 2013 haben die Experten – 3,3 % rückläufige Schlachtzahlen errechnet. Ab Oktober bis zum Ende des Kalenderjahres wird ein Rückgang der Schlachtungen um – 2,4 % gegenüber dem Vorjahr erwartet. Für das ganze Jahr 2013 ergibt sich eine Minderung von -1,7 %. In der März-Prognose 2013 waren die Rückgänge noch zwischen - 3 % und - 4 % veranschlagt worden.
Die EU-Experten prognostizieren für das II. Quartal 2013 durchschnittliche Schweinepreise in Höhe von 1,76 €/kg SG. Ausgehend von den aktuellen Werten knapp oberhalb der Marke von 1,60 €/kg muss für den Monat Juni noch eine beachtliche Steigerung stattfinden, um diesen Durchschnittswert zu erreichen. Für die Zeitspanne Juli bis einschl. September 2013 lautet die Schätzung auf 1,82 €/kg SG, im Wesentlichen gestützt auf den erwarteten starken Angebotsrückgang mitten in der Grillsaison. Für das letzte Quartal 2013 werden Preise in Höhe von 1,77 €/kg vorausgesagt, ebenfalls in 1. Linie untermauert durch weiter abnehmende Schweinelieferungen im herbstlichen Vorweihnachtsgeschäft
Recht optimistische Zahlen oder?
MfG Bre
@ Bre [#3]
Ich glaube, die haben wohl hoch Fieber bekommen von diesem schlechten Wetter diese Experten. An der Börse liegen wir locker bei -10 Cent drunter.
Also das Wetter ist bei uns im Nord-Westen echt schlecht zum Grillen.
Gruß
Lukas
@ Bre [#3]
Wenn wir im zweiten Quartal einen Durchschnittspreis von 1,76 bekommen sollten; und wir mal davon ausgehen; dass der Mai mit 1,60 abschliesst; dann müssten wir im Juni einen 4-Wochen-Durchschnittspreis von 2.035 Euro/kg SG bekommen ( Momentaner Quartalsstand ist ja 1,63xx Euro/kg SG).
Sprich wir "müssten" zu Freitag; dem 7.6 eine Steigerung von 43,5ct!!!! haben....
Utopisch.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Bre [#3]
Für das ganze Jahr 2013 ergibt sich eine Minderung von -1,7 %. In der März-Prognose 2013 waren die Rückgänge noch zwischen - 3 % und - 4 % veranschlagt worden.
Das bedeutet: Bei der vorletzten Prognose wurde von einem Rückgang der Schweineschlachtung von 3-4 % ausgegangen, jetzt nur noch von einem Rückgang von 1,7 %.
Anders ausgedrückt: Die erwarteten Schlachtzahlen sind jetzt um rund 1,8 % höher als bei der vorletzten Prognose.
Die Nachfrage habe ich in Beitrag [#1] erwähnt:
"Zudem wird über Klagen über die Exportnachfrage berichtet, problematisch wären die Importbeschränkungen Russlands, die in Südkorea wieder gestiegenen Bestände nach MKS, dem abgewerteten japanischen Yen und den stark gesunkenen Schweinepreisen in China."
Da kann ich nicht an die Prognosen der Expertengruppe glauben.
Seit Beginn dieses Jahres lagen die deutschlandweiten Schlachtzahlen für Schweine fast durchgehend über denen des Vorjahres. Die rote Linie = durchschnittliche Schlachtung der letzten 52 Wochen steigt seit ihrem Tief im Januar wieder leicht an. Es werden also wieder mehr Schweine geschlachtet.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Die Schweinepreise der EU-Kommission werden in Kaltgewicht angegeben und nicht wie bei uns üblich im Warmgewicht. Macht bei etwa 2% Unterschied gut 3 Cent/kg aus. Der angegebene EU-Durchschnittspreis war bis einschließlich letzter Woche im Mai fast 2 Cent/kg höher als in Deutschland. Dies ist vorneweg bei Vergleich der VEZG-Notierung mit den EU-Preisen zu beachten. Hinzu kommennatürlich noch die unterschiedliche Berücksichtigung der Transport- und Versicherungskosten, eventuell nicht erfasste Zuschläge und Bonuszahlungen,....
Blendet man all dies aus, dann lag der bisherige EU-Durchschnittspreis im zweiten Quartal bei knapp 1,69 Euro/kg, vergangene Woche waren es nur noch 1,645 Euro. Die von Bre genannten 1,76 Euro/kg werden also ohne eine kräftige Hausse im Juni kaum noch erreicht werden können. Die von der Kommission genannten Preise basieren übrigens aus Schätzungen aus den Mitgliedsländern,da können "die bösen EU-Bürokraten" zur Abwechslung mal nicht direkt etwas dafür.
Grüße
MissPiggy
@ MissPiggy [#7]
sag ich ja.
40 ct ( oder 35 im EU-Warm-Schnitt) werden wir kaum schaffen.
Ausser in Spanien geht im Juni ( weil ja 120 Mio. Deutsche dort sind) so richtig die Post ab.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach