BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Schweine: Wird 2011 ein schwarzes Jahr für die Schweinemäster ?

Hallo,

seit Anfang diesen Jahres haben wir Mäster noch keinen Cent an unseren Schweinen verdient. Die Futterkosten lagen im letzten halben Jahr bei ca. 65 Euro je Schwein. Durch die weiter steigenden Kurse für Rohstoffe, an den Börsen in Chicago, Paris usw., steigen die Futterkosten in den nächsten Monaten auf ca. 80 Euro je Schwein an.

Die gestiegenen Rohstoffpreise sind sicherlich im gewissen Maße auf die Missernten, Unwetter usw. zurückzuführen. Der entscheidende Faktor sind aber die Spekulationen an den Börsen. Es wird mit der Angst vor Engpässen bei den Rohstoffen und der damit einhergehenden Nahrungsmittelknappheit, Geld verdient. Dabei sind die Abweichungen der Weltvorräte an Getreide, vom langfristigen Durchschnitt der Jahre, nur gering. Somit hat sich an den Börsen, nach meiner Meinung, eine Spekulationsblase gebildet, die irgendwann platzen wird.

Selbst wenn die Börse wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt, werden die Preise für Rohstoffe auf einem erhöhten Level liegen und wieder ansteigen. Der Grund ist in erster Linie der wachsende Wohlstand (siehe China) auf der Erde und damit verbunden ein steigender Bedarf an Brennstoffen, Nahrungsmitteln usw.. Dazu kommt der Klimawandel mit den Auswirkungen auf die Ernten. Allein in unserer Region haben wir, immer öfter, Jahre mit Trockenheit und schlechter Ernte. Viele Flächen, die in der Vergangenheit "nass" waren, sind heute sehr gut zu beackern. Diese Tendenz wird sich sicherlich noch verstärken. Dazu kommt die wachsende Konkurenz durch die Biogasanlagen mit ihrem unersättlichen Bedarf an Mais und sonstigen Nawaros. All das ist die Grundlage für hohe Getreidepreise und somit hohe Futterpreise für uns Schweinemäster.

Dazu kommt jetzt der steigende Ferkelpreis. In dieser Woche sollen wir ca. 60-65 Euro für 30 kg. Ferkel incl. im Stall bezahlen. Wenn ich jetzt noch die sonstigen Kosten von ca. 15-20 Euro je Schwein hinzurechne, liege ich bei ca. 160 Euro Vorkosten je Schwein. Somit müssten die Schweinepreise im Sommer bei mindestens 1,80 Euro je kg. SG liegen. Durch die PLH und weiter steigenden Schlachtzahlen, werden wir diese Gewinnschwelle wohl nicht erreichen.

Mein Fazit: Die Ferkel sind zu teuer, das Futter ist zu teuer, die Kosten steigen, die Schlachtereien vera..... uns und lassen uns im Regen stehen. Dieses Jahr wird uns, unter diesen Voraussetzungen, nur Verluste bringen. Was ist zu tun? - nicht mehr um jeden Preis einstallen. Die Ferkel- und Futterpreise müssen herunter. Beim Futter dauert es noch etwas- aber bei den Ferkeln können wir durch eine strikte Einstallzurückhaltung einen Preisdumping bewirken. Andere Möglichkeiten gibt es z. Zt. nicht!. Ansonsten droht der finanzielle Kollaps!!.

mfg

Bigpig

Geschrieben von BIGPIG am
papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ BIGPIG [#1]

"Preisdumping" bei Ferkel ? Was bist Du denn für ein Berufskollege ?
Empfehle: Keine Ferkel an BigPig liefern. Lass doch den Stall leer,
dann rettest du wenigstens deinen A....

Guten Tag noch

MatthiasL
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo Bigpig,
wenn ich solch einen Sch.... lese frag ich mich wirklich was das soll. Wir haben eine Marktwirtschaft (soziale!?) die wir doch sicherlich alle wollen! Wir haben die Börsen, die sicherlich auch viele wollen! Jetzt wird rumgemeckert, dass alles Mist ist, Futter zu teuer Ferkel zu teuer, Spekulanten machen uns kaputt, Biogasanlagen machen uns Kaputt...... Hat der Papst vielleicht auch noch was verbrochen was den Verlust in der Mast erhoht?
Sie könne doch auf an der Börse spekulieren. Sie können auch eine Biogasanlage bauen oder sie beliefer. Sie können doch auch Ihre Schweine besser vermarkten oder sie selber sclachte nund verarbeiten. Vielleicht ist Kühe mlken ja auch nopch eine Alternative, die Milchviehalter sollen im Momen doch gutes Geld verdienen.
Wenn Sie keine Ferkel aufstallen wollen ist das doch ok. Aber wenn die Ferkel in Ihren Augen zu teuer sind bzw. der Ferkelerzeuger zuviel verdient, rate ich Ihnen dringend zum geschlossenen System.
Aus Ihren Ansichten entnehme ich, dass Ihr Ferkelbedarf von einer überschaubaren Anzahl an Sauen produziert werden kann. Als kleinen Anhaltspunkt können Sie als Betriebsleiter locker 250 bis 300 Sauen ohne externe Hilfe versorgen. Für die Mastställe suchen Sie sich einen Mitarbeiter der gut "kärchern" kann oder Sie lassen die Ställe reinigen. Mit dem System können Sie locker 7000 bis 9000 eigene Ferkel im Jahr erzeugen! Die Ferkel sind dann genau so wie Sie es erwarten. Sie können die Ferkel mit einem Preis in der Deckungsbeitragsberechnung Mast aufnehmen, der passt. Das klingt doch plausibel und ist mit einer Investitionssumme von deutlich unter 1 Mio. € zu realisieren.
Sollte Ihnen eine solche Planung nicht zusagen, ist es Ihnen (und auch anderen Mästern) natürlich freigestellt die Ställe leer stehen zu lassen.
Um nicht zuviel Kosten durch leere Ställe zu produzieren, denken Sie doch mal darüber nach Ihre Mastplätze an andere Interessenten zumindest für ein oder zwei Durchgänge zu vermieten; oder Lohnmast(meine Mailadresse haben Sie) ist auch eine gangbare Alternative.
Wenn Sie einen Entschluss gefasst haben, lassen Sie es uns wissen.

M.f.G.
M.L.

breader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ MatthiasL [#3]

sehr guter Beitrag.
Wenn ein sogen. Berufskollege eine Senkung der Ferkelpreise fordert, obwohl die noch mind. 10,- € unter der Deckung der eigentlichen Kosten liegen, soll er sich gründlich Gedanken über seine Berufsauffassung machen. Ferkel werden im Preis jedenfalls weiter steigen.

Topschwein
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

ich habe zwar nicht ganz viel Ahnung von der grünen Seite, aber den Weg den Bigpig da vorschlägt! das ist der falsche!.

Meiner Meinung nach liegt es an den "Macht- und Kampfpreisen" die der LEH ( Aldi, Lidl, Rewe, Edeka tc. ) hat. Fleisch und Wurstwaren werden seit langem "verramscht" und jede Stufe will sich "schadlos" halten.

Ich bin der festen Meinung das jeder! etwas mehr für Lebensmittel bezahlen kann - bloß sollte dieses "mehr" auch dann an den richtigen Stellen ankommen.

Gruß

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Topschwein [#5]

So ist es. Lebensmittel, insbesondere Fleisch- und Milchprodukte werden bei uns verramscht.
Mir ist kein Land in der EU bekannt, wo Lebensmittel derárt vertickt werden. Wobei mir klar ist, dass der LEH und die Diskounter, bis auf wenige Aktionen, nicht auf Marge verzichten. Der Preis wird immer nach unten durchgereicht. Auch Legehennenhalter können ein Lied singen. Erzeugerpreise von 4-6 Cent stehen Verkaufspreise im Geschäft von 12-22 Cent gegenüber. Wer steckt da das Geld ein? Ist eigentlich immer gleich, der Erzeuger bekommt von steigenden Preisen am wenigsten ab.
Auf deutliche steigende Preise werden sich die Verbraucher aber jetzt einstellen müssen, nicht nur bei Lebensmittel. Hoffentlich bekommen wir dann auch ein wenig davon in den Geldsack. Schaun wir mal.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Mein erstes Statement zur Dioxinkriese war folgender Satz: Das jahr ist vorbei; egal wie gut der Schweinepreis noch werden wird...
Und dafür habe ich Haue bekommen.
Weizen wird in den nächsten zwei Monaten auf 28 Euro steigen; was einen durchschnittlichen Futterpreis von 32 Euro/dt erwarten lässt.
Dieses wiederum bedeutet incl. MwSt. Kosten in Höhe von 85 Euro.
Aber nicht das Ferkel ist zu teuer; sondern auf dem Futter sind zu hohe Aufgelder; und; was weitaus schlimmer ist; wir haben eine zu niedrige Verkaufsspanne; die wie ich schon mehrfach gesagt hatte im Jahresschnitt zwischen 1,35 und 1,45 Euro liegen wird.
Und aus dieser Nummer kommen wir nicht raus; selbst in 2008 lagen wir am oberen Punkt dieser Spanne; nicht mehr und nicht weniger.
Alles was darüber hinaus geht; führt zu einem Minderverbrauch.
Das ist die bittere Wahrheit; und glaubt ja nicht; dass wir dieses Jahr mit einem Durchschnittspreis von 1,60 davon laufen werden...( Was nicht auch einen Höchstpreis von 1,8 mitte April oder mitte August bedeuten kann)...
Auch wenn die Ware knapp ist; verlassen wir dauerhaft diesen Preisrahmen; wird sich der LEH was anderes einfallen lassen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Big PIC,Mühlenbach
wenn ich nur 1,40 erziele kann ich auch nur die 1,40 innerhalb der landw. Produktion verteilen. Getreideerzeugnisse, Ferkel und Mastschweinproduktion müssen daraus bezahlt werden.
Jeder ist auf den anderen angewiesen und das klappt einigermaßen am Markt.
Will ich mehr rausholen muss ich für das Endprodukt Schwein mehr erzielen.
Und da sind wir beim Fleischverkauf, beim LEH und beim Exporterlös und bei denen die das Umsetzen müssen, den Vermarktern in der Schlachtbranche,

In vielen Ländern erzielt man weit über 1,80 €/Kg, die Verbraucher dort akzeptieren solche Preise, bei uns werden sie verwöhnt durch die Dumpingpolitik des LEH.

Erst wenn unsere Exporteure und Schlachter diese Märkte bevorzugen, wenn tatsächlich die Exportpreise vorn anstehen und Langfristverträge mit dem LEH nebensächlich werden,wenn wir nicht mehr auf die heimischen Halsabschneider angewiesen sind, können wir echte Marktpreise erzielen, weltmarktpreise.
Unsere Schlachthöfe handeln bevorzugt mit Langfristverträgen mit dem LEH, nur was übrig bleibt wird dann zu gewohnten Konditionen über das Exportventil abgeladen.
Eine Exportoffensive, gerade jetzt, wäre ein echtes Signal zum Wachrütteln der verantwortlichen Kuschelpartner im LEH- geschäft. Dann käme Bewegung auch in den Inlandspreis.

Gruß Paul

klafie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

kann mir bitte einer mitteilen in welchen Ländern in Europa ohne Gus und der Schweiz Preise von über 1,80€/kg erzeihlt werden.
Gruß
Klafie

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ klafie [#9]
Weltmarkt findet nicht in Westeuropa statt.
Langj.Preise im Vergleich mit der Mai 2011 Notierung Chicago

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Gruß Paul

fritz44
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@MatthiasL
Stall verpachten,ist eine gute Lösung.
Aber nur gegen Vorkasse.

Gruß fritz

klafie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ paul

Leider gibt es in Deutschland nicht einen Schlacht- und Zerlegebetrieb, der in die USA exportieren darf.

Gruß
Klafie

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ klafie [#13]

Was ich sagen will:
Wir stehen auf dem Weltmarkt, u.a. in Asien in Konkurrenz zu den Amerikanern, dabei sind wir mit unseren Preisen z.Z. unschlagbar günstig . Das ist die Chance um dem LEH mal klar zu zeigen ,daß wir nicht unbedingt von den LEH Dumpingpreisen abhängig sind.
Nur es fehlt der Wille.Ist es Bequemlichkeit weil die eigene Spanne ja immer ausreicht?

Jedenfalls bekommen die US- Mäster derzeit ihre gestiegenen Produktionskosten voll bezahlt.

Gruß Paul

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

Zur allgemeinen Information:
Preise vom 31. Jan 2011; 1,35 $/€ Umrechnungskurs

[PRE]Region US-$cent je lb lebend € je kg SG USA (Iowa) 60,1 1,32 Kanada 54,9 1,20 Mexiko 81,3 1,78 Brasilien 68 1,49 Russland 109 2,39 China 96,6 2,12 Spanien 1,57 BR.-D 1,42

Dazu kommen die unterschiedlichen Transportkosten und die jeweilig unterschiedlich gelieferten Teilstücke, sowie im asiatischen Raum langjährig gepflegte Geschäftsbeziehungen.

Quelle:
http://swineweb.com/genesus-global-market-review-brazil-markets-february-9th-2011/

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nach meiner Kenntnis lag der Preis am 31.Jan. in Deutschland bei 1,33 €/Kg
und in den USA bei 80 $cent/lb, = etwa 1,65 €/kg SG. s.a. obigen chart.

Gruß Paul

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