Schweine: Zahlungsziel der Vion sorgt für Unruhe
Zahlungsziel der Vion sorgt weiter für Unruhe / Vion mit zweifelhaften Geschäftgebahren
Topagrar.com (03.05.12) - Das verlängerte Zahlungsziel bei der Vion sorgt unter den niederländischen Mästern und Viehhändlern weiter für Unruhe. Das Unternehmen begründete diesen Schritt damit, dass aufgrund der Zahlungsmoral der Supermärkte und der hohen Schweinepreise die Kreditgrenze erreicht sei. Die Vion ist aber laut Boerderij das einzige niederländische Schlachterunternehmen, das bisher das Zahlungsziel verlängert hat und überlegt dies auch künftig zum Quartalsende zu wiederholen. Andere Schlachtunternehmen wie Westfort oder Hilckmann bezahlen hingegen binnen einer Woche und wollen daran auch nichts ändern.
Die Lieferanten kritisieren auch die schlechte Kommunikation der Vion. Erst auf Nachfrage erfuhren sie von dem verlängerten Zahlungsziel. Die Boerderij berichtet von einem Landwirt, der in der 12 KW Schweine im Wert von rund 80.000 € geliefert hat und erst auf eigene Nachfrage bei der Vion erfahren hat, dass er das Geld erst eine Woche später erhält.
Die Vion schiebt den „schwarzen Peter“ indes weiter an die Supermärkte. Erst nach ein bis drei Monaten sollen sie demnach ihre Rechnungen begleichen, so dass die Schlachtunternehmen erheblich in Vorleistung gehen müssten. Für die Erzeugervertreter ist das allerdings keine Entschuldigung. Es zeige sich einmal mehr, dass im Zweifel das schwächste Glied in der Kette die Zeche bezahle und sei immer noch der Landwirt.
Preisvergleich Deutschland (schwarz) und Niederlande (rot) sowie die Differenz der beiden Preise (blau)