Topschwein
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12 Jahre 9 Monate
Schweinepreis 25.04.2018
Hallo zusammen,
der neue SN Preis lautet = 1,42 € ( unverändert ) in der Spanne von 1,42 € bis 1,42 €
Geschrieben von Topschwein
am
Hallo,
warum keine Spanne? - knappes Unverändert?
mfg
Bigpig
Wird voll bezahlt?
Werner
@Werner,
ja - es gibt keine Hauspreise !
Liebe Kolegen
Sage mir mal einer was wir dieses Jahr zu erwarten haben wenn das jetzt laufend schon Theater haben. Vor einigen Tagwn
las ich wenn die USA, Brasplien etc. jetzt nicht nach China können versuchen die in die EU zuliefern. Damit gehen wir doch
kaputt oder? Sagt mir bitte Eure Einschätzung Danke
Werner
@werner
Mittlerweile kommt das derzeit international schwache Preisgeschehen auch in Deutschland zur Geltung. Mit 1,42 €/kg wurde in Deutschland für die laufende Woche ein Schweinepreis festgelegt, der den Vorstellungen der exportorientierten Fleischvermarkter Rechnung trägt.
Bei der Ursachensuche niedriger Schweinepreise muss man gar nicht in die Ferne schweifen, sondern die Gründe liegen zu einem erheblichen Teil vor der Haustür. Im bedeutendsten EU-Einfuhrland Italien mit großen Lieferanteilen aus Deutschland sind die Schweinepreise seit Ende März bis heute um mehr als 16 ct/kg LG gefallen, während die Preise in Deutschland erst in der letzten Zeit um 3 ct/kg SG zurückgenommen wurden. (siehe angehängte Grafik)
Im Drittlandgeschäft führt der Rückgang der Schweinepreise in China dazu, dass die Ausfuhren dorthin weiter nachgeben. In Verbindung mit den Einfuhrzöllen werden die USA besonders betroffen, obwohl überschaubare Mengen (20 % gemessen an EU-China-Ausfuhren) gehandelt werden. Für die EU sind ebenfalls Absatzminderungen zu spüren. Darüber hinaus sind auch die EU-Exporterlöse für China-Lieferungen von durchschnittlichen 1,50 auf 1,38 €/kg zurückgefallen.
Es gibt aber auch schon wieder Licht am Ende des Tunnels. In den USA sind die Schweinepreise in IOWA von 0,83 auf aktuelle 1,04 €/kg gestiegen. Für die kommenden Grillmonate signalisieren die Terminkurse an der Chicagoer Börse wieder einen Preisanstieg bis auf 1,35 €/kg. Das ist für amerikanische Verhältnisse schon ein beachtlich hohes Niveau, wenn man die Produktionssteigerungen von fast 18 % in den letzten 5 Jahren berücksichtigt. Zurzeit werden jedoch noch rote Zahlen geschrieben.
Hierzulande sollte die Grillsaison von der Nachfrageseite her für stabilere bis steigende Preise sorgen, auch wenn sie angesichts des schwachen Auslandsgeschäftes nicht in den Himmel wachsen.
Auf der Angebotsseite sollen nach den Viehzählungsauswertungen die EU-Schlachtzahlen für das II. Vierteljahr 2018 auf 62,7 Mio. zurückfallen. Für die Zeit von Juli bis einschl. Sep rechnet man wieder mit 63,9 Mio. und im letzten Vierteljahr werden 66,9 Mio. geschätzt. (siehe angehängte Grafik). Für die Sommerperiode wird also mit einem geringen Lebendangebot zu rechnen sein Für die restlichen Monate wird üblicherweise mit steigenden Schlachtzahlen gerechnet.
Also, es wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird,
meint der Läufer
P.S.: Das TTP-Abkommen ist nicht zustande gekommen. Daher bleibt es bei den EU-Einfuhrzöllen für die Lieferung aus USA. Das CETA-Abkommen mit Kanada ist diesbezüglich liberaler. Die EU-Schweinefleischeinfuhren liegen bei 0,16 % der Produktion.
Danke schon Läufer für die Sachliche Beschreibung das hilft mir wenigstens dahingehend weiter zu versuchen in den letzten beiden
Monaten des JaHRES keine schlachtreifen Tiere zu haben.
Danke für Infos
Werner
Antwort auf Danke schon Läufer für die von Werner
Hallo,
hat schon jemand darüber nachgedacht, dass die EU die Einfuhrzölle lockern könnte um weiter Stahl und Autos in die USA zu exportieren? - Die Merkel hat vor etwas ähnliches wie TTP mit den USA zu vereinbaren!!. Warten wir es ab.
mfg
Bigpig
@ BigPig
hatte den Gedanken auch schon und versucht mich schlau zu machen, Dabei ist folgendes herausgekommen:
Zunächst gilt das gemeinsame EU-Recht über Einfuhrbestimmungen.
(1) Für Schweinefleisch gelten Einfuhrzölle aus Drittländern in Höhe von 53,60 € je 100 kg bis 268 €/1000 kg
(2) Jegliche Einfuhr unterliegt den veterinärrechtlichen Bedingungen zur Vermeidung der Einfuhr von Seuchen, Krankheiten usw.
(3) In den USA werden flächendeckend mit einigen Ausnahmen hormonelle Wachstumsförderer wie z.B. Ractopamin eingesetzt, die hierzulande nicht zugelassen sind.
(4) Zur Desinfektion wird in den USA u.a. auch Chlor eingesetzt (bei Geflügel eine Standardmnaßnahme), eine Maßnahme, die hierzulande nicht zugelassen ist.
(5) Es sind für die USA zollfreie Importquoten in einer Höhe von 4.922.t festgelegt, die bisher nie ausgeschöpft wurden.
(6) Im Jahre 2017 hat die EU 1.707 t Schweinefleisch aus den USA bezogen (4,7 % aller Importe). Allein die kleine Schweiz hat über 63 % der Schweinefleischeinfuhren in die EU geliefert.
(6) Im Jahr 2017 hat die EU in die USA 155.527 t Schweinefleisch exportiert (= 4,1 % der EU- Exporte)
(7) Der Franzose Macron ist gegen Zollvergünstigungen im Vorfeld. Eine Mehrheitsentscheidung ist wenig wahrscheinlich
Fazit: Der Schweinefleischmarkt hat zu wenig Substanz für einen Kompromiß in Sachen Zollverhandlungen, selbst ein Zollabbau ist vergleichweise wirkungsarm gegenüber den sog. nichttarifären Handelshemmnissen (Einfuhrverbote für Hormonfleisch, Chlorfleisch u. ä,) .
meint der Läufer
Antwort auf @ BigPig von Läufer
@Läufer
danke für deine Ausführungen. Es ist schon logisch, dass Importe von US Schweinefleisch und anderen Agrarprodukten in den EU-Raum nur unter Auflagen möglich sind. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die Industrie in der EU ein großer Steuerzahler und ein sehr mächtiger Faktor mit großer Lobby in den Regierungskreisen ist. Die Landwirtschaft hat keine Lobby und einen wesentlich geringeren Stellenwert. So könnte es sein, dass man eine Branche opfert um die Andere zu retten.
mfg
Bigpig
@ BigPig
im vorliegenden Falle sind die Verbraucher bzw. die Gesellschaft unsere stärkere Lobby; denn sie wollen kein Hormonfleisch, Chlorfleisch o.ä.
meint der Läufer