Topschwein
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate
Schweinepreis 30.05.2018
Hallo zusammen,
unverändert ist der neue Preis ( 1,44 € ) !!! in einer Spanne von 1,44 € bis 1,46 €
Geschrieben von Topschwein
am
Hallo zusammen,
unverändert ist der neue Preis ( 1,44 € ) !!! in einer Spanne von 1,44 € bis 1,46 €
Ist derzeit nicht mehr drin? Ich hatte eigentlich mit einem kleinen Plus gerechnet...
Klar ist mehr drin, aber wenn dann gedroht wird, ist der Mut weg.....
Hanna hat Recht !!
es ist sowas von "lächerlich" !! die Viehhändler und EZGs sehe ich als leibeigene von Tönnies und Co. Es ist auch mehr wie müssig, über das Thema weiter zu schreiben. Alle haben "Rheda Deutschland" groß gemacht - ALLE ! - egal ob Landwirtschaft, Viehhandel oder LEH - man hat es zwar gemerkt, aber ich denke "zu spät" !?!
Das einzigste wie man den - ich nenne es mal "brav" bekommt - ist über die Stückzahlen und nix anderes. Wir müssen weg von fast 1.000.000 Schweinen in der Woche und der Kuchen muss dann neu verteilt werden. Rheda Deutschland und aber auch die Vion, sind keine guten Partner ! die sieht anders aus oder ?
Enttäuschte Erwartungen
Es ist bestes Grillwetter. Das Lebendangebot an Schweinen betrug im Durchschnitt der letzten 16 Wochen (ab Febr.2018) rd 954.250 Schweine je Woche. Dabei sind die Stückzahlen nur 4 Mal knapp über der 1 Mio. Marke gewesen, aber auch einige Male unter der 900.000 Grenze. Warum kommen die Schweinepreise im Durchschnitt nicht über 1,50 €/kg hinaus? Zwischen 1,40 bis 1,50 €/kg ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle seit Monaten Ende der Fahnenstange.
Vorstehende Beobachtungen sind nicht auf Deutschland beschränkt, sondern reichen - mit Abweichungen je nach Situation des Einzellandes - von Spanien über Italien nach Frankreich, Niederlande, Dänemark und selbst nach Polen hinein.
In den beiden Vorjahren 2016 und 2017 hat die Preisentwicklung mit Notierungen zwischen 1,55 bis in die Spitze von 1,80 €/kg dagegen recht gut geklappt. (siehe angehängte Grafik). Die vierteljährlichen Schlachtzahlen unterscheiden sich nur geringfügig von den heutigen.
Der entscheidende Unterschied besteht in den Exportzahlen. Der China-Exportboom ist zusammengeschrumpft; die Ausfuhren in andere Importländer mit deutlich geringerem Volumen konnten nur teilweise ausgleichend wirksam werden. Bei einem 112 %igen SVG in der EU entscheiden die letzten Verkaufseinheiten über das Preisniveau.
Im internationalen Umfeld liegen die Schweinepreise ebenfalls auf Niedrigniveau. Brasilien kommt seit Monaten nicht über 0,90 €kg hinaus. Die Erzeugerpreise in den USA haben sich nach dem China-Einfuhrzollschock von 0,90 auf aktuelle 1,23 €tkg bekrabbelt. Kanada liegt mit seinen Preisen immer etwas unter den US-Notierungen.
Für chinesische Verhältnisse liegen wochenlange Preise von 1,85 €/kg unterhalb der Renatbilitätsschwelle. Niedrige Produktivitätswerte bei Ferkelzahlen, Futterverwertung Verlustquoten und staatlich gesteuerter hoher Futtermittelpreise sind die maßgeblichen Gründe. Die Lust an preiswerten Importen muss zurückstehen gegenüber den eigenen wirtschaftlichen Interessen des Landes.
Möglicherweise bringen die kommenden Grillwochen noch den einen oder anderen Preisaufschlag, aber das diesjährige grundlegende Notierungsniveau wird sich nicht an den Größenordnungen der vorhergehenden Jahre messen lassen können.
Weitere Enttäuschungen sind nicht auszuschließen,
meint der Läufer
so sieht es wohl leider aus.
Das ist ja alles richtig, rechtfertig aber nicht die Mutlosigkeit der Notierer. Da droht jede Woche ein anderer mit Hauspreisen und schon wird nichts mehr riskirt. Letzte Woche die Vion (andern Tag sofort zurückgerudert), diese Woche Rheda (auch der hätte das vermutlich nur kurz durchgezogen). Kein Gespür für den Markt, die Schweine wachsen derzeit nicht so schnell, die WM steht vor der Tür, da hätte man bei der Notierung nach oben was machen können.
Enttäuschungen wird es geben, sobald der Regen kommt, die Ferien beginnen, die WM vorbei ist.....
Aber ist eh müßig.......
Mutlosigkeit oder taktische Überlegung
Mitglieder in der Notierungskommission können sich nicht outen, wenn sie ihren Job ernst nehmen, weil die Gegenseite mitliest. Also bleiben beim wöchentlichen Preispoker die ausschlaggebenden Gründe regelmäßig im Dunkeln. In dieses Vakuum stoßen unwidersprochen die Kritiker und wähnen sich mit ihrer Meinung auf der richtigen Seite.
Der Vorwurf geringer Risikobereitschaft ist schnell ausgesprochen. Wenn man nach Begründungen sucht, findet man selten eine ausgewogene Abwägung von Vor- und Nachteilen einer Entscheidungsfindung in der jeweiligen Marktsituation.. Man geht vielmehr von "Offensichtlichkeiten" einer individuellen Erfahrungswahrnehmung aus, meistens ohne eine umfassende Würdigung der Gesamtmarktlage eines Überschussgebietes mit 120 % SVG.
Bei aller gebotenen Vorsicht eines unvollkommenen Wissenstandes könnte man folgende Überlegungen in die Waagschale werfen: Das aktuelle Lebendangebot an Schweinen übersteigt mit rd. 900.000 (anhand der Hochrechnung über die Voranmeldungen) das Vorwochenangebot von 842.185 ebenfalls mit einem Feiertag. Unterschied jedoch: in Niedersachsen wird geschlachtet, in NRW und fast allen südlichen Bundesländern nicht.
Niedrigere Hauspreise hätten (anders als in der Vorwoche bei Vion) Tönnies kurzfristig nicht geschadet. Er hätte ohnehin am Donnerstag nicht geschlachtet. Aber die Signalwirkung niedriger Hauspreise wäre von den niedersächsichen Schlachtunternehmen liebend gern aufgenommen. (warum mehr zahlen; Schweine gibt es in Ns genug, ein Warenabfluß nach NRW bleibt aus)
Für die Erzeugergemeinschaften wirkt diese Konstellation zwischen Niedersachsen und NRW als die größten Schlachtregionen wie ein Spaltkeil. Wie geschlossen ist diese Notierungsgemeinschaft? Oder läßt sie sich aufspalten? Es sollte eigentlich klar sein, das nur eine demonstrative Geschlossenheit stark macht. Dazu gehört auch der eine oder andere Kompromiß. Einseitige Kraftmeierei ist fehl am Platze; der Schuß geht regelmäßig nach hinten los.
Um nicht mißverstanden zu werden, es soll nicht der Gegenseite das Wort geredet werden, aber es geht ums nachhaltige Verstehen eines unvollkommenen Marktes und um die Ehrenrettung von Entscheidungsträgern, die wenig Chancen auf Gehör haben. Das gebietet die Fairness.
meint der Läufer