Schwere Zeiten für Biogas
Am 19.3.12 sind alle Biogasler und PV Anlagenbtreiber aufgerufen nach Berlin zu kommen !
Es sind Protestaktionen ab 13.00 Uhr geplant!
Besonderst hart könnte es Biogas Altanlagen vor 2009 treffen!
Auch PV soll Kürzungen auf Bestandsanlagen bekommen!
Infos auch beim Biogasfachverband
MfG
Saubauer
@ Saubauer [#1]
Noch gar nicht so lange her: Als die Preise für Getreide und Co zurückgingen, der Vergütungssatz für Strom aus Biogas aber stabil blieb, entgegnete ein Sprecher des Fachverbandes (Dr. Claudius da Costa Gomez) auf Klagen der normalen Landwirte, dass Biogas einen immensen Wettbewerbsvorteil haben würde, folgendes:
"Die Landwirte sollen nicht klagen, sondern sich dem Wettbewerb stellen!"
Diesen Satz habe ich noch nicht vergessen. Mein Mitleid hält sich auch in Grenzen, leide ich doch unter der von Biogasanlagenbetreibern mit hochgepushten Pachten für Ackerland.
Allerdings halte ich auch nichts davon, dass vorher garantierte Vergütungen wieder korrigiert werden- Stichwort Vertrauensschutz
@ Spekulatius_Maximus [#2]
Das ist korrekt, genauso sehe ich das auch. Endlich ist der Wettbewerb auch bei den Biogasanlagenbetreibern angekommen. Bei 1800-2000 € pro ha Mais wird auch hier die Luft dünn, und das ist auch richtig so. Schließlich verdient auch nicht jeder Milcherzeuger, Sauenhalter und Schweinemäster Geld, wenn er den Laden nicht im Griff hat. Biogas war lange Jahre eine Gelddruckmaschine, jedenfalls für die, die vor 5-8 Jahren ans Netz gegangen sind. Sicher kann man sagen, dass der Investitionszeitpunkt auch ein entscheidendes Kriterium ist für die Fähigkeiten des Betreibers. Allerdings sind viele Anlagen damals zu gut den halben Baukosten wie heute erstellt worden, und diese Anlagen liefen auch ohne Güllebonus meistens hochwirtschaftlich. Dann kam der Staat und hat den Bestands-BGA´s ohne Not den Güllebonus hinterher geworfen. In einigen Regionen hat das zu unsäglichen Auswüchsen geführt. Da sind BGA´s hingegangen und haben im großen Stil Ackerland nicht gepachtet, sondern gekauft, weil die Wirtschaftlichkeit das hergibt. Dadurch sind viele andere Betriebe in den Dörfern auf der Strecke geblieben, sozusagen ein "Strukturwandel 2.0".
Man sehe sich beispielhaft mal die Region Rotenburg/Zeven/Bremervörde an, früher klassische Milchviehgegend.
Darüber hinaus sollte jeder, der unternehmerisch tätig ist wissen, dass Politik genauso wie der freie Markt sowohl in die eine als auch in die andere Richtung aussschlagen kann. Meiner Meinung nach tut den BGA´s mit EEG 2004 die Abschaffung des Güllebonus nicht weh. Wenn doch, haben sie irgendwas falsch gemacht.
Bei den Solarvergütungen bin ich deiner Meinung, aber da liegt die Sache auch etwas anders als bei den BGA´s.
Gruß Pigeldy
Die Milchbauern gehen nach Berlin und plärren, nun die Biogasler.
Nur die Schweinehalter, denen es unbestritten in den letzten Jahren am dreckigsten ging die ertragen ich Schicksal stillschweigend.
Die haben wohl die schlechteste Lobby unter den Bauern beim Verbraucher. Vielleicht weil sie Tiere zum töten produzieren.
Etwas ist da wohl dran.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#4]
Nicht deshalb sondern wegen der ISN.
@ topigs [#5]
Können Sie mir das erklären?
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#4]
Biogasler fahren nach Berlin um zu demonstrieren .Was sind das für armselige Unternehmer.Es geht doch nur um den staatlichen Schutz zu erhalten.Wer es nicht ohne kann soll es lassen.Wir brauchen nicht noch mehr Schmarotzer ,haben schon zu viele davon.
Habe nichts gegen Biogas,aber das System für die Bezahlung des Stromes muss geändert werden.Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Eine Photovoltaikanlage mit 60% Eigenverbrauch rechnet sich immer ,da brauch ich kein EEG mehr.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#7]
das kommt darauf an, ob der Netzbetreiber dir die anderen 40% zu vernünftigen Konditionen abnimmt, und da sitzt du allein am kürzeren Hebel, denn welchen Anreiz hat jemand, der Kohle- und Atomkraftwerke betriebt, dir deinen Solarstrom abzunehmen, wenn er nichts daran verdient? So einfach kann man es sich auch wieder nicht machen. Das EEG ist schon ein gutes Instrument, nur hat man zu lange zugesehen, wie der Karren sich im Dreck festfährt, statt zeitnah Vergütungssätze anzupassen. So wie beim Güllebonus für Bestands-BGA´s. Wenn ich einen Schweinestall plane und durchrechne, dann gehe ich auch nicht davon aus, dass nach Fertigstellung der Staat kommt und mir 15€ pro Platz und Jahr zuschießt. Soll heißen, die Investitionsentscheidung ist unter den vorher geltenden Rahmenbedingungen gefallen.
Ich finde auch nicht alles gut, was von Seiten der Politik in letzter Zeit im Bereich Biogas passiert. Aber über die Abschaffung des Güllebonus für EEG 2004-Anlagen kann es keine Diskussion geben. Ich frage mich bis heute, ob die Entscheidungsträger damals besoffen waren, als sie sich das haben einfallen lassen.
Gruß Pigeldy
@ Pigeldy [#8]
So ist es.
Letztes Jahr war hier auch kein Sonnenjahr; also möchte ich auch die 51ct/kw/h aus 2003 haben...
Aber ich mach mir da keine grossen Sorgen; im Herbst weht ein anderer Wind ( oder Sonne; oder Gas...); denen ist es vollkommen egal; wie 95% der Bevölkerung das Bezahlen werden; genauso wie es mit der Ernährung laufen wird.
Wieso zahlen 60% des Stromverbrauchs keine EEG Zulage?
Weil es nur 5% der Stromkunden sind; und die sind "Systemrelevant".
Also muss quasi jeder Arbeiter seinen Arbeitsplatz mit 100 Euro pro Jahr mitfinanzieren.
Warum geht man denn dann nicht den einfacheren Weg; macht ein Jahr 1% Lohnverzicht für alle und streicht dann die EEG Befreiungen?
Weil es sich schlecht "verkaufen" lässt.
Das ist wie mit den Bankenrettungen; wir zahlen dafür; dass unsere Altersvorsorge und unsere Wirtschaft läuft.
Schon mal darüber nachgedacht?
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Pigeldy [#8]
Keine Frage,geschlossene Verträge müssen eingehalten werden.
Aber es müssen keine solche mehr abgeschlossen werden.Weil es einfach nicht bezahlbar ist,und der Wirtschaft insgesamt schadet.
Wenn so weiter gewurstelt wird,wandern alle großen Stromverbraucher ab.Damit auch Arbeitsplätze.
Es muss sich was ändern,in Richtung mehr Markt.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#10]
Den Spruch schick mal den Grünen; ach ne; geht ja nicht; wir können ja nicht einfach abhauen..
Und wenn; warum nicht?
Lass die doch abhauen.
Die 100000 Beschäftigten.
Ist nur Panikmache; denn diejenigen; die dann abhauen würden; machen das dann sowieso; nicht wegen dem Strom; sondern wegen den drohenden Mindestlohn....
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Mann ist in der Politik erst sehr spät draufgekommen,das einige Förderungen überzogen waren!
Das Problem aber bei der Sache ist doch das die Anlagenpreise egal ob PV oder Biogas oder auch Wind sich bis jetzt immer nach den Vergütungen des Stromes orientiert haben und nicht am Markt!
So hat ein Investor die Bau und Errichtungskosten finanziert und rechnet mit der zugesicherten Einspeisevergütung für bis 21 Jahre !
Ob diese Zeit unbedingt 20 Jahre sein musste sei mal dahin gestellt!
Aber vereinbarte Summe an Geld je KW muß für den Betrieb der Anlage kommen!
Große Industriebetriebe in meiner Region bauen jetzt selber Gaskraftwerke für Millioen Eur um selber billigen Strom zu produzieren in der Hoffnung keine Umlage bzw Energiesteuer zu bezahlen.
MfG
Saubauer
Subventionen führen noch selten zu vernünftigen Investitionen.
Hoffentlich ist die ganze Ökostromförderung bald zu ende. Damit meine ich, dass bald keine neuen Anlagen mehr gefördert werden. Gilt natürlich auch für Kraftwärmekopplung usw. Die bisher zugesagten Förderungen sollten wohl eingehalten werden. Vertrag ist Vertrag. Sittenwidrigkeit wird man wohl nicht unterstellen können.
@ rodeonrwdeo [#13]
Hier wurde auch etwas zugesagt und nachher nicht eingehalten:
http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-EuGH-Modulation-bleibt-wie-sie-ist-1099259.html
Soviel zum Thema: "Vertrag ist Vertrag"
2000 Besucher auf der Demo!
Viele leere Worte und keine Taten!
Jeder gibt dem anderen Schuld an der Lage und behauptet seine eigenen Aufgaben zu lösen!
Eigentlich war ja nichts anderes von der Altmeier Rösler Truppe zu erwarten!
Bitter ist es vor allem jetzt für die Firmen in der Branche die nur noch 25 % Umsatz im Land machen und sonst nach Polen und Italien auch in der Schweiz arbeiten!
Und die ersten haben schon Leute entlassen.
Erschreckend wie politisch gewollt innerhalb weniger Jahre Firmen aus Kleinbetrieben zu Mittelständlern mit 500 Mitarbeitern entstehen und jetzt aufgrund der politischen Kertwende mit dem Überleben kämpfen müssen!
MfG
Saubauer
@ Saubauer [#15]
Mal im Ernst: Bist Du tatsächlich der Auffassung, dass wir noch weiter Biogas so zubauen könnnen? Das ist jeder Firma sonnenklar gewesen, dass Biogasneubau eine temporäre Erscheinung ist- sicherlich werden weiterhin Anlagen gebaut zur Güllevergärung etc, aber in dem Umfang kann es nunmal nicht so weitergehen. Es sollte allen Beteiligen zu denken geben, wenn die Unternehmensfreundlichen Parteien hier schon Korrekturbedarf sehen, ist 2009 was aus dem Ruder gelaufen. Gute Lobbyarbeit wird langfristig angelegt, was der Fachverband Biogas damals erreicht hat, holt uns heute doppelt so hart wieder ein. Akzeptanz für Biogas schwindet in allen Bereichen in einem atemberaubenden Tempo, weil es in vielen Gegenden absolut überzogen wurde. Lies mal über KTG-Agrar: Die rühmen sich jeden Tag öffentlich, wieviel Geld sie mit Biogas verdienen können. Da muss irgendwann jeder Politiker nachdenklich werden. Auf Politiker zu schimpfen ist immer sehr einfach- es ist nur unglaublich schwer, wenn nicht sogar unmöglich, in der Position mit der Verantwortung die richtigen und e h r l i c h e n Berater/Lobyisten aus dem unzähligen Stimmengewirr herauszuhören. Das, was sie jetzt angehen wird doch in den Parteien schon länger sehr heftig diskuttiert, fällt also beileibe nicht vom Himmel.
Hallo da hab ich mal auch ein kleines Erlebnis.
Hab neulich mit meinem Nachbarn - ein strammer konservativer und Biogasbetreiber- ein bischen diskutiert und beim Thema Mindestlohn haben wir uns die Köpfe heiß geredet, ich dafür er stramm dagegen, weil eben jeder nur so viel verdienen soll wie ihm der Markt zugesteht. Darüber wurde es spät und irgendwann hat er erschrocken auf die Uhr gesehen und gesagt "ich geh jetzt heim morgen muß ich auf die Biogasdemo, die wollen uns nähmlich das Geld kürzen."
Soviel zum Thema Das Hemd ist mir näher als die Hose
MfG
georg2
@ Ackerspezi [#16]
Glücklicherweise bin ich nur am Rande eines Biogasbezirkes!
Die KTG muß sich ja eigentlich immer gut bis besser darstellen um weiter an der Börse zu bestehen!
Ob alle Zahlen richtig sind wird uns die Zukunft zeigen denn es sind nach einigen Jahren größere Reparaturen bei Biogas fällig die mann jetzt noch nicht berücksichtigt hat!
Eigentlich ist meiner Meinung das Hauptproblem,daß die Erweiterung für Biogas viel einfacher war und noch ist als wenn ich einen Schweinestall bauen will.
Wir wollten eigentlich auch einen 3. Schweinestall bauen und haben 3 Jahre für die Gehnemigung gekämpft!
Waldabstand und Abstand zum Nachbar Landkreisgrenze oder Limes waren Probleme.
Entfall der Privilligierung wegen Gewerbestall oder keine Löschmittel bzw Hydranteanbindung usw...
Dann planten wir 265 KW Biogas innerhalb von 5 Monaten und nach weiteren 5 Monaten waren wir am Netz!
Wir sind zu 80% selbst mit Substat versorgt und unser Nachbar hat 200 ha Eigentum liefert uns gerne 25 ha Klee - Substrat oder etwas Mais und nimmt Gülle soviel er bekommen kann!
Sollte ich jetzt auch wie die anderen erweitern?
Die ersten Verückten kommen in meine Region und bez für Maissilage ab Fahrsilo 50 Eur / to!!!!
Wir werden erst mal ein Altgebäude sanieren und evtl. 200-300 Babyferkelplätze erweitern um die übrige Wärme sinnvoll zu verwenden.
Gute Zeit
Saubauer