Seminar: Schweine / Fachforum Schwein in Cloppenburg am 02.02.11
Fachforum Schwein 02.02.2011
Themengebiet: Tierische Erzeugung
Zielgruppe: Landwirte und alle Interessierte
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und „Land & Forst“ führen nach der sehr guten Resonanz zu den bisherigen Veranstaltungen am 2. Februar 2011 von 9 bis 16 Uhr zum vierten Mal das Fachforum Schwein in der Münsterlandhalle in Cloppenburg (Eschstraße, 49661 Cloppenburg) durch. Unterstützt wird die Veranstaltung ferner von der Oldenburger Schweinezuchtgesellschaft (OSG).
Das Fachforum Schwein, eine Kombination aus Fachausstellung, Vorträgen und Diskussionsrunden, bietet Landwirten der Region ein breites Spektrum an Informationen und lädt zum intensiven Austausch mit Experten aus Beratung und Wirtschaft ein. Die Veranstaltung wartet mit namhaften und praxisorientierten Referenten und Themen auf.
Als erster Referent des Tages konnte Eiken Struve aus Tollschlag (Schleswig-Holstein) gewonnen werden. Er ist 2006 in die Ferkelerzeugung eingestiegen und wird von seinem Betrieb, in dem er die Gruppenhaltung der Sauen praktiziert, berichten. Da spätestens ab 2013 jeder Ferkelerzeuger seine Sauen in Gruppen halten muss, sollte man seinen Bericht über die bisherigen Erfahrungen mit der Gruppenhaltung nicht verpassen. Bestimmt kann die eine oder andere positive bzw. auch negative Erfahrung von Herrn Struve in diesem Bereich vielen noch helfen, eigene Planungsfehler bei der Umstellung zu vermeiden!
Noch vor der Mittagspause findet eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Arbeitseffizienz mit Fremdarbeitskräften“ statt. Die Impulsreferate werden von kompetenten Referenten gehalten, die sich anschließend den Anmerkungen und Fragen der Zuhörer stellen werden. Nach Hermann Brengelmann (LWK Niedersachsen), der die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, wird als Arbeitgeber Stefan Teepker (Schweinehalter aus Handrup) über seine Erfahrungen mit dem Umgang von Mitarbeitern berichten. Besonders interessant dürften auch die Ausführungen von Anne Budde sein, die aus Sicht einer in der Tierhaltenden Landwirtschaft angestellten Arbeitnehmerin über ihre Ansprüche an den Arbeitsplatz berichten wird.
Am Nachmittag besteht dann die Möglichkeit, sich im Rahmen der zweiten Podiumsdiskussion zum Thema „Neue Formel – Neues Spiel! Welche Herausforderungen stellen die Änderungen in der Schlachtschweineklassifizierung?“ zu informieren und intensiv zu diskutieren. Hierfür konnten mit Prof. Dr. Wolfgang Branscheid (Max Rubner Institut Kulmbach), Dr. Albert Hortmann-Scholten (LWK Niedersachsen) sowie Herrn Jürgen Focke (D&S Fleisch) drei hochkarätige, fachkundige Referenten gewonnen werden. Sie werden zu dem Thema wertgerechte Klassifizierung als Wissenschaftler, Berater und Wirtschaftsbeteiligter Stellung beziehen und sich der anschließenden Diskussion mit den Zuhörern stellen. Gerade vor dem Hintergrund der in den vergangenen Wochen teilweise abrupten Maskenänderungen seitens der Schlachtindustrie ist dies ein aktuelles Thema! Es ist davon auszugehen, dass die neuen Formeln für die Klassifizierungsgeräte bei der Schlachtkörperbewertung veränderte Ergebnisse liefern. Dies wird höchstwahrscheinlich auch Änderungen in den Bezahlungsmodalitäten zur Folge haben, was möglichst frühzeitig bis in die Produktionsstufe kommuniziert werden sollte!
Parallel dazu zeigen mehr als 60 Unternehmen ihr breit gestreutes Leistungsangebot sowie neueste Trends aus den Bereichen Fütterung, Haltung, Tiergesundheit, Tierzucht und Beratung. Sowohl die Mittagspause als auch die Zeit zwischen den Fachbeiträgen bieten ausreichend Möglichkeiten für einen intensiven Rundgang durch die Ausstellungshalle. Auch die Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie der LUFA Nord-West werden vor Ort sein. Nutzen Sie die Möglichkeit des direkten Kontakts!
Die Fachausstellung zeigt sich somit auch in diesem Jahr wieder als ein attraktiver Treffpunkt für interessierte Schweinehalter. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Parkplätze stehen ebenfalls ausreichend und kostenlos zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Beginn: 02.02.2011, 09:00 Uhr
Ende: 16:00 Uhr
Veranstalter: LWK Niedersachsen
Veranstaltungsort: Münsterlandhalle Eschstr., 49661 Cloppenburg
Kontakt: Dr. Heiko Janssen, Fachreferent Schweinezucht, Schweinehaltung
Telefon: 0441 801-637, Telefax: 0441 801-634
Stand: 13.01.2011
(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/1/nav/0/action/events/article/15347.html)
Fachforum Schwein 2011 - ein voller Erfolg - Rund 1.000 Besucher des Cloppenburger Fachforums diskutieren mit Fachleuten.
LWK Niedersachsen, Hannover (07.02.11) - Um die Themen „Vermarktung von Schlachtschweinen“ und „Einsatz von Fremdarbeitskräften“ ging es auf dem Fachforum Schwein, das heute (2. Februar) in der Münsterlandhalle in Cloppenburg stattfand. Der Veranstalter, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, konnte dazu rund 1.000 Schweinehalter aus ganz Nordwestdeutschland begrüßen.
Die anstehende Veränderung der Wertermittlung von Schlachtschweinen nahm breiten Raum in den Fachvorträgen und Diskussionen ein. Die Einteilung in Handelsklassen geschieht heute zunehmend mittels Ultraschallverfahren (Auto-FOM), mit dem der Muskelfleischanteil und die Teilstückgewichte von Schlachtkörpern gemessen werden. Behilflich sind dabei Schätzformeln, die 1997 und damit zu einer Zeit errechnet wurden, als das Auto-FOM-Verfahren noch unbekannt war.
Prof. Dr. Wolfgang Branscheid vom Max-Rubner-Institut, Kulmbach, berichtete in diesem Zusammenhang von einer in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführten Studie, die den heute noch gültigen Schätzformeln Ungenauigkeiten attestiert. Als Ergebnis werden noch in diesem Jahr neue Formeln für die Wertermittlung eingeführt. In Kombination mit der Messtechnik ließen sich damit Ausreißer in der Bewertung deutlich verringern, so der Wissenschaftler. Ungenauigkeiten in der Klassifizierung und in der Handelswertbestimmung seien deshalb aber noch nicht gänzlich ausgeschlossen. Sie könnten zum Beispiel auftreten, wenn Schweine geschlachtet und bewertet würden, die in ihrer Körperzusammensetzung extrem von den zugrunde liegenden Zuchtlinien abweichen.
Auch deshalb sei die optimale Maststrategie weiterhin, genetisch einheitliche Ferkel zu beziehen. Das verhindere „ein Auseinanderwachsen“ der Tiergruppe in der Endmast, so Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch er sieht die Klassifizierung von Schlachtkörpern durch die neuen Schätzformeln deutlich verbessert. Als Reaktion empfiehlt er den Landwirten, ihre Produktionstechnik anzupassen. Der Trend zu höheren Mastendgewichten sei falsch, so der Marktexperte. Das durchschnittliche Schlachtgewicht müsse von derzeit 98 Kilogramm auf 95 Kilogramm reduziert werden.
Da die neuen Schätzformeln zunächst mit verschiedenen Klassifizierungssystemen eingesetzt würden, sei Markttransparenz wichtig, um die unterschiedlichen Ergebnisse vergleichen zu können. Das Informationsportal http://www.schlachtdaten-online.de helfe Schweinemästern schnell und effektiv, den Vermarktungserlös zu optimieren. Hortmann-Scholten empfahl den Zuhörern, die von den Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erarbeiteten Hilfestellungen in der IQ-Agrarservice GmbH zu nutzen.
Beim Thema „Einsatz von Fremdarbeitskräften“ ist es nach Auffassung von Hermann Brengelmann, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, unverzichtbar, vor Einstellung eines Mitarbeiters den Betrieb genau zu analysieren. Betriebsorganisation, Produktions- und Arbeitsabläufe sowie Zeitmanagement gehörten auf den Prüfstand und seien zu optimieren. Nur so ließe sich ein aussagekräftiges Stellenprofil und darauf aufbauend ein Mitarbeiterprofil zeichnen.
Diesen Prozess hat Landwirtschaftsmeister Stefan Teepker, Schweinehalter aus Handrup, mehrfach erfolgreich durchlaufen. Er berichtete aus Sicht eines Arbeitgebers über seine Erfahrungen im Umgang mit Fremdarbeitskräften. Für die Gestaltung effektiver Arbeitsabläufe sei eine klare, nachvollziehbare Arbeitsplanung wichtig. Verantwortlichkeiten, zum Beispiel die Pflicht zur Dokumentation, seien eindeutig zu benennen. Wichtig für die Motivation der Arbeitnehmer seien ein gutes Arbeitsklima und ein attraktiver Arbeitsplatz. Dazu gehöre auch, Mitarbeiter nach ihren Interessen und Stärken einzusetzen und sie nach Möglichkeit in betriebliche Entscheidungen einzubinden.
Das bestätigte auch Anne Budde, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Tierhaltung angestellt ist. Für sie als Arbeitnehmerin ist die Wertschätzung für die geleistete Arbeit ebenso wichtig, wie die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Chef und Mitarbeiter sowie die Verlässlichkeit von beiden Seiten. Auch die Fähigkeit, Kritik zu äußern, aber auch annehmen zu können, sei ein wichtiger Faktor für ein gutes Miteinander. Besonders in diesem Punkt komme es auf den richtigen Ton und Fingerspitzengefühl an.
(Quelle und Ansprechpartner: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/1/nav/227/article/15914.html)