So kann jeder Landwirt beim Kraftstoffverbrauch bis 45 % sparen
Bis zu 45 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch in der Landwirtschaft möglich
ble.de (02.03.11) - Zur Strategie der Bundesregierung für eine gesicherte Energieversorgung zählt auch ein sparsamer Umgang mit den endlichen Ressourcen fossiler Energie. Die BLE hat nun erstmals einen Bericht zum Thema Kraftstoff-Einsparpotenziale in der Landwirtschaft verfasst. Er berechnet den Kraftstoffbedarf der pflanzlichen Erzeugung auf Ackerland und ermittelt Einsparpotenziale unter Berücksichtigung verschiedener Anbauverfahren.
Ebenso wie andere Wirtschaftsbereiche ist auch die Landwirtschaft von einer ausreichenden und sicheren Versorgung mit Energie in Form von Treibstoffen, Heizstoffen und Strom abhängig. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, für eine gesicherte Energieversorgung sparsamer mit den endlichen Ressourcen fossiler Energie umzugehen. Auch die Landwirtschaft soll zu einem schonenden Ressourceneinsatz beitragen.
Die BLE verglich nun mögliche Einsparpotenziale von Kraftstoff in der pflanzlichen Erzeugung anhand verschiedener Anbauverfahren. Die Berechnungsgrundlage bildeten Angaben zu Anbauflächen der Feldfrüchte aus der amtlichen Statistik und Kalkulationsdaten des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL). Daraus wurde der Kraftstoffbedarf für die pflanzliche Erzeugung des Ackerlandes (am Beispiel des Anbaujahres 2007) berechnet sowie die Einsparpotenziale betrachtet, die sich aus der Anwendung unterschiedlicher Anbauverfahren ergeben. Die Berechnungen wurden für die Verfahren "wendend" (mit Pflug), "nicht wendend" (mit tiefer konservierender Bodenbearbeitung) und "Di-rektsaat" (ohne Bodenbearbeitung) durchgeführt.
Kraftstoffeinsparung durch konservierende Bodenbearbeitung
Anhand der drei Anbauverfahren und ihrer geschätzten Anteile in der deutschen Landwirtschaft wurde ein Gesamtkraftstoffbedarf von rund 940 Millionen Liter errechnet.
Zur Berechnung des maximalen Einsparpotenzials wurden die drei Anbauverfahren miteinander verglichen sowie weitere extensive Formen analysiert. Gegenüber dem Pflügen können mit der tiefen konservierenden Bodenbearbeitung nur fünf bis sechs Prozent eingespart werden. Mit flacher bis sehr flacher Bodenbearbeitung ist der Kraftstoffverbrauch jedoch um 20 bis 45 Prozent reduzierbar. Bei der Direktsaat können bis über 50 Prozent eingespart werden. Bei grundsätzlicher Anwendung der Direktsaat und flacher bis sehr flacher Bodenbearbeitung könnten rund 400 Millionen Liter pro Jahr weniger verbraucht werden.
Erreichbar sind solche geringen Verbräuche durch die gute Bearbeitbarkeit des Bodens aufgrund langjähriger Humusanreicherung. Dadurch können auch sehr geringe Arbeitstiefen ausreichend sein.
Die Einführung konservierender Anbauverfahren erfordert aber eine entsprechend angepasste Bewirtschaftung und ihre konsequente Beibehaltung. Nach einer mehrjährigen Übergangsphase entwickelt sich ein stabiles System. Durch positive Wirkungen wie Humusanreicherung, Zunahme des Bodenlebens und Verringerung des Bodenabtrags erlangt konservierende Bodenbearbeitung auch eine wichtige Bedeutung für Bodenfruchtbarkeit und -struktur und Erosionsschutz.
Lohnende Einsparungen für jeden Landwirt
Die Einsparungen durch Direktsaat und konservierende Bodenbearbeitung fallen in Bezug auf den Gesamtdieselkraftstoffverbrauch in Deutschland mit 1,2 Prozent zwar relativ gering aus. Für den einzelnen Landwirt ermöglichen diese Verfahren jedoch Kraftstoffeinsparungen von bis zu 50 Prozent. Im Idealfall könnte die Landwirtschaft ihren Kraftstoffbedarf annähernd halbieren und damit einen beachtlichen Beitrag zum sparsamen Umgang mit fossilen Energieträgern leisten.
Interessenten können den vollständigen, 60-seitigen Bericht kostenlos als pdf-Datei bei der BLE, Referat 423, telefonisch (0228/ 68 45 -3384) oder per E-Mail an Christine.Schaefer@ble.de anfordern.
@ Richard Ebert [#1]
Die meisten Einsparungen haben wir bei den Ackerblühflächen! Hier wird nichts mehr bewirtschaftet und der Verbrauch geht nahe Null! Daher wurden jetzt die Zahlungen um 25 - 30% gekürzt.
Auch Pfluglose Bewirtschaftung verbraucht Energie da der Traktor jetzt eine Leistungsklasse stärker ist um schnelle Bearbeitung zu ermöglichen.
15-25 % Verbrauch einzusparen ist maximal möglich alles andere ist nur ein rechnerischer Traum.
MfG
Saubauer
@ Richard Ebert [#1]
Man darf auch nicht vergessen, dass bei Direktsaat in der Regel die Aufwendeung für Pflanzenschutz höher und die Erträge niedriger sind, so dass der Energieverbrauch pro Stück in etwa gleich liegen dürfte (Herstellung der P-Mittel verbraucht auch Energie).
Mal abgesehen davon würde man in der Geselschaft nur schwierig Akzeptanz für den erhöhten Pflanenschutzaufwand finden.
Mfg
Den Ökobolschewisten geht es hintergründig vor allem um eine weitere Einschränkung der Eigentümerrechte.
Dem liegt auch der angebliche Erosionsschutz mit seinen unsäglichen "Pflugverboten" zugrunde.
Vorsichtshalber hat die famose BLE - zumindest in dieser Pressemitteilung - vergesssen, daß die anhaltend flache Bodenbearbeitung zwangsläufig einen höheren Aufwand an Pflanzenschutzmitteln zur Folge hat. Und das treibt die Kosten dann wieder in die Höhe.
Von Ertragsverlusten weiss die BLE in ihrer Pressemitteilung natürlich auch nichts.
Ob gepflügt wird oder nicht, hängt von Standort, Witterung, Fruchtfolge und Ertragszielen ab, nicht von den Weisheiten der BLE oder den Spinnereien der Grünen.
Das hängt nicht vom Standort; Witterung ; Fruchtfolge u.ä. ab; sondern alleine vom Kopf des Ausführenden.
Und wenn man mit Vorbehalt an die Sache geht; und "einfach" den Pflug weglässt und statt dessen nur den Grubber nimmt; der wird zwangsläufig scheitern; und das ist gut so.
Wenn man genauso Erfolgreich sein will Pfluglos; dann muss ein Umdenken stattfinden; und dann wird man keinesfalls mehr Pflanzenschutz brauchen oder Diesel oder sonstwas; man wird stattdessen Zeit gewinnen; und auch keinen Ertrag einbüssen müssen.
Und das kann ich beruhigt sagen; weil wir hier seit 15 Jahren pfluglos arbeiten auf Standorten; die eigentlich nicht dafür geeignet sind; mit Methoden; die nicht typisch sind und weil immer mehr Nachbarn hier dem gleich tun ohne noch darüber nachzudenken; warum man vorher soviel Zeit in den Acker investiert hat; bei gleichem Ertrag und gleichem Aufwand.
Das alleine rechtfertigt denke ich meine Einstellung dazu.
Aber das ist ein anderes Thema.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Die Grundlage dessen, was sich in der eigenen Rübe abspielt, sind doch wohl die äußeren Umstände.
Und dass bei pflugloser Bodenbearbeitung der Aufwand für Pflanzenschutz nicht steigen soll, widerspricht meiner eigenen Erfahrung genauso wie der überwiegenden Fachliteratur.
@ Muehlenbach [#5]
es geht hier ja nicht nur um pfluglos, sondern auch um Direktsaat oder kann man 45% Diesel sparen, wenn man nur auf den Pflug verzichtet?
Und wenn man bei Direktsaat Ausfallgetreide/Altverunkrautung nicht mechanisch und nicht chemisch beseitigt, dann bin ich mal gespannt, welche Lösung Du dafür gefunden hast.
Das man die Fruchtfolge möglichst so auslegen sollte das man aufs pflügen verzichten kann ist denke ich inzwischen fast allen Landwirten klar, aber nicht immer zu praktizieren. Besonders wenn Gemüse in der Fruchtfolge steht, oder die Z-Rüben nass im Dezember gerodet worden sind und danach noch W-Weizen gedrillt werden soll.
MfG
Ja Benno; du hast mich erwischt.
Ich rede von Mulchsaat; denn die Direktsaat wird es aus zwei Gründen nicht schaffen hier in West-Europa:
Erstens wird die Technik mit den enormen Stroh/ Ernteresten nicht fertig ( mal abgesehen von Zinkendrillen; die zwar das Saatgut unter die Erde bringen können aber nicht die Auflaufprobleme verhindern können); und zweitens weil wir keine GVO-Sorten haben.
Denn ohne dessen steigt dort der PBM Aufwand erheblich an; keine Frage.
Mit einer professionell geführten Mulchsaat wird man auch keinen Diesel sparen; wenn das Ertragsniveau gehalten wird; wie gesagt; man spart aber verdammt viel Zeit.
Und die habe ich nicht.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach