halbsoschlau
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12 Jahre 9 Monate

Spekulanten für Hunger verantwortlich? Brauche Argumentationshilfe

Habe auf eine Fernsehsendung reagiert wo Mr. Dax und jemand von einer Hilfsorganisation beschreiben warum die Spekulanten für den Hunger in den armen Ländern verantwortlich sind.( In Chikago an der Börse der zigfache Umsatz der weltweiten Erzeugung) Ich habe dazu eine andere Meinung und diese mitgeteilt mit dem Vorschlag doch mal eine eigene Sendung zum Thema Warenterminbörse zu machen und sachlich aufzuklären.Zu meiner Überraschung haben sie den Vorschlag aufgenommen und möchten einen Bericht darüber machen. Einen Tag Aufzeichnung sagen sie,,, ich bin gespannt.Das ganze aus der Sicht eines Landwirtes.
Ich brauche nun etwas Argumentationshilfe.

Treibt die Börse die Kurse oder nimmt sie nur vorweg? Wird zusätzliche Nachfrage geschaffen?
Lese gerade in einem Börsenbrief,,, "wenn riesige Hedgefonds die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treibe nund plötzlich die Menschen in den armen Ländern sich ihr täglich Brot nicht mehr leisten können,,," Ist das so? Was haben solche Fonds für Möglichkeiten mit Einfluß auf den Markt?
Eins meiner Argumente war,,, ich sehe die WTB auch als Frühwarnsystem für Knappheit einer Ware und es sorgt bei steigenden Preisen für steigende Produktion und schützt somit vor wirklichem Mangel.

Kann eine Terminbörse ohne Spekulanten überhaupt funktionieren? Was könnte man reglementieren?
Aussage war noch,,Luftbuchungen??? mit kleinem Geld große Mengen handeln,,,ja die normale Absicherung ist ok, aber diese Abzocker,Spekulanten,,,brauchen wir nicht.

vorab Dank für die Hilfe, und frohe Weihnachten
Halbsoschlau

Geschrieben von halbsoschlau am
Bauer Bernie
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12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau [#1]

Es gibt derzeit über 7 Mrd Menschen und sagen wir x Mio to Lebensmittel pro Jahr, wobei x schwankt je nach Ernteergebnis.
Da die Menschen von O.- bis was was ich wieviel € zur Verfügung haben, werden immer die zuerst satt, die es sich leisten können. Wobei die ganz Armen immer hungern müssen.
Diejenigen in den Schwellenländern sind das Zünglein an der Waage. Läuft die Konjunktur haben sie Geld und können essen, wenn nicht müssen sie hungern. Genauso ist es bei hoher oder niedriger Erntemenge. Bei niedrigen Preisen können sie sich mehr leisten bei hohen weniger.
Hinzugekommen ist, dass Agrarerzeugnisse immer mehr zur Energieversorgung benutzt werden.
Da Nahrungsmittel immer gebraucht werden sind sie eine sichere Anlagemöglichkeit wie auch Energie wie Öl u. Gas. Zeichnen sich knappe Ernten ab stehen die Spekulanten natürlich auf der Matte und kaufen um später noch höher mit Gewinn zu verkaufen.
Bei hohen Ernteerwartungen drehen die Spekulanten den Spiess um verkaufen anstatt zu kaufen und der Preis fällt noch tiefer als der reale Markt ihn abbilden würde.

Die Warenterminbörse ist aber gleichzeitig für die Produzenten ein Absicherungsinstrument.
Man kann schon weit vor der Ernte seine Produktion absichern wenn man die Produktionskosten und einen gewissen Gewinn festmachen kann.
Dazu bedarf es auf der anderen Seite aber Abnehmer oder Spekulanten, die einen entsprechenden Preis bieten. Ich als Produzent verkaufe nie mehr Ware als ich produziere.
Ich bin somit Hedger und kein Spekulant.

Ich glaube aber dass das normale Warentermigeschäft kaum verantwortlich für den Hunger der Welt ist. Vielmehr die Hebel- und Optionsgeschäfte wo man exorbitante Gewinne oder Totalverluste machen kann.
Aber wie will der Staat soetwas verbieten, wenn er selbst diese Hebelinstrumente zur Eurorettung einsetzen will.
Für mich sind diese Dinge wie Lotteriespiele und deshalb unseriös.

Mfg
BB

halbsoschlau
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12 Jahre 9 Monate

Hallo BB

Die Vorgeschichte ist weitgehend geläufig, aber was ist mit den Optionen? Die sind doch vom Kurs des Future abhängig oder? Und bergen in sich Chance und Risiko,,,
Ich sehe es so das dadurch lediglich die Ausschläge nach oben und unten verstärkt werden...??

Franz
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12 Jahre 9 Monate

Wenn ich das noch recht in Erinnerung habe sind 2008 die Kurse für Weizen spekulativ sehr stark gestiegen. Aber, als es im Frühling in Richtung neue Ernte ging, brachen die Kurse ein. Der größte Verlust eines Hedgefonds den ich mitbekommen habe waren 600 Mio $. Der Fonds(weiß nicht mehr welcher, stand in der Welt, FAZ oder Handelsblatt) wurde liquidiert. Es waren auch noch andere Fonds mit 3 stelligen Mio-Beträgen Verlust im Gepräch. Daran sieht man, das selbst größte Fonds den Markt nur temporär beeinflussen können. Mußt du mal Nachforschen.

Eine größerre Korrelation sehe ich zwischen Preis für Narungsmittel und dem steigenden Anteil für Nachwachsende-Rohstoffe (Bioetanol, Palmöl, Biogas, Holz).

Gruß

papuawenzel
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12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau [#1]

Auch in der Wiwo Nr. 48 steht einiges zum Thema.

MZI
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12 Jahre 9 Monate

Ausnahmen sind Weizen und Reis - Höchste Schwankungen 2008

Paris, 14. Dezember 2011 (aiz.info). - Die Volatilität der Agrar-Rohstoffpreise war in den Jahren 2006 bis 2010 hoch. Dennoch waren diese Preisschwankungen nicht - wie häufig angenommen - ausgeprägter als im Vergleich zu früheren Zeitperioden. Das geht aus einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich veröffentlichten Studie "Agricultural Commodity Price Volatility - An Overview" hervor. Die Analyse, welche auf einer Bewertung zahlreicher Faktoren anhand verschiedener statistischer Tests basiert, liefert keine Beweise für eine allgemeine Erhöhung der Preisvolatilität von Agrarrohstoffen in den letzten 50 Jahren, wichtige Ausnahmen sind Weizen und Reis. Der Studie zufolge ist die jüngste Periode von gesteigerter Volatilität für die meisten Produkte nicht außergewöhnlicher als in den 1970er-Jahren.

Eine Untersuchung von Lebensmittel- und anderen landwirtschaftlichen Rohstoffpreis-Indizes bestätigt deren niedriges Weltmarkt-Niveau, während der 1960er-Jahre. Deutliche Preissteigerungen für diese Produktsparten waren 2006 bis 2008 sowie in früheren Jahrzehnten, häufig in den 70er-Jahren zu beobachten. Die "Hoch-Preis-Ereignisse" der vergangenen 50 Jahre entsprechen in der Regel für die meisten Rohstoffe einem ähnlichen Muster, wie aus der Studie hervorgeht. Demnach folgt einer annuellen Preiserhöhung ein starker Rückgang im darauffolgenden Jahr. Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit die Agrarpreise gesamt - wie durch einen Index von Lebensmittelpreisen dargestellt - mit einem allgemeinen Anstieg von fast allen Rohstoffpreisen, insbesondere von Erdöl und Metall, gleichzeitig mit in die Höhe gezogen.

Zweck der Studie

Die Studienziele gliederten sich in zwei Bereiche: Erstens die Analyse der jüngsten Preisveränderungen (Anstieg und Rückgang) von 2006 bis 2009 zu historischen Rohstoffpreis-Volatilitäten, seit den 60er-Jahren für acht Agrarrohstoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs sowie für verarbeitete Produkte wie Rindfleisch, Butter, Mais, Reis, Sojaöl, Zucker, Weizen und Vollmilchpulver sowie von zwei Input-Preisen für Rohöl und Dünger. Die Volatilitäts-Analysen wurden für diese Rohstoffe auch in Euro berechnet, um zu sehen, wie sich eine geänderte Währungsbasis - US-Dollar oder Euro - auf die Ergebnisse auswirkt. In einem zweiten Schritt wurden Korrelationskoeffizienten berechnet, um die Beziehung zwischen jedem dieser landwirtschaftlichen Rohstoffpreise und den Input-Preisen zu analysieren (Rohöl, Dünger).

Kein steigender Volatilitäts-Trend - Rindfleisch mit den geringsten Schwankungen

Die Untersuchungen über einen Zeitraum von Jänner 1957 bis Februar 2010 ergaben keine steigende Tendenz der Volatilität für einzelne landwirtschaftliche Produkte. Die durchschnittlich niedrigsten Preisschwankungen in den letzten 50 Jahren wurden für Rindfleisch errechnet. Eine Vergleichs-Analyse der Volatilität zwischen den einzelnen Jahrzehnten innerhalb des 50-Jahr-Zeitraumes ergab, dass Kursschwankungen von 2006 bis 2010 zwar höher als in den 90er-Jahren waren, aber in der Regel nicht höher als die in den 70er-Jahren, Weizen und Reis ausgenommen. Dieses Ergebnis stünde auch im Einklang mit einem Großteil der neueren wissenschaftlichen Literatur. Einige statistische Tests ergaben sogar, dass die Preisschwankungen für Rindfleisch und Zucker in der Zeit von 2006 bis 2010 niedriger als in den 70er-Jahren ausfielen. Für die meisten Produkte waren diese allerdings im selben Zeitraum stärker als in den 90er-Jahren und für Getreide wie Weizen und Reis ausgeprägter als in den 70-er Jahren. Für die restlichen untersuchten Produkte konnten keine signifikanten Unterschiede in einer Gegenüberstellung mit den 70er-Jahren festgestellt werden.

Hohe Preisschwankungen in 2008 - Weizenpreise 2007 besonders instabil

Wenn die Volatilitäts-Tests der einzelnen Rohstoffe anstatt für sub-Perioden wie Jahrzehnte für einzelne Jahre innerhalb der letzten 50 Jahre aufgeschlüsselt wurden, zeigte sich, dass - verglichen mit vergangenen Jahren - 2007 die Weizenpreise am Weltmarkt stärker schwankten. Dagegen wurde für viele weitere Produkte - insbesondere pflanzliche Erzeugnisse außer Zucker - 2008 eine höhere Volatilität als in vergangenen Jahren beobachtet. Nachdem 2008 viele Rohstoffpreise einen Höchststand erreichten, fielen diese 2009 auf ein ähnliches Niveau wie vor 2008, mit Ausnahme von Milchprodukten und Sojaöl. Die Preise für die letztgenannten Rohstoffe schwankten 2009 stärker als in einzelnen Jahren der 90er-Jahre.

Preis-Auswirkungen von Rohöl auf Agrarprodukte

Im Rahmen des zweiten Studienansatzes wurde bewertet, ob der Rohöl- oder Düngerpreis Einfluss auf die Preise der analysierten landwirtschaftlichen Rohstoffe hätte. Die allgemeine Annahme sei, dass der Preis von Agrarprodukten stärker an den Rohölpreis gebunden werden sollte. Als Begründung werden die steigenden Produktionskosten durch immer höhere Rohölpreise in einer energieintensiven Landwirtschaft und nicht zuletzt die zunehmende Verwendung von landwirtschaftlichen Rohstoffen (Getreide, Ölsaaten und Zuckerkulturen) für die Produktion von Biokraftstoffen genannt.

Korrelationskoeffizienten zwischen diesen Rohstoffen lassen vermuten, dass die Produktpreise über einen Zeitraum von zwölf Monaten besser korrelieren als über einen kürzeren Zeitraum. Laut den Autoren der Studie verbesserten sich auch alle Zusammenhänge bei einem allgemeinen Anstieg der Preise im Laufe der Zeit. Zum Beispiel sind diese in den 70er- und 2000er-Jahren höher als in den 90er-Jahren.

Preise für Weizen und Mais korrelieren stark mit dem von Rohöl

In der aktuellen Dekade sind Butter, Vollmilchpulver und Sojaöl jene landwirtschaftlichen Produkte, die - basierend auf monatlichen Daten - am häufigsten mit dem Rohölpreis in einer Wechselbeziehung stehen. Bezogen auf jährliche Daten wurden für Mais, Vollmilchpulver, Weizen und Butter die höchsten Korrelationen errechnet. Die geringsten Zusammenhänge wurden bisher immer für Rindfleisch und Zucker ermittelt. In den 2000er-Jahren war der Zusammenhang zwischen Rohöl- und Dünger-Preis besonders hoch. Der Studie zufolge korrelieren auch Preisänderungen zwischen einigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen sehr gut. Beispiele dafür sind Vollmilchpulver und Butter, Mais und Weizen, Mais und Weizen mit Sojaöl.

Währungs-Effekte haben keinen Einfluss auf die Volatilität

Außerdem lässt die Kausalitäts-Analyse über den gesamten Zeitraum vermuten, dass ursächliche Effekte, insbesondere von Rohöl und Euro-Dollar-Wechselkurs, für Rindfleisch, Butter und Zucker bestehen. Es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, dass diese Faktoren für stärkere Schwankungen der untersuchten Rohstoffpreise verantwortlich wären. Beweise gab es auch nicht für die Annahme, dass Wechselkurs-Effekte auf die Volatilität der Rohstoffpreise signifikant unterschiedlich wären, wenn in Euro statt in US-Dollar gemessen wird.

Rahmenbedingungen haben sich verändert - Preisschwankungen schneller spürbar

Da sich der internationale Kontext in den letzten 50 Jahren stark verändert hat, müssten diese statistischen Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Im Rahmen von zunehmend globalisierten Märkten würden wirtschaftliche Effekte am internationalen Marktplatz schneller als bisher übertragen. In diesem Zusammenhang könnten die Landwirte mit einer Volatilität konfrontiert werden, die sie bisher aus der Vergangenheit nicht kannten. Länder mit niedrigem Einkommen würden in dieser Hinsicht am meisten leiden. Die Liberalisierung von Agrar-Produkten hat vor allem seit dem Abkommen von Marrakesch im Jahr 1994 zugenommen. Statistische Analysen zeigen, dass die Preisvolatilität für die meisten Produkte gegenüber den 90er-Jahren zugenommen hat. Erfahrungen der letzten Jahre lassen vermuten, dass auf Regierungen und Beteiligte zusätzliche Herausforderungen durch volatile Preise und den Handel mit Agrarerzeugnissen zukommen.

Ausblick

Trotz des Fehlens einer allgemein steigenden Tendenz der Gesamt-Volatilität während der vergangenen 50 Jahre bleiben starke Preisschwankungen bei landwirtschaftlichen Rohstoffen weiterhin ein wichtiges politisches Anliegen. Im Hinblick auf künftige Untersuchungen wäre die Analyse der Beziehung zwischen Volatilität und Ernährungssicherheit eine interessante Fragestellung. Auch eine Feststellung des Ölverbrauchs während der Produktion sowie Transportkosten für die geprüften acht Agrarrohstoffe wäre von Interesse. Damit könnte zumindest teilweise der Zusammenhang zwischen Ölpreis und landwirtschaftlichen Produkten erklärt werden, so die Studienautoren. (Schluss) hub

Franz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Halbsoschlau

In der Neuen Top Agrar (1/12) steht ein kleiner Komentar (s.6) zu Börsenspekulanten (12/11 s.126-130) der Mann scheint da wohl was belesener zu seinen, was das Thema angeht.

Gruß

Voelk
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Als die EU (EG,EWG) noch den Preis für Getreide regelte, geschah dies dadurch, daß sie riesige Mengen dieser Marktfrüchte physisch einlagerte, z.T. sogar vernichtete. Wäre es möglich die Preise an der Warenterminbörse langfristig in eine Richtung zu beeinflussen, dann hätte doch ein Konto bei einem Börsenmakler genügt.

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ #1

Die Problemstellung spiegelt eine typische Verkürzung von Ursache- Wirkungs-Beziehungen. Es ist ja so einfach zwischen hohen Nahrungsmittelpreisen und Hunger eine Verbindung herzustellen. Eine ungefähre, wenn auch nicht exakte Zeitgleichheit, wird zusätzlich als Beweisverstärkung angeführt. Wenn dann noch eine moralische Komponente verwerflicher Spekulation dazu kommt, kocht die Emotionalität hoch, die die Medien in ihrer typischen Machart der sensationellen Überhöhung zwecks Steigerung der Einschaltquoten liebend gern aufgreifen.

Man fragt sich, was soll bei einer solchen Ausgangssituation im Ergebnis heraus kommen?

Trotzdem ein Versuch einer rationalen Argumentationslogik:

Hunger ist grundsätzlich deckungsgleich mit Armut bzw. fehlender Einkommensverfügbarkeit.

Hungernde Menschen hat es gegeben, als die weltweiten Agrarpreise im tiefsten Keller während der Überschußphase in den 70er bis Anfang der 90er Jahre gewesen sind. Damals wurde behauptet, durch die Verwertung der Agrarüberschüsse mit Hilfe von staatlich subventionierten Dumping-Preisen könnte in den Hungerregionen keine eigene rentable Erzeugung aufgebaut und damit keine ausreichenden Nahrungsmittel bzw. Einkommen zwecks Einkaufens von Nahrungsmitteln erwirtschaftet werden.

Heute wird behauptet, durch („spekulativ“) hohe Nahrungsmittelpreise werde der Hunger von Menschen verursacht, die sich die teuren Nahrungsmittel nicht leisten können.

Dazu muß man wissen, dass rd. 70 % der hungernden Menschen auf dem Lande wohnen und damit grundsätzlich die Möglichkeit hätten, bei hohen Agrarpreisen mit einfachen Mitteln wirtschaftlich Nahrungsmittel selbst zu erzeugen.

Was gilt denn nun? Ist die Höhe der Nahrungsmittelpreise eine zentrale Ursache von Hunger oder nicht?

Aus der Widerspüchlichkeit hoher/niedriger Nahrungsmittelpreise wird deutlich, daß die Preise selbst nicht als zentrale Begründung für Hunger in der Welt in Frage kommen.

Hunger und Armut sind grundsätzlich zu 100 % deckungsgleich. Geht man diesem Problemkomplex im einzelnen nach, dann stellt sich heraus, daß eine ganze Palette von Einflussfaktoren für Hunger/Armut mit ganz unterschiedlicher Bedeutung in den einzelnen Regionen verantwortlich ist. Als wichtigstes Merkmal fällt auf, daß es eine 80% ige Deckungsgleichheit von Hunger/Armut mit den Krisengebieten in Form von kriegerischen Auseinandersetzungen, politischen und sonstigen gesellschaftlichen Instabilitäten u. ä. gibt.

Je nach Region stehen mit der Macht- und Eigentumsverteilung an Grund- und Boden sowie der Zugang zu Wasserquellen, Frauenbenachteiligung u.ä. Ungerechtigkeiten weitere Ursachen in engem Zusammenhang mit Hunger/Armut. Unzureichende Infrastrukuren wie Zuwegung, Handelseinrichtungen, Finanzierungsmöglichkeiten spielen ebenfalls eine entsprechende Rolle. Regional fehlt es auch an der Verfügbarkeit ausreichend fruchtbarer Böden und ausreichenden Wassers. Fast überall kann man fehlendes Kow how zum sachgerechten Umgang mit Betriebsmitteln und mangelnde Ausbildung und Bildung in einen direkten Zusammenhang mit Hunger/Armut stellen.

Will man den Hunger in der Welt verringern, muß man die Ursachen von Armut bekämpfen. Würde man nur die Nahrungsmittelpreise wegen vermeintlicher Spekulation künstlich niedrig halten, wird das Problem der Nahrungsmittelknappheit nicht nur unnötig in die Länge gezogen sondern möglicherweise -kontraproduktiv - erst regelrecht produziert.

Die vorgenannte Aufzählung ist nicht vollständig angesichts der unzähligen Dokumentationen zu diesem Thema.

Die Börsenkurse für Agarrohstoffe reflektieren grundsätzlich die Erwartungen an die zukünftige Versorgungslage. Die im Sekundentakt sich ändernden Kurse sind ein Spiegelbild unzureichenden Kenntnisstandes um die tatsächliche Beschaffenheit der Lage und zukünftigen Entwicklungen. In diesem Umfeld der Unvollkommenheiten ist die ständige Korrektur durch unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen möglichst vieler Teilnehmer die beste aller Möglichkeiten die tatsächlichen/vermeintlichen Knappheitsverhältnisse möglichst frühzeitig zu dokumentieren und den Beteiligten zu signalisieren, was kommen kann, - nicht unbedingt was kommen muss. Denn die Preisänderungen sollen - und tun es de facto auch – frühzeitige Verhaltensanpassungen zur möglichst schnellen Verbesserung der Lage bewirken, damit nicht das eintritt, was vorher erwartet wurde.

Welche Institution könnte das besser als eine marktwirtschaftliche Organisation mit geregelten Rahmenbedingungen? Politiksteuerung als Ersatz versagt mit aller Regelmäßigkeit, wie am Beispiel der Eurokrise mit ihren politischen Konstruktionsfehlern und wenig überzeugenden Krisenmanagement hinsichtlich grundsätzlicher Problemlösung sowie Schnelligkeit/Zögerlichkeit beispielhaft vor Augen geführt wird.

Wenn tatsächlich Spekulationsblasen ohne fundamentalen Hintergrund auftreten, sind diese an den Börsen von kurzfristiger Natur, denn nichts ist einfacher für den, der meint es besser zu wissen, als an der Börse mit Aussicht auf hohe Gewinne genau dagegen zu halten. Die Nahrungsmittelerzeugung ist jedoch eher von mittel- und langfristiger Art. Es geht nicht von heute auf morgen, mehr oder weniger Getreide zu erzeugen, ganz zu schweigen von den Reaktionszeiten in der Viehhaltung.
Wenn Hedgefonds an den Börsen aktiv werden, dann aus dem gleichen Grund wie andere Spekulanten auch, dass sie die zukünftige Versorgungslage für knapper oder reichlicher halten als die gegenwärtigen Kurse aussagen. Von dieser ihrer Einschätzung nach zutreffenderen Meinung verspricht man sich Gewinne. Sollte die tatsächliche Marktlage eine andere sein, hat man mit Zitronen gehandelt. Wie auch immer, die fundamentale Versorgungslage wird sich in einer überschaubaren Zeitspanne herausstellen. Nicht zuletzt an den Kassamärkten werden sich in relativ kurzer Zeit die Realitäten herausstellen. Der Beurteilungsmaßstab heißt physische "Versorgungsknappheit". Aufgrund ihres hohen Kapitaleinsatzes können größere Kapitalanleger größere und schnellere Bewegungen in die Kursentwicklung bringen, das gilt aber nach oben wie nach unten.

Man sollte nicht in den Fehler verfallen, die kurzfristigen, notwendigerweise von Vermutungen/Spekulationen über Zukunftserwartungen geprägten Börsenkurse auch mittel- und langfristig nur noch für reine Spekulationen ohne jeglichen fundamentalen Hintergrund zu begreifen.

Spekulationen sind übrigens kein Privileg des Börsenhandels, sondern sind im Kassageschäft an der Tagesordnung. Wenn - wie in diesem Frühsommer passiert - eine Trockenperiode eine schwache Ernte vermuten läßt, dann haben viele Käufer aus Furcht vor weiteren Preissteigerungen im Vorfeld zukünftige Liefergeschäfte zu festgelegten Preisen vereinbart, während Verkäufer in Erwartung steigender Preise Ware auf Lager genommen haben. Dass beide Parteien in diesem Jahr daneben gelegen haben, kann man hinterher hohnlachend kommentieren, aber das dokumentiert eher große Naivität im vorausschauenden Denken und Handeln bzw. unverantwortlicher Vorratswirtschaft.

Es ist schon bezeichnend, daß im Zusammenhang mit diesem Diskussionsthema höchst selten die fundamentalen Einflußfaktoren zur Versorgungslage bei Nahrungsmitteln zur Sprache kommen. Steigende Bevölkerungszahlen, steigende Anteile der Mittel- und Oberschichten und steigende Einkommen in den Schwellenländern, die zunehmende Umstellung von überwiegender vegetarischer Kost auf höher veredelte Produkte in diesen bevölkerungsreichen Ländern sowie der Verbrauch von Agrarrohstoffen im Bioenergiesektor auf der Nachfrageseite und die begrenzte Verfügbarkeit an landwirtschaftlichen Flächen, fallende Ertragszuwächse je Hektar, knappe Wasserverfügbarkeit, hohe Nahrungsmittelverluste bei Produktion und Lagerung in den Entwicklungsländern sowie freiwillige und verordnete Nahrungsmittelverschwendung in den Industrieländern (u.a. "Mindesthaltbarkeit")haben zu einer grundlegenden Umkehrung der weltweiten Versorgungslage bei Nahrungsmitteln im Vergleich zu früheren Jahrzehnten geführt.

"Spekulativ überhöhte" Nahrungsmittelpreise sind eine Luxusdiskussion, die an der eigentlichen Problematik glatt vorbei geht, sich aber moralisch hochstehend anhört und angesehen wird. Wenn man nicht mit der Unvollkommenheit des Kenntnisstandes in weiten Teilen der Bevölkerung Nachsicht haben müßte, wirkt die Diskussion um das o.g. Thema wie blanker Zynismus in Sachen Ernsthaftigkeit zur Lösung des Hungerproblems.

Auch zu diesem Thema gibt es reichliche Literatur mit dem Anspruch auf sachorientierte Begründungen

Übrigens: Spekulanten sind Leute, die trotz ihres begrenzten Kenntnisstandes über eine bestimmte Art von Börsenteilnehmern ein festes moralisches Urteil über diese Leute besitzen und verbreiten

Mit nachweihnachtlichen Grüßen
Bre

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wie immer top; Bre.
Ich möchte noch etwas hinzufügen:
Wenn die Staatliche Seite eine Einschränkung der Spekulationen gleich welcher Art auch immer einführen möchte; dann halte ich es für die grösste Heuchelei überhaupt.
Grade wegen den angeblichen Spekulanten verdient man in bestimmten Märkten doch hervorragend mit; siehe den Rohölmarkt.
All diese Steuern sind prozentual bezogen auf den Preis; nicht einfach ein festgelegter Wert.
Dieses "Einkommen" ist je höher der gehandelte Preis ist.
Wenn nun diese unsägliche Spekulanten ausscheiden sollten und dadurch der Preis um sagen wir 20 Dollar/Barrel fallen sollte; dann hätte das em Ende Auswirkungen in Mrd-Euro höhe für unseren Schäuble.
Weit hin gestrikt gillt das gleiche für Lebensmittel ( MwSt.).
An dem genannten Grundproblem wird sich dahingehend nichts ändern.

Wenn man die Spekulation als solches abschaffen will; dann muss man m.E. das gesamte Warentermingeschäft verbieten; weil man keine Grenzen ziehen kann zwischen Absicherung und Spekulation.
Denn im Umkehrschluss werden sich die verschiedenen Marktteilnehmer dann Waren und Lagerhäuser bauen und die Ware horten; was im Umkehrschluss wahrscheinlich noch teurer wird und die Transparenz vollkommen ad Akta gelegt wird.
Dieses "Phänomen" sehen wir doch täglich im Schweinemarkt und sollte einigen zu denken geben.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bre [#9]

Sehr guter Artikel zum Thema. Egal wie die Preise sind und sein werden, das Problem "Hunger" wird in vielen dieser Länder, vor allem Afrika leider bestehen bleiben. Wie das zu ändern wäre, darüber sollte sich die "Weltpolitik" den Kopf zerbrechen und nicht über sogenannte Spekulanten auf den Rohstoffmärkten für Agrarprodukte.

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es ist immer sehr einfach auf Leute zu schimpfen, die eigentlich niemand so richtig kennt, Spekulanten bleiben im Allgemeinen anonym. Das ist wie mit den Freimaurern: Man hat Angst vor ihnen, weil man vermutet, dass sie über einen entscheidenden Wissensvorsprung verfügen und diesen für ihren eigenen Nutzen und zum Schaden anderer einsetzen. Wie das genau passiert und wer das überhaupt ist, vermutet man höchstens.

Hier wird ein ganz altes Instrument gespielt um von der eigenen Verantwortung abzulenken und die Angst gegen Unbekannt zu schüren. Die Journalie nimmt so etwas dankbar auf, denn man weiß aus langer Erfahrung, dass dieses Strickmuster funktioniert.

@ halbsoschlau

Ich wäre sehr vorsichtig mit dem freundlichen Angebot der TV-Leute!

Es würde mich doch sehr wundern, wenn man dort tatsächlich versuchen würde (so wie Bre es vorbildlich getan hat) eine Art sachliche Analyse zu betreiben um den Ursachen des Hungers näherzukommen, denn das langweilt das Publikum und ist unpopulär.

Gruß,
wollewatz

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau [#1]

Hallo halbsoschlau,

vielleicht schaust Du Dich mal in der Nachbarschaft ein wenig um.
Auf diesen Seiten steht viel zum Thema:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=234035&CP=0&F=47
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=147373&CP=0&F=47#newmsg
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=172862&CP=0&F=47
etc.

Es sind ja auf beiden Seiten immer die gleichen Argumente, die vor gebracht werden.
Deshalb kannst Du Dich auf eine Diskussion sicher gut vorbereiten.

Vielleicht ein paar Anregungen:
1. Wer ist denn eigentlich ein Spekulant?
Jemand der kein physisches Interesse an der Ware hat? Jemand der sein Risiko nicht absichern muss?
-Goldman-Sachs (Rohstoff-Indexfonds) gilt nicht direkt als Spekulanten, weil hier Risiken der Fonds gehedgt werden.
-Rohstoffirmen wie Glencore, Bunge, ADM und Co. agieren weit über reine Absicherungsgeschäfte hinaus.
Wo geht Spekulation an und wo liegen Absicherungspositionen vor? Nicht so leicht zu beantworten.
2. Die Protagonisten für freie Spekulation geben immer wieder an, das nur durch Spekulation überhaupt eine Terminbörse möglich ist, da diese die erforderliche Liquidität zur Verfügung stellen. Sie beziehen sich dabei auf Maynard Keynes. Nur, die Zeiten haben sich geändert. Lies Dir mal den Beitrag #54 in
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=234035&CP=0&F=47
durch. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass in sehr liquiden Märkten Spekulanten Liquidität eher benutzen.
3. Was wird denn Spekulanten eigentlich vorgeworfen?
Du wirst sagen, dass Sie die Preise verzerren.
Hier spielt jetzt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle.
Da ja reine Spekulanten (meist) sich die Ware nicht ins Depot legen, müssen sie die Terminkontrakte zum Kontraktlaufzeitende rollen oder wieder verkaufen. Langfristig führt dass wieder zu einem Ausgleich übertriebener Kursbewegungen. Aber damit ist einem Bauern unter Umständen nicht geholfen. Wie heißt es so schön: "Langfristig sind wir alle tot". (Der Satz ist übrigens auch von M. Keynes). Erinnere Dich z. B. an die hohen Weizenpreise 2008. Bei so manchen US-Farmer, welche Ihre Weizenernte über Terminkontrakte verkauft (abgesichert), hatten liefen derartig hohe Verluste auf, dass ihre Banken sie zwangen die Terminkontrakte mit hohem Verlust glatt zu stellen.
4. Was könnte man tun?
Meiner Meinung sind die großen Agrarmärkte (Weizen, Mais, Soja) sehr liquide. D. h. man ist auf eine völlig ungeregelte Aktivität der Spekulanten nicht mehr angewiesen.
Eine Regulierung der Spekulanten könnte z. B. durch eine Limit der maximal gehaltenen Terminkontrakte erfolgen.
Eine andere Möglichkeit wäre flexiblere Einlagen (Margins) für Spekulanten.
Zunächst müsste aber erst mal der "Feind" sprich Spekulant genau benannt werden.
D. h. auch die großen Rohstoffirmen müssten reguliert werden. z. B. so, dass deren maximal gehaltene Kontraktzahl sich nach ihren Lagerbetänden richtet.

Viel Glück und Erfolg !

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau

PS.: Das habe ich noch zu Punkt 4. vergessen:

Um erkennen zu können ob irgendwo irgendwer übertrieben "spekuliert" muss man natürlich zunächst einmal die genauen, von den verschiedenen Marktteilnehmern gehaltenen Kontraktzahlen kennen.

Das wird seit vielen Jahren in den USA über die CFTC ermittelt und wöchentlich in Berichten (Commitment of Traders) publiziert.

Das ist m. E. Voraussetzung! In Europa besteht hier wohl noch Nachholbedarf, aber ich denke, man ist hier auf einem guten Weg.

Ja und dann müssen natürlich auch noch kompetente, verantwortungsvolle, unbestechliche Politiker Regeln festlegen. Also eine quasi utopische Forderung. (:-)

halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ all
Bin sehr dankbar und begeistert von den Antworten, ich sehe mich in meiner Ansicht bestätigt hätte es allerdings nicht so präzise ausdrücken können.
Ich weiss nocht nicht genau wie das nun wirklich weitergeht. Die Aufzeichnung soll vorraussichtlich im April oder Mai
sein in Verbindung mit Bildern von Feldarbeit etc. ich hänge mal den Text an mit dem ich Einspruch erhoben hatte.

"""Ich bin fast sprachlos über die oberflächliche Berichterstattung zum Thema.
Bin selber Landwirt und nutze die Warenterminbörse.
Wir sollen dem Markt unterliegen,,,also weniger Regulation und keine garanierten Preise, das ist auch gut so. Aber die Möglichkeiten des modernen Handels sollen uns verweigert werden. Wir brauchen die Möglichkeit schon beim Anbau einen Teil der Ernte preislich abzusichern,,, das geht nicht immer mit dem Müller von nebenan sondern es braucht einen Spekulant der unser Risiko übernimmt mit der Chance auf einen Gewinn.
Er hat auch das Verlustrisiko, und zwar ein erhebliches.
Kennen Sie die Funktionen nicht oder wollen Sie das gar nicht wissen?
Wenn wir Hunger bekämpfen wollen brauchen wir gute Preise die Anreiz für Produktion sind und nicht Dumpingpreise.
Die Bauern in Europa können nicht soo billig produzieren das es sich die Ärmsten leisten können, sonst sind sie selber die Ärmsten.
Diese Last muß auf alle verteilt werden.
Ihr Börsenexperte ist ein reiner Populist, haben Sie das noch nicht gemerkt?
Mit einem guten und sachlichen Beitrag hatte die Sendung nichts zu tun.
Hat der .... das nötig?
Ich schau Euch normalerweise ganz gern zu.
Vorschlag: Machen Sie doch mal einen Beitrag zur Aufklärung der Funktion Warenterminbörse,,, das Thema ist heiss,,ich bin sicher das hat einen riesen aha Effekt."""

also Danke erst mal und einen Guten Rutsch ins neue Jahr
eine Frage noch... darf ich die Argumente denn verwenden oder wie verhalte ich mich richtig?

halbsoschlau

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau [#15]

Denke, Du solltest Dir einen Fachmann aus der Agrarbranche (Futtermittelhandel, Makler etc.) dazu nehmen, dem Du vertrauen kannst. Die Medienleute sind in der Regel nicht darauf aus, die Realität zu erfahren und entsprechend zu berichten; bringt kein Publikum und somit kein Geld. Vorsicht ist geboten.

Da Du Landwirt bist, erkundige Dich bei deiner Genossenschaft oder beim örtlichen Landhandel, die werden Dir Namen/Adressen besorgen können.

Viel Erfolg.

halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

mir ist völlig klar das ich aufpassen muß. Die suchen nun erst mal einen Autoren der sich der Sache annimmt.
Und es ist kein Privatsender. Die Sendung meist sachlich und gut sonst hätte ich auch kein Interesse.
Wenns dann soweit ist werd ich sicher jemanden dazu nehmen,,, hab schon an BRE gedacht...hmmm weil sich das mit meiner Meinung zu 100 Prozent deckt.
Aber ich kenne auch einige andere die im Thema sehr fit sind. Jedoch will ich keinen vom BBV oder sowas dabei haben.
Am Ende wird es auf den Autoren ankommen was er transportieren will.Wenn das nicht passt mach ich lieber gar nix.
Als Mitschuldiger des Hunger in der Welt will ich jedenfalls nicht da stehen.

@BRE,wie wärs?? Bin im Raum Frankfurt zu Hause

Frohes neues Jahr
halbsoschlau

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@halbsoschlau
Herzlichen Dank, fühle mich sehr geehrt, bin auch grundsätzlich nicht abgeneigt, an der Öffentlichkeitsarbeit mitzuwirken. Aber, wie „papuawenzel“ (#16) schon richtig bemerkt hat, sollte ein Fachmann aus Handel, Makler, Börse oder ähnlicher Herkunft mit einschlägiger praktischer Erfahrung im Warenterminhandel eingeschaltet werden, denn das Thema heißt ja nicht mehr „Hunger durch spekulativ überhöhte Preise“ sondern „wie funktioniert die Warenterminbörse im Hinblick auf vermutete/tatsächliche spekulativ überhöhte Einflüsse“. Dazu gibt es, wie „peterq“(#13) mit zahlreichen Hinweisen auf amerikanische Quellen illustriert hat, einschlägige Untersuchungsergebnisse, die ich selbst nur interessehalber mitverfolge. Ansonsten bin ich in der Thematik "Spekulative Auswüchse an den Börsen" nicht hinreichend zuhause.
Der Fachmann sollte auch im internationalen/amerikanischen Geschäft bewandert sein, denn die Kurse im Agrargeschäft werden nicht in 1. Linie in Europa bestimmt.
Vielleicht hat einer der Forumsteilnehmer einen Tipp?

Mit freundlichen Grüßen
Bre

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ halbsoschlau [#1]

Bei diesem Bericht habe ich an Dich gedacht.

Vielleicht hilft er.

http://www.foeeurope.org/publications/2012/Farming_money_FoEE_Jan2012.pdf

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