Spekulationssteuer auf Börsenumsätze von Schweinen und Kartoffeln ?
FDP lehnt Spekulationssteuer auf agrarische Rohstoffe ab
Berlin (13.01.10) Anlässlich der Forderungen von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner in der „Berliner Zeitung“ nach Einführung einer Spekulationssteuer auf Börsenumsätze von agrarischen Rohstoffen erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel Happach-Kasan:
Die von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner geforderte Einführung einer „Spekulationssteuer“ für Agrarprodukte löst die Probleme an den Agrarmärkten in Deutschland nicht. Denn die internationale Durchsetzung einer solchen Steuer ist unrealistisch und nationaler Alleingang kontraproduktiv. Diese Bundesregierung wird Steuern wie z.B. beim Agrardiesel senken und keine neuen Steuern einführen.
Auch eine erneute Änderung des Kartellrechts hilft den heimischen Landwirten nicht. Denn bereits in der vergangenen Legislaturperiode hatte die so genannte große Koalition eine entsprechende Verschärfung des Verbots des Verkaufs unter Einstandspreis durchgesetzt. Statt der versprochenen höheren Milchpreise sind diese aber auf ein historisches Tief abgestürzt.
Für die FDP-Bundestagsfraktion ist wichtig, dass Landwirte und Molkereien die hausgemachten Wettbewerbsnachteile endlich beseitigen. Dazu ist der stärkere Zusammenschluss in Erzeugergemeinschaften und eine Bündelung des Angebots auf der Molkereiseite zwingend erforderlich. Weiterhin müssen insbesondere die Molkereien ihre Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Produkte verbessern. Das ist ein entscheidender Schlüssel für höhere Milchauszahlungspreise an die Landwirte.
Schließlich unterstützt die Bundesregierung mit dem Sonderprogramm Landwirtschaft die deutschen Landwirte massiv bei der Bewältigung der Krise am Milchmarkt.
(Quelle: http://www.fdp-kleinmachnow.de/portal.presse.php?id=13231)
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Frage: Hat der Bauernverband tatsächlich gefordert, eine Spekulationssteuer auf landwirtschaftliche Rohstoffe, wie Schweine, Ferkel, Kartoffeln, Weizen oder Raps einzuführen ?
Damit würde der noch junge Agarterminhandel an der Eurex für alle, die sich gegen unerwünschte Preisschwankungen absichern möchten, verteuern, unter anderem durch eine breitere Spanne zwischen Geld- und Briefkurs.
Schlimmer noch: Wenn sich die Börsenumsätze verringern, werden bald keine risiko-orientierten Marktteilnehmer bereit sein, die Risiken von den Hedgern zu übernehmen.
Was will der Bauernverband mit seinen Forderungen bezwecken ?
Wer kann zu mehr Informationen beitragen ?
@ Richard Ebert [#1]
Möglicherweise sieht der Präsident die Warenterminbörse als Zocker-Eldorado und nicht als Sicherungsinstrument für die produzierenden Betriebe.
Wenn das so wäre, müsste noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Es scheint doch so wie schon öfters hier vermutet, die Interessensvertretung der Bauern schreit lieber nach Staatshilfen, als daß sie überlegen würde, mit welchen Mitteln sich die Bauern selbst helfen können.( Beispiel: die immer wieder geforderte staatlich unterstützte Risko-absicherung gegen Dürre Unwetter usw.)
Hoffentlich habe ich Unrecht
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#2]
Ich meine früher gehört zu haben, das der DBV früher nach der Börse gerufen hat sie einzuführen, weil 1998/1999 die Schweine abgestürzt waren.
Daher ist mir die Forderung jetzt auch ein wenig komisch.
Lukas
Seien wir doch mal ganz ehrlich:Wenn der DBV wirklich hinter den Termingeschäften stehen würde; und derselben Ansicht währe wie wir hier alle; warum würde dieser Verband dann nicht wesentlich mehr Öffentlichkeitsarbeit in ebend diese Thematik stecken?
Kaum wird das Antragsverfahren des GAP geändert; gibt es Versammlungen usw. zuhauf; von Verbandsversammlungen; Kreisversammlungen bis hinunter in den allerletzten Ort.( bis einem das Thema aus den Ohren kommt..)
Genauso ist es mit anderen Agrarpolitischen Themen.
Aber was den Markt; bzw. deren Mechanismen usw. angeht gibt es ausser Mitgleidsrabatte auf Autos nichts zu hören.
Ein Schelm; wer sich dabei was denkt.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Ich halte die Äußerungen des Herrn Bauernpräsidenten für vollkommen kontraproduktiv. Wenn das jetzt wieder tausende von Bauern beiläufig im Wochenblatt beim Frühstück lesen reicht das wieder einmal dafür aus, dass sie grundsätzlich von Warenterminbörsen Abstand halten.
Es ist kaum vorstellbar, dass der Mann die Funktion der Warenterminbörse noch nicht begriffen hat. Wahrscheinlich geht es ihm vorwiegend darum, Schuldige für die derzeitige Preismisere zu finden. Anonyme Spekulanten sind dafür sehr gut geeignet, denn man kann zunächst damit rechnen, dass niemand widerspricht. Die meisten Bauern werden ihm zustimmen und gemeinsam auf das böse Großkapital (manche benutzen noch ein Adjektiv vor dem Wort Großkapital, das ich mich nicht traue zu schreiben) schimpfen, anstatt bei sich selber nach den Ursachen von Problemen zu suchen.
Der Präsident hält anscheinend seine Mitglieder für vollkommen ungebildet und glaubt, dass man ihnen die Geschichte vom schwarzen Mann an der Börse erzählen kann.
Alle Bemühungen, die Warenterminbörse als Vermarktungswerkzeug auch für Landwirte bekannt und attraktiv zu machen werden durch solche saublöden Forderungen mit Füßen getreten. Für das junge Pflänzchen des Agrarterminhandels an der Eurex ist das absolutes Gift. Wir machen uns hier Gedanken, wie man mehr Marktbeteiligte für die Preisabsicherung gewinnen kann und das Termingeschäft als sinnvolles Marktinstrument etablieren kann und dann kommt der mit solchen blödsinnigen Ideen - unglaublich!
Schade, dass man nicht zweimal aus dem Bauernverband austreten kann, sonst würde ich es jetzt wieder tun.
Gruß,
wollewatz.
Dazu passt auch, dass die Börsennotierungen für Schweine und Ferkel aus dem niedersächsischen Wochenblatt entfernt wurden. Wie ich gehört habe, sollen die Preise an der Börse zu tief gewesen seien. Dann können die Preise ja wieder steigen!
@ Hogstrader [#6]
Stimmt, die sind weg!
Ich finde das ist auch richtig, denn viele haben danach nur geschaut und nicht gehandelt. Es muss bei diesen wieder unsicherheit her, das die nicht wissen wo der Preis hinlaufen könnte. Bei diesen Landwirten reichen auch völlig die Stammtischparolen aus.
Lass uns diese für Dumm verkaufen.
Gruß
Lukas
@ Hogstrader [#6]
kritische Berichterstattung findet in Land Und Forst überhaupt nicht statt- zumindest wenn es um das eigene Klientel geht nicht. So werden Preise und Kurse, die nicht ins Bild passen ausgeblendet und die Ereignisse um die Insolvenzverschleppung in Wittingen mit Herrn Hilse übersehen.
Freie Presse ist das nicht- eher Propaganda...
zum Thema:
Spekulationssteuer auf Agrarprodukte:
Laut weit verbreiteter öffentlicher Meinung und großen Teilen des DBV sind es doch auch die bösen Spekulanten, die Schuld an der Misere der Landwirtschaft sind. So ist es doch nur konsequent, diese zu bestrafen.
Hier im Forum kann man noch einigermaßen sachlich diskutieren, aber wenn ich mit meinen Landwirtskollegen vor Ort diskutiere, dann lasse ich mittlerweile das Thema Börse möglichst weg, weil die sowieso Schuld an den schlechten Preisen ist und es die Finanzkrise ohne Börse gar nicht erst gegeben hätte.... Naja... es gibt halt unbequeme Wahrheiten und diejenigen, die diese öffentlich wiedergeben, bekommen dann Gegenwind zu spüren.
Reiner Wein wird selten eingeschenkt, weil dieser dem Volk nicht schmeckt- siehe Gentechnik, Atomausstieg, Rente, etc.
Das Thema Spekulation und Schwankungen der Märkte wird doch sehr wiedersprüchlich diskutiert:
Frau Aigner heute zur Grünen Woche:
„Die Preise werden künftig einfach mehr schwanken, darauf müssen sich die Betriebe einstellen“, sagte Aigner. Dazu kämen der Klimawandel und vermehrte Rohstoffspekulationen.
[Quelle: http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=15849&Itemid=519]
Im Radio stellte sie dann aber gleich die vom DBV geforderte steuerliche Risikorücklage in Aussicht.
OffTopic: Frau Aigner in der Öffentlichkeit ganz andere Probleme: http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/14/gruene-woche-kartoffel-attentat/auf-landwirtschafts-ministerin-ilse-aigner.html
Gerd Sonnleitner, DBV:
DBV-Präsident Gerd Sonnleitner hat ein staatliches Eingreifen gegen die Spekulanten am Agrarmarkt gefordert und sich für eine Transaktionssteuer ausgesprochen, die Börsenwetten auf Nahrungsmittel einschränkt. Der Berliner Zeitung sagte er am Mittwoch: „Was wir nicht mehr brauchen können, sind die enormen Preisschwankungen der vergangenen Jahre. Sie werden mit verursacht durch die grenzenlose und weitgehend unnütze Spekulation auf Nahrungsmittelpreise an den Börsen.“ Dies vernichte Geld. Ein Schiff mit Getreide werde 50 Mal ge- und verkauft, während es über den Atlantik schippere.
Der Bauernverband schlägt zwei Instrumente zur Einschränkung von Finanzmarktwetten auf Agrarpreise vor. „Ich bin für eine Transaktionssteuer auf Spekulationen“, sagte Sonnleitner. Eine solche Steuer wird aufgrund der Finanzkrise in zahlreichen Ländern diskutiert, so auch in Deutschland. Sonnleitner forderte weiter, dass „Finanzierungsgeschäfte strikt mit Eigenkapital hinterlegt werden, wie andere Bankgeschäfte auch. Dann kann jemand, der das Geld nicht hat, die Ware auch nicht kaufen. Das würde die Flut an schnellen Käufen und Verkäufen deutlich eindämmen.“ Derzeit können Investoren mit geringem Einsatz große Preisbewegungen auslösen, da viele Finanzprodukte mit geliehenem Kapital operieren.
[Quelle: http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=15839&Itemid=519]
Grüne dafür, FDP strikt dagegen: http://www.agrarheute.com/politik_und_wirtschaft/politik_national/%27flut_an_schnellen_k%E4ufen_und_verk%E4ufen_eind%E4mmen%27.html?redid=325912
Bartmer, DLG:
Für den Präsidenten ist der Staat dabei nicht mehr zuständig. Er wäre ohnehin überfordert. Quoten und Intervention sind seiner Meinung nach nicht zukunftsorientiert. „Wir brauchen schnellstmöglich ein neues Agrarmodell.“ Dabei forderte Bartmer mehr Kompetenz für die Höfe. „Wer bestimmt eigentlich, wie ländliche Räume auszusehen haben“, fragte er. „Die Landwirte haben sie geschaffen. Brauchen wir Preisschilder an Hecken, Büschen und Feldrändern?“
[Quelle: http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=15853&Itemid=519]
Eine weitere Meinung von Topagrar.com:
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Überflüssig
Wenn man sich als Erzeuger auf Preisschwankungen eingestellt hat, stellen sie kein großes Problem mehr dar. Deshalb halte ich eine Transaktionstseuer für nicht sinnvoll (nebenbei international nicht durchsetzbar).
Ausserdem halten Spekulanten die Märkte liquide, wenn wenig natürliche Nachfrage besteht.
Wenn sich Landwirte an den WTB Preise und Mengen absichern, würde diese Steuer wohl auch fällig. Somit würde ein stabilisierendes, also wünschenswertes System besteuert.
Nein, Herr Sonnleitner, das ist eine schlechte Idee!
Dirk Eckern
Wer hat denn die Warenterminbörse ins Leben gerufen??
Auch im DBV gibt es nicht nur eine Meinung, dennohne Friedrich Rohde gäb es keine Terminbörse in D. Mal ganz allgemein gedacht: Der Freitod von Herrn Merckle im letzten Jahr zeigt ganz deutlich, dass Termingeschäfte oft nichts mit Marktkenntnissen zu tun haben sondern damit wer den größeren Geldbeutel, bzw. den längeren Atem hat. Wenn dieser Mann das Stehvermögen gehabt hätte und seine VW-Optionen in 2010 "rübergerollt" hätte, wäre er ein reicher Mann und würde heute heute als Star gefeiert werden, genauso, wie es die Porsche-Crew lange praktiziert hat. Solche Leute dann noch zu loben, finde ich schier unglaublich. die bekommen dann sogar noch horrende Abfindungen
Also ich denke, Herr Sonnleitner hatte bei seiner Forderung eher die amerikanischen oder andere umsatzträchtige Warenterminbörsen in der Welt im Kopf und nicht die RMX/Eurex. Es wäre ja geradezu lachhaft, die wenigen Trades mit landwirtschaftlichen Rohstoffen in Deutschland zu besteuern, da würde das Geschäft wohl ganz den Bach runter gehen und eine positive Wirkung für die Bauern oder andere Gruppen ergäbe sich dadurch nicht.
Der Verzicht auf die Publikation von Warenterminkursen im Schweinebereich kann mit ungewünscht niedrigen Kursen zusammenhängen, dass habe ich auch gehört. Eine Rolle spielt aber auch die mangelnde Aussagekraft der hinteren Termine. Wenn da kein open Interest oder Handel dahinter steht ist diese Aussagekraft auch nach meiner Ansicht mehr als eingeschränkt. Als Kompromiss wäre gewesen, die Kurse der nächsten drei oder vier Monate Monate abzudrucken, aber darauf hat man verzichtet.
Gruss
MissPiggy
@ MissPiggy [#13]
Alles schön und gut, aber wie sollen denn die die Umsätze an ausländischen Börsen in Deutschland besteuert werden? Das geht niemals!
Reiner Populismus von Sonnleitner! Will er damit den Berufsstand vereinen?
@ MissPiggy [#13]
Also ich denke, Herr Sonnleitner hatte bei seiner Forderung eher die amerikanischen oder andere umsatzträchtige Warenterminbörsen in der Welt im Kopf und nicht die RMX/Eurex.
Aha, also die Umsätze für Schweine am Terminmarkt in Chicago besteuern damit die deutschen Schweinepreise steigen ? Und wenn die deutschen Schweinepreise gestiegen sind die Steuern in Chicago wieder aussetzen ?
Und, ganz wichtig: Die Umsätze für Milch Futures in Chicago besteuern damit die deutschen Milchpreise endlich wieder steigen ?
Ich würde gerne wissen, wie viel Herr Sonnleitner wirklich von Termingeschäften und vor allem von einer Absicherung gegen unerwünschte Preisschwankungen am Terminmarkt versteht. Hat er selbst sein Käufe oder Verkäufe schon einmal am Terminmarkt abgesichert ?
Eine Rolle spielt aber auch die mangelnde Aussagekraft der hinteren Termine. Wenn da kein open Interest oder Handel dahinter steht ist diese Aussagekraft auch nach meiner Ansicht mehr als eingeschränkt.
Die Situation ändert sich langsam aber sicher. Inzwischen sind die ersten acht (!) Monate bei einer Geld-Brief Spanne von teilweise nur noch 1 bis 2 Euro angekommen und dank weiter verbreiteter Information, auch über dieses Forum, wird sie sich noch mehr verengen. Die unten stehende Grafik zeigt die aktuellen Spreads.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Wollte Herr Sonnleitner nicht geringe Marktschwankungen ? Hier ein Beitrag von Dr. Martin Hüfner, einem jahrzehntelang erfahrenen Experten, der die Vor- und Nachteile einer Finanzmarktsteuer auf Börsenumsätze aufzeigt:
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Acht Thesen zur Finanzmarktsteuer
Fondsprofessionell.de (18.01.10) - „Die Vorschläge zur Einführung einer Finanzmarktsteuer sind diesmal nicht als Phantomdiskussion abzutun. Man muss sich mit ihr erneut auseinandersetzen.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=656937&nlc=DE)
Sehr guter Artikel!
Nun steht dort, dass eine Finanzmarktsteuer die Banken und Hedgefonds bestraft! Populisten, die nicht weiterdenken (wollen), werden genau diese Karte spielen.
@ Spekulatius_Maximus [#17]
Vor allem der Satz in der Beitragsmitte, den ich fett zitiert habe, sollte sich Herrn Sonnleitner durch den Kopf gehen lassen; weniger Teilnehmer und weniger Kapital = größere Marktpreisschwankungen (er wollte kleinere Preisschwankungen erreichen) = höhere Risiken in der Landwirtschaft.
Wie ist das wenn Getreide teuer ist; die einen Landwirte freuen sich, die anderen können nicht mehr zahlen. Dann fällt der Preis und die Situation ist exakt umgekehrt.
Ebenso am Ferkelmarkt: Hier ist eine Preisabsicherung für Verkäufer und Käufer bis zu 18 Monate im Voraus möglich. Langsam spricht das rum, heute gab es den höchsten Umsatz von Ferkel Futures seit über einem Jahr.
Dafür gibt es den Terminmarkt, an dem sich jedermann für ein, zwei oder gar drei Jahre im Voraus gegen unerwünschte Preisschwankungen absichern können.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Spekulatius_Maximus [#17]
Was ist daran so schlimm, wenn "Buy and hold"- Strategien begünstigt werden??
Nichts anderes macht jeder mittelständische Unternehmer, zu dem ich die Landwirte zähle- nämlich in guten Jahren ein Polster für eine schlechte Zeit anlegen. Etwas weniger Hektik täte allen gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass die ganz großen Banken inzwischen Computergestützte Systeme entwickeln, die die Orderströme der Kunden analysieren und daraus eigene Handelsstrategien ableiten. Das große Problem der Fonds ist, dass sie ds Geld anlegen müssen, weil zu viel davon da ist. Aber wer zuerst den Schaden hat, ist doch wohl klar: Der normale Sparer.
Auch wenn die welt heute eine andere ist, als vor 20 Jahren, müssen wir uns doch wohl langsam ernsthaft fragen, ob da alles richtig läuft.
Das gegenseitige gönnen und das zufrieden sein nimmt immer mehr ab, die Gesellschaft entwickelt sich in einer rasenden Geschwindigkeit auseinander.
Nachhaltig im Sinne einer funktionierenden Werte- und Staatsgemeischaft ist das irgendwann nicht mehr.
Ich hätte nichts gegen eine Finanzmarktsteuer, im Gegenteil, sie läßt vielleicht die Spekulanten draussen, die nur nach Charttechnik arbeiten, aber nicht die, die sich um die Märkte kümmern!!
@ Ackerspezi [#19]
"Ich hätte nichts gegen eine Finanzmarktsteuer, im Gegenteil, sie läßt vielleicht die Spekulanten draussen, die nur nach Charttechnik arbeiten, aber nicht die, die sich um die Märkte kümmern!!"
Wenn die Finanzmarktsteuer kommt, bin ich als Landwirt aber sofort draussen. Das Risiko würde sich für mich erhöhen, denn die Marktschwankungen sind viel zu gering im Schweinemarkt um sich richtig abzusichern. Dann lege ich mir lieber ein größeres Finanzpolster an als an der Börse abzusichern. Und dann kommt es das die Preise aber richtig in den Keller gehen wenn das alle so machen. Der mit dem meisten (flüssigen) Geld pro Schwein überlebt dann. Wer investiert hat, hat ein größeres Risiko, denn dieser ist selten flüssig. "Der Teufel scheißt dann auf den größten Haufen" (Der nichts macht und sein Geld hortet).
Gruß
Lukas
Mal ebend nebenbei; obwohl ich der Aktion auch nicht positiv gegenüber stehe ( aus anderen Gründen):
Wieso soll sich der bspw. Schweinepreis stark ändern; wenn die momentanen Kontrakte mit einer Steuer belegt werden?
Ich behaupte mal; dass weltweit höchstens 5% der Schweinemenge an irgendwelchen Börsen abgesichert werden.
Ich wette mal; dass wir beim Rohöl einen nie dagewesenen Preissturz erleben werden würden; denn dort ist die täglich gehandelte Menge 30 mal höher als die Produktion...
Der Getreidepreis an den Börsen war u.a. deshalb so hoch; weil einige Staaten Protektionistische Massnahmen ergriffen haben; sodass die "frei" handelbare Menge weiter verringert wurde; dieses haben dann auch "Institutionelle" Anleger verstanden und sind auf diesen Zug aufgesprungen.
Ich behaupte mal; wenn wirklich eine Steuer kommen würde auf Spekulationstransaktionen; dann würden v.a. landw. Produkte teurer; da alle fundamentalen Verbrauchsdaten positiv sind und man dann nur mit realer Ware Geld verdienen wird werden können ( irgendwo muss das weltweite Kapital ja Rendite erzielen)
Wenn es dann wieder Leiferpflichten an den Terminbörsen geben würde währe das ein wahres Feuerwerk.
Ebend weil wir soviel freies Kapital in der Welt haben; werden erst die Preise steigen sodass sich danach die ganze Situation preisbereinigt wieder auf das Vorniveau einpendeln wird.
Es sei denn das ganze Kapital würde anderweitig vernichtet werden.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#21]
Ich kann Ihre Gedanken nicht nachvollziehen.
(1) Wenn es dann wieder Lieferpflichten an den Terminbörsen geben würde wäre das ein wahres Feuerwerk.
Was meinen Sie mit Feuerwerk ? Können Sie das irgendwie stichhaltig begründen ?
(2) Ich wette mal; dass wir beim Rohöl einen nie dagewesenen Preissturz erleben werden würden; denn dort ist die täglich gehandelte Menge 30 mal höher als die Produktion.
Bei Rohöl gibt es Lieferpflichten, warum sollen bei Schweinen die Preise nach oben explodieren und bei Rohöl abstürzen ?
(3) Ich behaupte mal; dass weltweit höchstens 5% der Schweinemenge an irgendwelchen Börsen abgesichert werden.
Wie hoch ist die weltweite Produktion an Schweinen ? Wie kommen Sie auf 5 % ?
Wenn wir schon wetten, dann wette ich auch:
Ich wette, wenn alle Schweineproduzenten 10 % weniger produzieren würden, hätten sie weniger Kosten, weniger Arbeit und dennoch höhere Einnahmen und Gewinne.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Hallo
Ich wette, wenn alle Schweineproduzenten 10 % weniger produzieren würden, hätten sie weniger Kosten, weniger Arbeit und dennoch höhere Einnahmen und Gewinne.
Her Ebert, die Wette haben Sie gewonnen.
Es ist nun mal so, das, wenn weniger produziert, oder mehr verbraucht wird, der Preis der Ware steigt, weil es dadurch eine Verknappung bzw. einen Nachfrageüberhang gibt.
Aber was passiert dann? Die Politiker (allen voran unsere Frau Merkel) schwafeln uns doch jeden Tag vor, alles dreht sich nur um Wachstum.
Auch Schweinehalter müssen wachsen. Dieses Wachstum geht aber (wie in anderen Branchen) nicht kontinuierlich, sondern immer in Wellen, nämlich nach einem Hoch. Somit ist dann das nächste Preistal vorprogammiert.
Schönen Tag noch P - P
Ha; gegen die Wette halte ich dagegen; Herr Ebert.
Das Zauberwort heisst Protektionismus.
Alleine in China werden 51% der weltweiten Schweine gehalten und verbraucht.
Dort gibt es keine Börse.
Aus Europa kommen gute 25 % der Weltweiten Schweineproduktion; wieviele werden denn hier abgesichert?
Lediglich in Nord-Amerika werden Schweine grossflächig an den Börsen abgesichert; die Gründe dafür haben wir ja zur genüge dargelegt.
Wir haben auf der Welt das 500fache an Geld zur Verfügung wie es Waren auf dieser Welt gibt.
Den Rest kann man sich denken.
Trotz dessen ist das "Vorhaben Spekulation/ Transaktionssteuer" vollkommen unsinnig; alleine schon wegen des Bürokratischen Aufwandes.
Und nach einer gewissen Zeit würden sich die Preise wieder einpendeln; die "Zeche" werden dann letztendlich wiederum die zahlen; die am Ende der Verbrauchskette stehen/oder bei den Produzenten.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#24]
Ich habe kein Wort von Börse, absichern oder Spekulationskapital geschrieben, sondern nur von 10 % weniger Schweineproduktion.
Porc-Profi hat korrekt erfasst, was ich meine, das Verhältnis Angebot zu Nachfrage:
Es ist nun mal so, das, wenn weniger produziert, oder mehr verbraucht wird, der Preis der Ware steigt, weil es dadurch eine Verknappung bzw. einen Nachfrageüberhang gibt.
Das steht im jedem volkswirtschaftlichen Lehrbuch, nur nicht in den Empfehlungen vieler landwirtschaftlicher Berater, die ich manchmal lesen darf.
Sie haben meine drei Fragen aus Beitrag [#22] bisher nicht beantworten können:
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(1) Wenn es dann wieder Lieferpflichten an den Terminbörsen geben würde wäre das ein wahres Feuerwerk.
Was meinen Sie mit Feuerwerk ? Können Sie das irgendwie stichhaltig begründen ?
(2) Ich wette mal; dass wir beim Rohöl einen nie dagewesenen Preissturz erleben werden würden; denn dort ist die täglich gehandelte Menge 30 mal höher als die Produktion.
Bei Rohöl gibt es Lieferpflichten, warum sollen bei Schweinen die Preise nach oben explodieren und bei Rohöl abstürzen ?
(3) Ich behaupte mal; dass weltweit höchstens 5% der Schweinemenge an irgendwelchen Börsen abgesichert werden.
Wie hoch ist die weltweite Produktion an Schweinen ? Wie kommen Sie auf 5 % ?
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Schöne Grüsse, Richard Ebert
Also; die Weltweite Produktionsmenge wird im vergangenen Jahr zw. 106-107 Mill. tonnen liegen.
Wieviel Mill. to werden denn wohl davon abgesichert?
Bei der Lieferpflicht des Rohöls bin ich mir nicht ganz hunderprozentig sicher; wenn dem so ist ist das auch gleich die Antwort auf Frage 1.
Was passiert denn mit der ganzen Geldmenge; wenn sämtliche Derivaten und weiss der Teufel was es sonst noch für lustige Produkte gibt ( wie die CDS usw.usv)so nicht mehr gehandelt werden dürfen? ( und es keine nennenswerte Inflation geben wird)
Und zur Eingangsbehauptung; damit meinte ich auch nicht die Börse.
Das Schauspiel haben wir im letzten Sommer doch gesehen; da war auch Luft drin für über 1,60 Euro; das war auf den Schlachtbetrieben ein "Erlebnis"; was da alles abging (auch hier im Forum; man denke nur an die "Androhungen; dass 50% der Zerlegebetriebe Insolvenzen hätten anmelden müssen).
Fakt ist; solange wir keine Seuchenzeiten haben und damit begründetet restriktive Beschränkungen müssen schon deutlich mehr als 10% Schweine weniger gehalten werden um den Preis deutlich anzuheben.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Richard Ebert [#22]
Zitat: Ich wette, wenn alle Schweineproduzenten 10 % weniger produzieren würden, hätten sie weniger Kosten, weniger Arbeit und dennoch höhere Einnahmen und Gewinne.
Absolut auf die Anlage bezogen hätten sie vielleicht recht. Aber auf das Schwein oder das kg Schwein bezogen steigen die Stückkosten an, da dann ja der Stall nicht mehr voll belegt ist und z.B. die Abschreibungen auf weniger Schweine verteilt werden müssen. Wenn trotzdem mehr Gewinn auskommen soll, kann das nur passieren, wenn der Marktpreis prozentual stärker steigt, als die Stückkosten, d.h. der Marktpreis sehr elastisch auf Angebotsänderungen reagiert.
MfG
Geno-Bauer