Richard Ebert
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12 Jahre 6 Monate

Spread Weizen Mais: Ungewöhnlich niedrig

Spread zwischen Weizen und Mais zu niedrig

Dow Jones, Singapur (07.03.11) - Asiatische Händler gehen davon aus, dass die Weizenpreise dort im Laufe der Woche wieder etwas anziehen könnten. Als Grund nannten Analysten die ungewöhnlich niedrige preisliche Differenz zwischen Weizen- und Mais-Futures am Chicago Board of Trade (CBOT), die dadurch entstanden ist, dass das Angebot an australischem Weizen knapp ist und die US-Maislagerbestände auf ein ungewohnt niedriges Niveau gefallen sind.

Die aktivsten CBOT-Kontrakte für Mais und Weizen haben sich auf weniger als 1 USD/bu angenähert, nach 1,77 USD/bu Mitte Dezember. Das Interesse von Futtermischern hat sich daraufhin von Mais hin zu Weizen verlagert, sagte ein Händler aus Ho Chi Minh Stadt. So ist australischer Futterweizen, geliefert, für südostasiatische Destinationen mehr als 50 USD/t günstiger als US-Mais.

Analysten gehen davon aus, dass entweder die Maispreise weiter sinken oder Weizen ein höheres Preisniveau erklimmen müsste, um den Spread zwischen beiden Rohstoffen wieder auf einen akzeptablen Level zu bringen.

Mais wird sich möglicherweise im Verlauf der Woche eher seitwärts bewegen, während Weizen ein bisschen klettern könnte, vermutete Koname Gokon von dem japanischen Broker Okato Shoji Co. Insgesamt bleibe der aber Ausblick für beide Rohstoffe bullish, erklärte Hiroyuki Kikukawa von Nihon.

(Quelle: http://www.dowjones.de/site/2011/03/spread-zwischen-weizen-und-mais-zu-niedrig.html)

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Gast

Meine Idee ist folgende:
Weizen wird, so denke ich, in den nächsten Tagen noch sinken. Das wirkt sich zwangsläufig auch auf Mais aus, da wie im Bericht beschrieben der Abstand schon so niedrig ist, dass Mais eigentlich gar keine andere Wahl haben wird, als zu sinken, sollten die Weizenpreise noch nachgeben.

Da Mais aber derzeit direkt knapp auf einer Aufwärtstrendlinie aufliegt, die seit November besteht, wird Mais ordentlich abgeben, sollte sie nachhaltig gebrochen werden. Deshalb halte ich den Mais Neue Ernte-Alte-Ernte Spread weiterhin für sehr aussichtsreich (also long Dezember, short Juli):

peterg
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Hallo ladowa,
"dass Mais eigentlich gar keine andere Wahl haben wird, als zu sinken..."

Warum bist Du Dir da so sicher ?

-Der Export läuft wie erwartet gut
Bild entfernt.
-Die US-Äthanolproduktion läuft bei den Rohölpreisen auf hohem Niveau
Bild entfernt.
-Im Moment sehe ich noch keinen Einbruch des Futtermittelbedarfs.
Bild entfernt.
Bild entfernt.

Es kann mit Mais auch noch mehrere Wochen seitlich gehen.
Wenn die Maiskurse deutlich zurückgehen würden, wäre zu befürchten, dass die bereits historisch niedrigen Lagerendbestände noch weiter schrumpfen.
Sicher wird sehr viel mehr angepflanzt werden, aber das abzuschätzen und im Preis einzuarbeiten ist jetzt wohl noch etwas früh.

Über Mais-Bear-Spreads alte Ernte gegen neue Ernte (Dezember long/Juli short) hatte ich ja kürzlich was geschrieben.
Der Trend dieses Spreads könnte jetzt durchaus umkippen, da hast Du recht.
Nur für diejenigen, die mit Spreads nicht versiert sind, Achtung: Das sagt nichts über die weitere Kursentwicklung bei Mais aus.

Gast

Hallo peterg,

es zeigt sich immer wieder, dass Du das goldene Sternchen zu Recht hast, und ich hoffe, Du hast es auf die nächsten Jahre abonniert :-).

Ich persönlich analysiere nicht so viel. Ich glaube, das ist oft gar nicht schlecht, weil sonst würde ich mich wohl nie trauen, einen Trade einzugehen. Man findet immer Argumente für und wider.

Warum ich glaube, dass Mais fallen wird...
Wie schon gesagt, die niedrige Differenz zu Weizen. Fällt Weizen, wird Mais mitmachen, da er wohl kaum über Weizen gehandelt werden wird.
Weizen ist seit einem Monat im Abwärtstrend (1-2-3 Zählung).
Außerdem - alles fällt mal. Gerade dann, wenn man glaubt, es kann nur mehr aufwärts gehen.
Aber selbst wenn das nicht passieren wird: Der Neue Ernte-Alte-Ernte Spread hat meiner Meinung nach hohes Potential und befindet sich ja seit kurzem in einem neuen gegenläufigen Trend (ebenfalls 1-2-3-Zählung). Warum soll Mais im Herbst so viel billiger sein als jetzt. Auch im Herbst wird es keine Unmengen an Mais geben. Somit wird sich der Preis annähern.

peterg
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Die 123-Formation bei Weizen ist aber doch erst dann erfüllt, wenn das letzte Tief, an dem er jetzt ansteht unterschritten wird (soweit meine technischen Kenntnisse reichen). Denke das wird wohl passieren.

Versteh mich nicht falsch, ich bin letzte Woche bei CZ-CN aufgesprungen. Wohl war mir dabei nicht, aber jetzt geht´s schon besser.

Ob es allerdings nochmals zu einem deutlichen Rücksetzer für eine zweite Chance kommt ?

Jetzt sind wir im falschen Thread, aber schau Dir mal Soja-Mai long - 2x Corn Mai short an.

- Bei ca. -60 ist die doppelte Standardabweichung. Da ist der Spread jetzt deutlich zurückgekommen.

- Um die 13.-15. Kalenderwoche hat der Spread in den letzten 10 Jahren immer relativ gut performt.

Gast

@ peterg [#5]

Stimmt schon, der aktuelle, große Punkt 3 wurde noch nicht unterschritten. Aber ich sehe zwei kleinere, beide im Februar. Ist halt alles eine Frage der Sichtweise, was man als 1-2-3 zulässt.

Danke für den Tipp mit Soja/Corn, aber die Beans handle ich nicht. Mag sie nicht mehr, seit ich mal einen größeren Verlust hatte :-).

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SPOMI
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@ peterg [#5]

ich dachte das Verhältnis Soya Corn sollte im Mittel zwischen 2,1-2,2 liegen. meinen Beobachtungen nach verhalten sich die neuen Erntetermine danach. die alte Ernte wurde ja schon eingebracht. gilt hier ebenfalls eine Relation 1:2 als Näherung. wenn ja , wodurch ist diese begründet?

heute und gestern ist der CZ1-CN1 schön marschiert. habe die erste Tranche glatt gestellt.

Grüsse SPOMI

peterg
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anbei ein Chart der Frontmonatskontrakte S-2xC
grau=Jahre
blau=10Jahresdurchschnitt
rot=2007
schwarz=2011
Horizontale Linien Mittelwert und MW+- 2x Standardabweichung
(Hoffentlich stimmen meine Daten (:-)).
Bild entfernt.

Um die 13.-15. Woche herum lief dieser Spread in den letzten 10 Jahren immer recht gut.
Ich gehe davon aus, dass Spreadtrading in großem Stil in den letzten Wochen zu diesem Kurs geführt hat und frage mich: Wenn diese Spreads wieder aufgelöst werden müssen, wird dass erst in der 13.-15. Woche sein wenn jeder Depp (sogar ich mit Excel) weiß, dass der Spread historisch betrachtet zu dieser Zeit läuft, oder vielleicht schon etwas früher ?

Myrrdin
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@ peterg [#5]

Gebe Dir Recht, was den S-C-Spread angeht. Habe gerade einen Optionsspread gekauft für die neue Ernte: SX C1600 - CZ C800.

Gehe davon aus, dass im Zuge der Diskussionen über die Anbauflächen Soja deutlich im Vergleich zu Mais gewinnen wird.

Was den CN-CZ-Spread angeht, sehe ich ein gutes Einstiegspotential für den Bull Spread. Bin aber derzeit nicht investiert.

Wenn ich in den W-C-Spread - egal in welche Richtung - investieren würde, würde ich den morgigen USDA-Report abwarten. Hier kann es massive Bewegungen geben, die die ganze Lehre der Charts obsolet macht. (Auch wenn derzeit die vorherrschende Meinung die ist, dass sich morgen nicht viel bewegen wird.)

Mit besten Grüßen, Myrrdin

Richard Ebert
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Hoher Maispreis pusht Weizennotierungen

Topagrar.at (12.04.11) - Die US-Maisbestände zum Ende der Saison 2010/11 liegen mit 17,15 Mio. t auf einem 15-Jahres-Tief. Das zeigt der neue WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums. Die Maisnotierung an der Chicagoer CBOT reagierte am Freitag und Montagmorgen mit Anstiegen auf weitere Allzeit-Höchststände.

Auch die globale Maisbilanz schätzte man mit einer nur leichten Korrektur der Endlager um 700.000 t nach unten auf 122,4 Mio. t sehr konservativ. Die Terminnotierungen für Mais müssten somit noch weiter steigen, so Analysten.

Die Maiskurse sind mittlerweile schon auf ein seit zehn Jahren nicht mehr gesehenes Verhältnis in Richtung der Weizennotierungen gestiegen, sodass schön langsam Weizen für den Einsatz in der Futtermittelherstellung immer interessanter wird und die Zeichen hier auf zunehmenden Verbrauch stehen.

Steigender Weizenverbrauch als Reaktion auf hohen Maispreis

Dies zog als Folge des neuen WASDE-Berichts auch die Futures für den auch als Futterweizen geeigneten Soft Red Winter an der CBOT in die Höhe. Zudem lösten Händler wegen der steigenden Aussichten für den Soft Red Winter Spreads von Long-Positionen des zuvor wegen der Trockenheit in den Plains ebenfalls verteuerten höherwertigen Brotweizens Hard Red Winter an der Kansas City Board of Trade (KCBT) gegen Short-Positionen an der CBOT bei Soft Red Winter auf.

(Quelle: http://www.topagrar.at/home/index.php?option=com_content&task=view&id=2399&Itemid=1 )

Gast

Chicago-Weizen (Mai) notierte heute intraday 10 Cent niedriger als Mais. Und hat erstmals seit 15 Jahren unter Mais geschlossen, nämlich mit ca. -3.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ ladowa [#11]

Ich habe die Position, Gott sei dank, nur im Simulationskonto. Aber selbst da tut sie weh. Warscheinlich normalisirt sich der Spread erst nach dem FND.

Bei IAB muß man zeitig vor dem FND draußen sein. Kennt jemand einen guten Broker wo man Positionen bis zur Andienung halten kann? Und hat jemand Erfahrungen im Spreadhandel über den FND hinaus? Damit meine ich das Zenario, das ein Leg bei früher Andienung automatisch gladgestellt wird und man mit dem anderen Leg netto-short ist.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ tantan

Bei RJO oder Manfinancial, den beiden US-Brokern, deren ich mich in den vergangenen Jahren bedient habe, kannst Du bís zum Auslaufen der Futures mit einem Spread drinnen bleiben. Du riskierst allerdings, die Ware vor die Haustüre geliefert zu erhalten.

Mein Account reicht hierfür nicht aus.

Habe daher meinen Broker beauftragt, jede Position zeitgerecht zu schließen, falls ich dies - aus welchen Gründen auch immer - nicht tun kann

Mit besten Grüßen, Myrrdin

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ tantan

Bei RJO oder Manfinancial, den beiden US-Brokern, deren ich mich in den vergangenen Jahren bedient habe, kannst Du bís zum Auslaufen der Futures mit einem Spread drinnen bleiben. Du riskierst allerdings, die Ware vor die Haustüre geliefert zu erhalten.

Mein Account reicht hierfür nicht aus.

Habe daher meinen Broker beauftragt, jede Position zeitgerecht zu schließen, falls ich dies - aus welchen Gründen auch immer - nicht tun kann

Mit besten Grüßen, Myrrdin

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#13]

Zwischen Andienung und Lieferung gibt es aber noch genug Zeit zum aussteigen. So war es zumindet vor 20 Jahren.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ ladowa [#11]

Damit wir die "einmalige" Situation im Bild festhalten:

Bild entfernt.

Richard Ebert
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12 Jahre 6 Monate

Die Diskussion über den Einfluß der Kosten, die sich hier eingeschlichten hatte, finden Sie unter dem neuen Thema Einfluß der Brokerkosten auf den Erfolg von Termingeschäften:

http://www.terminmarktwelt.de/Redaktion/forum/tforum.pl?ST=238839&CP=0&MAX=1

tantan
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12 Jahre 6 Monate

Wieder Kurse über 50. Wenigstens zum geordneten Rückzug reicht es.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ tantan [#18]

Meines Erachtens wird es für mehr als den Rückzug reichen. Habe heute zu Markteröffnung den KWN-CN gekauft und gehe davon aus, dass es weiter aufwärts geht.

Myrrdin

Bre
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12 Jahre 1 Monat

Steckt in den zukünftigen Getreidepreisen mehr Steigerungs- oder Senkungspotenzial?

Die US-Bank Goldman&Sachs sowie die Weltbank haben in Ansätzen zwei gegensätzliche Szenarien beschrieben, die je nach Übergewicht der einen oder anderen Seite für erhebliche Bewegungen bei den Getreidekursen sorgen könnten.

Für preissenkende Effekte wurden u.a. folgende Überlegungen vorgetragen:

• Der aktuelle Rohölkurs wird als überhöht angesehen, verursacht durch spekulative Vorratsgeschäfte infolge der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten, die eine gesicherte Versorgung gefährden könnten. Diese Marktlage könnte irgendwann im Laufe des Sommers schlagartig beendet sein, mit der Folge, daß dann auch die Getreidepreise einen kräftigen Dämpfer erfahren. Die Sensibilität der Getreidepreise ist bei den aktuell hohen Rohölkursen über 100 $ je barrel besonders ausgeprägt und läßt sich über die Maisverarbeitung zu Bioethanol leicht nachweisen.
• Verstärkt werden könnte dieser Effekt durch das Auslaufen der Bioethanolsubventionierung in den USA.
• Ob der Dollarkurs dauerhaft so schwach tendiert, steht ebenfalls in Frage. Ein wieder steigender Dollar wird die US-Notierungen nach unten drücken.
• Wachsende Anzeichen für eine schwächere Wirtschaftskonjunktur nicht zuletzt wegen der Japan-Katastrophen deuten auf eine nachlassende Nachfrage nach Rohöl und könnten ebenfalls einen Beitrag zur Senkung der Preise leisten.
• Bei den Chinesen stellt man eine stringentere Handhabung des Umgangs mit den knappen Reserven von Mais und übriges Getreide fest, wie z.B. die finanzielle Begrenzung der industriellen Maisverwendung zur Isoklucose- und Alkohol-Herstellung. Das könnte den erwarteten starken Importbedarf deutlich drosseln.
• Leichte Hoffnungen werden auf den wieder anlaufenden Export aus dem Schwarzmeergebiet - insbesondere Ukraine - ab Sommer/Herbst 2011 gesetzt, wenngleich der frühere Umfang bei weitem nicht erreichbar sein wird.
• Aufgrund der mit Wasser gut gesättigten Böden in Ostaustralien wird dort mit einer Rekordernte gerechnet, die zwar erst zum Ende des Jahres 2011 eingebracht wird, aber bereits ihren Schatten vorauswirft. Die alte Ernte mit hohen Futtergetreideanteilen ist noch nicht vollständig vermarktet.
• Hohe Getreidepreise führen zu einer sparsamen Verwendung von Getreide in allen Bereichen. Der Erfolg bleibt jedoch begrenzt.

Dem werden folgende Argumente gegenüber gestellt:

• Die Überhangbestände 2010/11 sind auf ein kritisches Niveau abgebaut. Das gilt insbesondere für den Maissektor in den USA, wo eine Überlagerung auf das niedrigste Niveau errechnet wurde, das nicht mehr unterschritten werden kann. Es handelt sich um die Mindestmenge, die rein technisch als unabdingbare Bevorratung zur Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe notwendig sind. Die Folge ist, daß kein Spielraum mehr für Exporte gesehen wird, die den Markt entlasten könnten.
• Die Saatenstände in einzelnen Anbauregionen des US-Winterweizens werden fast als katastrophal schlecht eingestuft und es wird bereits von 50 % Ertragsausfall gesprochen. Die Aussaat für Sommerweizen verzögert sich durch voraussichtlich anhaltende Niederschläge in anderen Anbauregionen und in Westkanada haben sich die optimalen Aussaattermine um 3 bis 4 Wochen verzögert. Mit Abstrichen gilt das auch für den US-Maisgürtel mit Blick auf den Termin 10. Mai, nachdem spätere Bestellungen erfahrungsgemäß zu Mindererträgen führen. Ein spürbarer Ertragsrückgang kann durch die beabsichtigte Ausdehnung der Anbauflächen kaum ausgeglichen werden.
• Die anhaltende Frühjahrstrockenheit in Europa und die schwachen Aussichten auf absehbare Niederschläge sind ebenfalls Anlaß zur Besorgnis, die weltweit bereits Beachtung findet.
Wenn weltweit keine überdurchschnittlich hohen Ernten eingebracht werden, ist ein Wiederaufbau der Endbestände nicht möglich und das führt erfahrungsgemäß zu einem hohen und weiter steigenden Getreidepreis.

An den Börsen haben die jüngsten Wettermeldungen ihren Niederschlag in Form anziehender Kurse – insbesondere in den hinteren Terminen - bereits gefunden. Andererseits werden vor den Osterfeiertagen kaum noch riskante Geschäfte abgewickelt, sondern solche eher glatt gestellt mit einem dämpfenden Effekt auf den Kursverlauf. Der preistreibende Einfluß drückt trotz österlicher Feiertagsruhe durch.

Die jüngste April-Prognose des Internationalen Getreiderates (IGC) schätzt die kommende Welternte auf 1,808 Mrd. t, um 78 Mio. t höher als im ablaufenden Wirtschaftsjahr. Der Verbrauch wird auf 1,818 Mrd. t geschätzt, 27 Mio. t höher als im Vorjahr. Die weltweiten Endbestände sollen nach den IGC-Berechnungen von 343 Mio.t auf 334 Mio. t fallen, entsprechend einer Versorgung von 18,37 % stock-to-use-ratio (Vorjahr 19,15 %) im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert von rd. 20 %. Allerdings rechnet man bei den 8 größten Exportländern (Argentinien, Australien, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine, USA) mit einer Stagnation auf dem niedrigen Niveau von 108 Mio. t.

Die weltweite Weizenernte soll nach den IGC-Schätzungen um 22 Mio. t zunehmen. Die Endbestände werden auf leicht überdurchschnittlichen Niveau von 186 Mio. t (27,6 % stock- to-use –ratio) unverändert eingestuft. Allerdings ist damit zu rechnen, daß auf Weltebene ungewöhnlich viel Weizen in den Futtertrog wandern wird, denn der Futtergetreidemarkt bleibt sehr knapp versorgt.

Auf dem weltweiten Maismarkt rechnet man mit einer Steigerung auf 847 Mio. t (Vorjahr 809 Mio. t). Das reicht jedoch nicht, den steigenden Verbrauch auf 854 Mio. t zu decken, so daß mit einem Rückgang der Endbestände von ohnehin schon niedrigen 119 Mio. t auf 111 Mio. t ausgegangen wird. Damit rutscht die Versorgung auf unter die höchst kritische Marke von 13 % stock-to-use-ratio.

Fazit:
Nachdem es eine Zeitlang so ausgesehen hat, daß sich die Getreidepreise auf einem etwas gemäßigterem Niveau einpendeln würden, sprechen jetzt einige (Wetter-)Zeichen dafür, daß die knappe Versorgungslage auf Weltebene mindestens anhalten, sich möglicherweise sogar verschärfen könnte. Das gilt insbesondere für Mais während die Weizenversorgung noch im guten Mittelfeld liegt. Die in den nächsten 3 Monaten stattfindende Witterungsentwicklung und die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten werden in diesem Jahr für viel Spannung an den Märkten sorgen. Alte Erfahrungswerte stehen auf dem Prüfstein. Turbulenzen sind vorprogrammiert.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Bre hat klar und komprimiert (wie immer, meine Hochachtung !) auf zwei in den letzten Wochen viel beachtete Markteinschätzungen hingewiesen.

Was aus dem Hause Goldman Sachs geblasen wird, ist hinsichtlich Rohstoffe für Viele ein Credo.

Man sollte sicher nicht ganz außer Acht lassen, dass gerade von Seiten GS auch beträchtliche Eigeninteressen in diesem Anlagesektor spielen.

Wenn jemand Kurse global manipulieren kann dann GS (vielleicht noch wenige andere Firmen wie Glencore -!)

Also hier gilt auch Vorsicht.

Zur Osterlektüre:

http://www.scribd.com/doc/53052204/GS-Commodity-watch

aber auch folgende Einschätzung, die in manchem mit GS übereinstimmt ist empfehlenswert.

http://www.scribd.com/doc/52414799/2Q-2011-GTAA-Commodities.

Nochmals Danke, Bre und frohe Ostern.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bre [#20]

Schließe mich gerne dem Dank von Peter an Bre für die ausführliche Analyse an.

Bin vor allem für Mais bullish eingestellt und investiert (vor allem short 700er Puts CN11). Es ist einfach zu wenig Mais da, und ich habe nicht den Eindruck, dass die hohen Preise der letzten Wochen die Haltung der Käufer wesentlich verändert haben.

Mit besten Grüßen und den Wünschen für ein frohes Osterfest,

Myrrdin

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#22]

Habe heute zu den CN700 Puts WU1200 Calls verkauft. Sehe das als Absicherung, wenn es zu einem allgemeinen Rückgang der Commodities kommt. Weizen (nur Chicago) sehe ich im Vergleich zu den übrigen Grains als das relativ schwächste an, da es ausreichend Vorräte gibt. Auch saisonal ist die Zeit ab Anfang Mai eher bärisch.

Myrrdin

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#23]

Ein kleiner Rückblick: Die Weizen Calls habe ich mit Erfolg zurückgekauft und anschließend das gleiche Spiel nochmals gespielt, die Corn Puts habe ich mit Verlust zurückgekauft. In Summe ein erfolgreicher Trade, der mit wieder einmal gezeigt hat, dass es bei den Grains oft gut ist, long und short gleichzeitig zu sein. Um Schwankungen von Dow und Dollar nicht allzusehr ausgesetzt zu sein.

Die neue Ernte des Sommerweizens (Minneapoolis Wheat) ist derzeit meines Erachtens unterbewertet. Der Preis ist mit den übrigen Weizensorten zurückgegangen im Zuge der Ankündigung der Russen, ab Juli wieder Getreide zu exportieren.

Die Aussaat findet vor allem im Nordwesten der USA, aber auch in Kanada, mit Verspätung statt. Manche Landwirte werden möglicherweise die Versicherungsprämie vorziehen.

Saisonal schaut es gemäß den MRCI-Daten bis Mitte Juli positiv aus.

Habe Freitag gegen Handelsende eine erste Position MWU11-MWU12 gekauft. Für Meinungen bin ich dankbar.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#24]

Danke für den Tip in Bezug auf MWU 11 - MWU 12. Werde mich heute dran hängen.
Aber schau dir auf der anderen Seite auch mal die Geschichte mit W - MW mit der Laufzeit März 2013 an. Hier handelt der MW nur 15 ct. über dem W.
Meiner Meinung nach hat man eine gute Chance, dass sich der spread auf bis zu 100 weitet. Zeithorizont allerdings bis zu 1 Jahr, dafür aber wenig Risiko. Aufgrund des geringen Volumens muss man allerdings sicherlich Bein um Bein reingehen.

Thomas

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ bbw [#25]

Ich gehe ebenfalls davon aus, dass wir noch höhere Werte für diesen Spread sehen.

Allerdings ist mir das Open Interest mit 13 Stück (in Worten: dreizehn) einfach zu niedrig.

Werde den Spread aber weiterverfolgen und wünsche Dir viel Glück. Lass uns wissen, wie es Dir geht. Insbesondere würden mich Deine Erfahrungen mit dem Ein- und Ausstieg in einem solch dünnen Markt interessieren.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#26]

Habe heute damit angefangen und 3 x den WH13 zu 937 verkauft. Da ich den Markt schwächer sehe, habe ich die short Seite zuerst abgewickelt.

Den MWH 13 hätte ich sofort zu 960 kaufen können. Da ich aber nicht mehr als 952 ausgeben möchte, stehe ich hier noch im Risiko.

Meiner Meinung nach ist dieses aber überschaubar, da ich selbst bei einer starken Aufwärtsbewegung am morgigen Tag noch in den Markt rein kann. Allerdings ist mein erhoffter Gewinn dann weg.

@ Myrrdin [#24]

Denke gerade auch noch mal über MWU 11 - MWU 12 nach. So ganz euphorisch bin ich nicht mehr wenn ich mir den Frontmonat anschaue. Der Juli läuft und läuft und in den hinteren Monaten gehen die Kurse zurück und das jetzt schon seit Tagen. Wenn dies dann mit dem MWU 11 auch so passiert, dann hast du richtig Probleme.

Ein solcher spread hat mir 2008 schon fast mal mein ganzes Konto gekostet. Damals war es allerdings durch limit up - Bewegungen im Frontmonat nicht mehr beherrschbar und man konnte einfach nur noch zuschauen wie das Geld verbrannt ist.

Gruß
Thomas

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Myrrdin [#26]

Konnte heute dem MW H 13 für 948 kaufen. Somit habe ich den spread mit 11 ct. aufbauen können.
Muss allerdings sagen, dass du Recht hattest. Auf MW ist auf den hinteren Monaten viel zu wenig Handel um da möglichst ohne Risiko reinzukommen.

Dafür sind halt auch die Chancen größer, wenn einem die Laufzeit nicht stört.

Thomas

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ bbw [#28]

Ein interessanter Artikel betreffend die USDA reports:

http://www.farmdocdaily.illinois.edu/2011/06/interpreting_recent_data_on_co.html

Text unten, im Original gibt es auch Bilder.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

---

June 14, 2011
Interpreting Recent Data on Corn Planting Progress

The USDA’s weekly Crop Progress report released on June 13th indicated that corn planting progress had caught up to the normal level of 99 percent by June 12. Some caution is warranted in interpreting the planting progress numbers. First, planting progress always catches up to the average pace since planting is eventually completed. Planting progress this year caught up to the average pace very late in the season, underscoring the fact that a much larger than average percent of the crop was planted after the optimum date for maximizing yield potential. Yield potential is reduced in a non-linear fashion with lateness of planting, with yield penalties increasing for later planting dates. Figure 1 depicts that relationship for Illinois based on estimates from research here at the University of Illinois by Emerson Nafziger. Yield penalties become very large for corn planted after mid-May. The yield penalty for corn planted in early June, around 25%, is especially striking.

The yield/planting date relationship is summarized in Table 1, along with weekly U.S. corn planting progress for 2011 and the average weekly planting progress for 2006 through 2010. We use the planting response results for Illinois shown in Figure 1 as representative of the bulk of U.S. production. The data in Table 1 imply that an average of 25 percent of the crop was planted after May 15th in 2006 through 2010. In 2011, 37 percent of the crop was planted after May 15th. That is, nearly 50 percent more of the crop than normal was planted during the period with substantial and increasing yield penalties. While corn yields can still be “good” in 2011 if summer weather conditions are favorable, the U.S. average yield should be expected to be below potential yield due to the lateness of planting of such a large portion of the crop.

The second point about planting progress is that planting always reaches 100 percent, but the question is 100 percent of how many acres? Early planting progress reports reflect the percentage of acreage intended for planting. Intended acreage may change later in the planting season as cropping plans are altered by weather and timeliness of planting. That is, the denominator in the calculation of planting progress may change as the season progresses. This year, corn acreage is expected to be less than intentions reported in March, so that 100 percent planting progress represents fewer acres than if all intended acreage had been planted. The National Agricultural Statistics Service (NASS) provides the following guidance to those completing the weekly Weather and Crops questionnaire: “Percent of acreage planted relates to the amount that would be planted under normal conditions. For instance, on wheat seeding you may be reporting less than 100% seeded when lateness or weather prohibits further seeding. Your reported seeding should then jump to 100% the next week although no additional wheat was seeded.” For the week ended June 12th, a reported 39 percent of the Ohio corn crop was planted, bringing total progress to 97 percent. The reported figure was likely 97 percent of a much smaller acreage than the 3.7 million intended acres reported in March.

The USDA’s Acreage report to be released on June 30 will provide a survey-based forecast of acres planted to corn and intended acreage to be harvested for grain. The USDA’s June WASDE report reflected expectations that planted acreage will be 1.5 million less than intentions reported in March.

Issued by Scott Irwin and Darrel Good
Department of Agricultural and Consumer Economics
University of Illinois

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