Spekulatius_Maximus
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Studie: Rotes Fleisch erhöht Sterberisiko / Kolumne Harald Schmidt

Die folgende Negativmeldung ist sicher noch vielen von uns im Gedächtnis:

Studie: Rotes Fleisch erhöht Sterberisiko

Die bisher größte Studie weltweit über das Risiko von rotem Fleisch bestätigt, dass Steaks, Hamburger und Koteletts eher mit Vorsicht zu genießen sind. Demnach erhöhen große Portionen von Rind-, Schweine- und anderem roten Fleisch die Gefahr von Krebs, Herz- und Kreislaufleiden sowie andere Krankheiten. Das gelte auch für Produkte aus diesem Fleisch wie Würstchen, Speck und Aufschnitt, betonen die Autoren der Untersuchung, die in den «Archives of Internal Medicine» (Bd. 169, S. 562) veröffentlicht ist. Das Risiko steige entsprechend der konsumierten Menge um bis zu 50 Prozent.

Die Studie der Nationalen Gesundheitsforschungsinstitute (NIH) der USA verglich die Ernährung von 545 000 Amerikanern zwischen 50 und 71 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren. Am Ende der Untersuchung waren rund 71 000 Teilnehmer gestorben. Dabei hatten diejenigen, die am meisten rotes Fleisch aßen, das höchste Sterberisiko – auch wenn andere Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel herausgerechnet wurden. Insgesamt hätten 11 Prozent der Todesfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen vermieden werden können, wenn alle Teilnehmer so wenig rotes Fleisch gegessen hätten wie die unteren 20 Prozent der Probanden mit dem geringsten Konsum, schreiben die Autoren.

So erhöhten Männer, die täglich knapp 250 Gramm rotes Fleisch genossen, ihr Krebstodrisiko um 22 Prozent und ihr Herztodrisiko um 27 Prozent - im Vergleich zu jenen Studienteilnehmern, die nicht mehr als 150 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu sich nahmen. Bei Frauen stieg die Gefahr eines Krebstodes bei 250 Gramm rotem Fleisch pro Tag um 20 Prozent und die eines tödlichen Infarkts oder Schlaganfalls sogar um 50 Prozent, heißt es in dem Journal.

Unter denen, die fast nur Fisch, Hühnchen, Pute und Aufschnitt aus deren «weißem» Fleisch verzehrten, beobachteten die Autoren einen gegenteiligen Trend: Wer mehr davon aß, hatte ein etwas geringeres Sterberisiko.

Unter rotem Fleisch verstehen Ernährungswissenschaftler das Fleisch von Säugetieren wie Rindern, Schweinen und Schafen. Der Ausdruck bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht darauf, ob und wie weit das Fleisch gegart ist. Der Welt-Krebsforschungsfonds empfiehlt, nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu essen.

24.03.2009 / dpa

Geschrieben von Spekulatius_Maximus am
Spekulatius_Maximus
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Harald Schmidt hat dazu eine klasse Kolumne geschrieben:

Rotes Fleisch

Darauf erst mal ein schönes Tatar! Der übermäßige Genuss von rotem Fleisch (Schwein, Rind, Lamm und alles, was sonst noch schmeckt) macht nicht nur Krebs, sondern steigert das Risiko eines vorzeitigen Lebensendes auf das 1,3-Fache. Vor allem natürlich bei Männern.

Von Harald Schmidt

Dieses sensationelle Ergebnis wurde jetzt an 500 000 Amis rausgeforscht. Uns beeindruckt es allerdings wenig, denn welchen Spaß sollte ein längeres Leben machen, ohne Blut- und Leberwurst, Frikadellen, Filetsteak, Lammrücken und Leberkässemmel? Natürlich schmerzt die Vorstellung, schon nach dem Quiz mit Pilawa zu sterben, wo man es mit viel Fisch und frischem Gemüse noch bis zu den „Tagesthemen“ desselben Abends hätte bringen können.

Andererseits haben wir oft genug schlechte Nachrichten gesehen, die überhaupt nur erträglich waren, weil wir in der linken Faust eine fette Krakauer mit mittelscharfem Senf und rechts eine schöne Scheibe frisches Bauernbrot hielten. Auf gegrillte Schweinswürstel verzichten, bloß um im Heim drei Wochen länger „Memory“ mit zwei Bildern spielen zu können? Mal ehrlich: Wer möchte schon leben wie Michelle Obama?

Sehnsucht nach der brokkolifreien Zone

Die hyperaktive Präsidentengattin geht einem schon vor Ablauf der ersten 100 Tage gewaltig auf den Keks. Erst streckte sie uns an der Grenze zur Aufdringlichkeit ihre nackten Arme entgegen, dann löffelte sie uns einen aus der Suppenküche, und jetzt gräbt sie noch das halbe Weiße Haus um zum Gemüsebeet. Vorbei die glücklichen Zeiten, in denen George W. Bush den Amtssitz zur brokkolifreien Zone erklärte.

Gyros, Döner, Schnitzelbrötchen, Currywurst, T-Bone, Rib-Eye und Grillspieß mit scharfer Sauce – das alles will man uns jetzt madig machen. Stattdessen: Fisch und Pute. Ausgerechnet Pute, die durch medikamentöse Überfütterung häufig so schwere Brüste hat, dass sie beim Gehen vornüberkippt.

Gerade wollen wir die frische Petersilie aus dem Zeitungspapier wickeln (schmeckt klein gehackt super auf Schweinssülze), da lesen wir: steigende Heilungsraten bei Krebs in Europa! Na bitte, geht doch!

Medizinische Spitzenforschung im Dienst des gebeutelten Menschen unserer Tage, der sich als zartes, Fleisch fressendes Pflänzchen ein wenig Hege und Pflege wünscht. Während wir in ein saftiges Kassler (kalt, mit Meerrettich) beißen, lesen wir im nebenstehenden Artikel: Grübeln führt zu Depressionen.

Quelle: http://www.focus.de/magazin/harald_schmidt/hier-schreibt-harald-schmidt-rotes-fleisch_aid_385079.html

Ich hoffe, ich konnte etwas zur Erheiterung beitragen!

Gute Nacht
S_M

P.S.: Der Bericht zur Studie wurde hier entnommen: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29438

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