Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Subventionen am Kartoffelmarkt: Fehlsteuerung

Subventionen am Kartoffelmarkt: Fehlsteuerung

Von Jan Peters

Ernährungsdienst (21.11.07) - Der Anbau von Speisekartoffeln ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Ackerbau auf reiner Marktwirtschaft basiert. Die Betriebe sind heute in der Lage, ohne Subventionen gute Gewinne zu erwirtschaften.

Allerdings scheint dies momentan zunehmend in Gefahr zu geraten. In Regionen, in denen die Produktion von Biogas stark im Kommen ist, steigen die Pachtpreise und die Erlöse aus dem Vertragsanbau von Energiemais stark an.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.ernaehrungsdienst.de/nachrichten/kommentare/pages/protected/show.prl?params=%26recent%3D1%26type%3D4&id=24400&currPage=)

Geschrieben von Richard Ebert am
rooki1
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Angst der Kartoffelwirtschaft zur Rohstoffversorgung!

Mittlerweile hat man sich an solche Kommentare aus der Ernährungsindustrie gewöhnt. Die hoch subventionierte Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen ist unwirtschaftlich und schadet dem Marktgleichgewicht.

Jetzt zu den Fakten:

Es werden, zumindest in Niedersachsen, keine Baukostenzuschüsse zum Bau von Biogassanlagen gezahlt.

Degressionseffekte als Anreiz zum Bau grösserer Anlagen sind ab 300 kw el. zu vernachlässigen, da Substrattransport und Gärrückstandausbringung aufwändiger werden.

Subventionen werden im Biogasbereich zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in Höhe von 30€/ha bezahlt. Dies kann kein Entscheidungskriterium für einen Landwirt zum Anbau von Energiepflanzen sein. Vielmehr ist der sichere Preis für sein Produkt, die Abnahmegarantie und klar definierte Liefervoraussetzungen eine Entscheidungsgrundlage zum Anbau von Energiepflanzen.

Kartoffelanbauer für den freien Markt und auch Vertragsanbauer haben mit vielen Unsicherheiten zu kalkulieren:
- Pflangutqualität: bei mangelhaftem Pflangut werden nur die Saatkosten ersetzt, nicht der Ertragsausfall
- Pflanzenschutz: Die Spritzungen gegen Krautfäule sind nicht zu kalkulieren.In 2007 verursachten sie 2-3 mal höhere Kosten wie in 2006
- Lieferungen: Erst wenn der LKW mit der Ernte von der Verarbeitungsfabrik oder dem Abpacker positiv beprobt ist, kann der Landwirt seines Geldes sicher sein. Dies ist immer der entscheidende Moment in der Kartoffelsaison. Oftmals werden 5 LKW Ladungen bestellt, obwohl nur 3 verarbeitet werden sollen. Die anderen 2 LKW Ladungen werden dann wertlos. Dies passiert auch, wenn die Kartoffeln vorher im Lager beprobt und für gut befunden werden. Diese Vorgehensweise ist sowohl bei Vertragsware als auch bei freier Ware üblich.
Durch diese Unsicherheiten beim Verkauf ihrer Ware fällt es den Speisekartoffelanbauern leicht zum Energiepflanzenanbau zu wechseln. Das Risiko ist geringer und es ist mit einem stabilen, guten Deckungsbeitrag zu rechnen.

Wie Herr Peters richtig bemerkt, bestimmt der Markt den Preis. Wenn die Kartoffelwirtschaft mehr Speisekartoffeln braucht soll sie faire Bedingungen schaffen und die Auszahlungspreise den in allen Bereichen gestiegenen Rohstoffkosten anpassen. Nur dann wird es in Zukunft genug Ware geben. Éin gutes Beispiel für verpasste Chancen ist die Braugerste.

Die Propaganda der Ernährungsindustrie gegen Bioenergie zeigt nur die Angst vor Konkurrenz. Wenn der Klimawandel mit seinen unvorhersehbaren Auswirkungen verlangsamt werden soll, ist dies nur mit Bioenergie möglich. Das wurde von der letzten Bundesregierung erkannt und gesetzlich verankert.

Auf die Verflechtungen von Staat und Energiekonzernen einzugehen führt hier zu weit. Die Besteuerung von Biodiesel zeigt aber die wachsende Zusammenarbeit. Der Finanzminister verfügt über mehr Steuereinahmen, die Konzerne schalten Konkurrenz aus.

Abgesehen von den finanziellen Vorteilen stärkt die Bioenergieerzeugung auch das gesellschaftliche Ansehen der Landwirte. Jahrelang als Umweltverschmutzer, Tierquäler, Subventionsempfänger und Nahrungsmittelvergifter betitelt, produzieren sie jetzt saubere Energie.

Selbst hartgesottene böse Bauern Redakteurinnen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung verfassten einen positiven Bericht über die Biogasanlage in Ronnenberg.

Allen Landwirten und denen die auch weiterhin Geld an Kartoffeln verdienen wollen ein schönes Herbstwochenende,

rooki1

Kartoffelbauer
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Die Bioenergie hat die Landwirtschaft gerettet. Ohne Biogas, Ethanol, auch der Umstand dass es besser war den Weizen zu verheizen als in die Nahrungskette zu verwenden, würde der Weizen bei 8 Euro und die Speisekartoffeln bei 3 Euro und das Schweinefleich bei 1 Euro/kg liegen.

Gruss Kartoffelbauer

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung