Surfen im Netz: Spurlos funktioniert nicht
Surfen im Netz: Spurlos funktioniert nicht
LWK Niedersachsen, Hannover (12.10.12) - Im Netz surfen, ohne Spuren zu hinterlassen, ist schlichtweg nicht möglich. Die Öffnung von Webseiten bedeutet immer, dass im Hintergrund eine Menge Daten gespeichert werden. Hinzu kommen die freiwillig im Netz hinterlassenen Angaben. Alles in allem kann so ein sehr genaues Bild vom Nutzer entstehen. Möglich ist es aber, weniger Spuren zu hinterlassen und somit die Privatsphäre zu schützen.
Gerade wurde im Netz nach den Anforderungen für eine komfortable Büroausstattung gesucht und prompt tauchen auf den nächsten Webseiten passende Werbeanzeigen auf, die den fabrikneuen Tablet-PC oder den luxuriösesten Bürostuhl aller Zeiten anpreisen, vielleicht auch noch einen Anbieter für Büromöbel ganz in der Nähe. Die allermeisten Internetnutzer werden so etwas in der Art schon erlebt und sich vielleicht auch darüber geärgert haben.
Freiwillige Angaben hinterlassen deutliche Spuren
Wer im Internet sucht, einkauft, Bankgeschäfte erledigt, Flüge bucht, in sozialen Netzwerken aktiv ist, an Gewinnspielen teilnimmt, Newsletter abonniert und dergleichen mehr, hinterlässt Spuren. Bei vielen Transaktionen werden nämlich Vor- und Nachname, Anschrift, E-Mail-Adresse, Handynummer und Geburtsdatum abgefragt. Und wer sich in sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, Lokalisten u.a. bewegt, kann noch viel mehr von sich preisgeben. Neben der Veröffentlichung der persönlichen Interessen, des beruflichen Werdeganges oder des Beziehungsstatus, können Fotos und Videos hochgeladen und Verlinkungen vorgenommen werden.
Surfverlauf kann erfasst werden
Zu den freiwillig im Netz hinterlassenen Daten gesellen sich noch solche, die der Computer im Hintergrund übermittelt. Beim Aufbau der Verbindung erfährt der Dienstanbieter Details des Nutzers bzw. seines Rechners. Die Internetprotokoll-(IP-)Adresse verrät z. B. den Standort des Benutzers. Die IP-Adresse ist eine Adresse in Computernetzwerken. Sie wird mit dem Netz verbundenen Computern zugewiesen, damit diese Daten senden und empfangen können und damit erreichbar sind, so die Erklärung des Informationsportals „verbraucher-sicher-online.de“ der Technischen Universität Berlin.
Der Surfverlauf lässt sich mit Hilfe sog. Cookies erfassen. Cookies sind kleine Dateien, die beim Surfen auf dem Computer des Nutzers abgespeichert werden. Sie dienen dem automatischen Austausch zwischen dem Browser des Nutzers und dem Server des Websitebetreibers. Sie haben durchaus nützliche Funktionen. Durch Sie kann sich z. B. eine Website „merken“, welche Artikel bereits im Online-Warenkorb liegen, auch wenn zwischendurch immer mal wieder die Angebotsseiten durchgeklickt werden. Sie sorgen auch dafür, dass sich der Browser an Anmeldedaten bei einem Login „erinnert“ und sich so das soziale Netzwerk oder der E-Mail-Account überhaupt öffnen lässt. Mit Hilfe gespeicherter Cookies kann der Websitebetreiber aber auch auswerten, wann welche Webseite aufgerufen wurde.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/1583/article/20425.html )
Na ja, ein bisschen was kann man schon dafür tun:
-wie beschrieben (nicht nur bei Facebook) wenige Daten preis geben.
-Cookie-Einstellungen anpassen (zumindest alles am Ende der Sitzung löschen lassen. Auch wenn man dann jedes Mal das Passwort zur TMW neu eingeben muss ;-).)
-Browserwahl Firefox, Chrome soll auch gut diesbezüglich sein.
-Suchmaschinenauswahl (ich persönlich verwende seit Jahren nur noch:
https://startpage.com/deu/?
Das Suchmaschineneingabefeld von Google verwende ich nur, wenn ich nach ganz aktuellen Berichten der letzten Stunde suche (links unter "Mehr Optionen" bei Google zu finden)).
-wer noch mehr Anonymität (auf Kosten der Surfgeschwindigkeit) sucht bzw. dafür bereit ist zu zahlen dem seien folgende Möglichkeiten mit Jondonym bzw. Tor empfohlen:
http://www.anonym-surfen.de/
oder
https://www.torproject.org/
"Behörden sollen zukünftig die Inhaber von IP-Adressen automatisch über elektronische Schnittstellen abfragen können, ...
Dies gelte “auch für Daten, mittels derer der Zugriff auf Endgeräte oder auf Speichereinrichtungen, die in diesen Endgeräten oder hiervon räumlich getrennt verwendet werden” – Pin-Codes und Passwörter beispielsweise."
https://netzpolitik.org/2012/gesetzentwurf-bundesregierung-will-elektronische-schnittstelle-zur-bestandsdatenabfrage-einfuhren-ohne-richtervorbehalt/