Terminmarkt Schweine
Der Terminhandel mit Schweinen dümpelt nach wie vor so dahin.
Im September habe ich hier von einem größeren Schlachtbetrieb (aus den top ten in D) geschrieben, der auf meine Nachfrage sagte, sein Geschäft wird max 14 Tage im Voraus geplant, basierend auf dem V-Preis. Weiter in die Zukunft abzusichern sei zu riskant und Spekulation.
Hier sind die Macher der Börse gefordert massiv Werbung und Aufklärung zu betreiben.
Es herrscht ja auch immer massiver Überhang auf der Angebotsseite.
Für die Anbieterseite habe ich einen Vorschlag:
Vielen Landwirten ist es zu müßig ein Konto zu eröffnen mit einem Broker zu arbeiten Sicherheiten zu hinterlegen, der immer wiederkehrende Abfrageklimbims der Bank usw.
Wenn ein Landwirt 50 to Weizen für August 2014 verkaufen will fragt er seinen Händler nach dem Preis. Dieser nennt Ihm diesen und wenn er seiner Meinung nach o.K. ist verkauft er.
Vertrag gemacht und fertig.
Genau so muss es auch bei Schweinen laufen.
Die Vermarkter müssen den Bauern Kontrakte anbieten ganz unkompliziert.
Es hilft aber alle Mühe nicht, wenn die Abnehmer mauern.
Werbung und Aufklärung bei den Erzeugern ist schön und gut, muss auch sein, aber es gibt noch größere Baustellen.
Natürlich sind die Forumsteilnehmer hier nicht gemeint, da die meisten sich hier mit Börse und Absicherung beschäftigen. Wir sind aber eine klitzekleine Minderheit.
Mit freundlichen Grüßen
BB
@ Bauer Bernie
Bitte erlauben Sie mir folgende Anmerkung: Börsenbetreiber und die dazugehörigen Makler/Börsenmitglieder in Deutschland und den Niederlanden betreiben seit dem Jahr 1998 (die Amsterdamer Zeiten nicht mitgerechnet)erheblichen Aufwand in Sachen Durchfühung bzw. Unterstützung von "Ausbildungs- & Vertriebsmaßnahmen" rund um das Thema "Preisabsicherung mit Futures auf europäische Schweine". Vor diesem Hintergund erscheint es aus meiner persönlichen Sicht wenig wahrscheinlich, dass die Gründe für das aktuellen Handelsvolumina im Schweine Future hier zu suchen sind.
Anregungungen, welche sonstigen Massnahmen konkret zu einer Steigerung des Handelsvolumens
führen könnten sind sicher bei Makleren und Börsenbetreiber herzlich willkommen.
@ SSiegel [#2]
Wenn es nach 15 Jahren nicht gelungen ist nennenswerte Umsätze zu machen stellt sich die Frage: Braucht man einen Terminmarkt für Schweine ? Anscheinend nicht !
Mfg
BB
Das hat es auch noch nicht gegeben:
Schweine Nov. heute erst -4,5 Cent auf 164,0; dann Anstieg auf 173,9 was + 5,4 Cent ausmacht. Aktuelles Verkaufsangebot 170,0 . Irgendwie schlägt sich der Orkan nieder.
@ paul [#4]
Und auch das hat es noch nicht gegeben: Den ganzen Tag über ist keinem der Inhaber von Long-(Kauf-) Positionen möglich, diese "market" glattzustellen, weil über 90 Verkaufsaufträgen KEINE Kaufaufträge (**) gegenüber stehen.
(**) Nur zeitweise November Schweine, wie von Paul geschrieben.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Die heutige Kursbewegung wird ab Dienstag mit einem Tagesbalken von 9,9 Cent Länge zu sehen sein.
Warum ist der Terminmarkt Schweine so wie er ist?
Ein Beispiel
Wenn ich täglich Freibier geliefert bekomme,warum soll ich mir dann einen Vorrat anlegen.Vor allen wenn das nächste Jahr weiter Freibier geliefert wird.So stellt sich der Schweinemarkt dar .
Es fehlen große Angebotsschwankungen ,die Preisschwankungen verursachen könnten.
Mal ehrlich ,gegen welches Risiko soll sich ein Schlachter oder Verarbeiter absichern.Höchstens eine Wette abschließen ,das er weiter Freibier bekommt.
Gruß Fritz
@fritz44
Das ist korrekt!
Gruß Bronto
@ fritz44 [#6]
einleuchtendes Beispiel. Erklärt den Sachverhalt.
Mfg
BB
@ fritz44 [#6]
Warum ist der Terminmarkt Ferkel sowie er ist ?
Das gleiche Szenario, weil stets überreichlich Ferkel verfügbar sind.
Wenn ich täglich Freibier geliefert bekomme, warum soll ich mir dann einen Vorrat anlegen. Vor allen wenn das nächste Jahr weiter Freibier geliefert wird. So stellt sich der Ferkelmarkt dar.
Es fehlen große Angebotsschwankungen, die Preisschwankungen verursachen könnten. Mal ehrlich, gegen welches Risiko soll sich ein Schweinemäster im Einkauf absichern ?
Bei den Ferkeln kann die Verantwortung für den immer dünner werdenden Terminmarkt, und damit für eine Kalkulationsgrundlage, nicht auf die Roten geschoben werden - hier sind es die Grünen, nämlich Ferkelerzeuger und Mäster.
In diesem Monat sind gerade einmal vier Ferkel Kontrakte gehandelt worden. Die Grünen allein haben die Verantwortung dafür, wenn am Ferkel Terminmarkt der Handel komplett eingestellt wird.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Freibierlieferung = (Frei?)Schweinelieferung = (Frei?)Ferkellieferung
Im Termingeschäft geht es nicht in 1. Linie um die (Un)Sicherheit der Warenlieferung, sondern um die Frage eines mehr- oder weniger risikobehafteten zukünftigen Bezugs- oder Absatzpreises = Freibiermentalität (?) = das Risiko kostet wenig oder wird gering geschätzt.
Letzteres scheint die Verhältnisse am ehesten zu treffen. Die Schlachtereien und Viehhändler können stark veränderte Preise relativ zeitnah vor- oder rücküberwälzen. Mal ganz abgesehen von den Größenordnungen eines Schlachthofes bzw. einer Quasi-Oligopolstellung.
Die Ferkelpreise lehnen sich eng am Schlachtschweinepreis an, auch wenn phasenweise konjunkturelle und saisonale Effekte eine Eigendynamik entwickeln. Im Ferkelgeschäft bestehen viele Bindungen im Erzeuger-Mäster-Direktverkehr, über Erzeugergemeinschaften/Erzeugerringe und sonstige traditionelle Absatz/Lieferbeziehungen, die eine Mentalität des Ausgleichs „zwischen guten und schlechten Tagen“ gefördert haben.
Der abteilweise Verkauf von Mastschweinen z. B. eines 1.500 Stalles bei 5 Abteilen mit 2,7 Umtrieben bietet die Möglichkeit, jeden Monat eine Partie Schweine zu verkaufen. Mal erwischt man einen guten Preis, mal einen schlechten Preis. Im Durchschnitt ist man mindestens genau so gut/schlecht dran wie bei einer Absicherung an der Börse.
Im Falle eines Ferkelerzeugers mit 300 Sauen kann man ähnlich rechnen.
Es gilt auch die Feststellung, dass die Preisschwankungen im Schlachtschweinegeschäft in den letzten Jahren deutlich geringer geworden ist im Vergleich noch den Jahrzehnten der 80er und 90er Jahre bis Anfang 2000.
Für den Ferkelmarkt ist das erst in der jüngeren Zeitspanne zu beobachten.
Viel bedeutender sind dagegen die Preisbewegungen im Futtermittelsektor zu beurteilen. Hier ist eine zunehmende Absicherung durch Terminkäufe festzustellen, ein Absicherungsinstrument, das dem Agrarsektor eher vertraut zu sein scheint.
Die gesamtbetriebliche Risikoeinschätzung spielt eine größere Rolle als die isolierte Betrachtung der einzelnen Preisrisiken.
Wer sich am Futuremarkt beteiligen will, wird an gezielten Engagements nicht vorbeikommen. Das erfordert jedoch eine wesentlich intensivere Beschäftigung mit der zukünftigen Marktentwicklung als Landwirte im Durchschnitt aufzubringen willens und in der Lage sind.
Die Erfahrung aus jahrelangen Schulungen lehrt, wie schwierig es ist, das abstrakte Geschehen am Futuremarkt zu erklären. Beim ersten Hören erntet man ungläubiges Staunen, beim zweiten Mal kommen kritische Fragen, die das Unverständnis der Zielsetzung – nämlich in 1. und 2. Linie Preissicherung/Risikominderung und nicht Gewinnerzielung – offenbaren und dann kommen möglicherweise erste angebliche Negativerfahrungen, dass man Geld an der Börse verloren hat. (der ausgleichende Gewinn im Kassageschäft wird im Nachhinein verdrängt). Und für bestimmte Skeptiker bleibt das ganze unpersönliche Geschehen „ohne Handschlag“ völlig verdächtig. Gelegentlich kommt auch die Typen „Gier“ oder „Bruder Leichtsinn“ zum Vorschein. Die ernsthafte Seriosität dieses Geschäfts hat (noch) keine Mehrheit. Die Pionierschwelle im Innovationsprozess wurde trotz mehrerer Anläufe nicht überschritten.
Und dann ist da noch die Frage nach dem Verbleib von Spekulanten (nichtlandwirtschaftlicher Herkunft), die einen Börsenbetrieb erst den richtigen Schwung verleihen. Wer weiss was darüber? Schon die Frage ist aufschlussreich, offenbart sie doch das "Schmoren im eigenen Saft" oder?
Vielleicht ist das auch alles zu pessimistisch dargestellt, und in Zukunft wird alles besser . . .
Kann jemand Lichtblicke für einen Gefrusteten aufzeigen?
MfG Bre
@ Richard Ebert [#9]
Genau so sehe ich es auch.
Der Idealfall für den Mäster währe doch, wenn er sich seinen Einkauf von Ferkeln und evtl. sogar Futter absichert und gleichzeitig seinen Verkauf absichert.
Warum wird es nicht einmal ansatzweise gemacht?
Einen Grund sehe ich darin, dass bei zu hohen Ferkelpreisen in der Vergangenheit einfach keine Ferkel gekauft wurden bzw. später gekauft wurden um Druck auf den Preis zu machen.
Hat ja auch immer Funktioniert. zT. wurde dazu hier im Forum sogar aufgerufen.
Ich frage mich aber immer warum läuft es in USA anders?
Dort sind die Umsätze doch deutlich höher.?
Vielleicht kann mir dass mal einer Erklären?
@ BestPiglets [#11]
In den USA ist alles anders (auch besser?)
An der CME stehen aktuell 306.502 offene Kontrakte für lean hogs. Bellies = Schweinebäuche nicht mitgezählt. Allein für den Monat Dez 13 sind es 136.108 Kontrakte. Ein Kontrakt umfasst 18,1 t (40.000 pounds). Insgesamt stehen damit 5,56 Mio. t Schweinefleisch unter Kontrakt. Die Jahreserzeugung der USA beträgt rd. 11 Mio. t.
Eigentümer von Schweinefarmen - gezählt ab 25 Tieren aufwärts - gibt es 63.000 (2010).
1.410 Eigentümer halten 81 % der Schweine ab der Bestandsgrößenklasse von 5.000 Tieren und mehr.
Die 130 größten Schweinefarmer ab der Größenklasse von 50.000 Tieren und mehr, verfügen über 57 % des US-Schweinebestandes.
Es liegt auf der Hand, das an den US-Börsen sog. Spekulanten (=Börsenteilnehmer ohne Schweine) eine dominante Rolle spielen.
Das Handeln an den Börsen wird als normales Geschäft angesehen. Man kann gewinnen und verlieren. Eine ganz andere Mentalität als hierzulande.
Vielleicht reicht das für ein erstes Verständnis
MfG Bre
@Bre
Super Beiträge! Wichtig für mich: Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben, nicht alle können nur verdienen, das muss jedem klar sein auch wenn keiner zu den Verlierern gehören will!
Gruß Bronto
@ Bre [#12]
Vielen Dank Bre für die Superbeiträge!!
Nur wo kriegen wir die Börsenteilnehmer ohne Schweine her? Erst müssen doch wohl die Händler und/oder Schlachter ran, sonst bewegt sich doch kein Spekulant.
Sehen Sie Möglichkeiten in einer Holding für Schweinehalter? Die kaufen an der Börse abgesicherte Ferkel und Futtermittel ein. Das können die Grünen allein. Für die Shortseite muss den Händlern dann mal klar werden, dass es Sinn macht, was für die Mäster zu tun. Die sind dann zufriedener, die Preise stabiler und die bleiben dann auch bei Ihrem Abnehmer. Wäre gut für alle. Schließlich haben wir dann die Preise der Börse als Vorgabe. Dann brauchen wir keine wöchentliche Preisfestseztungstruppe mehr.
Gruß D50
@ Bre [#12]
Ja dass hilft mir weiter.
Also sind die Spekulanten die große Chance des kleinen Bauern!
Denn wenn viele Umsätze gemacht werden ist es warscheinlicher, dass ich zum gewünschten Preis verkaufen kann.
Die Mäster, die mehrere Züge in der Woche voll machen und sowiso immer den besten Preis erziehlen, die brauchen die Absicherung nicht. ;-)
Wie aber kann man diese sog. Spekulanten dazu bringen an der Schlachtschweinebörse zu handeln?
Warscheinlich steigen die erst ein wenn die Umsätze höher sind.
Únd so schließt sich der Kreis.
Erstmal müssen die Marktteilnehmer die Chancen erkennen.
Sie haben ja geschrieben dass viele nicht warnehmen, dass sie Börsenverluste durch Gewinne am Kassamarkt ausgleichen können.
Auch hier liest man immer von der Angst zu den Verlieren zu zählen.
Wenn ich aber meine Kosten kenne und zu diesem Preis an der Börse verkaufen kann, dann habe ich die Kosten auf jeden Fall gedeckt.
Bei uns als Ferkelerzeuger war das am Kassamarkt oft nicht so!
Natürlich kann mann keine Spekulationsgewinne erziehlen, aber für mich als Produzent, zählt die Absicherung.
Also, wie die Umsätze steigern?
Durch Aufklärung?
Durch Vereinfachung?
Gar nicht?
@ BestPiglets [#15]
Spekulanten wird man nicht an den Terminmarkt Schweine bringen,die sind am Aktienmarkt,bringt wesentlich mehr.Wir haben eine Selbstversorgung mit Schweinen von über 110%,dadurch ist es einigen möglich durch Hauspreis den Preis einzustellen.
Die beste Absicherung ist,so mache ich es jedenfalls .
Bei einem Schweinepreis von 1,40€ muss eine schwarze 0 stehen.
Futtergetreide+Soja durch Kontrakte bei günstigen Preis sichern.
Ferkel werden nur aufgestallt wenn der Preis niedrig ist,ansonsten
bleiben die Mastplätze leer.Ist der Ferkelpreis hoch werden die Ferkel an Mäster verkauft.
Dazu brauche ich keine Holding ,es reicht ein Taschenrechner.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#16]
Als wir vor einiger Zeit die Immobilienkrise hatten, haben viele Geldanleger umgeschwenkt auf Rohstoffe.
Es wurde z.B. Gold und Weizen vermehrt gehandelt.
Warum nicht Schweine?
Weil die Roten ein Oligopol haben?
Weil wir (in Deutschland) eine Selbstversorgung von 110% haben?
Ich weiß es nicht, hoffe aber dass vielleicht einige Experten eine Erklärung oder Meinung haben.
Zu ihrem Beispiel:
Wenn sie sich schon den Einkauf absichern, warum wollen sie das nicht beim Verkauf tun?
Wenn sie sich (gesamt)-Kosten von 1,40€ errechnet haben, warum verkaufen sie dann nicht einen Teil zu z.B. 1,65€ an der Börse?
Spekulieren sie auf höhere Preise?
Oder ist ihnen die Schwarze null genug?
ich würde das machen!
@ BestPiglets [#11]
Interessante Diskussion hier
Vielleicht kann ich noch beisteuern: Habe gerade in ZMP live (Analyseteil) gestöbert und zwei Beiträge zur Schweinehaltung in den USA und Russland gesehen. Wäre eine Ergänzung und Vertiefung.
Ich würde ja gern einen link setzen, kann ich aber technisch nicht.
Grüsse
Hallo,
wie sollen Kontrakte an der Eurex für Schweine zustande kommen, wenn es teilweise nicht einmal Käufer gibt. Wenn ich, als Schweinemäster, zu einem akzeptablen Preis verkaufen möchte und keinen Käufer finde, dann kommt kein Geschäft zustande.
Doch warum kaufen unsere Abnehmer zeitweise keine Schweine an der Börse?: Sie haben Angst, Angst zu teuer einzukaufen. Für unsere Abnehmer ist der Schweinemarkt genauso undurchsichtig wie für uns Mäster. So lässt sich der mangelnde Umsatz an der Börse erklären.
mfg
Bigpig
@ BIGPIG [#19]
Deswegen brauchen wir ja die Spekulanten.
Bei vielen Spekulanten am Schweinemarkt, wird es auch welche geben, die glauben dass wir z.B. im Februar Schweinepreise über 1,75€ haben.
weil sie Analysen lesen und dort gelesen haben, dass Ferkel knapp sind, der Russe wieder kauft, der Chinese auch usw.
- alles rein fiktiv natürlich.
Dann kann der Produzent doch seine Produktion absichern. Wenn er der selben Meinung ist eben nur zum Teil.
Bei unseren Abnehmern könnte die Angst schwinden, wenn diese im Gegenzug ihre Erzeugnisse am Terminmarkt absichern könnten.
Ich lese hier oft, dass die Roten immer nur kurzfristig denken und handeln.
Haben die kein Intresse an langfristigen Geschäften?
Es würde ihnen doch auch Planungssicherheit geben (Schlachthaken auslasten bei Kostendeckung)
Oder denke ich da zu naiv?
@ BestPiglets [#20]
Ich war Spekulant an der Schweine Terminbörse,und warum nicht mehr?
Die Schwankungen sind zu gering,kosten zu hoch.
Preis wird zu stark von den wenigen Roten gemacht.
Der Markt ist zu klein,keine Umsätze.
Der Selbsterzeugundsgrad ist zu hoch,der Markt ist übersättigt.
Der Terminmarkt ist für mich ungeeignet.
Habe in Aktien angelegt.
Die Roten brauchen Terminmarkt auch nicht,bekommen doch täglich genügend Schweine.Nach den Schlachtzahlen zu urteilen ist keine Absicherung nötig.
Ja ,Sie denken zu naiv!
Gruß Fritz
@ Richard Ebert [#9]
Ja so ist es ,der Ferkelterminmarkt ist überflüssig .Spekulanten
wird es dort mit Sicherheit nicht geben.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#21]
Ja sie haben Recht.
So wie es zurzeit läuft macht es keinen Sinn.
Wenn aber, wie Bre schreibt die Börsenteilnehmer ohne Schweine die dominante Rolle spielen, können die Roten auch nicht mehr so den Preis bestimmen.
Mir scheint aber den meisten hier genügt es sich über den V-Preis zu Informieren.
Ich hatte gehofft hier kommen Vorschläge zur Verbesserung.
Die von BB und Daten50 finde ich gut.
Wieso soll ein Außenstehender Interesse entwickeln, wen nicht einmal die Marktteilnehmer handel?
Ich kann jedenfalls den Frust (von Bre) verstehen.
Jedenfalls werde ich weiterhin (fast jeden Tag) darüber nachdenken was ich machen kann, das mir der Preis nicht diktiert wird.
Ich hoffe andere auch?
@ BestPiglets [#23]
Die Börsenteilnehmer ohne Schweine,halten diese Börse für eine nicht ganz saubere Veranstaltung .
Außerdem mit Lebensmittel spekuliert ein anständiger Mensch doch nicht.
@BestPiglets
Vielleicht habe ich keine Ahnung aber wenn "Börsenteilnehmer ohne Schweine die dominante Rolle spielen, können die Roten nicht mehr den Preis bestimmen?"
Theoretisch möglich aber nicht wenn es kein Oligopol sondern faktisch schon ein Monopol ist!
Grundsätzlich bestimmt hier nur noch einer die Richtung und wenn der, aus welchen Gründen auch immer, eine gute "Kriegskasse" hat, läßt er den "Rest" der Welt ausbluten und damit meine ich
alle, ausnahmslos! Der "Rest" kann dann nur hoffen, das auch "er" Geld verliert und " gnädigerweise"
den Preis im EK "absenkt!" Wer das nicht sieht ist schlichtweg blind und realitätsfremd!
Wir werden ein Beispiel dafür am kommenden Fr. sehen, ich bin mir ziemlich sicher, das wir dann über
1,63€ diskutieren!
Für den Fall, das ich falsch verstanden werde, der Preis wäre marktgerecht, aber das entscheidende Moment ist die gefüllte oder eben nicht gefüllte "Kriegskasse!"
Ich denke damit spreche ich aus, was ohnehin viele Branchenkenner wissen.
Gruß Bronto
Wir führen diese Diskussion um den nicht stattfindenden Terminmarkt für Schweine nun seit vielen Jahren. Und eine der Ursachen liegt genau bei dem Fakt den Bronto unter #25 beschreibt.
Wer an der Börse in Deutschland Schweine handeln will muss genau wissen wie CT tickt.
Der ist der einzige ,der verlässliche Zahlen hat über die Produktion jetzt und auch über die Produktion in 18 Monaten. Seine Fachleute kennen die Sauenbelegungen und die Anzahl der gehandelten Ferkel . Er hat es nicht nötig transparente Zahlen aus der Schlachtbranche und der Lagerhaltung, dem Exportbedarf und der Steuerung der Ware zu veröffentlichen. Kein Gesetz zwingt ihn den Markt übersichtlicher zu machen. Und das nutzt er aus und spielt mit den Stimmungen der (naiven) Mäster. Daumen runter, Daumen rauf, ganz wie es ihm beliebt. Wir als Mäster liefern das Produkt zu Preisen die den guten Mästern das Überleben sichert, den nicht so guten Mästern über Jahre das Eigenkapital raubt.
Solange die Bauern stolz darauf sind beim Größten abzuliefern, solange die Stallbaufirmen voll zu tun haben, solange der Gesetzgeber den Schlachtern nicht mehr Transparenz mit kurzfristigen Zahlen abverlangt, wird unser Marktpreis einseitig gesteuert und nicht ausgehandelt.
Die Wissensmacht des C.T.
Dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen sich die Mühe macht, die Produktionszahlen für 18 Monate im Voraus verlässlicher zu beschaffen als andere - im Regelfall öffentliche Institutionen wie z. B. die Eurostat, die EU-Kommission, der unabhängige Expertenbeirat bei der EU , die ami, die BLE als Überwachungsorgan und weitere Institutionen innerhalb und außerhalb Deutschlands bis hin zum USDA - klingt wenig überzeugend.
Für die erfolgreiche Führung eines Unternehmens gehört in 1. Linie der „grobe“ Weitblick, das Erkennen grundsätzlicher Trendentwicklungen. Detaillierte Einzeldaten verstellen nur das Blickfeld für das Große und Ganze. Für den internen Betriebsablauf gilt jedoch akribisches Rechnen bis in die Nachkommastelle.
Das kann man C.T. bescheinigen. Er hat den jeweiligen Trend der Zeit erkannt. Gilt auch aktuell: Ohne Detailwissen ist es für ein großes Schlachtunternehmen folgerichtig, sich in Russland zu engagieren, denn dort gibt es mit staatlicher Unterstützung einen Wachstumsmarkt auf Jahre, der das deutsche/europäische Exportgeschäft auf Dauer unterläuft. Der Prozess ist bereits über das Anfangsstadium hinaus gediehen.
Und wo bleiben die großen Alternativ-Exportmärkte für Deutschland /Europa? Bitte vorerst nicht China mit der Abfallverwertung von 1 Mio. t zu einem Durchschnittspreis von 1,11 €/kg nennen! Und die Transportkosten und die Konkurrenz zum Igel (bin schon da) USA.
Wie unsicher allein die europäischen Zahlen sind, belegen zwei Beispiele. Eurostat hat jetzt zum dritten Mal die Viehzählungsergebnisse aus Mai/Juni 2013 für 13 EU-Staaten korrigiert. Der Expertenbeirat hat der EU-Kommission in aller Deutlichkeit widersprochen, die Schweineproduktion Anfang 2014 soll nicht steigen, sondern eher noch fallen. Und diese Leute (es sind nicht wenige!) schlachten nicht, zerlegen nicht, verkaufen nicht, sondern zählen und rechnen den ganzen Tag. Über das Ergebnis darf man streiten . . .
Um was geht es eigentlich beim Börsengeschäft (Hedger u. Spekulanten)? Es geht um die Beurteilung der Knappheitsverhältnisse und das zugehörige passende Preisniveau in der Zukunft (für Schweinemäster: mindestens in den nächsten 4 Monaten)! Habe ich als Einzelner (in diesem Fall Hedger) die vermutete Befürchtung, dass die Preise wegen reichlicher Warenverfügbarkeit fallen, werde ich gut daran tun, abzusichern. Habe ich als Einzelner (Hedger) einen Betrieb, der sich in Liquiditätsengpässen aus welchen Grunde auch immer bewegt, werde ich regelmäßig gut daran tun, das Zukunftspreisrisiko abzusichern, wenn der Terminkurs passt, selbst auf die Gefahr, dass die Preise wider Erwarten steigen können. Habe ich als Spekulant die begründete Vermutung, dass es anders läuft als der Kurs im Liefermonat angibt, werde ich entsprechend short oder long handeln.
Nicht die Roten oder Grünen oder Börsenteilnehmer mit und ohne Schweine bestimmen die Knappheit und das grundsätzlich zugehörige Preisniveau, sondern diese Leute versuchen im tastenden Wechselspiel einen passenden Preis für diese unsichere Situation zu finden - und das börsentäglich. Nicht von ungefähr werden auch noch beim Kassapreis von – bis - Spannen um ein Durchschnittsniveau notiert.
Das Machtspiel eines C.T. findet jedoch in der Gegenwart statt, beginnt gelegentlich mittwochs und endet am Freitagmittag mit oder ohne Hauspreise. Eine besondere Aufmerksamkeit erfährt das Geschehen allerdings nur bei fallenden Preisen. Bei steigenden Preisen gibt es C.T. in der öffentlichen Diskussion nicht, oder wird im Nachhinein als großzügige Geste eines Will-mal-nicht-so-Sein-Gönners, aber schon wieder mit egoistischem Hintergrund interpretiert . . .? Und so funktioniert die (Agrar-)Wirtschaft!???
Es gäbe noch einen Grund, sich an der Börse abzusichern und bei passender Gelegenheit vorzeitig auszusteigen: Das wären die unberechenbaren tatsächlichen oder vermeintlichen Machtspiele des C.T.
Eigentlich ist C.T dann nicht mehr oder weniger ein Risikofaktor ähnlich wie schlechtes /günstiges Grillwetter, Importsperren oder Wiedereröffnung der Grenzen Russlands, chinesisches Einkaufsverhalten usw. usw.
Die Preisfindung einer Notierungskommission ist kein x-beliebiger Willkürakt eines Einzelnen, sondern dahinter steht ein nach aktuellem unvollkommenen Kenntnisstandes vorhandenes Angebots-Nachfrage-Verhältnis. Wenn in den letzten 4 Wochen die Schlachtzahlen in Deutschland im Durchschnitt über der 1,03 Mio. Stück-Grenze liegen , sind andere Knappheitsverhältnisse zugrunde zu legen als im Monat September mit wochenlangen Schlachtzahlen bei 930.000 Stück. Dabei sollte man berücksichtigen, dass der Abfluss der Ware nicht von jetzt auf gleich passiert, sondern innerhalb eines Monatszeitraumes zwischenzeitlich aus dem Lager gestreckt bzw. aufgestaut wird.
Übrigens: wer ist C. T.? Haben wir nicht 70 % übrige und über 100 % LEH und die Schweinehalter sollen eine Null-Nummer spielen?
Also: Mit klarem Kopf cool und locker bleiben! Mir san mir (wer kann bayrisch übersetzen?)
MfG Bre
@ Bre
Stimme voll zu. Die Knappheit oder Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt eben auch in Zeiten des Überflusses. Was können wir jetzt konkret machen, um uns an der Börse abzusichern? Auch wenn ich mich wiederhole:
Ferkelerzeuger hedgen an der Eurex (Ferkel). Mäster kaufen Kontrakte Ferkel an der Eurex und Futtermittel (Mais, Soja, Weizen) an der Matif. Wer soll denn da zusätzlich als Spekulant auftreten? Das können doch anfänglich nur die Marktbeteiligten selbst sein, wenn sich keine "Fremden" ranwagen.
Absicherung der Schweine geht nur, wenn Händler für die Liquidität sorgen. CT ist hier nicht der Ansprechpartner. Dieses Gelaber um CT kann ich bald nicht mehr hören. Auch Fürsten stürzen irgendwann mal. Früher gingen 80 % der Schweine über Händler, wieviele sind es heute? 60 %? Dann müssen Mäster denen mal klar machen, dass die an der Börse long gehen sollen. So etwas wie eine Dachgesellschaft (der Händler) macht dann die Strategie und den Verwaltungskram. Als Service (auch für die Mäster) so zu sagen. Alle hätten stabile Preise und können besser planen. Wenn mehr Ruhe im Karton ist, eiern die Preise auch nicht mehr so rum. Das ist doch worum es geht. Wenn ich nicht planen kann, weiß ich nicht, ob ich mein Scheunendach reparieren kann.
Wir reden hier über Finanzgeschäfte. Der physische Absatz läuft doch unverändert weiter. Dennoch können Händler ohne Bafin-Lizenz Börsengeschäfte machen. Kosten wären niedriger.
Bre, mach doch mal konkrete Vorschläge zum Ablauf, wer sich wie aufstellen soll, damit Bewegung an die Börse kommt. Das Ziel: Der Börsenpreis gilt zukünftig. Alles andere wäre dann Theater von gestern. Nur irgendwann muss sich der Markt mal anders aufstellen. (Dat Bayerische nützt hier nix).
Gruß D50
@Daten50
"Die Knappheit oder Angebot oder Nachfrage bestimmen den Preis eben auch in Zeiten des Überflusses" Ja was denn nun, Knappheit oder Überfluss? " Was ist das denn für eine Aussage? Es soll Leute geben, die komplett ignorieren was
"physisch" passiert. Hast Du zu lange die Börsenschule besucht und gehörst zu den Unverbesserlichen, die glauben man könnte sich die Dinge schön hedgen?
"Wir reden hier über Finanzgeschäfte" Wenn man keine Ahnung hat und meint alles zu "Spekulationsbrei verwursten" ( im wahrsten Sinne des Wortes) zu können, sollte man sich zuerst
Mal mit Tatsachen beschäftigen!
Börse bedeutet immer Gewinner und Verlierer!
Gruß vom Kleinhirn
@ Daten50 [#28]
Es tut mir leid ,aber ich kann deine Gedankengänge zur Terminbörse nicht nachvollziehen .Habe 25 Jahre an der Terminbörse gehandelt.Meine Erfahrung ist,je höher die Selbstversorgung mit Schweinen wurde,um so kleiner der Nutzen.Je größer die Marktmacht von CT wurde ,je unberechenbarer wurde die ganze Sache.
An der Terminbörse handeln ist wie mit der Mistgabel in der Nase bohren.
@Brontosaurus
"Die Knappheit oder Angebot oder Nachfrage bestimmen den Preis eben auch in Zeiten des Überflusses"
Tja, mit Bezug auf Bre's Aussage war das leicht ironisch gemeint. Ist bei dir wohl nicht gelandet.
Werd mal kreativ. Hier soll eine Diskussion in Gang gebracht werden. Hier verbreitet keiner Patentlösungen. Bring dein Kleinhirn doch mal in Schwung. An der Eurex kannst du nichts mit deinen Schweinen glattstellen. Also bewegst du dich ausschließlich in Finanzgeschäften. Ich will mich absichern. Das geht aber nicht, wenn keiner dagegen hält. Willst du die Börse völlig in Grund und Boden reden oder hast du Angst, dass wir was verloren geht?
Gruß D50