PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Tiergesundheit Schweine: APP trotz Impfung ?

Da diese Themen ja auch ausdrücklich erwünscht sind, eröffne ich diesen Thread mal zur Diskussion.

Stallen seit 1,5 Jahren Dänen Ferkel aus einem Erzeugerbetrieb ein, die nach der Einstallung direkt eine APP Impfung (Impfstoff deckt die 3 gängigsten Sero-Typen ab) erhalten.

Bei den letzten beiden Einstallgruppen zeigten sich diesbezüglich allerdings Probleme auf. Ca. 2-3 Wochen nach der Impfung und der "Amoxy-Prophylaxe" kam ein APP Einbruch, welche ich vorher nicht hatte. Der Tierarzt hat zu einer 2. Impfung 2-3 Wochen nach der 1. Impfung geraten. Zuvor eine Amoxy-Baytril Behandlung zur Reduzierung des Erregerdrucks.

Damit bekommt man das schnell in den Griff, aber es entstehen zusätzliche Kosten von ca. 1,50-2,00€ pro Tier (Impfstoff, Medikamente, Leistungsverluste)

Jetzt meine Frage, wer hat ein gleiches Problem schon mal gehabt und welche Wege seid ihr gegangen?

Schaukelt sich der APP Druck trotz Impfung in einem Betrieb langsam hoch?
Reicht 1 Impfung für Ferkel, die noch nie mit dem Erregerstamm in Kontakt gekommen sind, nicht aus?

MfG

Geschrieben von PorkyPig am
Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Dann würde ich sagen; dass die APP Infektion schon bei der Impfung ausgebrochen war; mein TA sagte mal; dass wenn man in eine schon ausgebrochene APP impft; dann kann das ganz böse enden.

Glaub ja nicht alles; was dir die Dänischen Ergebnisse sagen.
Einige Untersuchungen sind schon länger her.
Die APP Impfung hält idR. zw. 90 bis etwas über 100 tage hinaus.
Heisst es kann dir trotz Impfung wegen anderer Dinge und damit eine einhergehende Mastverlängerung trotz dessen zu einem Ausbruch kommen.
Transportstress; und Circo ( dass diese erst mit 60-80 kg kommt ist blödsinn; wir haben schon bei 30kg Ferkeln Circo im Darm! nachgewiesen bekommen durch entsprechende Untersuchungen); und schon kann sich APP ausbreiten.
Dann musst du mal eine spezifische Untersuchung machen auf alle APP Typen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die Ferkel infizieren sich in der Regel schon bei der Sau mit APP. Die Krankheit bricht aber dann meist erst in der Mast aus.
Ich würde die erste Impfung in den Ferkelerzeugerbetrieb verlegen (wenn möglich). Die Zweite dann 4.Wochen nach der Ersten.
Oft ist es aber so, dass die Problematik nur nach hinten verschoben wird, d.h. wenn gegen Ende der Mast dann APP auftritt muss man 4. Wochen nach der zweiten noch eine dritte Impfung machen.
Bei uns war es so, dass nach einer Zeit der Druck von selber wieder zurück gegangen ist und wir aus der Impfung aussteigen konnten. Wenn wir heute aber Lungenspülproben machen finden wir immer noch den Erreger, auch am Schlachtband sind immer noch APP-Lungen zu finden.
Am besten man kauft direkt negative Tiere ein, denn APP ist fast nur von Tier zu Tier zu übertragen und lässt sich deshalb gut aus einem Bestand raus halten.
Weitere Information findest Du auch hier:
http://www.animal-health-online.de/app/index.html

Mfg

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Mühlenbach

Mein TA sagte mir mal, dass man mit einer APP Impfung nur die Fabrik im Schwein zur Erzeugung der Antikörper baut. Mit der 2. Impfung fängt auch die Produktion an.

Wenn Ferkel allerdings im Sauenbetrieb schon mal mit dem APP Erreger unterschwellig in Kontakt geraten sind (sprich Erreger ist bekannt, memory effekt), kommt man im Mastbetrieb mit 1 Impfung klar,

wenn Ferkel jedoch noch nie mit dem Erreger in Kontakt geraten sind, sind wohl 2 Impfungen fällig, oder 1 Impfung und bei aufkommenden APP Druck eine lange antibiotische Behandlung.

@ Benno Baumann

"Wenn wir heute aber Lungenspülproben machen finden wir immer noch den Erreger, auch am Schlachtband sind immer noch APP-Lungen zu finden."

Wie bekommt man denn vom Schlachthof die Befunde? Diese stehen ja normalerweise nicht mit auf dem Schlachtprotokoll. Die Lungenspülproben muss man dann wohl ins Labor schicken?

MfG

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ PorkyPig [#4]
Ja, die Lungenspülproben muss man ins Labor schicken.
An die Schlachthofbefunde sind wir gekommen, indem ich unseren Tierarzt gebeten habe sich mal ans Schlachtband zu stellen wenn unsere Tiere geschlachtet werden. Bei Bedarf kann er dann direkt Gewebeproben von erkrankten Lugen entnehmen und einschicken.
Deine beschriebene Impftheorie trifft auf die meisten Impfungen zu (2.Impfung nennt man auch Boosterimpfung und wird etwa 2.-3.Wochen nach der ersten gesetzt.)
Bei der APP-Impfung (ich gehe mal davon aus, dass Ihr Procilis APP von Intervet impft) trifft es jedoch nicht zu, keine Ahnung warum.
In der Packungsbeilage des Imstoffs ist, glaube ich, empfohlen 1.Impfung mitte Flatdeck 2. Impfung 4.Wochen später. Bei uns tratten die Probleme aber erst gegen Ende der Mast auf, weshalb wir die Impfungen am Anfang der Mast gesetzt haben. Das muss halt Betriebsindividuell entschieden werden, wichtig ist nur dass man bei der APP-Impfung den größten Effekt hat, wenn man nach 4.Wochen nach impft.
"Reicht 1 Impfung für Ferkel, die noch nie mit dem Erregerstamm in Kontakt gekommen sind, nicht aus?"
Heißt das die Ferkel sind negativ wenn du die einstallst?

MFG

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Benno Baumann

Ja wir impfen Procilis von Intervet. Ob die Ferkel negativ sind, wenn die hier ankommen kann ich Dir nicht eindeutig sagen. Werde bei der nächsten Möglichkeit mal eine Gewebeprobe der Lunge nehmen. Das geht ja leider nur, wenn mal ein Ferkel bei der Ankunft vom Transport tot auf dem LKW liegt. Im Blutbild ist das ja nicht festzustellen, oder?

MfG

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wie man das am besten nachweisen kann, weiß Dein Tierarzt bestimmt.

Ich weiß nur, dass es bei APP sog. Carrier-Tiere gibt. D.h. nur einzelne Tiere tragen die Krankheit in sich und erscheinen genau wie alle anderen Tiere auch gesund.

Irgendwann (evtl. durch Stress, schlechte Lüftung usw. ausgelöst) bricht die Krankheit bei den Carrier-Tieren aus und diese infizieren dann auch alle anderen Tiere.

Ich würde da einfach mal beim Ferkelerzeuger nach Fragen, bei den Dänen bekommt man doch normalerweise ein Auskunft darüber.

MfG

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich habe bei mir (wiederholt) einen heftigen APP-Einbruch gehabt. Gibt es Erfahrungen oder Gründe, warum sich bei mir die akute Form breit macht? Vor ca. 3 Jahren lief die APP bei mir eher chronisch mit geringer Mortalitätsrate ab. Kann es sein, dass sich die APP in 3-fach geimpften Schweinen leichter ausbreiten kann?
In Bakum wurde nur der APP-Erreger gefunden, aber kein anderer! Mein Ferkelerzeuger ist in seinem Bestand APP-negativ.

Wie weit kann die APP über die Luft übertragen werden? Ich konnte die Ausbreitung in meinem Betrieb von Stall zu Stall nicht verhindern, obwohl für jeden Stall separate Kleidung, Stiefel und Desinfektionsmatten bereit standen.

Es wäre schön, wenn das Thema hier weiter diskutiert wird. In meinem Umfeld wird vielfach einfach antibiotisch behandelt und nicht geimpft. Wie sind Eure Erfahrungen und wie geht ihr mit diesem Problem um?

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

SM; welcher Erreger?
AP 2; 6; 12 oder sonstwer?
Erstgenannte ist von der Heftigkeit der schlimmste; der Rest kann eher cronisch verlaufen; aber auch in Zusammenhang mit anderen Faktoren richtig Ärger machen.
Die meisten Impfstoffe decken nur die drei Hauptstämme ab; deswegen kann eine Impfung auch im schlimmsten Falle nichts bringen.
Noch schlimmer wird es; wenn man AP 2 positive und AP 2 negative Tiere auf dem Betrieb hat; dann impft man die positiven Tiere; was vollkommen ad surdum ist; die negativen müssen geimpft werden.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Mein SPF Ferkelerzeuger ist APP positiv mit AP2 und AP12. Die Ferkel werden beim Einstallen direkt geimpft. Meistens geht das auch gut, obwohl unser Tierarzt immer die 2 fache Impfung empfiehlt, die erste beim Einstallen und die 2. bei ca. 50kg LG. Erst ab der 2. werden in voller Linie Antikörper produziert.
Im Februar hatte ich auch einen Einbruch trotz Impfung, der sich zum Glück nur in dem einen Stall reduziert hat. Zur gleichen Zeit ist die Güllesaison hier wieder angefangen. Luftübertragung ist auf jedenfall ein Aspekt! Wenn man es schnell erkennt kann man mit Amoxy und Enrofloxacin das schnell in den Griff bekommen. Man muss natürlich Zeit zur Beobachtung in den einzelnen Buchten und Geld imvestieren, um die Verluste zu minimieren.
Was sonst nur unterschwellig chronisch verläuft kann mit den passendem Umfeld (Stress, Krankheitsdruck) auch schnell akut ausbrechen, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen.

Wann wurden die Ferkel denn 3 fach geimpft mit welchem Impfstoff?

MfG

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Warum bist Du so sicher, dass Dein Ferkelerzeuger APP-negativ ist.
Selbst wenn du bei jedem Ferkel das du einstallst ein Blutprobe ziehst und alle negativ sind, heisst das nicht, dass die Ferkel auch negativ sind! Meistens wird der Erreger von der Sau auf einzelne Ferkel übertragen, die sog. Carrier-Tiere. Die Krankheit bricht aber nicht aus, sondern der Erreger "versteckt" sich in der Lunge, deshalb kann man ihn nicht nachweisen und auch keine Antikörper. Bei der Umstallung in die Mast, oder später, bricht der Erreger bei den Carrier-Tieren dann aus und infiziert die bis dahin negative Tiere. Und dann siehst du das was du jetzt wahrscheinlich hast. Ich selber habe zwei Ställe saniert und angeblich APP-freie Tiere aus Dänemark eingestallt. Bei der ersten Gruppe ist APP erst ausgebrochen, als wir bereits die ersten Tiere verkauft hatten, beim zweiten Stall direkt nach der Einstallung. Die Ferkel hatten wir bei Einstallung stichprobenartig Bluten lassen und nichts gefunden! Danach wieder saniert und APP-Freie aus Deutschland eingestallt, jetzt ist seit 6 Monaten ruhe.
Aus eigener Erfahrung (während der Sanierung lagen positve und negative über Wochen nur 10 Meter Luftline entfernt, teilweise im gleichen Gebäude) und von der Literatur her kann ich sagen, das APP über die Luft praktisch nicht übertragbar ist.
"Ich konnte die Ausbreitung in meinem Betrieb von Stall zu Stall nicht verhindern, obwohl für jeden Stall separate Kleidung, Stiefel und Desinfektionsmatten bereit standen."
Das reicht natürlich noch nicht aus, Du musst auch für jeden Stall seperate Spritze, Arnzeimittelflächen, Treibretter, Viehzeichenstifte usw. haben und zwischen den Ställen Hände wachen und desinfizieren bzw. Handschuhe wechseln.

Hoffe das ich helfen konnte

MfG

Benno

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Also; meine AP 2 positiven Ferkel werden garnicht APP geimpft.
Seitdem ist Ruhe bei mir....
Manchmal sind Dinge auch kontraproduktiv.
Versuchs mal; der TA will nur verkaufen.
Man kann bei einer APP Infektion immer schnell reagieren; wenn man regelmässig in den Stall schaut..
Wenn man die dreimal APP impfen muss ( jew. 1,2 Euro); dann sagt mirr nicht; ihr kommt mit 2 Euro Tierarztkosten aus ( oder sind Impfungen keine TA Kosten?)

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

breader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

gleiche Jahreszeit gleiches Thema und wenn man reagiert ist es meist zu spät, oder die Probleme haben sich wieder von selbst erledigt und man glaubt irrtümlich es lag an irgenwelchem Aktionismus. Die Meinung der Tierärtzte sind auf jeden Fall immer sehr kritisch zu überprüfen. Selbst ist der Mann, nachher hilft einem auch keiner.

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#9]

APP Serotyp 2

@ PorkyPig [#10]

die Ferkel wurden bei Ferkelerzeuger gegen Mykoplasmen, Circo und PRRS geimpft, welches Präparat kann ich aber nicht sagen.

@ Benno Baumann [#11]

Danke für den Hinweis. Ich habe negative Blutuntersuchen aus dem Flatdeck vorliegen.
Zur Hygiene: Desinfektion der Spritzen und Hände werden wohl hinzukommen müssen....

@ Muehlenbach [#12]

schnell reagieren: wenn die APP akut abläuft, dann spritze ich alle Tiere einmal durch (zur Not sogar mit Enrofloxacin)- aber ich hatte am Montag innerhalb von 6 Stunden 4 Tote! Da kannst Du manchmal nicht gegen gucken... unglaublich wie schnell das gehen kann...

Danke für Eure Meinungen und Hinweise.

@ Muehlenbach [#12]

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich weiss; das ist heftig.
Hab auch schon mehr als einmal 200-400 Schweine per Nadel behandeln müssen; ist eine Sauarbeit.
Aber; wenn man drei! mal gegen APP impfen muss; dann frag ich mich doch was man falsch macht.
Ich habe einen Pachtstall; der hatte immer Probleme mit heftigem APP.
Der hatte keine Lust mehr.
Ich hab dort Ferkel eingestallt; die alle Ap 2; AP 6 und AP12 positiv waren; keine Impfung; und überhaupt keine Probleme.
War ein Versuch; die Ferkel waren billigst; und seitdem mach ich nichts mehr.
Seitdem hab ich einmal einen Rückfall in einem meiner Betriebe gehabt; mit AP negativen Tieren; was ich nicht wusste ( konventioneller Status).

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Habe gerade einen Versuchsstall am laufen, in dem ich beim Einstallen anstatt APP gegen Circo geimpft habe.
Die Partie wurde Mitte Februar eingestallt. Bisher keine APP Tote oder Verdachtsfälle. Ich habe beobachtet, dass die Darmgesundheit besser geworden ist und die Schweine vitaler sind. Das kann natürlich auch alles jahresbedingter Zufall sein.

Ich habe jetzt schon des öfteren von Kollegen gehört, dass diese Ihre Ferkel beim Einstallen mit APP und Circo impfen in einer Impfung (d.h. halbe Dosierung APP und halbe Dosierung Circo) und haben damit seit Monaten sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wie sind Eure Meinungen und Erfahrungen zu so einer 50/50 Impfung?

MfG

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Porkypig; Placeboeffekt.
Vor allen Dingen mit der halben Circo Impfung kann man nur Resistenzen fördern.
Das konnte man sehr gut bei den Ferkeln sehen; die über Winter aus DK kamen; und Circo-geimpft sein sollten.
Trotz dessen Circo nachgewiesen.
Warum wird wohl der nachweisbare Impfstoff kommen?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#17]

Ich denke mal diese Ferkel wurden erst gar nicht mit Impfstoff versorgt.

Warum haben denn viele Mäster mit dieser Impfstrategie so gute Erfahrungen gemacht? Resistenzen können doch höchstens bei Lebend Impfstoffen auftreten.

MfG

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