Bre
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12 Jahre 5 Monate

Tierwohl: von 4.653 Erzeugern wurden nur 2.142 zugelassen - Mittel reichen nicht

Initiative „Tierwohl“  von Erzeugern, Fleischwirtschaft und LEH mit Erfolg gestartet.

Eine erste Registrierung von  Erzeugern  an der Initiative Tierwohl  hat eine überraschend hohe Beteiligung gebracht. Insgesamt hatten sich 4.653 Landwirte über sog. Bündler-Organisationen registrieren lassen, darunter 2.961 Schweinemastbetriebe mit 10,1 Mio. Tieren, 704 Ferkelaufzuchtbetriebe mit 6,5 Mio. Tieren und 988 sauenhaltende Betriebe mit 8,9 Mio. Tieren.

Aufgrund der begrenzt verfügbaren Mittel werden jedoch nur  2.142 Schweinehalter mit 12,03 Mio. Schweinen mit Stichtag 28. Apr. 2015 zugelassen.  Im Durchschnitt  errechnen sich 5.616 Schweine jeglicher Art  je zugelassenem Betrieb.

Darunter sind  1.345 Schweinemastbetriebe mit 4,5 Mio. Mastschweinen bzw.  3.346 erzeugten Schweinen je Betrieb, 324 Ferkelaufzuchtbetriebe mit 2,8 Mio. Ferkeln und 473 Sauenbetriebe  mit 4,72 Mio.  Tieren.

Bei rd. 55 Mio. erzeugten Schweinen in Deutschland errechnet sich ein Beteiligungsanteil von rd. 18 %. Bei rd. 29.300 schweinehaltenden Betrieben ab 50 Schweinen aufwärts beträgt der Anteil 7,3 %.

Die nicht zugelassenen Betriebe kommen auf eine Warteliste. Bei den zugelassenen Einheiten  beginnen ab sofort die Kontrollen, ob die Verpflichtungen auch eingehalten werden. Wird auch nur ein einziger Mangel festgestellt, wird der Betrieb wieder ausgeschlossen.

Die jeweilige Höhe der Bonusansprüche für eine Zeit von 3 Jahren ergibt sich aus den ausgewählten Wahlpflicht- und Wahlkriterien in Kombination mit den Pflichtkriterien.

Die für die jeweilige Produktionsform definierten Grundanforderungen muss jeder der teilnehmenden Betriebe umsetzen.

Besonders häufig gewählte Wahlpflicht- und Wahlkriterien in der Schweinemast sind „zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial“, „10 Prozent mehr Platz“ und „Saufen aus offener Fläche“.

Der von den beteiligten Unternehmen der Fleischwirtschaft und des LEH zur Verfügung gestellte Fonds beträgt rd. 255 Mio. € für die ersten 3 Jahre. Das Geld soll durch um 4 ct/kg höhere Verbraucherpreise für Fleisch und Wurstwaren aufgebracht werden.  

Finanzierende Unternehmen

Die Initiative Tierwohl wird derzeit von folgenden Unternehmen finanziert:

 1. Unternehmensgruppe ALDI NORD

2. Unternehmensgruppe ALDI SÜD

3. EDEKA Zentrale und die Regionalgesellschaften EDEKA Handelsgesellschaft Nord, EDEKA Minden-Hannover, EDEKA Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr, EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen, EDEKA Handelsgesellschaft Südbayern, EDEKA Handelsgesellschaft Südwest

4. Kaiser’s Tengelmann

5. Kaufland

6. Lidl Deutschland

7. Netto Marken-Discount

8. Penny-Markt GmbH

9. real,- SB- Warenhaus GmbH

10. REWE Group: REWE-Markt GmbH und REWE Dortmund Großhandel eG

MfG  Bre

Geschrieben von Bre am
Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Na da schau mal hin. Nicht mal die Hälfte kommen rein. Das ist ja wie bei den Börsengängen der 90 er Jahre. Da müssen sich die Verantwortlichen schnell was einfallen lassen. So verpönt wie hier im Forum geschrieben ist die Initiative doch nicht bei den Bauern. Diejenigen die eine Niete gezogen haben trotz Investitionen haben natürlich jedes Vertrauen verloren.

Mfg

BB

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

 Tierwohl-Beteiligungen

Wieviel davon sind reine Mitnahmeeffekte?!

Als wenn  Schweinehalter immer haarscharf an der Grenze der Legalität Schweine gehalten hätten. Tierwohl wird mehr praktiziert als sich die Öffentlichkeit je vorstellen möchte. Das verzerrte Meinungsbild entsteht durch die sensationellen Extremdarstellungen in den Medien, die Normalität lässt sich nur schwer verkaufen!

Tue Gutes und rede darüber. Aber wann sind Tierwohl-Anforderungen nicht mehr medien-wirksame Normalität?  In 3 Jahren?  Tierwohl muss nicht nur praktiziert, sondern nachhaltig kommuniziert werden.

Wieviel Skepsis ist angebracht?

MfG  Bre

PIG Master
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Antwort auf von Bre

Es ist doch so, dass von der Öffentlichkeit und der Politik mehr Tierscutz gefordert wird. Durch die Initiative Tierwohl wurde Eigenverantwortung übernommen von der Branche und dadurch weitere Vorgaben durch die Politik verhindert. Das auch die Landwirte bereit sind etwas zu ändern bei Ausgleich der Kosten ist Vorbildlich.

Nun ist natürlich ein Fehler bei der Aktion passiert. Man hätte erst fragen müssen wieviel Landwirte im welchen Umfang mitmachen können/ wollen. Dann schauen, ob Geld für alle da ist. Falls nich hätte gelost werden müssen und erst dann hätten die Landwirte investieren müssen. Nun haben alle die mitmachen wollen zum Teil sehr viel investiert. Je 1000 MP zum Teil über 20.000 Euro und zusätzlich die Tierplatzzahlen reduziert. Jetzt nicht dabei zu sein ist eine Ohrfeige und ein Tritt in den Ars... Keiner wird wieder für Tier und Umwelzschutz in Vorleistung gehen oder Vertrauen zu neuen Projekten haben!!! Es muß nun massiv nachgeschossen werden vom LEH, wenn die Initiative Tierwohl gerettet werden soll und das Vertrauen der Landwirte erhalten bleiben soll. Sonst wird es riesen Tumult geben und auch die Politik wird sich mehr einmischen!

Ich hoffe, dass die Verantwortlichen diese Gespräche führen in dieser Woche!!

Franz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bre

Ich denke der gröste Teil sind Mitnahmeeffecte. Nach meiner Einschätzung sind nur die jungen Ställe (wenig bis kein Investitionsbedarf) und oder die Gülleabfuhrställe angemeldet worden (Kostenersparniss durch Platzreduktion). Man konnte ja Teilbetriebe melden. Die kleineren Mäster haben sich kaum daran beteiligt. Investitionkosten von 20000 je 1000 Mastplätze sind ein Theoretischer Wert (Positionsgelaber) das hat sich keiner angetan, is ja nicht so das wir Mäster alle dumme Jungs sind.

Guß

holz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wie es der Titel schon sagt "Tierwohl", doch ist es auch des Bauern wohl?

dagobert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

C.T. zum Thema Tierwohl auf der diesjährigen ISN-Mitgliederversammlung in Münster (Zitat sinngemäß): "das Fleisch der unter dem Programm Tierwohl erzeugten Tiere wird an der Ladentheke vom Verbraucher nicht von anderem Fleisch unterschieden werden können...."

Wer glaubt denn da, dass die am Programm teilnehmenden Landwirte dauerhaft einen Bonus bekommen? Ist es nicht eher so, dass nicht teilnehmende Landwirte in Zukunft abgestraft werden? QS lässt grüssen...

Die Investitionen der angemeldeten Betriebe sind also vielleicht doch nicht umsonst? Nur helfen werden sie den Landwirten insgesamt nicht.

Abendliche Grüße

Dagobert

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

https://www.schweine.net/news/isn-startet-aktion-wanted-zur-initiative-…

ISN startet Kampagne Wanted - mehr Geld für mehr Tierwohl
Bild entfernt.Die ISN startet die Kampagne Wanted - mehr Geld für mehr Tierwohl, um die bislang nicht in den Topf der Initiative Tierwohl einzahlenden Unternehmen aus Einzelhandel, Fleischerhandwerk und Gastronomie ins Boot zu holen. Wegducken gilt nicht, die Schweinehalter haben geliefert und viel investiert – jetzt müssen sie dafür auch den verdienten Ausgleich bekommen! Der zweite Vorsitzende der ISN, Philipp Schulze Esking, ist Projektpate der Kampagne.
Franz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Na da müssen die aber aufpassen. Das soll ja ne Hexenjagd werden. Das kann auch aus dem Ruder laufen.

Gruß

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