Was anbauen: Getreide oder Kartoffeln ?
Mehr Flächen für Energiegewinnung - Nutzung des Ackerlands 2007: Kartoffelfläche wächst minimal
Agrarheute / ZMP, Berlin (04.08.07) - Ende Juli veröffentlichte das Statistische Bundesamt den Vorbericht zur landwirtschaftlichen Bodennutzung 2007, in dem die vorläufigen Flächenangaben aller Ackerkulturen enthalten sind.
Deutlich sei darin vor allem der Trend, dass ein immer größeres Areal für die Energiegewinnung genutzt werde, fasst die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) auf ihren Internetseiten zusammen.
So hätten die Rapsfläche, die Silomaisfläche und das Zuckerrübenareal zugelegt. Die Getreidefläche sei geschrumpft, die für Kartoffeln reservierte Fläche hätte sich aber noch gut behaupten können. Nach vorläufigen Angaben des Statischen Bundesamtes wuchs das Kartoffelareal 2007 um nur knapp ein Prozent auf 276.300 Hektar, so die ZMP weiter. Ausschlaggebend dafür sei wohl vor allem das um gut vier Prozent gestiegene Areal in Niedersachsen, wo Speise-, Früh- und Industriekartoffeln gleichermaßen zugelegt hätten.
Ansonsten erwartete Trends zeichneten sich in den Daten ab: Besonders in den Regionen, wo der Kartoffelanbau nur einen geringen Anteil am Gesamterlös der Betriebe habe, schwenkten wohl die Erzeuger zunehmend auf andere Kulturen um und vernachlässigten den Kartoffelanbau. Dies treffe auf Bayern und Baden-Württemberg genauso zu, wie auf einige Regionen Ostdeutschlands. Bei Frühkartoffeln bestätige die Statistik vor allem in Nordrhein-Westfalen eine kräftigere Ausweitung, wobei sicherlich die Berücksichtigung von frühem Verarbeitungsrohstoff ausschlaggebend sein dürfte. Hauptsächlich finde sich dessen Anbau aber in der Position Industriekartoffeln wieder, die ebenfalls mehr als 2006 ausweise.
Mit Blick auf den Markt und dessen künftiger Entwicklung sagen die Daten laut ZMP nicht allzu viel aus. Der insgesamte Flächenzuwachs von etwa 2000 Hektar dürfte aufgrund des momentanen Vermarktungsvorsprungs mehr als geräumt sein, resumiert sie. Letztendlich würden die Erträge den Ausschlag dafür geben, ob eine Kartoffelernte groß oder klein werde. Über das Ertragsniveau werde unterdessen wie üblich im Sommer ständig viel spekuliert. Der reichliche Regen in diesem Jahr lasse sicherlich mehr erwarten, wobei gegenüber 2006 vor allem bei Stärkekartoffeln und Kartoffeln für die Herstellung von Trockenprodukten wesentlich höhere Erträge anstünden, da es dort in der Regel an künstlicher Beregnung fehle. Diese sei in vielen anderen Bereichen vorhanden. Aber selbst ohne hätten 2006 in einigen Landesteilen trotz der zunächst als ungünstig erscheinenden Vegetation nach einem wüchsigen August/September Rekorderträge eingefahren werden können.
Insofern sei längst noch nicht entschieden, dass bei Speisekartoffeln aus der Ernte 2007 so viel mehr zur Verfügung stehe als 2006. Im Gegenteil, Haussiers am Markt spekulierten mit dem Einfluss der diesjährigen Witterung auf Fäulnisbefall, Haltbarkeit und dadurch deutlich geschmälerter Netto-Verfügbarkeit. Darüber hinaus dürfte die Knollenanzahl je Staude bei vielen Sorten und Schlägen das Ertragspotenzial auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau deckeln, schließt die ZMP ihren Bericht ab.