Richard Ebert
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Weizen: Erzeugervorräte in Deutschland liegen 50 % unter Vorjahr

Weniger Getreide in den Erzeugerlägern

LWK Hannover (11.02.11) - Wie in dem jüngst veröffentlichten Bericht des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) bekannt wurde, fallen die Maisvorräte, insbesondere in den USA, geringer aus als bislang vermutet. Somit stiegen nicht nur die Kurse für Mais an den Börsen, sondern auch die Notierungen für Weizen. Laut USDA sind die Vorräte an Getreide zum Ende des Wirtschaftsjahres 2010/11 zwar höher als 2007/08, aber deutlich kleiner als in den vergangenen zwei Jahren. Zudem wird vermutet, dass die EU-Exporteure, die zusammen mit den USA in 2010/11 fast die Hälfte der weltweiten Exportmengen stellen, bald ausverkauft sein könnten.

Hiesige Mühlen zeigen sich nach wie vor interessiert an Qualitätsweizen. Auch im Futtergetreidebereich wird eine lebhafte Nachfrage von Seiten der Mischfutterhersteller beobachtet. Wie das Statistische Landesamt in Hannover kürzlich ermittelte sind die Vorräte in den Erzeugerlägern zum Jahreswechsel 40 bis 50 % geringer ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Rund 90 % der Erntemengen sind somit bereits vermarktet wurden. In den anderen Bundesländern ist von einem ähnlichen Bild auszugehen. Demzufolge bleibt das verfügbare Angebot überschaubar.

Für Weizen werden fortgesetzt Teilmengen vorkontrahiert. Die Geschäftstätigkeit in Bezug auf kommende Ernte hat sich noch etwas verstärkt.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/7177.html)

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
paul
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Die Börse sagt heute was anderes. Massiver Einbruch. Ich vermute bei Weizen und Raps ist die Spitze überschritten.

2 Gründe: Die Euphorie war in den letzten Monaten übersteigert und dann haben wir exakt Mitte Februar (saisonal).

Gruß Paul

paul
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Jetzt warte ich darauf, dass uns hier ein Schlauberger vorrechnet, dass das Schweinefutter "so" billig wird, dass wir im Mai mit 1,50 €/Kg Schlachtgewicht richtig Geld verdienen.

Gruß Paul

Bre
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12 Jahre 1 Monat

Die Getreidemarkt- und -preisentwicklung ist eine globale Angelegenheit!

Die jüngsten Kursrückgänge haben wesentlich mit den politischen Unruhen in Nordafrika bzw. Nahen Osten sowie mit dem damit verbundenen Anstieg der Rohölpreise zu tun. Spekulative Kapitalanleger haben sich aus den Long-Positionen der Agrargüter weitgehend verabschiedet und legen ihr Geld im volatileren Ölgeschäft an. Die geringfügige Verbesserung der Versorgungslage durch den jüngsten USDA-Bericht war nur ein wenig Wasser auf die Mühlen.

Zusätzlich haben die Katastrophen (Erdbeben, Tsunami, Atomkraftkrise) in Japan zur Verunsicherung beigetragen und die Börsenkurse erst mal weiter nach unten gedrückt. Japan ist mit rd 20 Mio t zweitgrößter Importeur von Futtergetreide und mit 6 Mio t drittgrößtes Einfuhrland von Ölsaaten. Die Zerstörungen an bedeutenden Hafenanlagen und der Infrastruktur dürften vorerst zu einem Stau der Warenlieferungen führen. Auf absehbare Zeit wird der Importbedarf jedoch steigen, weil weiträumig beste Landwirtschaftliche Flächen überflutet und verwüstet wurden. Das Ausmaß der Schäden bleibt noch unklar. Kommen noch Strahlenschäden hinzu?

In einer zwar einfachen, aber dennoch beeindruckenden Darstellung hat der Präsident des US–Earth-Policy-Institut Lester Brown seine Sichtweise zur Entwicklung der Nahrungsmittelpreise für die kommende Kampagne 2011/12 erläutert.

Nach seinen Feststellungen wurden im ablaufenden Jahr 2010/11 rd. 2,18 Mrd. t Getreide einschl. Reis produziert, während 2,24 Mrd. t verbraucht wurden. Die fehlende Differenz von rd. 60 Mio. t sind aus dem Abbau der Überhangbestände genommen worden.

Der Autor wirft eingangs das Problem auf, ob die weltweite Produktionsmenge um 100 Mio. t erhöht werden kann, die erforderlich sei, um das Defizit von 60 Mio. t und einen jährlichen Verbrauchszuwachs von 40 Mio. t auszugleichen. Mit Hinweis auf zwei frühere Jahre (u. a. 2008), in denen dieser Anstieg schon mal erzielt wurde, sei dieser Anspruch nicht völlig unrealistisch. Es stelle sich jedoch die Frage, ab diese Steigerung angesichts der aktuellen Ausgangssituation im Jahre 2011 erreicht werden könne.

Im Falle des bewässerten Reisanbaus mit wenig Witterungsrisiko geht der Autor von stabilen + 10 Mio. t Mehrerzeugung aus, das entspricht einer etwas überdurchschnittlichen jährlichen Zuwachsrate.

Die Weizenerzeugung erstreckt sich zu 50 % der Weltproduktion auf China, Indien, USA und Russland. Trockenheitsbedingt soll China’s Weizenerzeugung von 115 auf 110 Mio. t fallen. In Indien (ca. 82 Mio. t) erwartet man um 1 Mio. t mehr gegenüber dem Vorjahr. In den USA wird die Weizenernte aufgrund der Trockenperiode in den Great Plains um 4 Mio. t niedriger eingestuft. Russland wird trotz einer Bestellung von nur 4/5 der potenziellen Anbaufläche seine Weizenernte bei mittleren Erträgen um 16 Mio. t („mit ein bißchen Glück“, sagt der Autor) steigern können. Insgesamt rechnet Präsident Brown mit 20 Mio. t mehr Weizen als im ablaufenden Jahr.

Die Maiserzeugung auf Weltebene konzentriert sich auf die USA mit einem Anteil von 40 % und China mit 20 %. Bei einer geschätzten Ausdehnung von 4 % Maisfläche in den USA könnten bei durchschnittlichen Erträgen 25 Mio. t mehr geerntet werden. Für China wird aufgrund der Wasserknappheiten mit keiner Änderung kalkuliert. Für die verbleibenden restlichen 40 % im restlichen Teil der Welt schätzt der Autor einen Zuwachs von rd. 15 Mio. t.

Nach den vorstehenden Schätzungen errechnet sich eine gesamte Produktionssteigerung aus 10 Mio. t Reis, 20 Mio. t Weizen, 40 Mio. t Mais und für die restlichen „weniger bedeutungsvollen“ Getreidearten werden rd. 10 Mio. t Zuwachs unterstellt. Zusammen genommen ist es unwahrscheinlich, daß die geforderten 100 Mio. t erreicht werden können.

Die nicht erkennbare Verbesserung der Versorgungslage 2011/12 wird nach Einschätzung von Präsident Brown eher zu steigenden als fallenden Nahrungsmittelpreisen führen.

Der Autor zeigt anschließend an einer Reihe von Beispielen auf, daß sich die Erzeugung von Grundnahrungsmittel im letzten Jahrzehnt grundlegend geändert hat. Die Zeiten, in denen die Produktion stetig gestiegen ist, sind vorbei. Es gibt eine Reihe von Ländern, in denen die Erzeugung schrumpft. In einigen Gebieten wird Grundwasser zwecks Bewässerung über Gebühr mit nachteiligen Dauerfolgen in Anspruch genommen. Bodererosion ist ein weiterer Faktor zur Verminderung der Ertragsfähigkeit. In Japan ist der Reisertrag seit 16 Jahren nicht mehr gestiegen, China’s Erzeugung kann kaum noch erhöht werden und in großen Teilen Europa’s sind die Ertragszuwächse seit über 10 Jahren nur noch minimal ausgefallen. Die Häufung extremer Wetterlagen führt zu weiteren unkalkulierbaren Ernteergebnissen.

Vorstehende Analyse ist zwar einfach, weil sie die preisbestimmenden Handelsströme und Versorgungskennzahlen außer Betracht läßt, zeigt aber im Grundsätzlichen eine mögliche Entwicklung auf, die sich durchaus an praxisrelevanten Größenordnungen orientiert.

MFG
Bre

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SPOMI
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@ Bre [#4]

Agrarflächen gibts weltweit genug. selbst in deinem Artikel schreibst du von Russland und Ukraine, die nur 4/5 der verfügbaren Fläche nutzen werden. es ist eine Frage der Eigentumsrechte und Bewirtschaftungsart. speziell bei afrikanischen Staaten halte ich die Eigentumsrechte für ungeklärt. die immer wieder erfolgenden Enteignungen von Regierungsseite sind da wenig förderlich. die nötige Verkehrinfastruktur wurde im südlichen Afrika zum Teil schon geschaffen. Ausweiten lassen sich landwirtschaftliche Flächen im Gegensatz zu Rohstoffvorkommen recht schnell. Getreide wächst ja binnen Jahresfrist heran.

Grüsse SPOMI

Bre
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12 Jahre 1 Monat

@Spomi

Ja, wenn's so einfach wäre, wäre es längst passiert.

Anbauflächen sind neben Süßwasserverfügbarkeit grundsätzlich knappster Faktor (gemessen am zusätzlichen Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung und deren Einkommenssteigerung)

Ein exemplarisches Beispiel:

- Russland: seit 1989/90 liegen in Russland 10 bis 12 Mio ha brach, die vor der politischen Wende, als es nicht um Ökonomie sondern um Kommandowirtschaft ging, bewirtschaftet wurden. Zurzeit wachsen auf diesen Flächen Birkenbäume u.a. Eine Inbewirtschaftungnahme kostet mind. soviel Kapital wie zur regulären Bewirtschaftung notwendig ist. Aktuell fehlt jedoch den russischen Farmern schon das Geld, um ausreichend Dünger und Treibstoff für die laufende Bestellung zu kaufen. Daher subventioniert die russische Regierung den vollen Düngertransport vom Erzeuger- zum Verbraucherstandort und stellt weitere Mittel zur Verfügung, um bloß die Agrarerzeugung anzukurbeln und die Inflationsraten bei Nahrungsmittel niedrig zu halten.

Die 1/5 nicht mit Wintersaaten bestellten russischen Flächen werden mit Sommersaaten bestellt, sofern der trockene Boden dies zuläßt. Das Ertragsniveau liegt dabei im rd. 1/3 niedriger und kann in Kontinentalklimagebieten noch geringer ausfallen, wenn das Wasser zur richtigen Zeit (Kornfüllungsphase) fehlt.

Bedeutsamer ist jedoch grundsätzlich die Erkenntnis, daß die besten landw. Nutzflächen sämtlichst in Bewirtschaftung sind. Wenn zusätzliche Flächen hinzukommen, sind es im Regelfall - nicht Einzelfall - ertragsschwächere Böden. Im Falle Russlands liefern die besagten Flächen im Durchschnitt gerade mal 2 t/ha. Bei 10 Mio ha sind das 20 Mio t je Jahr. Die Verbrauchssteigerung auf Weltebene beträgt nur bei Getreide rd. 35 Mio t je Jahr.

Weltweit gehen rd. 1 Mio ha jedes Jahr durch Verwüstung, Versteppung, Versalzung und Versiegelung verloren. Im letzteren Falle gehören fruchtbarste Böden dazu (wie z. B. in China, Japan mit bis zu 5 Ernten in 2 Jahren).

In Brasilien können zwar auch Flächen gewonnen werden, aber auf welche klimatischen Kosten? In Afrika wären ebenfalls Flächen mobilisierbar, aber wer will angesichts der politischen Instabilitäten dort investieren, im Sinne einer nachhaltigen Produktion und nicht - wie es die Chinesen im Sinne einer zukünftigen Ausbeutung betreiben? Wenn es dauerhaft sinnvolle Entwicklungen mit Beteiligung der dort lebenden Menschen geben soll, dann sind Zeiträume von einer Generation gefragt, um neben der notwendigen Kaufkraftentwicklung auch Humankapital bzw. know how bzw sachgerechten Umgang mit den Betriebsmitteln zu entwickeln, das nur mit Bildung einhergehen kann. Bildung fängt bei den Kindern an.

Nachhaltig zusätzliches Getreide wächst nicht binnen Jahresfrist heran!

MFG
Bre

peterg
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@ Bre [#4]

Diesen Artikel hatte ich auch gelesen.

Es ist sicher seine Aufgabe als Präsident dieses Institutes, zu warnen. Aber es ist andererseits halt noch sehr früh dafür.

Viele Dinge könnten da schon noch passieren, das weißt Du besser als ich. Spontan fielen mir bei der Lektüre folgende Punkte ein:

-Weizen ist eine Grassorte, habe ich gelernt. Wie hoch die konkreten Einbußen in China und USA wegen der Trockenheit sein wird, werden wir erst sehen. Sicher ist damit zu rechen, dass Flächen aufgegeben werden, aber diese werden ja dann anderweitig genutzt.

-Sicher ist mit einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen für Mais in den USA zu rechnen. Welchen Beitrag hier freiwerdende Flächen aus dem Conservation Reserve Programm spielen wissen wir auch noch nicht. Wohl eher einen kleinen, da es ja minderwertigere Flächen sind.

-Wie wird sich die amerikanische Energiepolitik entwickeln. Wenn beispielsweise die Äthanol-Einfuhrzölle reduziert werden könnte das doch Auswirkungen auf Corn haben.

-Michael Cordonnier schrieb letzte Woche, dass die Anbauflächen für Soja in Brasilien sich 2011 um 3-5% ausdehnen könnten!

IHH
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@ peterg [#7]

Ich würde gern Ihre Meinung zur aktuellen Situation an der Börse (Weizen,Soja) hören!

Ist es Ihrer Meinung nach ein Anfang und die Kurse könnten weiter fallen oder wohl eher ein kurzfrister Fall, der sich auch innerhalb der nächsten Tage wieder erholen kann??

Mit freundlichen Grüßen
IHH

peterg
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12 Jahre 6 Monate

@ IHH [#8]

Vielleicht hilft in:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?F=47&CP=0&ST=158443&page=24
hier der Beitrag #243 weiter.

US-Weizen ist bislang deutlich mehr als Corn zurückgekommen.
Die Vegetationspause (ich glaube das heißt auf deutsch so oder?) auf der Nordhalbkugel geht zu Ende. Hier könnte sich unabhängig von evtl. einzupreisenden Frühjahrsfrösten durchaus eine gewisse Risikoprämie ausbilden da:
-Weizenanbaugebiete in China zu trocken
-Weizenanbaugebiete in den südlichen Plains zu trocken
-Sehr viel Schnee in den Gebieten der Sommerweizenanbaugebiete der USA könnte zu einer verzögerten Aussaat führen.
-Spekulanten haben schon seit längerer Zeit ihre Positionen deutlich reduziert. Im Gegensatz z. B. zu Corn.
Außerdem ist Weizen im Augenblick im Verhältnis zu Mais sehr preisgünstig und wird massiv als Futtermittel substituiert.

Ich glaube aber nicht, dass nochmals die alten Höchststände erreicht werden. (Die Weizenkurse waren zur Zeit der Aussaat im Herbst bereits sehr hoch, so dass in den USA zumindest bislang mit einer Anbauflächenausweitung zu rechnen ist.

Vielleicht kann BRE noch etwas dazu beitragen ?

Bre
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@ IHH #8

Ist mit einem Rückgang oder eher einer "volatilen Stabilisierung" der agrarischen Rohstoffpreise auf hohem Niveau zu rechnen?

• Trotz kurzfristiger Preiseinbrüche trägt das immer noch hohe Preisniveau 2011 dazu bei, daß die Anbauflächen ausgedehnt werden. Ein starker Wettbewerb ist zwischen den einzelnen Früchten um den knappen Boden entstanden. Produkte mit relativ hohen Preisen wie Mais, Weizen und Soja gewinnen zu Lasten der schwächeren Früchte wie Gerste, Roggen, Triticale, Reis und des Ackerfutterbaus, soweit er nicht für die Viehhaltung unabdingbar ist. Sofern noch nicht bebaute Flächen mit vertretbaren Aufwand in Kultur genommen werden können, werden diese mobilisiert, allerdings mit geringerer Ertragserwartung.
• Verstärkte Anbauflächen der ertragsstarken Früchte führen bei Durchschnittserträgen (= systematischer Schätzfehler) zu höheren Ernteergebnissen gegenüber 2010/11, sofern unvorhersehbare Witterungsereignisse keinen Strich durch die Rechnung der Flächenerträge machen.
• Die Wettervorhersagen der US-Wetterinstitute für das Frühjahr und Sommer 2011 sind zwar mit etlichen Vorbehalten versehen, aber es bleibt bei mittlerer Wahrscheinlichkeit nur bei knapp ausreichenden Bodenfeuchtigkeitsverhältnissen in zentralen Anbaugebieten in den USA, China, Russland und Europa (Ausnahme Australien, erntet aber erst wieder im Dez-11 bzw. Jan 2012) Es wird entscheidend darauf ankommen, wie gut/schlecht die Niederschlagsverteilung insbesondere in der Kornfüllungsphase ausfallen wird.
• Trotz verbesserter Ernteaussichten wird das Gesamtangebot nur wenig ansteigen, weil die früheren hohen Reservebestände weltweit stark abgebaut wurden und die geringen Anfangsbestände den erwarteten Erntezuwachs je nach Ergebnis kompensieren.
• Auf der Nachfrageseite wird mit einer preisbedingt nur wenig gebremsten Verbrauchsentwicklung gerechnet, weil die Antriebskräfte Bevölkerungszuwachs, Einkommenssteigerung in den Schwellenländern und hohe Rohölpreise die Nachfrage ankurbeln werden. Die starken Nachfragezuwächse der letzten Jahre aus dem Biokraftstoffsektor sollen allerdings abflachen. Inwieweit eine durch Japans Katastrophen bedingte Wirtschaftsabschwächung eine zusätzliche Verbrauchszurückhaltung bewirkt, ist noch nicht entschieden, allerdings sollte der japanische Einfluß nicht überbewertet werden. Japan als einer der weltgrößten Agrarimporteure mit einem Selbstversorgungsgrad von 40 %, wird auf mittlere Sicht eher mehr Nahrungsmittel einführen als weniger.
• Angesichts des erwarteten geringen weltweiten Überschusses des Gesamtangebots gegenüber der Gesamtnachfrage verbleiben – wenn überhaupt - nur geringe Mengen, die zu einem Wiederaufbau der Vorratsbestände beitragen können. Daraus kann die Schlußfolgerung hergeleitet werden, daß die Marktversorgung auch für das Jahr 2011/12 weiterhin knapp und angespannt bleiben wird.
• Aus der anhaltend knappen Versorgungslage wird eine Fortsetzung hoher und nicht auszuschließende wieder steigende Agrarpreise geschätzt. Auf die US-Verhältnisse bezogen werden teilweise beachtliche Zuwachsraten der Erzeugerpreisentwicklung im Jahresdurchschnitt erwartet. So geht das USDA für den Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 2011/12 von einer Steigerung der US-Weizenpreise um 31,6 % gegenüber dem Durchschnitt von 2010/11, bei Sojabohnen um 11,1 % und bei Mais um 3,7 % aus. Rindfleisch und Milch sollen um rd. 10,7 % steigen und die Schweine-preise um 8,1 % zulegen. Der Geflügelfleischsektor soll Einbußen um - 0,8 % hin-nehmen müssen. Angesichts der marktbeherrschenden Stellung der USA werden die US-Preisentwicklungen auch weltweit abfärben. Für die hiesigen Euro-notierten Preise ist jedoch immer noch die Währungsentwicklung zu berücksichtigen. (Bitte beachten: es wird vom Jahresdurchschnittspreis, nicht vom aktuellen Stand ausgegangen!)
• Bei angespannt versorgten Märkten treten regelmäßig im Falle von unvorhersehbaren Marktstörungen starke Preisschwankungen auf.

Fazit:

Allein steigende Ernten sind noch nicht hinreichend, um die Versorgungslage zu entspannen, weil über den Verbrauchszuwachs hinaus weitere Mengen benötigt werden, um zunächst wieder die Vorratsbestände soweit aufzufüllen, bis eine beruhigende und ausgeglichene Marktlage vorherrscht. Bis dahin werden die Agrarpreise auf hohem Niveau geschätzt. Erst eine weltweit weit überdurchschnittliche Rekordernte ohne jegliche Ausfälle oder/und ein massiver Verbrauchseinbruch könnte eine Verbesserung der Versorgungslage bewirken.
Bei entsprechenden Marktstörungen von innen und außen ist auch weiterhin mit starken Preisturbulenzen zu rechnen.

Vorstehende Einschätzungen lehnen sich an die Aussagen anläßlich des Agricultural Outlook-Forums im Febr. 2011 an, auch wenn die Ereignisse in Japan damals noch nicht bekannt waren.

Nachtrag:

Die zurzeit ins Stocken gekommene brasilianische Sojaernte wird infolge der dauerhaften Niederschläge nicht die erwarteten 70 Mio t liefern. Dazu kommen Logistik-Probleme, weil der Abtransport auf durchweichten Straßen nicht im notwendigen Umfange funktioniert.

Möglicherweise gleicht sich der schwache Rückgang der Nachfrage aus dem Osten (China, Japan) mit dem Ernterückgang in Brasilien aus.

Die neue brasilianische Anbaufläche zur Ernte 2012 beginnt erst richtig im August 2011. Bis dahin wird noch viel Wasser den Amazonas runterfließen. Spannender wird jetzt erstmal der US Prospektive Planting Report am 31. März.2011. Schaun mer mal!

MFG
Bre

IHH
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12 Jahre 6 Monate

@ peterg [#9]
@ Bre [#10]

Vielen Dank für die beiden hilfreichen Beiträge!

Mit freundlichen Grüßen
IHH

Muehlenbach
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12 Jahre 6 Monate

Bre; absolut top!

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bre [#10]

Glückwunsch. Sehr guter Bericht zur Lage auf den Rohstoffmärkten für Agrarprodukte. Wir werden uns in den nächsten Jahren mit hohen Preisen für Getreide und Futtermittel abfinden müssen. Gleichzeitig ist aber damit zu rechnen, wie Sie auch schreiben, dass die Preise für die erzeugten Produkte wie Fleisch, Milch, Eier usw. steigen werden.
Jede negative oder positive Nachricht aus irgend einem Land auf dem Globus wird weiter für Preisturbulenzen führen. Daran werden wir uns gewöhnen müssen, wie schon die letzten Jahre zeigten.

Mfg

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ IHH [#8]
Gerade herausgekommen:

Schätzungen von Informa hinsichtlich Anbauflächen 2011:
Weizen-57,65 Mio. Acres (2010-54,30) =+6%
Corn-91,76 Mio Acres (2010-87,87) =+4%
Soja-75,27 Mio Acres (2010-78,87) =-4%
Baumwolle-13,13 Mio Acres (2010-10,90) =+20%

Das heißt es müssten von irgendwo her 6 Millionen Acres für W, C, S, CT kommen.

Ich denke ich werden meine Soja-Long-2xCorn-Short-Spreads noch ein bisschen behalten.

Myrrdin
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12 Jahre 6 Monate

@ peterg [#14]

Teile Deine Ansicht. Bin via Optionen den gleichen Spread eingegangen und erwarte, dass entweder vor dem Report betreffend die Anbauflächen Ende März die Preise für Soja im Vergleich zu Mais deutlich steigen, oder dass die Ende März berichteten Anbauflächen für Soja nicht reichen werden und das Verhältnis der Soja- zu den Maispreisen im Anschluss an den Report steigt. Bis dahin werde ich den Spread jedenfalls halten.

Optionen (SX 1600 Call - CZ 800 Call) habe ich gewählt, um in volatilen Zeiten wie diesen den Trade auch "aussitzen" zu können. Bei den langen Laufzeiten ist der Zeitwertverlust eher gering.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

Myrrdin
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12 Jahre 6 Monate

@ Bre [#10]

Vielen Dank für die sehr ausführlichen und hilfreichen Ausführungen.

Wie an anderer Stelle beschrieben, halte ich Bull Spreads in Corn und Beans. Ich erwarte, dass die Anbauflächen, wie von Bre sehr schön beschrieben, nicht mit dem steigenden Verbrauch mithalten werden.

Dieser Effekt wird in Folge der traurigen Ereignisse in Japan verstärkt werden. (Zerstörung von Lagern, vermehrte Verwendung von Corn und Bean Oil zur Energieerzeugung).

Habe vergangenen Donnerstag auch eine Position WN 850-950 Call Spreads hinzugefügt. In einigen Weizenanbaugebieten besteht die Gefahr von Trockenheit, auch ist Weizen in Relation zu Mais derzeit relativ billig und wird vermehrt zur Fütterung herangezogen.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

tomxy
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Mir war vor einer Woche noch nicht klar, weshalb Agrarrohstoffe nach dem Tsunami auf breiter Front eingebrochen sind. Der obige Beitrag # 4 bietet jedoch eine plausible Erklärung dafür:

Zusätzlich haben die Katastrophen (Erdbeben, Tsunami, Atomkraftkrise) in Japan zur Verunsicherung beigetragen und die Börsenkurse erst mal weiter nach unten gedrückt. Japan ist mit rd 20 Mio t zweitgrößter Importeur von Futtergetreide und mit 6 Mio t drittgrößtes Einfuhrland von Ölsaaten. Die Zerstörungen an bedeutenden Hafenanlagen und der Infrastruktur dürften vorerst zu einem Stau der Warenlieferungen führen. Auf absehbare Zeit wird der Importbedarf jedoch steigen, weil weiträumig beste Landwirtschaftliche Flächen überflutet und verwüstet wurden. Das Ausmaß der Schäden bleibt noch unklar. Kommen noch Strahlenschäden hinzu?

Vermutlich wird der Lieferant am Terminmarkt bereits dann sein Risiko hedgen, wenn er erwartet, dass der Kunde nicht abnimmt. Der Lieferstau könnte also innerhalb kürzester Zeit eingepreist werden.

Dazu noch eine Frage. Auch in Japan wird es Lagerstätten für Getreide geben. Sind diese überlicherweise, aus logistischen Gründen, auch in Hafennähe anzutreffen oder wird dezentral beim Abnehmer eingelagert? Wenn die Läger in Küstennähe liegen (lagen) müsste hier doch einiges mehr an Vorräten verloren gegangen sein. Ein stärkerer Importsog in Folge könnte die Folge sein, setzt allerdings vorraus, dass überhaupt Lagerkapazität besteht, um den Aufbau von Reserven bewältigen zu können.

Myrrdin
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12 Jahre 6 Monate

@ tomxy [#17]

Aus einem Artikel der CME vom 14.03.

The disaster may have cut Japan's grain-warehousing capability by 15% to 20%, which could curb imports as the country has fewer places to store grains, according to AgResource Co., a Chicago advisory firm.

The firm estimates the damage to storage could trim Japan's near-term corn imports by 500,000 to 1 million metric tons. The country accounts for nearly 30% of U.S. corn exports, bringing in 15.4 million metric tons in the most recent crop year. The U.S. Grains Council said Friday that the disaster "could be of significance" to the grain trade.

Wenn die Lagerhäuser zerstört wurden, so ist vermutlich auch vom Inhalt nicht viel übrig geblieben. Langfristig sollten also vermehrt Reserven wieder aufgebaut werden.

Mit besten Grüßen, Myrdin

Richard Ebert
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Dieser Beitrag ist schon vor einer Woche geschrieben worden. Inzwischen waren Meldungen im Fernsehen zu erfahren, dass die ersten japanischen Häfen für Importe geöffnet wurden.

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Japan-Katastrophe drückt Getreidemärkte kurzfristig noch tiefer - Japan einer der global größten Importeure - Umschlags- und Verarbeitungskapazität zerstört

aiz.info, Wien (14.03.11) - Das verheerende Erdbeben und der folgende Tsunami sowie die Nuklearkatastrophe in Japan gehen auch an den weltweiten Rohstoffmärkten und damit an den Terminnotierungen für Getreide nicht spurlos vorbei. Sowohl an der wichtigsten europäischen Warenterminbörse Euronext in Paris als auch an der US-Leitbörse CBOT in Chicago rasselten die Notierungen am Montag nach ihren vorwöchigen Kursverlusten noch tiefer in den Keller.

Bis Montag, 14.00 Uhr, verlor der europäische Mai-Weizenfutures an der Euronext um 4% auf ein Dreieinhalb-Monate-Tief von zeitweise bis zu EUR 214,50 pro t. In der Vorwoche hatte Weizen in Paris schon insgesamt EUR 21,- pro t abgeben müssen. In der gleichen Größenordnung ging es mit dem Pariser August-Maisfutures auf bis zu EUR 231,25 pro t hinunter.

Japan benötigt zur Ernährung seiner 127 Millionen Einwohner umfangreiche Importe von Agrarrohstoffen und Lebensmitteln. Diese könnten nach Ansicht von Analysten nun durch den Rückgang der Nachfrage sowie die Zerstörung von Umschlagskapazitäten in den Häfen sowie in Futtermittelwerken und Mastställen zumindest vorübergehend einbrechen.

Japan ist weltgrößter Mais- und einer der bedeutendsten Weizenimporteure

Japan ist nach Angaben von Toepfer International mit jährlich 16,1 Mio. t Maiszukäufen und einem Weltmarktanteil von 18% mit deutlichem Abstand die Nummer eins der Maisimporteure auf der Welt und beim Weizen mit 5,2 Mio. t Einfuhren ebenfalls im Spitzenfeld. Weiters ist das fernöstliche Kaiserreich mit jährlichen Einkäufen im Wert von knapp USD 1,65 Mrd. (EUR 1,20 Mrd.) der größte Kunde der US-Schweinefleischindustrie.

Analysten: "Psychologische" Erstreaktion der Märkte - Zukunftstrend offen

Wenngleich Analysten die ersten Reaktionen auf den Warenterminmärkten als "psychologisch" und nicht als nachhaltige Einbrüche auf den agrarischen Rohstoffmärkten sehen, weiß niemand zurzeit die kurz- und mittelfristig weitere Entwicklung einzuschätzen. Großflächige nukleare Verseuchung des raren Ackerlands in Japan könnte den Importbedarf sogar zusätzlich anwachsen lassen.

Mittelfristig könnte zum Beispiel eine verstärkte Nachfrage nach Biosprit als Folge eines Atomausstiegsszenarios die Märkte auch wieder beleben. Verstärkt wurde der Kurzfristeffekt heute, Montag, jedenfalls auch noch dadurch, dass viele Fonds aus Angst vor einem Einbruch der Weltwirtschaft ihre Positionen auf den Rohstoffmärkten auflösten.

(Quelle: http://www.lagerhaus-korneuburg.at/?id=2500%2C5349139%2C%2C)

Bre
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COCERAL - Ernte 2011 für EU-27 um plus 10 Mio t auf 284,7 Mio t geschätzt.

Stellt man das Schätzergebnis - im übrigen fast gleichlautend wie die Schätzung der EU-Kommission im Jan 2011 - in eine mehrjährige Getreidebilanz, sieht das vermeintlich positive Ergebnis ganz anders aus.

Angebot Verwendung 2009/10 2010/11 2011/12 2009/10 2010/11 2011/12 Anfangsbestand 38,7 41,2 26,1 Endbestand 41,2 26,1 23,8 Ernte 292,2 275,2 284,7 Verbrauch 274,2 275,0 275,0 Importe 8,5 11,8 10,0 Exporte 25,1 26,7 22,0 Gesamt 339,4 328,2 320,8 Gesamt 339,4 328,2 320,8 stock to use ratio 15,0 % 9,5 % 8,6 %

Selbst wenn man an den Export- und Verbrauchszahlen noch drehen sollte, ändert sich an der grundsätzlichen Aussage nur wenig, sollte sich denn die Schätzung bewahrheiten.
MFG
Bre

peterg
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Hallo Bre,
Du kennst sicher den März-Bericht der FAO aus dem die nachfolgende Tabelle entnommen ist.
http://www.fao.org/news/story/en/item/53813/icode/
Hier wird auch eine 3,4% Erhöhung der Weizenproduktion allerdings global prognostiziert.
Bild entfernt.

Kannst Du mir erklären, wie der Unterschied der EU-Zahlen (284 Mio Tonnen bei Dir und 142 Mio Tonnen bei der FAO) zustande kommt ?
Beziehen sich Deine Zahlen vielleicht auf Gesamt-Getreidebestände ?

Diese Zahlen sind für langfristige Belange sicher sehr wichtig.
Zumal die Situation bei Mais (Coarse grains) noch schlechter aussieht.
Für mich konkret geben diese Zahlen in sofern vielleicht einen Hinweis darauf, wie sich die Kurse in den nächsten Wochen bei Mais weiterentwickeln könnten.
Mais sollte eine gute Unterstützung behalten.
Im Moment befinden sich ja die großen Marktteilnehmer sicher in einer Liquidationsphase. Die Commercials bauen ihre Shortpositionen ab und analog die Spekulanten Longpositionen. Darauf weist der COT-Bericht und auch der Kontraktbestand hin. Wenn man die Frühjahre 2007 und 2008 vergleicht hatten wir eine ganz analoge Situation (Abbau der Shortpositionen bei den Commercials). Der Kursverlauf war allerdings unterschiedlich.
Konkret ziehe ich zwei Schlussfolgerungen:
1. Bear-Spreads (CZ11-CN11) sind besser als Shortengagements in Mais.
2. Es könnte nach einem Kursrückgang in der nächsten Zeit im späteren Frühjahr (vielleicht um die 17. Woche herum ?) durchaus bei Mais wieder kräftig aufwärts gehen.

Bre
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@peterq

Die COCERAL-Daten beziehen sich auf die Gesamternte, davon hat Weizen einen Anteil von knapp 50 %. Die FAO hat bislang nur Prognosen zur Weizenernte vorgelegt.

Es verdichten sich zunehmend die Einschätzungen, daß die Versorgungslage im kommenden Jahr trotz steigender Ernteerwartungen nicht grundlegend besser ausfallen werde. Diesen Eindruck unterstreicht auch die jüngste Prognose des internationalen Getreiderates (IGC) mit folgenden wesentlichen Ergebnissen:

• Die Anfangsbestände des neuen Getreidewirtschaftsjahres 2011/12 liegen mit 341 Mio. t (Vorjahr 401 Mio. t) etwa zwischen dem schwachen Jahr 2007/08 und dem besseren Jahr 2008/09. Die Überhangbestände bleiben mit 19 % vom Verbrauch unter dem langjährigen Durchschnittswert von 20 %, wobei Mais nur bei knappen 14 % liegt.

• Die kommende Getreideernte ohne Reis wird auf 1.805 Mio. t (Vorjahr 1.726 Mio. t) geschätzt, ein Zuwachs von 4,4 % etwa doppelt so hoch wie im Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

• Dem steht ein geschätzter Verbrauch in Höhe von 1.808 Mio. t (Vorjahr: 1.788 Mio. t) gegenüber, ein Zuwachs von nur 1,1 % im Vergleich zum 5-jährigen Durchschnitt von 2,5 %. Die Steigerungen werden sowohl im Nahrungs- und Futtermittel- als auch im Energiebereich gesehen.

• Damit liegt die Schlußfolgerung nahe, daß die steigende Angebotsmenge grund-sätzlich nicht ausreichen wird, das Endbestandsniveau anzuheben. Angesichts der steigenden Verbrauchsmenge wird demzufolge das preisbestimmende Verhältnis von Endbestand zum Verbrauch („stock to use ratio“) nicht verbessern, sondern eher noch verschlechtern. Unklar bleibt die Situation bei den „mobilen“ Endbeständen.

• Im Fall des Weizenmarktes wird im kommenden Jahr von einem ausgeglichenen Angebot in Höhe von 673 Mio. t (Vorjahr 649 Mio. t) und einem nur wenig darunter liegenden Verbrauch von 671 Mio. t (Vorjahr 662 Mio. t) ausgegangen, so daß der Weizenmarkt im Wesentlichen auf aktuellem Vorratsniveau ausbalanciert ist.

• Auf dem Maismarkt wird eine Erzeugung in Höhe von 841 Mio. t (Vorjahr 808 Mio. t) geschätzt. Den Verbrauchszuwachs beziffert das IGC auf knapp 1 %, also auf rd. 850 Mio. t. Damit würde die Versorgungslage auf diesem Teilmarkt noch angespannter ausfallen als im ablaufenden Jahr. Aber noch stehen wir erst am Anfang der frühen Aussaattermine und die Flächenerträge können nur mit mehrjährigen Durchschnitts-werten angenommen werden.

Auch in absehbarer Zeit wird aufgrund der Unruhen in Nordafrika und Nahen Osten mit hohen Rohölpreisen zu rechnen sein, eine nicht unwesentliche Voraussetzung dafür, daß auch das Agrarpreisniveau hoch bleibt.

In ihrem regelmäßigen Quartalsbericht Anfang März 2011 prognostiziert die FAO die Weizenernte 2011 auf voraussichtliche 676 Mio. t (Vorjahr 653,7 Mio. t). Überdurch-schnittliche Zuwächse von 20 bis 50 % erwartet man nach dem desaströsen Vorjahr aus den Schwarzmeergebieten Russland, Ukraine und Kasachstan. Dem stehen geschätzte Minderernten zwischen 5 % bis zu 10 % in den Weizenanbauregionen der USA, des Iran und Australiens gegenüber.

Die FAO-Schätzungen basieren grundsätzlich auf den Informationen zur Ausweitung der Anbauflächen um 3,4 % sowie Annahmen über durchschnittliche Ernteerträge. Damit bewegen sich die prognostizierten Ernteergebnisse etwa auf dem Niveau der Durchschnitts-werte aus den Jahren 2008-2010.

Vorhersagen zur zukünftig möglichen Verbrauchsentwicklung und Versorgungslage enthält der FAO-Bericht nicht.

Selbst wenn man nur knapp durchschnittliche Verbrauchszunahmen unterstellt, ist keine nennenswerte Verbesserung der Versorgungslage aus den FAO-Zahlen herzuleiten.

MFG
Bre

PS: Der Prospective Planting Report am kommenden Donnerstag wird möglicherweise richtungsweisende Informationen liefern. Schaun mer mal

Bre
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12 Jahre 1 Monat

Ergebnisse des prospective planting report bzw. stock report - Vorabinformation des USDA bzw. Dow Jones Newswires und offizielles Ergebnis

Prospective Plantings

Vorabschätzungen 2011 2010 2011 Average Range Seedings Official Corn 91.662 90.400-92.600 88.192 92.178 Soybeans 76.969 75.000-78.500 77.404 76.609 All Wheat 57.302 56.600-58.400 53.603 58.021 Winter Wheat 41.150 40.500-42.900 37.335 41.229 Other Spring Wheat 13.710 13.000-14.310 13.698 14.427 Durum 2.552 2.400-2.800 2.570 Cotton 13.12 11.8-13.60 10.97

** In the January Winter Wheat Seedings Report, USDA estimated
2011 winter wheat plantings at 40.990 million acres.

-By Andrew Johnson Jr, Dow Jones Newswires; 312-347-4604;

MFG
Bre

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