Richard Ebert
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Weizen EU: Regen lässt die EU um Qualität bangen

Regen lässt die EU um Weizenqualität bangen

Agrarheute / aiz, Wien/Paris/Brüssel/Chicago (09.07.06) - Die unstete Erntesituation weltweit spiegelt sich auch an den Getreidebörsen in Europa und Amerika wieder.

Interventionsfähige Futtergerste setzte letzte Woche mit der ersten Notierung von Getreide aus der neuen Ernte 2007 an der Wiener Produktenbörse eine Marke, wie das Agrarische Informationszentrum aiz berichtet. Das Preisband zwischen 148,- und 152,- Euro netto pro t Großhandelsabgabepreis liegt demnach um satte 60 Prozent über der Erstnotierung von Futtergerste im Jahr 2006 mit 92,- bis 96,- Euro pro t. Die Erstnotierung kam heuer wegen des Vegetationsfortschrittes um eine Woche früher zustande als im Vorjahr. Prompt befestigte sich auch Futtermais alter Ernte an der Wiener Börse auf das Preisband der neu notierten Gerste. Damit hält Futtergetreide nun praktisch ein einheitliches Preisniveau.

International halten zurzeit eher wegen Regens in Westeuropa und im US-Wheat Belt zunehmend Qualitätsbedenken die Notierungen sehr hoch, als die Sorge um dürrebedingte Ernteausfälle in Osteuropa. Dennoch sanken ausgehend von der Chicagoer Warenterminbörse CBOT die Notierungen im Wochenabstand leicht, um gegen Ende der Woche wieder steil anzuziehen. In Übersee streiften die Spekulanten mit massiven Verkäufen ihrer Weizen- und Maisfutures jetzt die Gewinne aus der Preisrallye der vergangenen Wochen ein.

Nach den Kursverlusten der letzten Tage schloss beispielsweise Chicago am Donnerstag prompt wieder mit steilen Gewinnen beim Weizen, weil sich neuerlich die Bullen-Stimmung durchsetzte. An den US-Börsen beruhigte sich nach den Spekulationsverkäufen bis zum Donnerstag vergangener Woche der Preis von soft red winter im Wochenabstand von 224,83 US-Dollar (165,21 Euro) pro t fob Golf auf 218,02 US-Dollar (160,41 Euro) pro t. Hard red winter gab in diesem Zeitraum um 2,- US-Dollar (1,47 Euro) pro t nach. Zudem sank zuletzt auch der für die Preisparität zwischen überseeischem "Dollar-Weizen" und Weizen in der EU mitbestimmende Kurs des US-Dollars wiederum auf 0,74 Euro bis Freitag letzter Woche.

Die Pariser EU-Leitbörse MATIF folgte zu Beginn letzter Woche der Abschwächung der Kurse in den USA, um in deren Gefolge aber gegen Ende der Woche wieder steil anzusteigen. Der für die neue Ernte bestimmende November-Future an der MATIF schloss am Donnerstag gegenüber dem Vortag mit 180,25 Euro pro t um 1,75 Euro höher. In Frankreich unterbrach der Regen diese Woche die schon angelaufene Weizenernte. Neben den auf 35 Mio. t laut dem französischen Getreideamt ONIGC hinab revidierten Ertragserwartungen beginnt nun das Zittern um Qualitätsverlust durch Auswuchs und verringerte Fallzahl.

Diese Befürchtungen hegen auch die deutschen Landwirte, die zwar noch kurz vor der Weizenernte stehen, denen der Regen aber auch zu schaffen macht. Die Gerstenernte steht zurzeit in Deutschland sogar großflächig. Die jüngsten Qualitätsbefürchtungen führen nun zu einer stärkeren Differenzierung der Weizenpreise mit wachsenden Qualitätsaufschlägen für mahlfähige Ware. Mahlfähiger Weizen zog in Deutschland am physischen Markt in den letzten Tagen deutlich auf 190,- Euro pro t und mehr an.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/index.php?redid=170970)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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