Weizen: Exportmöglichkeiten spürbar verbessert
Die Preise für gute Brotweizenpartien liegen mit Geldkursen zwischen 123 und 125 Euro je Tonne im September frachtfrei Hamburg weit über der Vorjahreslinie, berichtet die ZMP. Dafür ist allerdings nur ein geringes Verkaufsinteresse der aufnehmenden Hand vorhanden. Als Gründe werden die niedrige Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft und eine für den Winter sich abzeichnende knappe Futterversorgung genannt.
Es zeichnet sich eine gute Versorgung hoher Qualitätsstufen ab, wogegen mittlere Qualitäten sowohl von den Mischfutterherstellern als auch den Mühlen zum Aufmischen gesucht werden.
Der innereuropäische Versand über den Rhein und die Mosel wird zurzeit durch Niedrigwasser-Zuschläge verteuert. Immer niedrigere Ernteschätzungen in Osteuropa brachten den US-Weizenkursen zuletzt deutlichen Aufwind, was die Exportmöglichkeiten aus Europa spürbar verbesserte.
Die Brüsseler Kommission fördert den Export von Weizen. Am Donnerstag wurden Exportlizenzen 1,3 Mio. Tonnen Weizen aus der EU in Drittländer zugeschlegen.
Durch die sehr hohen Proteingehalte von deutschem und französischem Weizen liegen die Preise fob Golfregion mittlerweile sogar über denen des Hard-Red-Winter aus den USA, schreibt heute der Ernährungsdienst. Trotzdem lassen sich die EU-Herkünfte ausserhalb der EU gut verkaufen.
Die am Donnerstag von der Kommission zugeschlage Menge muss abweichend vom bisherigen Ausschreibungsverfahren binnen 60 Tagen exportiert sein. Man will einem Handel mit Lizenzen vorbeugen. Trotz der knappen Marktversorgung in Europa erwägt man zurzeit noch nicht eine Exportsteuer zu erheben.
Aus der EU stehen laut Schätzungen des Verwaltungsausschuss lediglich 6 Mio. Tonnen Weizen für den Drittlandsexport zur Verfügung. Die Preise auf Termin September im Seehafen liegen mit 123 bis 125 Euro/Tonne bereits heute deutlich höher als vor Jahresfrist.
Joachim Tietjen
HANSA Terminhandel GmbH